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Neue jüdische Presse · 1915-04-23 · Heft 15 (23.4.1915) · p. Seite 5

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
13 (1915)
Issue
Heft 15 (23.4.1915)
Date
1915-04-23
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Siesel, Ober-Mockstadt. Mtbeteiligtc Aug. Seewald (Butzbach), Unteroffizier Julius Löwenstein (Meder-Weisel) und Moritz Oppenheimer (Holzhauscn bei Homburg).. * Sogar einen Seder - Abend im Felde habe ich erlebt, den ein Feldrabbiner Dr. Sonderling aus Hamburg veranstaltete. .Diesen Abend werde ich nicht vergessen. In K. war's. Ein großer Raum, auf dem Tisch Gläser aller Art. Das Diner bestand in koscherer Wurst. Mazzes gab es auch, für jeden ein Stück. Etwa 100 ji'tb. Soldaten waren anwesend. Voni 17jährigen Kriegsfreiwilligen bis zum 45jährigcn Landstürmer. Ein jüd. Offizier tveiltc in unserer Mitte, aber außerdem zn unserer aller Freude ein jüd. Unteroffizier, Ritter des Eisernen Kreuzes 1. Klasse. Ein tapferer Held, der die Auszeichnung ehrlich verdient hat. Die alten Gesänge, von rauhen Soldatenstimmen gesungen, ergaben eine eigenartige Stimmung. Dr. Sonderling, ein famoser Kamerad, verstand es, einen wahrhaft weihevollen Abend zu veranstalten, und als er den Segen über uns alle anssprach, da standen uns die Tränen in den Augen. Ecki jed. ATt o. Preislage kauft man gut and preiswert Im Trauring - Eck *W Frankfurt a. 9f , Trierlsohe Gasse 31 Eoke Töngesgasse,vis-a-vis d. Hasengasse. Fr* Pletzscb, JÄÄer. Bunte Chronik. Erinnerungen an Rabbi David Karliner s. A. Bon Dr. med. R a t n e r - Wiesbaden. Ich sah ihn — es war Anfang der 80er Jahre, und.ich war damals noch Knabe — int Vaterhaus, als er für den Oberrabbinerposten zn Mohileff a. Dnicper kandidierte. Er war doch sozusagen ein Mohileffer Kind. Lr stammte zwar aus Polen, aber sein Schwiegervater Frankfurter Israelitisches FamilienAatt. hatte ihn als 10jährigen Jluj für seine Tochter „gekauft." Ein förmlicher Vertrag war mit seinem Vater — einem armen „Melamed" — abgeschlossen worden, daß der. „Jluj" nunmehr ganz seinem nachmaligen Schwiegervater gehören sollte. Er lernte auch jahrelang daselbst und in Schklow unter Rabbi Salmann Riwlin. . . . Ein verwachsenes,, kleines Männchen. . ., aber mit feurigen, klugen Augen — und von sehr einnehmendem Wesen. . . . Nicht durch „Bekins", sondern durch „Haamotoh" (tiefgründiges Wissen) zeichnete er sich ans! Seine Spezialität war jüdisches Eherecht, ebenso wie sein Standardwerk dies Thema behandelt. Sein früherer Antipode, der Pinskaer Raw, der geistesgeioaltige Charis, Grammatiker und Mathematiker Rabbi Eliasar Moses Hurwitz überragte ihn bei weiten! an Geist und Wissen ebenso wie an -„Jichus." Letzterer war ein Nachkomme des jüdischen Magnaten und Weltgaün Rabbi Jösua Zeitlisch sowie des .^Hasloh", des Frankfurter Oberrabbiners Rabbi Pinchas Horowitz. Jetzt ruhen beide Gegner — Rabbi Hurwitz war bereits vor Jahren im Tode vorausgegangen — von ihren Kämpfen aus. Einen Ersatz haben beide schwerlich hinterlassen. . , So lichten sich allmählich die Reihen des „wirklichen" Gaonim in Mißland. . . Der Nachwuchs ist spärlich. Knust und Literatur. Das schmerzliche Wunder. Ein Buch Verse von Ilse Reicke. 70 Seiten. 2.— Jf. Berlin, Egon Fleische! & Co. Tausend freudige, aber auch tausend schmerzliche Wunder kennt die Liebe.,! Tausend und abermals tausend Dichter haben sie besungen,^— und doch erstehen immer noch Dichter und werden bis in alle Ewigkeit erstehen, die ihrer Leier neue Töne zu entlocken wissen, :— und Ilse Reicke, deren Dichtwerk uns vorliegt, ist ein solcher Dichter von eigenem Schaffen. Ein Roman in Versen, das Liebesschicksal einer Frau, künstlerisch aufsfeinste abgeklärt und abgetönt und in jedem..Wort individuell empfunden, — so daß sich nirgends Schablone bemerkbar macht. f IST. ROSENAU I Herren-Schneiderei I 10 Goethestrasse 10. V Vornehme"Ausführung. Massige Preise. Stile 5. Kaiser PrledrleA Quelle —— Offenbach tu N» - Gegen Gicht ud Khemmaliroraa bewährt. Alleiniger General •'Vertreter: Friedrich Stahl* frnnlrf.n-W., Güntherab.-Allee 37. Tel.Hansa259n.714. Wocheu-Kaleuder. (Zeitangaben nach dem Luacb.) Samstag, den 24. April {= 10. Har.) Sabbat-Ansang in Frankfurt a. M. 7 Uhr — Min. Sabbat-Ausgang in Fravckfurt a. M. 8 Uhr 20 Min. in Berlin 8 Uhr 05 Min. Wochenabschnitte: A ch a r e i - m a u s n n d K c d a ü - s ch i m. — Die Opferhandlnngen des Hohepriester» am Jamn - Kippur. Verbot des Bl'ntgenusses' Verwarnungen, die Unsitten der heidnischen kannanitischcn Bewohner nachzuahmen. Verbotene eheliche Verbindungen. Sabbatheiligung, Armenabgaben, Menschenliebe, verbotene Mischgattungen nsw. usw. Freitag abend (23. ülpril» --- 25. Omer. Samstag abend (24. Älpril, --- 26. Omer. Sonntag abend (25. April» — 27. Omer, usw. Wochengottesdienst in Frankfurt. Morgens 6 llhr in den incisten Synagogen (Unterlindau, Bockeuheim 6i/s Uhr. Hauptsynagoge, Königsteinerstraße Uhr). Abends 7 Uhr in den meisten Siinagogen (Hauptsynagoge 4 Uhr). Arauksurter FlNnilieAuachrichte«. Geboren. E. Sohn Ch. Liverhant, Oberer Atzemer 13 (z. Zt. Beerfelden). E. .Tochter Sicgfr. Eulau, Gervinusstr. 22. B a r m i z w o s. Erich Nsenburger, Eyseneckstr. 16: Nathan Wieseneck, Eppsteinerstr. 32, Synagoge Unterlindau 23. Gestorben. Sanitätsrat Dr. Ernst Martin Kahn, 54 I., Cronbergerstr. 30. — Gustav Lindheimer, 75 I.. Eschersheimerlandstr. 47. — Frieda Herrmann geb. Juhl, Beethovenstraße 18. — Hedwig Weiler Wwc. geb. Levi. 69 I-, Fürstenbergerstr. 175. — Adolf Pick, 70 I., Kaiserstr. 61. — Alfred Ledckrmanu, 24 I., Weiherstr. 6. im Feld. — Rosa Kahn geb. Lichtenstein, Wwe., 67 I., — Drexel-Lichtsplek Grosse Frledbergerstr. 18/20. Tel Hansa 2181. Wir bringen ab Samstag, den 24. ds. Das pikante Sitten- und Kriminaldrama) Monopol: Mit dem Allein-Erstaufführungareeht für Frankfurt a. M. ,!!! Thea, das Modell!!! Ein ergreifendes Sitten-u. Sensationsdrama a d. Künstlerlen in 3 Akten. Ein Sittenn. 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