Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 13 (1915)
- Issue
- Heft 49 (17.12.1915)
- Date
- 1915-12-17
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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rc 8 m ro Si o fli-> rn ii |f i» UlatzM ZösephuS «KV feine Zeit. > Bon Ahron MäreuS. . ' ' :■(Fortsetzung.) . .> , •' / , Bei Besprechung . des Stirnbleches, sotthier eure merkwürdige Tatsache erwähnt werden, die auf das B er hä ltn i s de r m Ln blichen zur g e s ch r i tp benen Tiradi tiön ern Helles Licht wirft. Im Pentateuch-Commentarzitiert Rabb.S. R: H i r sch s e l. A. (ll 28, 36) jeine Stelle aus Maimonides, die sehr schwierig ist.Er schreibt wörtlich: -.welches die- Inschrift Kodesch la Schem trüg, tzien Gottesnamen in erster Linie. Nach Maimonides Kodesch lä Schem. R. Elasär (nicht Elieser), den R. Jose berichtet, (dort) er habe es unter den Trophäen in. Rom geschen;!mit der Inschrift Kodesch la Schem im einer Zeile, woraus . Maimoides schloß, daß die zweizeilige Schreibweise nicht als'unumgänglich statuiert sei/' Daß der Leser, der die talmudische Behandlung nicht gelesen hat, den, Unterschied zwischen den beiden Schriftarten Kodesch ulnd Kodesch kaum zu erraten im Stande fein wird, dafür scheint für die dunkle Stilisierung der Umstand maßgebend gewesen zu sein, daß die erste Ansicht: das Tetragrammaton in der obersten Linie und Kodesch la in'der unteren, sehr schwer annehmbar erscheint. Der -Verfasser zieht daher R. Elasar's Ansicht vor, daß beides in gerader Linie nebeneinander stand und beruft .sich auf Maimonides vermittelnde Stellungsnahme. Nach der gewöhnlichen Erklärung (siehe Raschi) stehen sich die beiden Meinungen schnurstracks gegenüber. Warum hat nun Maimonides, der keinerlei Meinungsverschiedenheiten mehr bucht, sondern nur abgeschlossene Entscheidungen dringt, sich .überhaupt nicht für die durch Augenschein bezeugte Schreibart R. Elasar's entschieden? Well dis den Regeln des Talmud widerspricht, daß einer Ansicht die ohne Namennennung als allgemeine gebracht wird, die Giltigkeit gegenüber einer anderen, die unter dem Namen eines einzelnen mitgeieilt ist, zugesprochen werden muß. Es Muß'daher befremden, daß Maimonides einen Ausgleich zwischen beiden versucht, eine Hathrooh, die nach der Regel „Een daas schlischis machraas" doch ausgeschlossen zu sein scheint. Noch dazu/ wo diesem Ausgleich der so einfache Wortlaut der Vorschrift entgegensteht, nicht wie H. übersetzt: Hilft > graviere darauf mit Siegelgravierungen Gottes bas Heiligtum, sondern Heiligtum dem Ewigen. Genitiv gibt es da keinen, nur der Dativ la. .steht, wie es das Sprachgesetz verlangt; vor dem Tetragrammaton. H. umschreibt also den Text, indem er sich sfür die erste Meinung des Tana Kama entscheidet, den er 'aber iW" der Nota^ zu Gunsten des R. Elasar desavouirt. Wie kann also diese Vorschrift ans zweierlei Art giltig sein? Bleibt es dein Ermessen jedes Hohenpriesters überlassen, eine der ..seines Vorgängers entgegengesetzte Schreibart bei einem so hochwichtigen Vorgänge einzuführen? Aber die tatsächliche Wirklichkeit zeigt uns, daß zwischen beiden nur ein "Unterschied im Ausdruck obwaltet, kein sachlicher. Der vor 23 Jahren verstorbene Rabbi Gerschon Leiner aus Radzin, einer der begabtesten Talmudisten und Gelehrten seiner Zeit, hat die wichtige jEntdeckung der Herstellung des T e ch e le t, des zu den Schaufäden und den Priesterkleibern vorgeschriebenen Himmelblaus gemacht. Er hat im adriatischen Meere den-seit R. Nachschon Gaon, also seit fast lüÜVJahren in Vergessenheit geratenen Chilosaun, aus dessen Saft die Farbe gewonnen wurde, in einer Sepia- Art (Tintenfisch) einwandfrei nachgewiesen und nach den schwierigen talmudischen Vorschriften der Bereitung in die Praxis .eingesührt. (Die Schaufäden werben noch heute, von seinem Sohne und Nachfolger R. M. Leiner zu Radzin hergestellt). Um sich zu vergewissern, .daß die Färbe auch stimmt, kreiste er nach Rom, wo im Vatikan von der Titusbeute noch einige Kleider des Hohenpriesters ausbewahrt sind, und fand diese in voller Übereinstimmung mit der Farbe im? Gürtel des Hohenpriesters. - Ein> ihn begleitender Gelehrter/ Abr ä h am L and au, d« gleichzeitig nach' 'Quellen jür den Plan des von' ihm in Miniätur hergestellten Beth hamikdasch suchte, er- : zählte niir, daß-sich dort^wich noch drei.' Goldbleche. (Ziz) von Hohenpriestern befinden, und durch die Beschreibung die ich von ihm herausbekam, fand ich, woran er (nicht (gedacht hatte,/ ’< d i e r Lös u n g der s ch w.i e r i g e n Streitfrage. Das Goldblech steht nämlich aus dem. Tische-auf seinen zwei Schläfenflügeln tzber einem leeren Raume, sodatz in dieser Lage (hebr. Buchstaben natürlich von rechts nach links) Kodesch la unten auf einem Flügel und das Tetragrämm oben erscheint. Das meinte der Tana Kama. Mrd das Ziz aber aus dem Tische platt ausgebreitet, wie es ja . auch beim Anssetze« aus die Stirn des Hohenpriesters geschah, so erscheinen Kodesch la auf der Schläfe und chas - Tetragrammaton aus jder Stirn in einer Linie.' Aehnlich verhält es sich mit dem Ephod. Raschi, dessen anttke Größe nur von seiner Bescheidenheit übertroffen wird, schickt seiner Erklärung (II 28, 4) voraus: „Ich habe die. Beschreibung desselben weder gehört noch in irgend einer Boraita finden können. Mein Verstand sagt mir, daß es ein Rückenanzug war, der Breite des Rückens entsprechend, ähnlich dem Reilkleid der Edeldamen: Es kann aber keine bloße Schürze tzum Umgürten gewesen sein, denn es heißt ja: Er zog ihm das Ephod an, dann umgürtete er ihn mit dem Gürtel des Ephod, so daß Gürtel und Ephod zwei,verschiedene Stücke sind. Auch können die zwei bloßen Schulterbänder nicht damit gemeint sein, denn es heißt ja, auf dew»zwei Schulterbändern des Ephod." Der erwähnte Commentar bemerkt dazu: „Rach Raschi und auch nach Maimonides ging auch noch vom Rückenteil ein Stück Gewand bis zu dem Fuße hinab. Im Texte ist jedoch davon keine Andeutung. Die Stelle, woraus Raschi schließen zu müssen glaubt, daß der Ephod außer der Umgürtnng noch einenBestandteil gehabt haben müsse, dürfte dies, wie uns scheint, nicht Notwendig erweisen^ usw," Leider war Josephus Weist de antiq. wüer Raschi. noch Maimonides zugänglich, sonst hätten sie, nach dem Wahlsprnch unserer Weisen: ,Meise heißt derjenige der von jedermann lernt" — einem so hervorragenden Augenzeugen wie Josephns gewiß volle Beachtung geschenkt. — Josephus schreibt: Der Hohepriester hat eben dieselben Kleider, (wie der subalterne) darüber aber einen Rock aus Hyacinth (techeleth), lang herabwallend, der bei uns Mee!r (anstatt Meeil) heißt. Ich weiß^richt, warum im griechischen das hebräischse l so oft durch „r" wiedergegeben wird; im Aegyptischen, das kein l lyat, ist das gewöhnlicher Brauch; Jsraar für Israel usw.) Vom Gürtel umgeben, ist es ein Rock ohne Nähte, am Halse Oeffnung nicht der Breite nach, sandern Längenschlitz von der Brust bis zwischen die Schulterblätter, von einer Borte eingefaßt, um das Unschöne deS Schlitzes nicht zu sehen. (Eine unbeachtete, aber sehr beachtenswerte Erllärung des unerklärten Phi thachra".) Ebenso (Borten) an de» Oeffmmgen für die Hände. Darüber ein Drittes: Ephnd, ähnlich dem griechischen Schultermantel. In Länge (die Breite,hat schon Raschi angegeben) einer Elle ans verschiedenfarbigen Stoffen und Gold znsammengewirkt, reichtesbiszurMitte der Brust, ist Mit Aermeln versehe» und hat die' Gestalt eines Unterkleides. Sttmmt das nicht merkwürdig mit dem, was Raschi.„Eingebung seines Herzens" nennt, sowohl was er von dem Ueberwurf ahnt. Äs auch sein Vergleich mit dem ponr feint. Schürze!! Die Lücke ist «von einem handbreiten (sereth orkau) Latz äusgefüllt in selben Farben und Gold wie das Ephud. Heißt Essenes (bei der Unfähigkeit der Griechen dein! Kehllaut ch auszusprechen für chosen.) Er setzt Schilderungen der Ketten und des Gürtels des Ephod in allen Einzelheiten, mit dem Wortlaut der Thora übereinstimmend, so: baß an seiner Erllärung nichts ausznsetzen ist. Von den Name» auf den 2, Schohamsteinen, die er Sarftonyxe nennt, eine Benennung, die, von den Griechen auf 20 verschiedene Edelsteinarten angewendet, uns daher über die Art jtm Unklaren . läßt — sagt 'et:«: und 6, die älteren: auf der. ■ rechten Schulter. Im Chdschen selbst 12 Prachtsteme mit:' den Namen der Stämme Jacöb's in der Ordnung ww '.? Geburtszetten. - ' ' Run gibt es in der Traditio» eine ganze Menge- ,: verschiedener Ansichten Wer die Reihenfolge der, Name«/ Hochinteressant ist die Abhandlung des berühmte» R- Chaim ben Ätar daäber im Or hachajim, der -. schließlich gegen verschiedene Boratthas seinen eigene» Weg - in der Erllärung des Wortlautes der Thora geht. — . Bei der Freiheit, welche die göttliche Unendlichkett der Thora jedem einzelnen Individuum Israels eiuräumh, ist wohl die Frage erlaubt, warum die Reihenfolge unbeachtet geblieben ist. in welcher Esra, der Hohepriester \ die Namen i» I .Ehjr. 2, 1 n. 2 angibt. Rübe», Simons -> Levi, Jehuda, Jsaschär, Sebulun» Dan, Josef, Binjamin, : Nastali, Gab, Ascher, in welcher sämmtlicheu Ansorde- . rungen der verschiedenen Ansichten vollständig Genüge ge- " . leistet wird, sogar der Eintellnng von 28 Buchstabe« auf ( der einen, 22 auf der änderen Sette.?? (Fortsetzung folgt.) Etwas über die Bibel. Bon Rabbiner Dr. Wolf Aktmann, Meran. Jüngst las ich vo» einer ungemein sympathische» Bev» •- fügung der deutschen Kriegsleitung: Man solle beit Kriegs- -V gefangenen als Lesestoff die Bibel gebe«.-Ein jüüifcher Soldat schildert in einem Feldbriefe die vorzügliche Wir- . kung dieser Anordnung und bittet'um zahlreiche Uebev- : mittlnng dieses Labemittels in der Trübsal der Zette«. Ein Gegenstück: Ein deutscher Profeffor vo» Klang unk» / Namen findet es für mri, sozusagen mitten im Kugelregen , einer prümngsreichen Zett, j» der die Menschengemüler iüM-- Trvst und Seelenstärkung le^en, de« Rat zu erteilend Lest nicht das alte Testament,, oder lest es nur behutsam^ mit mißtrauischen, krittschen Augen, denn es verdient - nicht „jene absolute Schätzung"' göttlicher llnsehlbarkett, ist - vielmehr angefüllt mit Irrtum ern tmb Widersprüchen, j« - mit Lügen und Unsittlichkeiten. Gebt es ja nicht erziex» .' hunasbedürstigen Erwachsenen in die Hand, .noch viel weniger aber reicht es zum Unterrichte euerer Jugend. Der Herr Professor spricht im Namen der Wissenschaft/ der ernsten Patronin eiserner Bernunftslogik, die für Gemüt und Herz nicht viel, übrig hat. Doch er übt Gnade und gibt sogar zu, daß wir sehr viel an der Bibel habe«. Zwar nichts an absoluten, positiven Werten, denn diese ,' kann nur das gestrenge Wissen bieten, aber doch in eine« Fülle von schätzbaren „Anregungen", so in künstlerisch« und äthettscher Hinsicht, worauf ja schon Goethe hinge-- wiesen (und Herder?), in novellistisch-dichterischer Be- . Ziehung, vor allem ab« für die Anschauungen jb« Religio« Hier «hebt « sich sogar zu dem Lobe fteä viel verschrieenen jüdischen Geistes, sagt den Jude» einige sehr hüb» . sche Arttgketten und spricht von viele« „ewigen imoeti». lierbaren Errungenschaften" die „niemals veralten können" nnd dergl. m. Doch was nützen die Komplimente vor» „auserwählte» - .Volk"; was das liebenswürdige Zugeständnis, daß „das; Heil von bien Inden gekomme»'. da ja in einem Atem ’ mit den schärfsten moralischen Pfelle« geschossen wirb? Wenn die Bibel nichts V«läßlicheS und Positives z« bieten hat, was nützt es fürs tägliche Brot' d« hungrige« Menschheit, daß sie anderseits dach eine schöne Täuschung ist, et» Schatzbüchlei» d« Dichtung- Und selbst als bloße. Dichtung; was 4amr sie für hohe» Wert ihaben, wem» . sie, die auf der einen Seite so vortrefflich zum ästhettsche« Empfinden sprechen und mttunt« bis zum Erhabenste» > sich aufschwingen kann, auf bet anderen Seite doch wked« . eine häßliche, abstoßende, mttunt« gar sittlich verweis»' liche Ausgeburt menschlich« Niedrigkeit dar stellt? Wik will und sott es solcherart bet Staat und die ««»Wich» ' Gesellschaft ttr d« -Tat machen, sie — die Bibel — noch werter d« täglich und stündlich «lösung Menschheit als ethisches Normativ ihres Lebens zu über» 4 II Sanfirdtcfel: Chroml» leiULavkk. 14,50 I0>90. Starkes Wldiv- (eder l^u.tO.90« Wetterfest Dox'eder* De by„t$»50 1ÜO. „#vZnfiiäefcIi Doxled» i> extra stark» * 1 \ /13,90 13^0. dta, Wldis!eder 12,90 10,90 B. Cbeneau» Lackkappe. „Original Good-<|g50 year* Weit“, nur echt Boxkalt teils Derby u Ladtkappe s 2 Mädchenu. Knabensiicfel D.R.P. mw Herren- D.R.p.mao9 Condor-Paicnt-Sduiörstiefel WlrdaS^ Ist stets geschnürt! Gleich elegant, wie bequem! 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