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Neue jüdische Presse · 1915-12-03 · Heft 47 (3.12.1915) · p. Seite 5

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
13 (1915)
Issue
Heft 47 (3.12.1915)
Date
1915-12-03
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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W» -a. ic Kankfurtex Zsr«ttttschrs Familienblatt. ,-Ja, Mflx, das null ..ich! Laß mich Dir zur Seite sein als ''treue' .Gefährtin Deines Lebens. .Noch ist nicht die ' Zeit: der. Erfüllung unserer Wünsche., gekommen, aber imrwissenbcide, daß wir zusammengehören, daßwir Freud und Leid zusaninien tragen, wollen." Mit innigem- Händedruck schied Ruth von Leßner nnd ließ ihn als glücklichen Menschen zurück. ' /Nun kamen selige Tage für Leßner. Stundenlang konnte, er ruhen und Zukunftspläne entlverfcn. Älles Schwermütige war aus seinem Innern verschwundenihn beseelte nur der Wille, Großes, . Herr-, liches -zu vollbringen - La las er eines Tages> -daß für nn zu eröffnendes -jüdisches Kriegswaisenheim, in dem Kinder dahingegangener Helden Aufnahme finden sollten, ei» Leiter-gesucht werde-. Die Einweihung sollte Chanuka erfolgen. - Wie ein Fingerzeig vom Himmel erschien ihm diese Veröffentlichung. -Wenn es ihm gelingen wurde,; hier anzukömmen, welch segensreiches Werk könnte er dann hier beginnen! Er setzte sich hin und schrieb an bte - Verwaltung. Geleitet von dem Wünsche, in den Besitz der Stellung zu kommen, schilderte er seinen Lebensgang. Mit kernigen Worten wies er darauf hin, wie sehr, er. gerade für diese Stelle sich geeignet fühlte, verschieg nicht, daß er beabsichtigte, sich mit Ruth zu verehelichein Freudestrahlend zeigte er Schwester Ruth das Inserat. „Und hier, liebste Ruth, ist auch schon meine Veiverbung. Will's Gott, sind wir bald am Ziele." Errötend las Ruth, den Schluß des Briefes. „Du, Kuter, wen» cs denn sein soll, so folge ich Dir. Alles, was ich hier in mir ausgenommen habe, würde ich ja dann verwerten können." Warmen Blickes sah er sie an und erwiderte: „Das iveiß ich, und ich bin gewiß, daß wir die Kinder nnt Liebe und Hingebung zu ordentlichen Menschen erziehen werden. Weißt Du, Liebling, die Freitagabende heutzutage haben viel verloren; hier könnten wir ein echt jüdisches Leben neu aufbauen!" Die freie'Art des Briefes und die vorzüglichen Empfehlungen bewirkten, daß Leßner die Stelle erhielt, und da inzwischen seine Entlassung genehmigt wurde, konnte er sofort die Vorbereitungen Hessen. „ Mit Stäbarzt Menkes hatte Leßner eine längere Unterredung, in der er ihn in alles cinweihtc. Der warmherzige Menschenfreund begegnete mit Interesse seinen Wünschen, und so konnte Leßner nach kurzer Zeit sich mit Ruth Vereinen. Die Hochzeit fand im engsten Familienkreise statt. , Und dann kam Chanuka. . . . Mit Rücksicht ans den Krieg nahm man von jeder Eröfstmngsfeier Abstand. Nur die engere Verwaltung und einige Gönner, waren anwesend. Die Lichter wurden entzündet, und dann sangen die Hellen Kinderstimmen das Moaus zur . . . Die letzten Gäste verließen das Haus. Ruth und Leßner standen mit Andacht vor den Lichtchen. „Siehst Du, Schatz, das Chanukawunder wiederholt sich. Eine Minderheit kämpft gegen die Uebermacht. Zerstampft sollte, ilnser Heimatboden werden, und nun kam das Bunder. I. All das, was uns zugedacht war, ist durch Gottes Fügung über unsere Feinde selbst gekommen. Lau bechajil welau bekoach ki im beruchi omar Haschern. . „Nicht mit Macht und nicht mit Kraft, sondern nur durch meinen Geist, sprichtder Einige." - Charmkatted. fKelo&le: „Moaus Zur“. Dem Fels dlL'Hcils sei Preis und Ehr, Lass't Jubellieder klingen, JDer, stets uns Schutz und Hort und Wehr Ihm wollen Lob wir singe». . Und zünden wir die Lichter au, ' Begehn bas-Ftzst der Weihe, Eiiwringlich mahnt es nns alsdann Au Gottes Huld und Treue. . ,,\y Der kleinen Lichtlein milder Schein - Erweckt in uns'ren Herzen Erinnerung an Not und Pein,; . An Leiden und ai^ Schmerzen Doch stolz erheben wir das Haupt, ' Gedenken wir der Ahnen, i ' Des.Glaubensmutes nicht beraubt Beschützten sie die Fahnen. Sie fürchteten nicht Kampf und Streit Um's Heiligste der Güter, Zu sterben waren sie. bereit ' . , ' Als ihrer Thora Hüter. - '; Dpch Gott der Herr in seiner Gnad°; Wollt-nicht den Tod der Treuen, ' Er-lenkte': gnädig ihre» Pfad, . - - Ließ sie des Siegs sich freuen. ' .. ... Mir Heldenmut und Tapferkeit Wie dazumal die Ahnen Sind Juda's Söhne heut bereit Zum Schutze deutscher- Fahnen. Ist einstmals für diehcil'ge- Lehr Der Väter Blut geflossen. So kämpfen nun.fiir Deutschlands Ehr All mif're jungen Sprossen. --- Biel tapfere Helden stehn im Streit, Wenn wir die Lichtlein züiwen. Die uns aus längstvergang'ner Zeit Der Men Taten künden. Der Herr des Krieges schütze sie, . Mög' siegreich heim sie bringen ' iAoraus Zur, ieschuossi Ihmwollen Preis wir'siugeu. . R. M. Israel. Ued Jakob war allein. Den weiten Himmel, die weite Erde umspannte die große Nacht_ Und Finsternis lag um Jakob tnid bedeckte seine Seele. Da plötzlich im Rücken, von-hinten Jakobs strahlet ein Licht. Ein großes, helles Licht strahlet, flutet. umstrahlet, umflutet,, nmdränget Jakob. Und Jakob schließt die Augen. Und er droht - zu versinken und zu - - zergehen und zu vergehen. \. Doch die reine Seele vergehet nicht. Sie widersteht. Und fanget Feuer und Licht Und Helle nmdrüugt HeUe. Und Helle umdrängt Helle. Sie dränget zurück und dränget und treibt. Und Licht kämpft mit Licht. Und es flutet und dränget und treibt und kämpft. Bis der Morgen beginnet, .und Gottes klare siegreiche Sonne den Sieg verkündet. So ward Israel. Je hu da bcn .Gerson. f Ronnefeldt’sThee s 1 - Thce-Jrmport Ronnefeldt.Frankfurt*M. M- Kauft «ad Literatur. Die zehn Gebote. Auszug ans der „Ethik in der Volksschule" von Herrn. Pfeifer, Schuldirektor in Leipzig. 164 Seiten. Mk. 2.50, geb. Mk. 3.30. Leipzig, Dürr'sche Buchhandlung. -Der Lehrer der christlichen Religion kann der jüdischen Religion keine Gerechtigkeit widerfahren lassen; muß er doch zeigen, daß das Christentum eine höhere Entwicklung, eine Uebertvindung des 'Judentums bedeutet. Das ist verständlich. Trotzdem sollte man verlangen, daß er sich bemühe, die Quelle des Judentums, die Bibel, so. verstehen zu lernen, wie sie deren Träger, die Juden, von jeher verstehen. Denn wir Juden sind es doch, denen die Sprache der Bibel und ihr Geist eigen sind. So würden bei aller Wahrung der christlichen' Interessen die Gcdankenzüge dex Bibel nicht gar zu sehr in das Gegenteil dessen verwandelt werden, wie wir sie, gegen die sie ansgespielt werden, auffassen. _ - .. J Außer dieser allgemeinen Bemerkung liegt keine Veranlassung vor, daß wir in dem Rahmen dieser Zeitung aus den Inhalt des vorliegendes Buches eingehen. Was uns in ihm interessiert,- das ist seine Methodik für die Behandlung der zehn Gebote im Untmwicht,— und wir ' glauben, diese Methodik dürfte auch bei dem jüdischen Religionslehrer Beachtung finden.. ' I c s cf) u r u ». Monatsschrift für Lehre : und Leben im Judentum. Herausgeber: Dr. J-. Wohlgemuth. 2. Jahrg., 10. Heft. ' . ■ Inhalt: . Optimistische und pessimistische. Weltanschauung (I. Unna) —Biblische Motive in Goethes Faust (L. Deutschländer) dlbraham Berliners-wissenschaftliche Bedeutung (S. Eppenstcin). Leutnant - Sender. Blätter der Erinnerung für seine Freunde. Aus 'seinen Feldpostbriefen zusammengestellt von Dr. M. S pan i e r. 80 Seiten. Hamburg, M. Gloga» . jr. . Ein prächtiger und tüchtiger Mensch, auf den -wir - Juden stolz, sein dürfen. Schade aber, daß all' die hervorragenden Charakter--, und Geistesgaben dieses Lehrers an der Jüd. Lehrer-Bildungsanstalt in Berlin, dessen Aufgabe die Erziehung j.ü d i sch e r Lehrer war, nicht dem Judentum dienten. Wo warenaber auch bei ihm diejüdischen Samen gelegt worden? Wer hatte es sich abgelegen sein lassen, in das Herz dieses für alles Gute uni» Schöne 9. begeisterungsjähigen Menschen Interesse und Verständnis füL.jüdische. Ideale, zn,pflanzen? In dem Israel. Seminar ,, zu Münster ist nach dieser Richtung anscheinend kaum etwas geschehet Dr. Spanier, der Herausgeber des vorliegenden Büchlein - war damals sein Direktor, — und Dr- Spanier benutzte, wie wir in dem Büchlein lesen,, die Freitagabende, diese weihevollen, dem Judentum gewidmeten Freitagabendstunden, um „den Sinn für dix, Herrlichkeit deutscher Art und Kunst, in Bild und Schrifttum zu wecken". In dieser Hinsicht ist es auch charakteristisch, ' daß Dr. Gutmann, sein Vorgesetzter Direktor an der Jüd-" Lehrerbildungsanstalt in Berlin, in seinem Nachruf van. dem Juden Sender kein Wort sagt. Hier liegt, doch eine sehr wunde Stelle, die des 2tach--H üenkens wert ist. Sender war Atheist in seiner religiösen Anschauung und antinational in seinem Verhältnis zur jüdi schen Gesamtheit — und trotzdem ein jüdischer Lehrer. I Offenbaeher Praeklnft- A nlayl IOffanbaoh».HL Telefon 123. (AnschlussmitFrankfort).» ■.Bewährteste TapplBbrsintomig (100,000 qm jährlich)» ■sowie unQbertroHena Bqttann. Battfaaarnrelnl-1 Lb gong mittelst Druckluft und Wasserdampt Woche»-Sale«der. (Zeitangaben nach dem l-osch.) Samstags den 4. Dezember (-- 27. Lislsw.s Sabbat-Anfang in Frankfurt a. M. 4 Uhr — Min. Sabbat-AuSgang in Frarckfnrt a. M. 5 Uhr 15 Mia. in Berlin 4 Uhr 47 Min. Wochenabschnitt: Mikeiz. — Pharaos Traum Die Hungersnot. Die Brüder bei Joses. Recht zeitgeinäß muten die Vorschläge au, die Joses dem Pharao im Hinblick auf die kommenden Jahre der Hungersnot „Nichte: Verbot der Aussilhrung von Getreide aus Egypten, das ja der Kornspeicher für die benachbarten Länder war. Der Verkauf von Getreide nur an Pharao, also an die Regierung, die das Getreide in den einzelnen Städtenaufspeichert. Eine Zwangsnaturalsteuer von 20»'« des Getreides in den Jahre« der Fülle» durch die der eigentliche Stock dieser Speicherhäuser gebildet wird. Wir müssen uns natürlich alles in bedeutend bescheidenerem Umfange und ohne die Hilfsmittel von heute denken. Damals war es, um Mißbrauch vorzubeugen, notwendig» daß ein Mann den Verkauf leitete und jeder Familienväter selber erschien. Sonst hätte es Jakob wahrlich nicht tiötig gehabt, seine zehn Söhne zu schicken: ein Teil der Söhne hätte genügt. Schön menschlich ist es, daß auch dom- Ausländer ohne weiteres verkauft wurde. Schabbos Chanuka und Einsegnung des nächsten Monats (Rausch-Chaudesch: Dienstag,. 30. Kislew, Misi- ' woch, 1. Tewes). Wochengottesdienst in Frankfurt a. M. Morgens: 7 Uhr in de» meisten Synagogens V/s Uhr Hauptsynagoge und Königsteinerstraße). und Königstmnerstraße). Abends: 4 Uhr in den meisten Synagogen. (Hanptsynagoge - 4 Uhr, Künigsteinerstr. 7 Uhr!.) > Eingesandt. In dem Verzeichnis der jüdischen Ritter des Eisernen Kreuzes 1. Klasse ist Nr. 7 Ludwig Levyen. Mümhen (früher Frankfurt a. M-, in Firma * Paul Lange & Co.) mit Nr. 8 Ludwig Levy, Segeberg '-7 identisch!» Der Herr hat aus. mir nicht-bekannten Gründen seinem x Familiennamen jetzt eine Silbe ängehängt. - £. , Speirde». [ 3. Ausweis. i Dr. Jakob Möller-Spende für die i Tachke moni-Schule. L. Abraham, Hamburg 5.— Mk.; durch Frau -E. E- - Bing, Hamburg, von Hammerschmidt 5.— Mk., von Ludwig Mainz 10.— Mk.: G. Cahn, Mtona 10.— Mk.; Emil David, Hamburg 10.— Mk.; Rabbiner Duckeß, Altoiia., 5.— Mk.; Mar Gorski, Nürnberg 3.— Mk.; Iwan j Grüner, Altona 10.— Mk.; Hermann Gumperts, Hamburg V 10.— Mk.; Gruppe „Misrachi" Wien 50.—. Kr.; Dr. M. Levi,- Altona 25.— Mk.: Heinr. Mayer, Prenzlan - 5.— Mk.; durch Alex Möller.Altona von dem Ernj.-Zng Landst.-Ers.-Bat. Jns.-Reg. 2/31 15.- Mk.; Jnl. Ren- /mann» Altona 10.— Mk.; N.. N.» Hamburg 10.— Mk-^ D. Roseichawn, Hamburg 10.— Mk.; S. Seinfeld, Aliona" 20.— Mk.; Jacob Wagner und Frau, Berlin. 10.— Mk- - . Außerdem beim Frkf. Jsr. Familienblatt eingegangxn: Arthur'Meyer, Gelnhausen 5.— Mk,; Berichtigung: statt Rudolf Möller 25.— Mkmuß es heißen Leo' Mainz und.Frau, Frankfurt a. M. 25.— Mk. ■ Bei der Rationalsondskommission (I. .Hei- - mann, Zeit 21) gingen ein: . I Spenden buch. '!: Nathan Sondheimer und Frau 10. Novbr. (3 Kis--! lev) 1015 50.— Mk.; Telegrmnm 1.— Mk. Büchsenleernng. 1 Bruno Strauß 1.70 Mk.; Hotel Ries 1.15 Mk.; 1 Reininger 1,— Mk. i Beim Frkf. Jsr. Familienblatt gingen ein: v P alä stin a - H i l ss a kti on. - j David Tachruer und Frau gratulieren Dr. Tzainetz » imb jjrmi znm Sohn 1.— Mk 1 -—.-.Jüd. Nationalfonds. . .. -'-Hermann Erteschik-Perlin, z. Zt. Franksurt aus.Anläße des neu gewonnenen Mitglieds Berthold Steiner 2.— Mk-'- - ' - - . I ■

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