Mannheim
Compact Memory

Neue jüdische Presse · 1915-07-30 · Heft 29 (30.7.1915) · p. Seite 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Neue jüdische Presse
Volume
13 (1915)
Issue
Heft 29 (30.7.1915)
Date
1915-07-30
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2692297-2692924-2692952--09077-2704257
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Nr. 29. Seite 3. Frankfurter Wraelitrsches FaMlienAatt. der Franzose, Italiener, Rasse, wie die romanische and lavische Rasse überhaupt sind bekanntlich! nicht besonders ndnungsliebend und neigen keineswegs der peinlichen Sauberkeit zu, die uns in Deutschland so angenehm berührt, — und trotzdem! wird über keines dieser Völker Lnd MenscheMassen in einer solchen Weise der Stab gebrochen und ihnen keineswegs solches Gefühl der Abneigung entgegengebracht, wie es dem Ostjuden gegenüber geschieht. x Das kann unsereiner speziell in Deutschland täglich aus Schritt und Tritt erfahren. Hat jemand das Unglück gehabt, in Galizien das Licht der Welt zu erblicken, dann ist er hier in den Augen der Deutschen jüdischer und nichtjüdischer Nationalität auch bei den besten perönlichen Eigenschaften und mit den hervorragendsten Seistesvorzügen ein verlorener Mensch, ein minderwertiges ndividium, ein „Polak". Was für eine Wucht und rast des Verachtungsgefühles und der Geringschätzung wird ha nicht in diesem einen Wort zum Ausdruck gebracht! Dom Dichter heißt es: „Wer den Dichter kennen will, muß in sein eigen Land gehen". In wieviel höherem Maße sollte diese Devise für die Beurteilung eines ganzen Volkes gelten! Ein Volk ist ja kein toter Körper, der auf Arund äußerlicher Momente und nebensächlicher Merkmale eziert und skizziert werden kann. Ein Volk hat eine Psyche, -ine Seele, ein Gefühls- und Innenleben, seine eigene Denkweise und Geistesrichtung, die unbedingt gekannt, mitgxlebt und mitemvfunden werden müssen, will man das Volk verstehen. Acenschliche Wesen überhaupt dürfen nicht von außen hinein, sondern vielmehr nur von innen heraus analysiert werden. Doch jeder Zeitungsreporter hält sich nach einer oberflächlichen Beobachtung berechtigt, über .galizische Juden" zu schreiben und zu urteilen! Natürlich no es lauter Mängel und Fehler, die einem in solchen eitungsartikeln aufgctischt werden und zwar 95o/o Dichtng und 5°/o unbewußt geschwärzte Wahrheit. In einem Berichte ist es ein Ton des Mitleides, der durch das Ganze geht, aus dem aber unschwer ein Unterton der Verachtung herauszuhören ist, in einem anderen Berichte ist es umgekehrt. Andere Stimmen habe ich bisher nur Men vernommen, fast alles nur bedauernde, tadelnde mid wegwerfende Krittk. Mir, der sch in der Judengasse ausgewachsen bin, das galizisch-jüdische Leben in Leid und Freud kenne Und auch mit der jüdischen Literatur und Wissenschaft ein wenig vertraut bin, kommen all diese.Schilderungen über „Galizien" und „Galizier" aus der Feder von Außenstehenden wie Märchen aus „Tausend und eine Nacht" vpr. Ich vermag beim besten Willen nicht Land und Leute wiederzuerkvnnen. Die Kopie gleicht eben dem Original wie der Herbst dem Frühling. Ein wenig Poesie und ein wenig Phantasie, etwas Weiß und etwas Schwarz, ein bischen Licht und ein bischen Schatten gebest wohl nach Wunsch verteilt ein beliebiges Bild, aber noch lange nicht das der Wirklichkeit. Als Vorwärtsstürmer, hatte ich mich unter den Verhältnissen meiner Heimat stets unglücklich gefühlt, und ich sehnte mich aus meiner Heimatstadt und aus der ganzen dortigen Atmosphäre wie aus einem Gefängnisse. Jetzt, nachdem ich die vielgepriesene „freie" Kulturwelt mit allen ihren Schwächen und Vorzügen kennen gelernt habe, bin ich auch für die Reize meiner Heimat nicht mehr blind. Jawohl, auch die Judengasse in einer galizischen Kleinstadt hat ihre Reize, an die man sich in der fernen Fremde gerne zurückerinnert. Nichts und nirgends kann man.überhaupt als absolut „häßlich" und „schlecht" bezeichnen, wie andererseits auch „schön" und „gut" nur relative Begriffe sind. Alles kommt Mi auf das Verhältnis, auf den Maßstab an, den man nnlegt. Toni Ruth im „Hamburger Fremdenblatt" gibt sich ühtlich ein wenig Mühe, die von ihr geschilderten Personen ozusagen mit einem Heiligenschein und der Märtyrerkrone U umgeben, sie beschwört das Jahrtausende alte Judeneid herauf, um die galizischen Juden wenn auch nicht dem herzen, so doch dem' Gefühle des Lesers etwas näher U bringen; sie ist bestrebt, den Stoff mit etwas weiblichem Zartgefühl und ein wenig Gemütswärme zu behandeln, — iS« es ist doch eine ftatzenhafte Gestalt, die da herausommt. Es ist wiederum die vorgefaßte Meinung, das ertige Urteil in der Tasche vor dem Anstellen der Beobachung, kurz die schwarze Brille, die alles im schwarzen Lichte erscheinen läßt. Schon die gleich am Eingänge des betreffenden Artikels Ei der in grellabstechenden Farben gezogenen Parallele md der krassen Gegenüberstellung von Westösterreicher md Galizier getroffene „Geschlechtswahl" (ein neuer Ausmick), die vielleicht unbewußt auf eine ungerechte Erhöhung der Kontrastwirkung abzielt, ist zumindest als mobjektiv zu bezeichnen. Auf der einen Seite: „eine iebvertrauete Gestalt, eine hübsche elegante Frau, die onst in Wien, Graz, Brünn und in anderen österreichischen otädten die anmutige und liebliche Hauptrolle im froh- Ewegten Straßenbilde spielte, sie trägt jetzt einfach das chlichte Schwesterngewand." Auf der zweiten Seite: .schleichende, langbärtige, kleingewachsene, bleiche galizische üdische Männer usw." Ein Leser, der die Verhältnisse nicht kennt, und dabei twas naiv veranlagt ist, verirrt sich nach dieser Schilderung eicht in den Glauben, daß es entweder unter den Flüchtingen .keine Frauen gibt, oder daß diese ebenfalls lange Sorte und krause Seitenlöckchen haben sowie in schmutzgen Kaftans und hohen Schaftstiefeln stecken. Gibt es Enn in Galizien und unter den galizischen Flüchtlingen Kne einzige Frau, die den hübschen barmherzigen Damen n den „anderen österreichischen Städten" an Schönheit er Gesichtszüge, Feinheit der Körpersormen und Anuit der Bewegungen gleichkommt und also ebenfalls zur Verschönerung des Straßenbildes etwas beitragen kann? soviel ich weiß, hat Frau Venus in Krakau, Lemberg, stanislau, Tarnopol etc. viel mehr Schwestern als in EN „anderen österreichischen Städten". Schon der Vollständigkeit wegen hätte die ütutorirt auch der .Flüchtlingsfrau ein bescheidenes Plätzchen in ihrem 'Artikel dinräumen müssen. Aber Frau Flüchtling unterscheidet sich eben mrr unmerklich und sicherlich nicht unvorteilhaft von ihrer mitteleuropäischen Stammesgenossin und paßt dalM der Autorin absolut nicht in den Kram, denn sie will ja eine Karrikatur des galizischen Juden zeichnen. Am Schlüsse des Artikels versucht sie dann die Lücke auszufüllen und präsentiert uns eine alte Hexenftan, die in das' Reich der Fabel gehört; 'kennen doch wir Inden von Hetzer weder Zauberkünstler noch Beschwörungsformeln. Der Kaftan ist das Schreckgespenst, das herangezogen wird, den Leser, gegen den galizischen Juden einzunehmen, als ob dev Träger eines Kaftans schon durch diesen llmstand allein ans die gleiche Stufe mit einem Indianer oder Chinesen zu stellen wäre. Erstens besteht die galizische Judenheit nicht aus lauter Kastanträgern mit vorsintflutlichen Hüten. Auch hinsichtlich des Kleiderschnittes hat sich inj Galizien während der letzten Jahre, wie so vieles andere, manches geändert. Speziell die jüngere Generation ist vollständig mitteleuropäisch gekleidet und entspricht auch sonst allen Anforderungen der Zivilisations- und Kultur tun che. Es gibt unter den galizisch-jüdischen Flüchtlingen in Wien, Prag rc. mindestens 70o/o modern aussehende Leute, die zwar inn Ausfall der schönen Damen im Straßenbilde nicht immer ersetzen können, aber andererseits auch gewiß Toni Ruths ästhetisches Gefühl nicht verletzen konnten. Diese scheinen sich jedoch vor ihr versteckt zu haben. Aber auch die Kaftanjuden sind keineswegs solche ekeleinflößende Gestalten, wie man sie zu schildern beliebt. Auch hier gilt das Sprichwort: ,/Der Teufel ist noch lange nicht so Barz, wie ex gemalt wird." Manchmal steckt in einem an und vorsintflutlichem Hut ein viel modernerer Geist als in einem Frack und Zylinder; es muß ja nicht immer sozusagen der Mensch mit seinem Kleide identisch sein. Die ostpreußischen Flüchtlinge werden ebenfalls nicht besonders anmutig gewirkt haben. Ein wanderndes Häufchen Elend in einen schmutzigen und schäbigen Salon- Uock gewickelt sieht eben absolut nicht appetitlicher aus als in einem schäbigen und geflickten Kaftan. Andererseits macht auch der galizische Kaftanjude in seinem Lande in gutürhaltenen sauberen Kleidern einen sehr guten und sehr oft sogar einen würdevollen Eindruck. Der Kaftan an und für sich ist ja ebensowenig wie die türkische Pumphose und der' russische Hemdenrock als unbedingt häßlich zu bezeichnen. Im verwahrlosten und schmutzigen Zustande wirkt er selbstverständlich wie jedes andere Kleidungsstück in gleicher Lage etwas anwidernd. Aber es hieße wirklich das Elend verspotten, wenn man mit den unglücklichen Flüchtlingen, die alle bessere Tage gesehen haben und buchstäblich in einem Hemd geflohen sind, wegen der Unfauberkeit ihrer Kleider und des in den Baracken herrschenden Schmutzt rechten wollte. Die Vorwürfe und Beschwerden dieserhalb müßten bei einer höheren Instanz vorgebracht werden, nämlich bei der österreichischen Regierung, die für ihre vor dem Feind geflüchteten Bürger nicht genügend gesorgt hat. Auch der sog. krasse Aberglaube und religiöse Fanatismus ist nur eines jener beliebten konventionellen Stichwörter, mit denen man gegen den galizischen Juden operiert, wenn es gilt, die ihm oft zuteil werdende geringschätzende Behandlung zu rechtfertigen, oder die Ursachen seiner wirtschaftlichen Not zu erklären. Was die Verbindung der wirtschaftlichen Not mit dem angeblichen Aberglauben anbetrifft, so braucht es wohl einem, der die galizischen Verhältnisse aus unmittelbarer Anschauurm und nicht bloß aus der Zeitungsliteratur kennt, nicht deR näheren auseinandergesetzt zu werden, daß die jüdisches Bevölkerung Galiziens unbestritten viel lauer im Glauben, freier im Denken, geistigfortgeschrittener, politisch reifer ist und auch auf einer viel.h^herenj Bildungsstufe steht als ihre nichtjüdischen Nachbaren. Ob dies mit den Rasseneigentümlichkeiten, der Geistesveranlagung, dem Erziehungswesen oder den ökonomischen, Verhältnissen im Zusammenhang steht, das mögen die Rassentheoretiker, Pädagogen, Sozialökonome und die anderen Wissenschaftler entscheiden. Wir wollen nur von den Tatsachen sprechen und feststellen, daß der Durchschnittsjude in Galizien sich vom Dnrchschnittsnichtjuden mindestens in demselben Masse unterscheidet, wie der Europäer vom Asiaten. i Trotz der Vorzüge und der größeren Tüchtigkeit, die also der galizische Jude anerkanntermaßen dem dortigen Nichtjuden voraus hat, befindet er sich in viel schlimmeren wirtschaftlichen Verhältnissen und in einer viel größeren Not als der dortige Nichtjude. Nicht nur der schon mit etwas städtischem Schliffe ausgestattete polnische oder ruthenische Kaufladenbesitzer, deren es jetzt in den größeren Städten Galiziens viele gibt und die von der Kirche Und den Landesbehörden in ihrem sog. Kampfe gegen die jüdische Konkurrenz mit allen Mitteln unterstützt werden, sondern auch der einfache Bauer auf dem flachen Lande kann nach denj galizischen Begriffen als wohlhabend und reich gelten im Verhältnis zu dem jüdischen Handelsmann, Marktfahrer, Dorfgeher und sonstigem kaufmännischen Proletariat. Die Quelle der Not in Galizien ist also nicht in den angeblichen veralterten religiösen Anschauungen der galizischen Juden und der dortigen Bevölkerung überhaupt zu suchen, sondern ist vielmehr auf die Ueberproduktion im wirtschaftlichen Leben, oder besser gesagt auf das Mißverhältnis der verwertenden handelstreibenden Kraft zu der primären Produktionskraft zurückzuführen. Die 7 Millionen starke nichtjüdische Bevölkerung, die fast ausschließlich vom Ackerbau und der Landwirtschaft lebt und dies in einer noch sehr primitiven Weife, billwt in Ermangelung jeder industriellen Betätigung die eigentliche einzige Basis des gesamten wirtschaftlichen Lebens in Galizien. Es ist daher nur zu begreiflich, daß ihre nur sehr minimale Erzeugungs- und Berbrauchskraft nicht fähig ist, die ungefähr eine Million zählenden galizischen Juden, die bekanntlich ohne ihr eigenes Verschulden und bloß durch den Zwang der Verhältnisse im wirtschaftlichen Leben nur die Rolle der Vermittler und Verwerter spielen, Beschäftigung und Erwerbsmöglichkeit zu liefern. Die Folge ist nun Not und Elend. Alls Abhilfsmittel kämen einzig und allein in Betracht entweder die Hebung der Produktions- und mithin auch der Berbrauchskraft durch eine umfangreiche Industrialisierung des Landes oder durch die Einschränkung der Bermittlungs- und Berwertungskraft, das heißt durch die Schaffung eines Abflusses für die überschüssige handeltreibende jüdische Bevölkerung und zwar im Wege der Massenemigratron. Das erstere Mittel ist in absehbarer Zeit aus verschiedenen Gründen undurchführbar. So wird denn meiner Meinung nach der zweite Fall früher oder später eintreten müssen. Ebensowenig wie die wirtschastliche Not in Galizien auf den sog. Aberglauben zurückzuführen ist, ist der Borwurf des Aberglaubens überhaupt gegen die galizischen Juden berechtigt. Dieser Borwurf entbehrt jeder Grundlage, gleichviel von welchem Standpunkte aus er auch immer erhoben wird. Er wäre geradezu eine Unverschämtheit, wenn er aus antireligiösen und philosophischen Motiven hervorgehen sollte, weil er in diesem Falle gegen andere Völker auch in zivilisierteren Ländern eher angebracht wäre u^d zumindest sich nicht bloß immer wieder nur die galizischen Juden zur Zielscheibe wählen müßte. Hält doch der Atheismus jeden Glauben überhaupt für einen Aberglauben und Wahnwitz. Warum als» nur die gläubigen Juden in Galizien unter die Lupe nehmen? Ein purer Unsinn ist der Borwurf, wenn er von Seiten jener Leute stammt, die die Autorität des Glaubens anerkennen, somit im Prinzipe mit dem Beten, dem Gottesdienste überhaupt und den anderenn Glaubensbestandteilen einverstanden sind und sich von den anderen nur in der Form, in der 'Art und Weise des BerrichtenS und der Ausübung unterscheiden. Der Vorwurf des Merglaubens wäre in diesem Falle und unter diesen Umständen nur dann berechtigt, wenn Man unter demselben nur Kaftan, Schasftstiefel und langen Bartwuchs verstehen wollte. Denn sehen wir uns doch den Aberglauben der galizischen Juden etwas näher an: Die Majorität der galizischen Juden betet, fastet an den nationalen Trauertagen, feiert die nationalen und religiösen Festtage, erfüllt die ihr von ihrem Glauben auferlegten religiösen Pflichten und beobachtet auch sonst sämtliche traditionellen jüdischen Sitten und Gebräuche. Die mittel- und westeuropäischen Juden sowie Nichtjuden tun, insoferne sie gläubig sind, dasselbe nur vielleicht manchmal nach einer anderen nach ihren subjektiven Begriffen ästhetischeren Form. Dabei ist zu bedenken, daß während es unter den galizischen Juden nur Gläubige und Ungläubige gibt, sich die sog. modernen Europäer in Ganzgläubige, Halbgläübige, Viertel-, Fünftel-, usw. Gläubige teilen. Der galizis^ Jude kennt keine Halbheit, entweder er betet und fastet oder tut es nicht, an periodischen religiösen Anfällen leidet er keinesfalls. Wer in noch einem anderen Punkte unterscheidet sich der galizische Jude von seinen mitteleuropäischen Stammesgenoffen und zwar ebenfalls nicht zu seinem Nachteile: Während hier nur von einem dogmatischen, schablonenhaften Glauben die Rede sein kann, ist bei den galizischen Juden der Glaube warmes, pulsierendes Leben, Bolksempfinden, gefühlvolles, inniges Handeln. Das Verhältnis der sog. zivilisierten Eiuropäer zu ihrem Gott ist ein platonisches, das Verhältnis des Ostjuden dagegen zu smnem Gdtte ist ein Poesie-, liebennd gefühlvolles. Mögen die anderen urteilen, wie sie wollen, ich meinerseits finde einen geflickten Kaftan schöner als eine geflickte Seele. Max. Partien garreo ■garetten erstklassigen Ursprungs. * Cigarren-MQIler, gr. Esehenheimerstr. 31. Ueblinncu«. 1/3. Tanniisatr. 47. Aus öfter Welt. Rußland. Wilna. Hier befinden sich mindestens 10,000 jüdische Flüchtlinge und in den benachbarten Städten Smargon etwa 1000 und Schirwint etwa 3000. Das hiesige Heim» losen-Komitee verausgabt an 40,000 Rubel monatlich 'Ein „Tag für Heimlose" brachte 85,000 Rubel. Süd-Asrika. Johannesburg. Bei den jüngst von dem englffchen Pöbel gegen das Eigentum von Juden ins Werk gefetzten Pogromen — eine Folge der Deutschenhetze — wurden u. a. zerstört: das August Kahu gehörige Hotel Bristol, Schaden 180,000 Mark, das Geschäft von Liebermann, Wöllstadt u. Comp., das Hans von Gundelftnger durch Niederbrennen, die Büros von Orenstein n. Koppel, deren Warenlager verbrannt wurde, Schaden 700,000 Mark, das Produkten- und Holzgefchäst von Fraenkel u. Co., Schaden 160,000 Mark. Biele jüdische Geschäfte wurden ausgeraubt. Der Krieg und Sie deutsche» Jude«. Frankfurt a. M. Max Vogel, Jnbaber der Firma M. Vogel, wurde znm.Leutnant befördert. — Leutnant Manfred Bing, Sohn des Kaufmanns Karl Bing, Bärenstraße 12, erfjieft das Eiserne Kreuz. Frankfurt a. M. Ne-venarzt Dr. Max Sichel, Liebigstraße 3, Stabsarzt bei der 2. Landw.-Div., erhielt das Eiserne Kreuz und Leutnant Rechtsanwalt

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.