Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 13 (1915)
- Issue
- Heft 18-19 (14.5.1915)
- Date
- 1915-05-14
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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Leite 6. Der Zionismus muß aus Andacht und Begeisterung scKpfen, soll er zu seinem Ziele gekrngen. Das heißt, er muß mit wahrer Religiösität verbunden sein. IST- ROSENAU Herren-Schneiderel "10 A«e(he*tosaie 10. Vornehme Ausführung. - Massige Preise. Krmst rr«d Literatur. Das heutig Rußland. Eine Einführung in das heutige Rußland an der Hand von Tolstoi's Leben Werken von Karl Noetzel. 480 Seiten. 6 Mark. München, Gg. Müller. Noetzel hat zweiJahrzehnte in Rußland gelebt, die Psyche des russischen Volles studiert und sich mit seiner Literatur vertraut gemacht. Sein Buch hat daher / schon deshalb berechtigten Anspruch auf Beachtung. Hierzu kommt ober. Laß Noetzel selber ein Denker ist. Zur Einführung in Art und Wesen des 'Buches' seien hier einige Stellen wiedergegeben: (Sette 81. ,Hu Tolstoi hat der dem Despotismus entflammende Europahaß vielleicht sein tragischstes Opfer verlangt. Denn Tolstoi, der wnllich noch glaubte, anderen Toleranz predigen zu dürfen, wie wohl er selber jede twn der seinigen verschiedene Anschauung für unaüfrichtig erklärt und mit Verachtung bckroht, mußte schließlich dazu gelangen, das eigene Erlebnis — also das 93ebntgtefte von «cklem, was wir kennen —, als das allein Wirkliche in geistigen Dingen anzusprechen. Und damit.war es ausgangslos eingeschlossen in sich selber und für den Rest seines Lebens unfähig — als Denker, nicht als Dichter —, ariderer Seelenleben zu begreifen! — Und dazu muß jede fälschlich für Geiste^usammenhänge kompetent erklärte exakt - naturwissenschaftliche Methode führen und zumal bei jenem sich selber im Mittelpunkt der Welt-Erb licken, zu dem der gefühlsbeherrschte Russe an sich schon derartige Neigung verspürt. Man kommt in -Rußland nicht so leichthinter dtefen Kreislauf des Irrtums, weil der Geisteskommu» nismus dort ein ungeheurer ist» vor allem wohl deshalb, well dort alle denkenden Geister vor der gleichen Aufgabe stehen: des Kampfes gegen des politischen Despotismus und gegen das vornehmlich durch ihn bedingte soziale El«ü>. Darum drohen also dem wahre» Europärwgeiste die größten Gefahren gerade von seiten des freiheiüichen Rußlands. Das würde uns, wenn es zur Macht gelangte, zu unserem Helle zwingen wollen, und dies Hell für uns würden sie darin erblicken, daß wir so dächten wie sie." Seite 161. „Es fehlt eben dem .aufgeklärten Rußland das Erlebnis der Antike. Wo es aber fehlt (das heißt überall in der Welt außer in Westeuropa), finden wir bei bÄvundernswürdigen einzelnen Geistesgipfeln (wie in der indischen Philosophie) und gelegenllicher tiefgehendster praktischer Sittlichkeit (wie beim Budthismus) doch immer und überall diese letzte Geistessessel: ein Nichtanerkennen können des .Eigenwertes in jedem Menschen, — und diese letzte Geistesfessel läßt keine ungehemmte Menschenliebe aufiommen. ... Für Rußland hat es noch keine Renaissance gegeben, keinen Humanismus und keine Reformation. Die Ergebnisse dieses europäische» GeistessMcksals s losen Rußlmid nur zu in ihren Folgerungen: so vermochte, man nicht ihren Kern zu erfassen Rußlands religiöses ' Leben ist nnüelalterlich geblieben bis auf unsere Tage: Der Todesgedanke als Hintergrund, Selbstlosigkeit als Gebot. Da ober hier das Gebot der Selbstlosigkeit keinen inhaltserjullten Begriff zur Voraussetzung hat von dem Menschen, um dessentwillen sie geübt werden soll, so muß es letzten Endes zu fruchtlosen: Askese hinführen, zu einem Tun uw seiner selber willen, das heißt für den, der es tut. Wiederum ist hier Tofltoi typisch. Er durchsuchte.—. er schildert das in der »seichte" — das gesamte europäische Geisteswerk — freilich führ, sehr oberflächlich, das muß immer wieder mit allem Nachdruck betont werden — nach hem, was nach! -er Renaissaucezeit 'nicht mehr in ihm zu finde» ist: nach Gedanken an den Tob und auf ihnen gegründeten Giüboten für die Ausgestallung des persönlichen Lebens." Frankfurter Israelitisches Familienblatt. Die Schaubühne. Herausgeber: Siegfried Jacobsohn. Nr. 14 und 16. Charlottenburg, [Eiern» burgstraße 25. Nr. 14 enthält unter dem Titel „Die konservativen Juden", einen Aufsatz von Max Epstein. Da unsdie Ansichten eines' getauften Juden höchst gleichgültig sind, so haben wir auch, keinen Anlaß, unsmit dem zu beschäftigen, was Julius Bab in Nr. 16 unter dem Titel „Zur jüdischen Frage" erwidert. Nebenbei bmnerkt: Es wird endlich Zeit, daß die Redaktionen bei den das Judentum behandelnden Arbeiten den Befähigungsnachweis der Schreiber prüfen. Jeschurun. Monatsschrift für Lehre und Leben im Judentum. Herausgeber: Dr. I. Wohlgemuth. 2. Jahrgang, 4. Heft. Jichalt: Als Jude im Felde (H. Levy). -— Sprüche Xll, 27 (I. Barch). — Der Psalter Davids im i Wechsel der Tage (I. Carlebach). — Die Ehrerbietung vor dem Brote (I. Unna). bkoch einmal über Tierschutz (S. Kaatz). — Jacob Barch. Sozialistische Monatshefte. Herausgeber Dr. I. Bloch. 8. Heft. 50 Pfg. Berlin W. 35. Das vorliegende Heft enthält mehrte sehr beachtenswerte Auflätze. Uns Juden interessiert besonders Dr. Ludwig Aunsel's „Deuflche und jüdische Orientinteressen", der die Gemeinsamkeit der deutschen und der jüdischen Interessen in Palästina aufzeigt und jo Deutschland zum Bundesgenossen der zionistischen Bestrebungen.aufruft. Aus Karl Leutner's „Der plebiszitüre Kabinettcäsarismus", einer Beleuchtung der Regierungsform Englands, sei hier eine gute Bemerkung über „Nationalismus und Demokratie" wiedergegeben. Sie lautet: „Nationaler Sinn und Demokratie sind Wechselbegriffe, ja mehr: sie sind bloß zwei verschiedene Ansichten eines und desselben Vorgangs, sie bedeuten Steigerung des Selbstgefühls der Selbstherrlichteit und Selbstgewalt der Nation, das eine Mal nach außen, das ändere 'Mal nach innen wirkend. Nationalisierung der Demokratie ist der einzige Weg zur Demokratisierung der Nation." Halber flfrledrftcli {|uelle ——— Ottenbach tu K.' ——— Gegen Gicht and RheamatlBmag bewährt. Alleiniger General -Vertreter: Frladrtoh Stahl) Fr8nkf.&.M., Güntherab.-Allee 37. TeLHansa259u.714. Wochert-Saleirder. (Zeitangaben nach dem Losch.) SamStag, den 15. Mai <--- 2. Siwan.) Eabbat-Anfang in Frankfurt a. M. 7 Uhr 30 Min. Sabbat-AuSaang in Fromfurt a. M. S Uhr — Min. in Berlin 8 Uhr 45 Min. Wochenabschnitt: Bemidbar. — Musterung der Kinder Israel. Die Lagerordnung. S chewuaus. - Beginn: Dienstag abend 7 Uhr 55 Mn. Frankfurter Zeit. . Ende: Donnerstag abend 9 Uhr 05 Min. Samstag, 22/ Mai (="9. Siwan). Sabbat-Anfang in Frankfurt 7 Uhr 40 Mim Sabbat-Ausgang in Frankfurt 9 Uhr 10 Min., Berlin 9 Uhr. WochenabschNltt: No sau. — Die Dienste der Leviten beim Tragen der Stiftshütte. Der Nasir. Der Priestcrsegcir.. Die Emweihungsopfer der Stiftshütte. Wochengottesdienst in Frmckfurt. Morgens 6 Uhr in den meisten Synagogen (Unterlindau,- Bockenheim 6Hz Uhr, Hauptfynagoge, Königsteinerstraße Uhr). Abends 7i/t Uhr in den meisten.Synagogen (Unterlindau, Bockenheim 7 Uhr, 'Hauptsynagoge 4 Uhr). S-eude«. S a m m l u n g f ü r d ie Pa.lästina-Notstandsaktion durch Frau Jsaac Heimann. Jsaac Heimann, Siegfried Cassel ä 100 Mk., Louis Heimann z. Zt. im Feld 30 Mk., N. N. 25 Mk.. B. Hermann, Frau Betty Heymann, Herm. Rehbock, Dr. Albert Feuchtwanger a 20 Mk., Mbert Arnsberg, S. Nr- 18/19. Selig, M. M.» Frau Regensburger k 10 Mk., N. N., N. N., Albert Seewald, D. Rothschild Sohn, Dr. Schönbcrg ü 5 Mk., N. N., N. N., Bertha Schmidt ü 2 Mk., N. N., Schaumburger ä 3 Mk. Bei der Nationalfondskommission (Jsaac Heimann) s Salomon Stiebet und seine Freunde 120 Mk., Emil Pick, Julius Kronenberger, Louis Lyppstadt u. Co. h. 20 Mk. Dr. Siegfr. Schwarzschlld, A. D., N. Schwabacher, N. N. ü 5 Mk., Jsaac Goldschmidt 6 Mk., Julius Schloß, S< Isidor Schloß ü 10 Mk. Mno und Irene Darmstädter 1 Oelbaum im Herzl- I! Wald auf den Namen Ludwig Rapp 6 Mk. Büchjen-Leerungen. Josef Bachrach 40.03 Mk., Mich. Mainz 3 Mk. M. L. Ettlinger 4.34 Mk., S. Grünblatt 9.05 Mt., Frau Michaelis 0.80 Mk., H. Faller 2.65 Mk., Ptaschnikl Mk.. M. Grünebaum 5 Mk. Kraulfurter Familieuuachrichte«. Barmizwos. Adolf Ettlinger, Rückertstr. 45; Theodor Klein, Sandweg 46; Abr. Grünebaum, Allerheiligenstr. 3, Synagoge Friedberger Anlage. Gestorben. Paul Löb Mainzer, 23 I.,'Unterlindau 17, im Feld. — Gerichtsassessor Dr. Siegfried Simon, 27 I., Gaußstr. 36, im Feld. — Jakob Wieseneck, 60 I., Eppsteinerstr. 32. Auswärtige Familiermachrichteu- Geboren. E. Sohn Moritz Adler (Rosenberg), Darmstadt. — Benno Wiener (Bragenheim), Weimar. — Georg Wittner (Koslowsky), Gleiwitz. E. Tochter Lion Sternfels (Berliner), Darmstadt. — Dr. Carl Waldeck (Rosenberg), Dortmund. Verlobte. Hanna Lindemann mit Eduard Sieskind, Berlin. Gestorben. Obcrlandsgerichtsrat Josef Koppel, 42 Jahre, Köln. — Leopold Königsberger, Freiburg. — Oberlandesgerichtsrat Dr. Sally Maas, 56 I., Karlsruhe. — Leutnant Siegfr. Henke, Heilbronn, im Feld. — Sofie Berlizheimer, 44 I.» Hanau. — Stabsarzt Dr, Erich Bruck, 35 I., Breslau. — .Erwin Goldstücker, 19 I, Posen, im Feld. — S. Diamant, 92 I.; Ernestine Bab, geb. Jessel, 65 I., Posen. — Siegln. Joseph, Worms, im Feld. — Elise Herzfeld, geb. Wolf, 68 I., Düsseldorf. — Sally Boschwitz, Berlin. — Arthur Hirschfeld, Berlin, im Feld. — Dr. phil. Ernst Rothschild, 25 I., Ludwigs- Hafen. Allgemeine Mitteilungen. Die Drcxcl-Lich tspiele bringen ab Samstag den 15. ds. Mts. die Allein-Erstausführung des aussehen-- erregenden Kriminal- und Gesellschaftsdramas in 4 Akten: § 14 BGB. Der § 14 besagt: „Die Todeserklärung ist zulässig, wenn seit 10 Jahren keine Nachricht von dem Leben des Verschollenen eingegangen ist." Durch eine unvorhergesehene Gewalt wird eine Ehe auseinandergerissen. Die Frau vergißt ihren Schwur und geht eine neue Ehe ein. Nach Jahren stehen sich die früheren Ehegatten gegenüber; die Erkenntnis ihrer Schuld gestaltet sich zu einer eminent ergreifenden Szene, wie die ganze Handlung vo» einer wunderbaren, packenden Wirkung ist. Der Film muß unbedingt zu den besten deutschen Filmschöpfungen genannt werden. Außerdem bringt das beispiellose Beiprogramm u. A. die neuesten Ereignisse von den Kriegsschauplätzen, von Ost und West. Bereius-Kaleuder. Samstag. Montefiore, 11 Uhr: Schiur (Dr. May): 51/4 Uhr: Gesellige Zusammenkunft, Bewirtung (Sidra- Vortrag). — Me kor Chajim, 4 Uhr: Mikro-Vortrag (Joseph Sänger). Sonntag. Montefiore, 1,15 Uhr: Hptbhf.: Ausflug. | Spaalsohas Obst-Haus { iJac.Colom&Cie.: Zsll 14 Telef. 10601, L Spanische süsse Orangen, 2 | Blutorsngen,Zitronen,Bananen, 1 amerikanische Aepfel billigst, 5 1 Feigen, Tattein, Handeln. G I Haselnüsse, Erdnüsse, trockene TtanbenroBinen, spanische A Dessertweine und Rotweine. ~ * Liefernng frei ins Hans. _ t0 WM ■aler-i. WelsihlnderfleseWfl vorm. C. Wlßsenbach . '! ^nssklupts.M., Zimmerweg 11 ‘Telefon Amt Taunus 416. — Drexel-Lichtspiele Grosso Frlodbergerstr. 18/20. Tel> Hansa 2181. Wir bringen ab Samstag, den 15. Hai Ein aufsehenerregendes Kriminal* nnd Gesellschaftsdrama ln i Akten.—Monopol: Allein •Erstanfffihrnngsr echt kür Frankfurt. § 14 B. B.B. „Die Todeserklärung Ist zulässig, wenn seit 10 Jahren keine Nachricht von dem Leben des Verschollenen eingegangen ist“. In einer tiefempfundenen und natürlichen Seelenstfirke wird in diesem Drama die Leidensgeschichte eines Hannes geschildert, der durch unvorhergesehene .Gewalt aus einer glücklichen Ehe gerissen wird. Hann und Frau stehen sich nach Jahren gegenüber und in Erkenntnis ihrer' Schuld, dass sie den Mann ihrer Liebe treulos vergase, gestaltet sich das Drama zu einer eminent ergreifenden Wirkung. Han wird dieses Drama als die wunderbarste, ergreifendste und packendste Filmschöpfung aller Zeiten bezeichnen müssen, dass das Publikum erschüttert und zur Begeisterung entflammt. Ausserdem : Das bekannt erstklassige Beiprogramm u. A. die neuesten Aufnahmen von den Kriegsschauplätzen von Ost und West. Voranzeige: Ab Dienstag, den 18. ds., den gewaltigen Kriminalschlager : „Dar Talismann". —— Erstklassige KttnstlerkapeUe. —:—- ‘ EisenbibnstnsselOO. Offenbnch an Hain. Fernsprecher 1696, Offenbaeb. Teppichreinigung mittelst Druckluft. Einfachstes, beur&hrtestes Verfahren zur vollständigen Entfernung von Staub, Schmutz und Bakterien. Gründlichste Reinigung bei schonendster Behandlung der Teppiche gewährleistet. Preise 40 Pfg. pro □ m. werden nach modernen Formen schön und schnell fafonniert. Hutfabrik O. Bertrand Taubenstrasse 19,, parterre.' Grösstes und Sltestes Geschäft am Platze. — Gegründet 1872. Telephon - Hansa *5571. tä 1