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Neue jüdische Presse · 1915-10-19 · Heft 42 (19.10.1915) · p. Seite 5

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
13 (1915)
Issue
Heft 42 (19.10.1915)
Date
1915-10-19
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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lMMD HlUDeMytt. Leit« 5. ^AarDanür^-KcM WWhl ^n .W» um Ockvi . ,tzeMr^1«p--Mrge^rkAh MM;7Crz braucht es gar nicht zu wissen." « ,\? .. r/t^yjMiite.-.Dir ^Jenny, und werde. Deinen Rqt§ 6cflälgetuV: v" r'rX' '-vif.',.... .- ] ■ -der >/ Nacht " schlief .Jenny,, wenig. Sie . dachte angestrengt nach, uich als sie zu einM festenEntschluß gelommew.war, -kan» endlichder Schlummer- ^i "... Äls Frau Guri andern Morgens das Haus „verlassen, hatte, ging JeMyin das Schlafzimmer ihres VetterS, der feftschlief. Es fiel ihr -schwer, ihnzu/ wecken,sie betrachtete ihn eine.,Weile nntlei-ig,. aber' schließlich ergriff -sie seine/. Hand" und sagte:. ,Karl Künter>" . >. . v/ .v- ’’ ' J,_.// . ' Er erwachte und sah seine Cousine verwundert..an, ' dann aber . richtete er sich auf „Jenny, ist etwas passiert, , was wlllst Du?" , . „Sei ruhig Karl Günter, ich wollte nur etwas mit Dir besprechen, solange, wir allein sind.' Lies den den jBrief, den, mir Äenni geschrieben hat." ./- './Und sie reichte ihm das Schreiben, das sie von dem ungünstigen Stand des Geschäftes-unterrichtete. Als er. gelesen hatte, sagte - sie nillleidig: „Ich hätte Dir das gerne erspart, lieber Junge, aber ich weiß nicht, was-Deine Mutter Dir für Utopien in den Kopf setzt, deshalb muß ich Dich unterrichten. Diesen Brief hat Aenni ja auch'eigentlich für Dich geschrieben." „Jenny, ich kenne meine Pflicht und fühle die Kraft in mir> -mich ins Leben zu stürzen. Ich glaube nicht, daß ich mit meiner Mutter hier über alles reden werde, aber ich fahre, mit ihr nach Hause." Jenny sah ihn mit Wohlgefallen an und erwiederte: „Karl.-Günter, das wirst Du keinesfalls tun. Ich . verlasse Dich jetzt, schlafe noch Dein Pensum. Du wirst aber nicht vor neun Uhr unten erscheinendann wirst Du Demer Mutter gegenüber ruhiges Blut haben. Du darfst ihr unter keinen. Umständen Vorwürfe machen, dazu hast Du als-Sohn kein Recht." Doktor Mehler kam der Frau Gini mit angelegten Tefillin entgegen. „Entschuldigen Sie Frau/ Kurz, so früh ertvqrte ich sonst keinen Besuch. Womit kann ich Ihnen dienen?" 7 „Herr Doktor, ich möchte Sic um etwas befragen, Ihren! Rat erbitten, ohne Vorwissen meines Sohnes." Sie trug ihr Anliegen vor und vernahm nun vom Arzt? -,Karl^ Günter würde immer ein Mensch mit —' wie es der Volksmund nennt — zarter Brust sein. Wmr-seine /Organe-sind im großen Ganzen zuftiedenstellerck; ünd Lei geeigneter Lebensweise wird er gesund, sogar'-'kräftig sein. Er darf sich intensiv beschäftigen, »uw so kann man ihm das Studium nicht verbieten, westu er Neigrmg dazu hat. Zum anstrengenden ärztlichen Beruf rate ich-auf keinen Fall. Lassen Sie ihn ruhig noch' bis in den Herbst hinein hier, und dann mag/ er, wenn dies sein Wimsch ist, sich zum Wintersemester immatrikulieren lassen." 'Sie erhob sich strahlend. „Ich danke Ihnen von Herzen, Herr Doktor, wie wird /sich mein Mann, »vie wird/sich Karl Günter freuen. Grüßen Sic mir Ihre liebe Frau." - '' Und sie eilte heim. Jenny war mit dem Kaffeetisch beschäftigt, Karl Günter noch ll» seinem Zimmer. Mortsetzung .felgt.) TEE-SCHMIDT c,73o KEVS KBAKB.9Q« T«L Hansa 1186. Nr.12 Sondu-PekoP-Congo-Miachg. Mk.4.40 „ 7 Ceylon-0 range-Peckoe „ 3.40. Java-Brnch-Toe . . Mk. 2.80,2.70,3.20 / Kakao Soma Hk. 2 40, 8.—, 8X0. . Mntterherz! ©inej. Mutter gewidmet von Ojod-Emef. .. . „Schöner bist Du als gewöhnliche Men- ... scheu, Liebreiz ist gegossen auf .Deine Lippen, darum hat Dich Mott für ewig - zu sich genommen." > . „Wie Morgenlicht gehe Dir die. Sonne auf, ein Morgen, wolkenlos.^ ' ' //.Oh dieses Mutterherz! -Dieses wunderbare, rätselhaft^, und me zü täuschende Ding. - Daß alles, was das Mutterherz unausgesprochen sagt, sich immer bewahrhellet. . ... / .chMM dellkt/darüber vorher nicht »rach, spricht darüher lmithriemartdem. Nur Plötzlich; in schlaflosen Nächten wird/mänsichs bewußt.- Man -weiß »licht »voher-- nian weMuicht. warum, mau ahnt nur etwas. Aber was ein/Muttcrherz/.ahnt, Grifft immer ein. U»»d schwere. -»rmwf^ba^>MEropfen---Eränen>--di«--.eiw«StüA-Leben.!;M»Dttwint das Muttz^Mj.-» DochMiemandj weißhdatson." ist's, MW Sas: AMAwr Mutter '»Nit /dieser MNßhAt ahnk^r^ *■£*&*.*> * 3* ' f : Meers der' Ewigkeit zugesteuert^tvird^'' wenw sie, die Mutter, einem Kinde für immer üntergeht, oder wenn das Leben von ihr etwas fordert, wenn ihr'Kind — das höchste Gut der Mutter — in seiner Blüte von ihrweggerisfen »oird, hinüber in die in aller Schönheit leuchtende Welt. -Sie känkpfen, sie bluten, aber sie jammern glicht, diese Mutterherzen. - u: Mtrsich wird sie ja fertig. Ihr'würde das Scheide» von der Welt« nicht allzu schwer fallen. Sie würde alles zurÄcklassen können. Nur den Gedmiken, sich von ihrem: Kirtde zu trennen; kann - sie nicht überwinden. Bon allem, nur von ihrem Kinde kann sie sich nicht lebend trennen. Und trotzdem bleibt sie ruhig. Sie nimmt es zum letztenmal in ihre Arme, drückt es an ihre Brust./' Sie läßt sich die Lieder, die sie ihr -, Kind"gelehrt hat, nochmals Vorsingen. Diese Lieder will sie vor ihrem ewigen, schönsten Schlaf hören. Mit diesen Liedern will sie einschlafen. Hat eine Mutter., in einer schlaflosen Nacht das Schleifen einer Sense, das ihrem Kinde bestimmt sein soll, vernommen, dann sitzt sie »vie eine- Vogelmuttex, die ihre Jungen ruft. Irgendwo wird ein Bogen gespannt. Ein Pfeil durchzuckt die Luft. Sie hält ihre»» Atem an, zieht ihre Flügel ein und ruft nicht mehr. Sie weint nicht. Sie jammert nicht. Sie hat's ja geahnt, und im lleinen Zimmerchen, beiin sinkendem Strahl des Tagsterns — in tiefstem Kämmerlein . — allein mit sich abgemacht. Es »veiß niemand etwas davon. Nur etwas Schweres hat sich vom dunkelnden Abend ^auf ihr Gesicht gelegt. Sie sitzt ruhig und hört die Lieder ihres Kindes, die ihr von fern die Winde »vehn. Die hört sie immer. Sie klingen ihr immer so rein, 'so echt. Sie Umren aus der Seele gesungen. Ich habe zwei solche Mutterhcrzen gesehen. Ich will's erzählen. i>ln einem. Freitagabend nach der Mahlzeit ist's. Die ganze Familie gibt sich dem Wohlbehagkn der Sabbatruhe hin. Die Geschwister lesen. Mein Bruder und ich, imr sitzen am Ofen u»»d erzählen dem Vater, >Ms wir in der Schule» gelernt haben. Mein Bruder ist, elf, ich bin sieben Jahre alt. Die Mutter sitzt noch am Tisch; sie hustet leise und/blickt mit ihren so lieben, aber schon eingefallenen Augen in die flackernden Sabbatlichter, die im Begriffe sind, auszugehen. - „Koninr her mein Sohn, sage mir die Haftoroh vor" spricht sie mit schwacher Sll"ime zi» meinem Bruder. \ Nach einigem Zögern, während von einem andren das 7 Chumesch geholt und aufgeschlagen worden war, setzt er sich neben die Mutter und fängt an, Mastir zu. leinen. » Deutlich, mit der richtigen Betonung, trägt er die Worte des Propheten vor. Wir hören alle zu. Als . er fertig ist, gibt sie ihm einen Kuß auf die Stirn, drückt ihn an ihr Herz. „Wer »veiß, mein Sohn, ob ich Djch. zw Deiner Kar Mizwoh Maftir leinen hör" sagt sie,,, und ztvei Tränen drängen sich an ihre Mmpern. Die ganze Familie fängt air zu toeinen, »mr ich bleibe ruhig. Was ist beim auch zu »oeinen, wenn die Haftoroh geleint tvird und dazu noch so schön? Nach einem Jahr, an einem kalten Freitagabend, zu der Zeit, als die Frauen ihre .Sabbatlichter anzünden, geht' das Licht unsrer Mutter aus. Lange Jahre sind seitdem verflossen. Man wird in der großen Welt herui»»getrieben. SÄ>erabend ist's. 'Ich besinde »nich in einem fremden-und doch nicht fremden Hause. Man kommt von Schul. Eine Mutter benscht ihre»» Sohn, der Sohn küßt -seine Mütter. Ich empfinde noch mehr als sonst, daß »mir etwas, daß mir jemand fehlt. Du glücklicher Sohn, Du kannst Deine Mutter lieben, kannst Dich von Deiner Mutter benschen lassen. Ich . . wie lange, schon nicht mehr . . . uild auch nie, nie' mehr. . . . Dies war vor einem Jahr. Inzwischen bricht der Krieg , aus. „Es braust ein Ruf >me üDonnerhall, .Wie Schwertgellirr und Mogenprall" - und Deutschlands Söhne ziehen »nutig ins Feld. Auch jener Sohn-zieht hinaus, :den»r <■.—7/,-. .'^Den 'Jüngling reißt es fort mit St»»rmeswehn, . , Fürs Vaterland-i,l. Kämpf »u»d Tod zu g«hn." -! ^. Mrbrückerr ihm die Haitd^ . . Ans Medersehn. . . M^Wiedersehn. . . Es ist. wieder Sederabeich. Eine Mutier entzündet die Lichter, erhebt segnend ihre Hände, als müßte jetzt jemand kommen, sich von ihr benschen lassen. . . ..Sie- . wartet noch einen Augenblick, dann fährr sie leise zu» sammen. Sie erinnert sich, daß . . . er nie mehr »nieder kommt, daß ... sie ^ihn nie »nehr benschen wird, und zwei Tränen »vischt sie sich leise, unbemerkt aus ihren Augen. Jetzt verstehe ich diese und auch jene Muttertränen, ihr. armen, reichen Mütter! - F. SAINT-DENIS. ALLE REPARATUREN an, UHREN Gold und Sllbarwaran, Brillen and Zwlckar. Eingesandt. Das „Consistoire Central des Jsrasli-/ tes de France" hat eineir Aufruj a>» die Juden der neutralen Ländern gerichtet, in welchem es diese auffordert, die Sache des Merverbandes zu fördern. Die tatsächlichen Angaben dieses Aufrufs sind wahrheitswidrig, seine Schlußfolgerungen schon deshalb verfehlt. Mr wiirden uns mit diesem Machwerk ebensowenig zu . befassen haben, »vie mit ähnlichen von französischen Ge- 7 meinschaften -anderer Glaubensbekenntnisse herrührenden. meint Vicht in Tageblättern behauptet worden »väre, daß, die Versen d"n n g dieses Aufrufs von der Pariser Zen- ' t» Ölleitung der „Alliance Jsraelite Universelle" ansgegangen sei. Da wir seit Kriegsbeginn selbstverständlich außer jeder, Beziehung zu der Zentralleitung der Alliance stehen> können «wir nur auf Umwegen eine Feststellung des Sachverhalts vornehmen. Einstwellen können wir nicht glan- , ben, daß die Zentrale einer Bereinigung, die lediglich ' gemeinnützige Zwecke zu verfolgen, »irrt Politik aber nicht 7 das allergeringste zu tu»r hat, in schiocrer Verletzung der / satzungsmäßigen Vorschriften, unsere gemeiimiitzige internationale Gesellschaft den politischen Zwecken eines ein- Seinen Landes dienstbar zu machen versucht habe»» sollte. Wenn aber -unsere Ermittelungen ergeben sollten, daß wider Mes Erioarten deimoch dies geschehen sei, so würden > wirselbstverständlich als deutsche Juden die Beziehungen, zu der Zentralleit»»ng der „Alliance Jsraelite Universelle"/ niemals wieder anfnehmen. Für jeden» der das Verhalten der deutschen Juden seit Ausbruch des Krieges objektiv beobachtet hat, bedarf es übrigens keiner Erivähnung, daßdas. Interesse der deutschen Inden völlig eins ist »int. - dem Interesse unseres geliebten deutschen Vaterlandes. Der Vorstand der Freien Organisationr der „Miance Jsraelite Universelle". Herr Jacob Rosen hei in teilt uns hinsichtlich des Besuches von „Agudas Jisroel"-Borstandsmitgliedern in - Warschau mit: 1. Die Behauptung, daß »vir die Leiter der Wars schauer Gemeinde vollständig ignoriert hätten, iit unrichtig. . Wir hatten zwar keine Beranlassimg, gerade diesemgänzlich -der Assimilation verfallenen Herrn besonders zir Hub-// digen, indeß haben einige Mitglieder unserer Delegation der Höflichkeitspflicht, die erwähnten Vertreter der Ge- ' nieinde zu -besuchen, wiederholt entsprachen. 2. Wir haben «uns auf die Anssprache mit den chassrn dischen Herren nicht beschränkt. Vielmehr haben wir eine' Anzahl zionistischer Herren eingehend gesprochen und uns von ihnen über die Stimmungen und Wünsche sowohl , hinsichtlich der Nationalitätenfrage als der --Arbeiterallgelegenheiten informieren lassen. 7 - Offizielle Beratungen mit den verschiedenen Gruppeir; der Bevölkerung abznhalten, war uns bei der kurze»» Zeit. ' nicht möglich, «und »vir »mrßten uns Bei diesem ersten Besuche darauf beschränken, diejenigen'zu hören, die uns mit ihrem Besuche beehrten. 77 Die Notiz im Feuilleton des Abendblattes der ^Frankfurter Zeitung" vom 26. ds. Mts. über die kaukafi-- sche Fürstenfamilie Bägration ist dalsin zu berichtigen, daß von einer Ueberlieserung bis Tiglnt Pikeser schon aus dem Grunde nicht die Rede sein kann," »veil der Name dieses großen Eroberers in der ganze»» alten Literatur mit Ausnahme der Bücher der Könige (Schräder K. A. T.), nicht vorkomint, also auch nicht in den grusischen Chroniken vorhanden ist, vielmehr bis zn deir neueste»» Ausgrabungen in Ninive verschollen »var. Richtig dagegen »st der auch in das Lexikon iibergegangene Bericht, baß die Fanrilie ihren Ursprung auf eine»» Edlen von Jerusalem znrückführt mit Namen Scham- 77; huth (ein..solcher siudet sich!. Chronik, 27,10 von einem-/-" Beamten Salomo's) ben Bagrat, den der König 2i/ebnchadirezär bei Eroberung Jarusalems an seinen Has- »rah»»' .und «als Gouverneur von Grusie»» einfetzte. Mit der Familie David's besteht kein Zusammenhang. Nachdem Fälle Babels nahm Schamhuth den Königstilek an und seine Nachkommen herrschten als Juden 400 Jahre, i bis das Land an die Parther kam. -7--^^. Die zehn Stämme wurden viel weiter nach Oswn ii» das mlwische Hochgebirge verseht. Die Afghane»» fiihrcn.7W »roch heute ihre Abstamurung auf dieselben zurück, aber / .X Nachkommen David's gab es bei ihnen nicht, die Tiglat Pileser hätte mitsiihren können, denn dieser stand mit. . Ach a s, dem Könige hon Juda, aus Friedenssntz »ind half ihm gcgcn R e z i u, den Mnig von Damaskus, und -.7 Pekach von Israel, dessen Reich er übrigens unberührtst-/ (Schciyron) ver>»tzte-

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