Mannheim
Compact Memory

Neue jüdische Presse · 1915-08-06 · Heft 30 (6.8.1915) · p. Seite 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Neue jüdische Presse
Volume
13 (1915)
Issue
Heft 30 (6.8.1915)
Date
1915-08-06
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2692297-2692924-2692953--09088-2704269
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. 30. Frankfurter Israelitisches Familienblatt. Ente 5 Sie rissen von ■ der Seite uns das Schwert Sie Tjieftm uns nicht mehr des Pfluges wert. Wir sollten nicht von unsrer Armut lebe». Hausieren, handeln, wuchern sollt das Volk Dein einst im eignen Lande ward das Wold Zum Schmuck des Gotteshauses hingegeben. Die einst uns drängten sind schon längst nicht mehr. Zerschmettert liegt der Römer stolzes Heer Schutt deckt der Götter .Haine und Altäre Doch Juda steht in ewig gleicher Kraft, Ani Pfluge wieder seine Jugend schafft. Und an der Hüfte klirrt die Wehre. Robert L o e w e n t h a t,*) Breslau. gegr. Ko. O.jDeutgohoJNational-Mischang £No. 3».^Teesptts. M-ti.50. No. 3. Wedeln Ajssam-PeckOe-Mlsch.M. 3.20. No. 30. TeegrussU.1.80. Eakao Soma Mk. 2.40, 3 —. NTxWv Bunte Chronik. Brot und Friede.; Brot und Friede! Das notwendigste materielle Lebensbedürfnis und der kostbarste geistige Besitz. Warum haben mir ihren wahre», ihre» hohe» und ihre» 'tiefen Wert nicht früher erkannt, als bis die rauhe mnbarmherzige Hand des Krieges uns dahin führte? Wer dachte daran, Brot zu spare»? Nach vollendeter Mahlzeit lagen an jedem. 'Teller ein oder mehrere Brotrcste. Was geschah damit;? Sie verschwanden in der Küche, meistens, ohne noch 'irgeudtvie benützt zu iverdcn. gaum konnte man wagen, einem Armen ein Stück Brot zu geben; er sah die Gabe groß und ohne Dank an, und nicht selten fand man sie auf der 'Treppe und vor der Türe znrückgelassen. *) Der Dichter fiel jüngst i>n Osten. . Bei dem Bäcker gab es. die mannigfaltigste Auswahl von leckeren Brötchen; die Wahl wurde schwer, welcher Forur und welchem Geschmack man den Vorzug geben solle. Und heute? Heute hat man 'gelernt, sich mit schwarzem, rauhem Brot zu genügen und auch dieses möglichst zu sparen und zu schonen und all die feinen Erzeugnisse der Bäckerkuust zu entbehren. Mit deutscher Organisation lourden die wirtschaftlichen Kriegsmaßrcgeln eingefiihrt Und mit deutscher Disziplin durchgesuhrt. So selbstverständlich wie die Soldaten iiis Feld zogen, so selbstverständlich wurden alle Notwendigkeiten fürs Privatleben ins Werk gesetzt. Der Friede! „Holder Friede, süße Eintracht", können wir ihn schöner besingen, als es unser unsterblicher Dichter in seiner unsterblichen Glocke tat? Wer hat ihn aber, so lange er bestanden, zu würdigen gewußt? Gedankenlos und ohne Dank ließ man das' Füllhorn seiner rcicheit Gaben über sich ergießen und nahm sie hin, wie wenn das nur so und nicht anders sein könnte. Kunst und Kunstgewerbe, Handel und Industrie, Schule und Wissenschaft, alles gedieh, alles blühte empor, alles entfaltete sich. Empfand man dies Glück? War man sich dessen bewußt? Nein! Man genoß es nur, genoß es in vollen Zügen, genoß es blindlings. 4tur unsere Feinde bemerkten unsere idealen, tadellosen Zustände. Bemerkten sic, um sie zu zerstören! Um die Ursache all dieses Glückes, uni unseren dreinndvierzigjährigen. heiligen Frieden in seinen Grundvestcn zu erschüttern. In diese Betrachtung mischt sich ein ehrfnrchtvolles Gefühl, das sich seine Berechtigung aus dem Judentum holt. In grauer Vorzeit, als unfern Vorfahren die Gesetze gegeben wurden, war eines davon, vor jeder Mahlzeit ein Stückchen Brot zu essen und damit den Segensspruch zu verbinden: „Gelobt seist Du, Ewiger unser Gott, der das Brot aus der Erde hervorgebracht hat." Die jüdische Religion wußte also den Wert des Brotes als die Grundlage jeder Nahrung zu schätzen, und ordnete an, bei jedem Speisegenuß Gott dafür zu danken. Und auch der Friede wird durch die jüdische Religion hochgehalten, obwohl die Bibel von zahlreichen Kriege» erzählt. Mer der Friede wurde als' höchstes irdisches Glück empfunden. „Scholom alechcm", war der Gruß des cintretenden Gastes „Friede sei Niit Dir." 'Und: „Alechem scholom", „Mit Dir sei Friede", die Antwort des Angeredeten. Der Priestersegen, der auch von anderen Konfessionen ausgenommen wurde, endigt mit dem Wunsche: „Der Herr wende Dir sein Antlitz zu und gebe Dir Frieden." Das Judentum nmßte schon in früher Vorzeit Brot und Friede zu schätzen, und viele, die das Leben dem Judentum entfremdet hat, fühlen ein kindliches Heimweh, wenn ihnen in einem frommen Hanse oder..im Gottesdienst, den sie einmal besuchen, die patriachalischcn Segensfprüche ans Ohr tönen. Stella Rothschild-Schott. Aus der .Schilderung eines ans der russischen Gefangenschaft entkommenen österreichischen Wachtmeisters sei hier folgende Stelle wiedergcgeben: Diese Reise belehrte mich» wie die Juden ihre kleine» Pferde behandeln und wie sie ohne Zuhilfenahme einer Peitsche alle Hindernisse der Straße bewältigen. 'Bor einer starken Steigung ließen sie immer halten und gönnten den armen Tieren eine kurze Ruhepause, dann holten sie ails dem Hinterteil des Wagens eine Handvoll Heu und ließen die Pferde fressen; manchmal auch aus einci» mitgeführtcn Eimer trinken. Dann aber feuerten sic die Tiere an, mit Ucberredung und Gestikulationen und rannten vorwärts, indem sie an ihren armseligen Stricken mitzogen, — und immer nahmen die kleinen Pferdchen die Berge und Hügel glattivegs. Am 26. Juli war der hundertjährige Geburtstag des genialen medizinischen Gelehrten Robert Remak. Llus persönliche Verwendung Alexander von Humboldts beim König wurde er 1847 als erster Jude in den Lehrkörper der Berliner Universität anfgenoinineu. Trotz seiner bedeutenden wissenschaftlichen Leistungen konnte er jedoch als Jude kein Ordinariat erlangen, und so starb er, verbittert durch materielle Sorgen, bereits im . Alter von 50 Jahren. Reinak sind u. a. die Entdeckung des Achsenzylinders, die Anlvendnng des konstanten Stromes bei Nervenkrankheiten und die Entdeckung der seinen Namen führenden Nervenfasern zn verdanken. Drexel-Lichtsplele I Zell-Lichtspiele Gr. Friedbergerstrasse 18/20 I Zcil 112, neben der Hauptpost. Ab Heute, für nur 3 Tage spielt: Der gewaltigste Kriegsschlager der Gegenwart! Mit AUelu-Erstauffübrnngsrecht für Frankfurt! Wenn die Heimat ruft! Ein zeitgemässes Kriegs* und Heldendrama in 3 Akten. Die Heldin dieses herrlichen Sitten Dramas verlässt aus allzugrosser Liebe zu ihrem Vaterland ihren Gatten und ihr Kind. Die Krankheit ihres einzigen Lieblings führt die junge Frau zurück. Die Gattenu. Kindesliebe siegt über die Heimatliebe. Die tiefergreifenden Vorgänge und packenden Handlungen stempeln diesen Film zu einem hoch nie gezeigten'Meisterwerk, das sich ein jeder ansehen sollte. Es dfirfts somit dieses Ereignis wiederum ber ech tigtesAufsehen erregen. Das beispiellose Schlager-Beiprogramm, das neben Dramen, Humoresken auch die neuesten Ereignisse von den Kriegsschauplätzen zeigt, sowie ein grosses Sitten-Drama in 3 Akten ata Extra-Einlage, vervollständigen den unterhaltenden Spielplan. - Erstklassige Künstlerkapelle. —— Christof 1© - Sackreuter Schillerplatz 5 u. 7 C n atSo IS4Ö4 - Geschenke für Verlobung, OpeZIallial. Hochzeit, Konfirmation. in STOsser Auswahl und allen Ppeislagen. Clemens Kahn Olasermebter Rechneigrabenstrasse 10. Reparaturen n. Neubau. Werkstätte. Einrahmen t. Bildern etc. Billigste Preise. ieifenp ulver Ztr. 25 M„ 100 Pak, 12 M., tPak. 15 Pf. Joseph Hess, Allerheiligenstr. 78 Tel. Hansa 3262. Liebten. Seifengeschäft, Bürsten und Besen. s= Uronen-Srogerisvon G-eyer dl3 Müller Kronprinzenstr. 33 Frankfurt a. H. Elbestr. 13. Drogen Chemikalien .*. VerbandstoffeParfümerien Vertrieb pharmazeutischer und technischer Spezialitäten . En gros .. : — Telephon 3656. -- —- En ddtaü. Gardinen Reste, angestaubte und einzelne Fenster sehr billig. Bamberger Gardinenbans Zeit 81, 1. Conrad Xtldebraud Ban« nnd Kanalban-Artikel. Spezialität: Fussbodeno. Wandplatten. Frankfurt a. ». Büro u. Lager: Mainzerldstr. 229. Telefon Hansa 6964 u. 6965. ■ögle’s ßettfedera-Rei&igungs-jtasialt Strohsicka- und Katratzon - Stopporei gegr, 1848. TeL Körner 6542. befindet sich Alte Mainsergasse46. Spreu kür Kindersäcke dortseihst zu haben. Heinr. Kertell, Borg wag Mo* 17» Lieferant für das israel. Gemeindehospital. Schreinerei mit Dampfbetrieb für Ban and Möbel. Ladeneinrichtungen, Treppenbau. Malero. VelssblndergesehStt vorm. C. Wissenbach Frankfurt«. Zimmerweg 11 Telefon Amt Tamms 416. Bilder-Ra Innung Spiegel- und Fensterglas Ghlaserel liluls. Yilbelerstr. 27. Tel. Hansa 2483. Durchaus tüchtige, streng relig. Erzieherin, befähigt Schulaufgaben bis Tertia zu beaufaicht, z. bald. Eintritt nach Berlin ges. Bewerbungen mitGehaltsansprüchen unt. D. 1185 bef. Bndolf Messe, Berlin, Rosenthaleratr. 48. Tüchtige Köchin gesucht für relig. Haushalt in Berlin Hausmädchen vorhanden. Gehalt 35—40Mk. Off. u. K. 1186 befJlndolf Messe, Berlin, Koaenthalerstr. 48. unut gesucht für jungen Mann mit Einj -Freiw.-Berecht. in gross. Geschäft, das Schabbos geschlossen ist Offerte unter M. F. 4 an die Exped. ds Bl. erbeten. Sache Stellung ata Filialleiterin eines Detaiigeschäftes oder ata Lageristin in Engrosgeschäft. Langj. geachäftl. Erfahrung, beste Referenzen. Off. u. 2268 a. d. Exp. ds. BL Gebildete Israelit. Dame, aus Frankreich ausgewiesen, tadelloS Holländisch und französisch sprechend, sucht, weil Manu im Feld, Stelle als Empfangs» Hausdame, Haushälterin. Gesellschafterin od. dergL Paula Huppert. Sei Frau Hirsch, Eiserne Hand 5. Sache znm baldigen Eintritt für mein Manufakturu. Konfektionsgeschäft einen jungen Mann ans guter Familie in die Lehre. Kost n. Logis im Hause. Samstags geschlossen. Handelsschule am Platze. David Schloss, Tatiberbischofsheim. für Metzgerei und Wurstlerei per 1. August gesucht. Hermann Frank» Mannheim, Q. 1, 10. Alleinstehende Dame aus erster Familie sucht wegen Ableben ihres Mannes volle Pensum in ruhigem guten Hanse. Offerten unter 227L an die Exped. dss. BL _ Snt mobL Ammer mit oder ohne Pension in gutem religiösen Hause zu vermieten. Offerten und 2274 an die Exped. d. BL gesucht. Gelegenheit, sich in der Schuhmachereiweckerauszubild. Schudmachermstr I— Lewy, Gedern lOberheffens. Religiöse unabhängige Fron sucht Stelle in ftauenlosem Haushalt. Offert. unL 227» an die Exp, d. BL_ 3sr. perj. Köchin sucht Stelle, geht auch zur Aushilfe. Offert, unt. 2271 an die Exped d. Bl._ Herr oder Dame kann an rttm gut. guttag- und Abontttimct» teilnehmen. Langestrasae 30, 1._ Tüchtiges findet gute Stellung Stellenvermittlung d. lfeibl. Färforge, Langestr. 30 p.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.