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Neue jüdische Presse · 1915-06-11 · Heft 22 (11.6.1915) · p. Seite 5

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
13 (1915)
Issue
Heft 22 (11.6.1915)
Date
1915-06-11
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr 22. Frankfurter Israelitisches Fannlienblatt. Pension Deutsch,©lesHmlen Taunusstrasse 49. 30 moderne Zimmer mit Salooe, Balkons. Vorzflgliche Wiener Küche._ iffcnen Spiele. Eines davon hieß: „Fuchs komm' raus »f einem Bein". Der Betreffende mußte „hickelnd" neu anderen zu erhaschen suchen, der dann seine Stella ls Fuchs einzunehmen hatte. Das hielt aber schwer, und Mi bekam meist nur eine Menge Hiebe. Währenddem fasten die Alten auf einer der langen Luke vor den erwähnten Häusern und erzählten sich lvas •s zum „Schulegehen". Waren gerade „Pollacken" da, führten diese das Wort, indenr sie ihre „Moschelchcr" >m Besten gaben. Als ganz einwandfrei konnten diese wde nicht immer gelten, was schon daraus zu entminen war, daß man uns, die wir doch auch wissen ollten, warum so gelacht wurde, unter den nichtigsten lorwänden wegschickte, wenn das Moschelchc eine veringliche Wendung zu nehmen drohte. Ich sehe sic mte noch vor mir, die Schnorranten ans dem fernen!stcn in ihren beulenreichcn Zylindcrhütcn ans der rrtiärzeit, mit dem Samtkäppchen darunter, ihren «hlgedrehten Schläfenlöckchen, ihren langen Kaftanen »d dito langen Stiefeln, denen man den weiten Weg m Polen und Rußland her ansehen konnte. Mein!»kcl Meier, der selbst gern Witze erzählte, fand einmal lches Gefallen an einem der Pollacken, daß er ihn »lud, doch nachher mit ihm zu essen. Der hatte aber fon seinen Tisch, der ihm behagte, und erwiderte daher ms sehr von oben herab: „Ihr meßt sach nit unscheiden senn!" Diese Abende auf der hochgelegenen Treppe des cligmannschen Hauses oder auf der langen Bank vor oscfs Haustür sind mir eine liebe Erinnerung. Damit iner von den älteren Leuten zu stehen brauchte, wurden och Stühle aus den Stuben hinausgetragcn. Wie oft ibc ich nicht da die Sonne prächtig verglühen und in riesengroßen, blassen Mond aufgehcn sehen oder c gewaltigen Wolkengebilde betrachtet, die meine haiitasie zu allerlei abenteuerlichen Ungetümen gealtete. Manchmal auch konnte ich in ihnen fabelhaft che Gebirge sehen und sehnte mich dann hinaus in die?clt, wo solche wirklich sein sollten. Im reichsten Maße > mir dieser Wunsch später erfüllt worden, die himnielotzigsten Bergriescn habe ich geschaut, aber — wo ar der Zaicher geblieben, Ivo der märchenhafte Reiz, ir den Knaben damals so bestrickte? Dahin! — Wohl Minderte ich die überwältigende Größe und Majestät rscr steinernen Zeugen furchtbarer Eruptionen, aber h sah sie mit ganz anderen Augen und Gedanken an.!ie schöne Kinderzeit war eben vorüber. _(Fortsetzung folgt.)_ Jniversitäts-Cafe Ermtklaamlgoa Familion-Gafö. WM- Massige Preise. "W> _'_Besitzer: Ernat Dunkol. Einiges tum Joseph Chafanoviz s. 8. Bon Dr. med. R a t n e r - Wiesbaden. Es steckte etwas von vorweltlichen Asketen, vom blinden iscrer in diesem seltenen Manne.... Er führte ein. ahres Hundeleben . . . ., ernährte sich geradezu kümcrlich . . . ., kleidete sich ärmlich — und schaffte Tag nb Nacht.... : Groß war seine „goldene" Praxis.... Wer ihn icht genau kannte, der würde ihn für einen gefährlichen Geizhals gehalten haben. . . 1 Aber ein inneres Licht erhellte diesen griesgrämigen Menschen.... Eine unsicrbliche Idee, für Ivelche er glühte, sich ganz aufopferte, wie die zärtliche Mutter für ihr bedrohtes Kind! Er schuf unentwegt unter den größte» Schwierigkeiten eine jüdische Nationalbibliothek in Jerusalem, um die unermeßlichen G e i st e s s ch ä tz e seinem Volke zu erhalten! .Jllles gab er dafür hin. . . ., Ms Hagestolz ging er von hinnen . . . ., um nicht durch die Gründung einer Familie die Mittel seinem „Nesthäkchen", zu entziehen . . . „Eure Eltern stapelten gute Taten auf, um sich im Jenseits ewige Schätze zu sichern", könnte man auch auf ihn den talmudischen Spruch anwenden.... Aber „ein Denkmal hat er sich errichtet, dauernder als Erz" .... Kunst und Literatur. Kriegsbriefe deutscher und österreichischer Juden. Herausgegeben von Dr. Engen Tannenb an m. 186 Seiten. Berlin, Neuer Perlag. Der Beginn des Vorworts mag der Besprechung vorangesetzt sein. ,Er lautet: „Der Brief aus dem Feld ist Bringer ungezählter Schicksale geworden. Mag er auch um Wochen und Atonale zurück datiert sein, so trägt er doch den Stempel des Erlebten, ist irgendwie Ausdruck des großen Geschehens, Geschichte in anschaulichster Forin. Selbst wenn die Menschen, die sie geschrieben haben, uns unbekannt sind, — der Reiz ihrer Schilderungen ist darum nicht geringer. Im Gegenteil. Je enger der Kreis ist, an den sich der Schreiber wendet, uni so mehr ergreift das - Schicksal, das in Worte gepreßt ist, gerade als Ausdruck des Persönlichsten. Aus allen Briefen, die die vorliegende Sammlung vereint, spricht der Geist des althcbräischen Gebetes, in dem der fronnne Jude Gott preist, daß er ihn diese Zeit habe erleben lassen. Es sind Zeugnisse von Helden, die in einem heiligen Kampf stehen. Maßgebend für die Aufnahme war das ausgesprochene Verhältnis des Schreibers zum Judentum, gleichviel welcher Richtung er angehört. . ." Auch wir sind der Meinung, daß der Wert der Briefe gerade in ihrer privaten Natur ruht. Sie beweisen, daß in unseren jungen Juden noch das Hcldcnblut der Makkabäer lebt, zeugen von der tiefen Vaterlandsliebe der Schreiber, und es wird gut sein, zu ihnen zu -greifen, wenn nach dem Krieg wieder einmal der Judenhaß, modern Antisemitismus genannt, uns Mut und Vaterlandsliebe abzustreiten sich erfrecht. Die Briefe legen aber auch Zeugnis davon ab, daß in unserer .deutschen und österreichischen Judcuheit noch ein stark jüdischer Grund vorhanden ist, den es nur zu heben gilt, um die besten Resultate für eine jüdische Zukunft zu erzielen. Technisch haben wir zu bemerken, daß wir noch eine etwas strengere Auswahl getroffen hätten. Die Ausstattung des Buches verdient das höchste Lob. So könne» wir beim unser Gesamturteil dahin zusammenfassen, daß das Buch eine Zierde des jüdischen Büchermarktes ist, und man ihnr die weiteste Verbreitung wünschen darf. Die Psalmen. Herausgegeben von Dr. B- Map und I. B- Lev y. Deutsch und hebräisch in einem Bande. Der deutsche Teil 224 Seiten, die hebräische ISO Seiten. Taschenformat in biegsamen Leinwandband Mk. 1.20. Deutsch allein Mk. 1.—. Frankfurt a. M-, M. Lehrberger u. Co. Wir können unseren Lieben draußen im Felde nichts wertvolleres snr ihr seelisches Wohl sein senden als die ewigen Psalmen des königlichen Sängers. Mit Recht sagt Delitzsch: „In der g a n z e u Weltliteratur steht dieses Buch einzig da. Wo immer der Ernst des Lebens, das nach dem Propheten Jesaja einem Kriegsdienste voll Strapazen mrd Wunden gleicht, an uns herantritt, da richtet sich bei Juden wie Christen das religiöse Gefühl an den Psalmworten auf." Es handelte sich nun darum, unseren Kriegern eine geeignete deutsche Uebertragung und eine für das Feld handliche Ausstattung zu geben. Beides ist in der vorkeile 5 liegenden Ausgabe in unübertrefflicher Weise geschehen. 'j; Wir haben eine Reihe von Psalmübertragnugen, m«d eS war nun Aufgabe der Herausgeber, bei jeden einzelnen! Psalme die beste vorhandene Uebertragung zu suchen und gegebenen Falls an Hand der Psalmevklärer Eigenes zu geben. Für die Verständnis- und liebevolle Lösung dieser Aufgabe gebührt den Herausgebern Dank. Wer auch Sr. Ehrw. Rabbiner Dr. H or o v i tz sei gedankt, denn er regte die Herausgeber zu ihrer Arbeit an. I Offenbaeher Druckluft-Anlage I OtfanbaGlia.il. Telefon 123. (Anschluss mit Frankfurt). ■.Bewährteste TapplabratnlBWIB (100,000 qm jährlich) ■ sowie anObartroflsne Battenn. Battfadararatnfgong mittelst Druckluft and Wasserdampf. Buule Chronik. Die Jude» in Mita». Solange Mitau, die Hauptstadt von Kurlands unter deutscher Herrschaft staird, war es den Juden nicht erlaubt, dort zu wohnen Erst als Miau im 10. Jahrhundert an Polen kam, konnten sich vereinzelte jüdische Kanfleutc ansiedeln. Der erste Rabbiner in Mtau war Rabbi Zwi Hirsch Chariff, Sohn des Rabbi Mauscheh von Lemberg und berühmter Talmudgelehrter. Er starb 4738. Sein Nachfolger, Rabbi Schemuel ben Elchjonon, der Verfasser des Buches „Wokaum Schemuel", war gleichfalls eine Zierde des Rabbinerstandes, ebenso dessen Nachfolger, Rabbi Jekutiel Hakauhen, der Vater von Rabbiner Rafael Kohn in Hamburg. 1784 erbaute Kalman Barkum auf seine Kosten die erste Synagoge. Er und sein Bruder Schimschaun vertraten mit Kraft die Rechte der Juden Mitaus und kämpften gegen die deutfcheu KausleUte, die sich die jüdische Konkurrenz fernzuhalten bemühten. In Mitau nahm die Aujklärungsperwde unter der russischen Judcuheit, — Haskalah — ihren Anfang. Markus Herz, der Schwiegersohn Moses Mendelssohns, besuchte die Stadt 1775. Heute zählt Mitau 5000 jüdische Seelen Kaiser Friedrich Quelle - OffenbMb «. X. - Gegen Sieht ud Bhemnattemu bewährt. Alleiniger General -Vertreter: Friedrich Stahl» Frsnkf.a.*., Gönthersb.-Allee 37. TeLHansa259u.714. Woche»-ikale«der. (Zeitangaben nach dem Laach.) Samstag, den 12. Juni l= 30 Siwan.) Sadbat-Ansang in Frankfurt a M, 8 Uhr — Min. Sabbat-AnSgang ln Frankfurt a. M. S Uhr 35 Min. in Berlin S Uhr 30 Mtn. Wochenabschnitt: Kan rach. — Die Empörung unter Kaurach. Das Murreu der Gemeinde über den Tod der Horde Kaurachs und ihre Bestrafung. Die Auserwählung des Stammes Levi. Priester- und Levitenabgaben. Schabbos Ransch-Chaudesch. Sonntag (1. Tanms) zweiter Tag Ransch-Chaudesch. Wochengottesdienst in Frankfurt a. M. Morgens: 6 Uhr in den meisten Synagogen (Bockenheim, linierlindau 6tys Uhr, Hauptsynagoge 7 Uhr, Königsteinerstr. 7J/i Uhr). Abends: 7>/, Uhr in den meisten Synagogen (Bockenheini, Unterlindau, Königsteinerstr. 7 Uhr, Hauptsynagoge 4 Uhr). f ÜST. ROSENAU ( Herren-Schneiderei 1 1A Soetheatrasse 10. Vornehme Ausführung. Massige Preis*. Tonnirho RAthcrhiM $cliillerstr.16 mviilsvium Ent« Dan ta Brands. lehiere Lehrlinge is guter Familie, zur gründhen Ausbildung per sofort lucht. Offerten mit Angaben r Schulbildung sind zu richten ' M. Jansen Frankfurt a. M. Neue Krame 23. Krieg, erbest, isr. Kaufmann, ges. 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Sidltl AMIIII.?ecf etter Kettlet erteilt methodischen Unterricht in Hebe u Talmud (auf Wunsch sephard. Dialekt), tauscht evtl. Stunden gegen Mathematik. (Prim.-Pens.). Gest. Offert. «. 2240 a. d. Exp. d. Bl.

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