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Neue jüdische Presse · 1915-04-09 · Heft 13 (9.4.1915) · p. Seite 5

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
13 (1915)
Issue
Heft 13 (9.4.1915)
Date
1915-04-09
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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13. unserer :it des ti dem lästina- I beim gesagt: u eine r teil- >r Dank Shna- :ste in. geth. rieb, in die c russiet ge- 60—70 arrend. l! Ich vandte. f durch " gellt suchen Mister, sinn, -n. Es te Anübcrrdlicher mschen- Aepäckeiender rt mit -rzählt. , eine n man otestem orstand ausgcersteckt, Angcr und »leiben, r. Sie nd zu gewiß. Sohin? ch. Es wenn : sind. allen , galiallen a und jerrscht Man ränisch meine it. Ein n. Es n mit eidens- .Schon kamen Barz mit. m für Wir ' Mädndung. mfragc ndernd seine :rloren e zerihrer Wien, leisten. )e es Räder duscho, ertönt, waren t auf. Nr 13. Frankfurter Israelitisches FmnilienVlatt. Leite 5 der Schreck war gewichen. Hier stand der Zug eine Weile. Ich! spazierte auf dem Perron und bemerkte bei einem Koupeefenster zwei inatte, bleiche Kerzcnlämmchen ins Nebelhafte hinaus zittern. Gleich darauf glühten solche Flammen bei den übrigen Wagen. Es war in die Seele greifend, wie zu jeder Seite des langen Zuges je 1000 Kerzen in die Nacht, die tief inster, hinausschimmerten. Es ist Freitag Abend. Unser Schobboslichtlein, die heiligen Flammen wollen in dieser schweren Zeit auch weiter glimmen. Es glüht wie ein Symbol der Unierblichkeit unseres Volkes, unseres Glaubens, und schon hallt es aus dem Zuge in die lauschende Finsternis hinaus: Lechu nerancno laschem! Kommt, wir wolle» nbeln unserem Gott! ... Ich gehe in einen Wagen. Von den Fenstern Ummern die Kerzen. Es ist hell. In der Ecke steht eine jüdische Frau, mit bleichen Händen das Antlitz, verbergend, spricht sie die .Brocho über die Lichter. Sie setzt sich zurück auf die harte Bank und blickt mit feuchten Augen in die kleinen Flämmchen, als' ob ie sie bedauern wollte, daß sie hier in dieser schweren rendlosen, drückenden Athmosphäre zuende brennen müssen. Ihr Kindchen stellt sich zu ihr: „Akuttercheu — fragt es — wo bleibt unser Schabbostisch? Der Kiddusch, die Berthes, der Fisch? Warum trägt der Vater nicht das Streimel auf dem Kopf? Wo sind die silbernen Armleuchter? Warum weinst.du, Mutter?" — „Schweig, Jankele, antwortet schluchzend die Akutter — Gott soll geben, daß du keinen solchen Schabbos mehr erlebst. Wirst du größer sein, wirst du dies alles, .alles begreifen." Der Zug rollt tosend weiter. In meinem Kopf surrt unentwegt die Stimme des fragenden Kindes, bis ich ernüchtert im Budapester Zentralbahnhof bin. Hier strömt aus gewaltigen .Bogenlampen ein Meer von Licht aus. . . Vor mir stehen aber nur noch hellslackernd die tausend Schabboskcrzchcn. Und in meinen Ohren saust die Frage: Mütterchen, wo bleibt der Schabbostisch? ... kl. A. Offenbacher Druckluft-Anlage I Ottenbach a. H. Telefon 123. (Anschlnss mit Frankfurt). I Bewährteste Tapptehralnfonno (100,000 qm jährlich) I sowie unübertroffene Battenu. Battfedarnralnl-1 flunu mittelst Drucklnft and Wasserdampf. Knust und Literatur. Rabbinischer Humor a u s alter und neuer Zeit, lEine (Sammlung von Anekdoten und guten Wörtchen von* Dr. P. I. Kohn, 1915 Berlin, Louis Lamm. In einer Zeit, in der eine ganze Schundliteratur sogenannten „jüdischen" Witzes sich wie eine trübe Welle über den jüdischen und nichtjüdischen Büchermarkt ergießt, in der ein fratzenhaft verrenktes Undeutsch die Volkssprache der Juden vorstellen soll, schmutzige Bierbankanekdoten, wofern sie nur mauscheln, den jüdischen Humor und antisemitelnde Selbstverhöhnung jene edle jüdische Selbstironic,- die unser Volk über seine Leiden erhebt, indem es sie belächelt, — .in einer solchen Zeit ist es wahrhaft erquickend, einmal an eine echte, lautere Quelle unseres Volkshumores geleitet zu iverden. Das »tut das Buch von P. I. Kohn, — und das ist sesn Kulturwert. Es ist ein ansprechender Beitrag zu den vielseitigen Bemühungen von heute aus dem Gebiete der jüdischen Folkloristik, die uns das jüdische Sprichwort, das jüdische Volkslied, jüdisches Leben in Sitte, Bildkunst, Ton und Wort aus einer Realität, die leider abstarb oder abstirbt,'.hinüberretten sollen in die Dauer der Wissenschaft und der Gedächtnisüberlieferung bis in die fernste» Geschlechter. Unsere Sehnsucht, die aus neujüdische Kultur ausgcht, wird nicht umhin können, aus diesen Quellen einer verronnenen, hie und da heute noch rinnenden Volkskultur mitznschöpscn, .wenn nicht ein wesenloser Homunkulus die Erfüllung dieser Sehnsucht sein soll. Darum kann allen denen, die noch Verständnis für diese geistige Sphäre besitzen, die Vertiefung in Kohns Sammlung einpfohlen iverden. Das Ziel dieses Buches ist bescheiden. Es ivilt nicht das ganze, schier uucrschvpfbare Gebiet des jüdischen Humors umfassen, sondern nur den Ausschnitt des rabbinischen, .das immerhin reich genug ist, eine solche Souderbehandlüng zu verdienen. Was seinen inneren Reichtum ausmacht, .ist die feine Spiritualität, jene Spiritualität des stillen, lächelnd überlegenen, nicht nur von Buchstabenwisscn, sondern auch von Lebeuswissen überfließendeu und sprühenden jüdischen „Nathan des Weisen", wie er in Tausenden von Gestalten und Typen in der Vergangenheit wie noch in unseren Tagen als Gelehrter, als Rabbi, als Lehrer, Säuger, Wanderprediger und Barfüßler in unserem Volke umging und umgeht. Kohns Buch ist populär und wissenschaftlich gefärbt, ivie es dieser Humor selbst ist. Populär genug, um den anspruchslosen Genießer zu vergnügen, ivissenschastlich genug, um diesen im Grunde seines Wesens anonymen Geistreichtum nach .Zeit, Milieu und Namen zu bezeichnen. Es gehörte Fleiß dazu, das alles auszuspüren und zusammenzutragen, auch persönliches Erleben; denn manches ist aus der Gegenwart und Erfahrung des Verfassers hinzugegcben. Das Buch ist wert, gelesen zu werden und, sobald es erweitert sein wird, wie der Verfasser vorhat, eine verschönerte Auferstehung zu feiern in einer äußeren Form, wie wir sie bei unseren neujüdischen literarischen Unternehmungen erfreulicher Weise mehr und mehr gewohnt werden. Verschönerung verträgt auch noch die Sprache des Buches, die etwqjs lebhafter sein könnte und in ihren hebräischen Bestandteilen dialektisch einheitlicher, entweder rein sephardisch artikuliert oder ganz in vsteuropäisch-aschkeuasischer Mundart. Dr. I. Auerbach. Kaiser Frledricn Quelle —■ "■ Ottenbach a» fi. - Hegen Gicht and BheamatlsmaB bewährt. Alleiniger General -Vertreter: Frledrloh Stahl, Frankf.a.M., Güntherah.-Allee 37. Tel Han8o259n.714. Wocheu-Kaleuder. (Zeitangaben nach dem Laach.) SamStag, den 10. April (= 26 Nissan.) Sabbat-Anfang in Frankfurt a. M. 6 Uhr 40 Min. Sabbat-AuSgang in Frankfurt a. M. 8 Uhr — Min. in Berlin 7 Uhr 38 Min. Wochenabschnitt: S che mini. — Ahron und Moses segnen das Volk. Der Tod der zwei Söhne Ahrons Nadab und Abihu. Die Speisegesetze. Raus ch - Ch audes ch - Bens ch en. (Rausch-Chaudesch: Mittwoch und Donnerstag). Freitag abend (9. April) — 11. Omer. Samstag abend (10. Slpril) — 12. Omer. Sonntag abend (11. April) — 13. Omer, usw. Wocheugottesdienst in Frankfurt. Morgens 6 Uhr in. den meisten Synagogen (Unterlindau, Bockenheim (i1 - Uhr, Hauptsyuagoge, Königstciuerstr. ist- Uhr) Abends iststt Uhr in den meisten Synagogen (Hauptsynagoge 1 Uhr, Königstcinerjtr. 7 Uhr). r 3ST_ ROSENAU Herren-Schneiderei GoetbestraHse IO. 10 Vornehme Ausführung. Massige Preise. I .J Spende». Beim Frtf. Israel. Familienbl. gingen ein: Notleidende in Palästina: Jos. Halle, Heilbroun Julius Schmidt, Haskoras neschomaus zum Andenken an seine' liebe Mutter Auguste Schmidt Lehrer Rosenberg-Bierstadt dankt Familie Kahn-Bierstadt für Liebenswürdigkeit Salomv» Faust, Siegfried Meier, Walther Sundhcimer auf den Namen ihres lieben' Freundes Siegfried Pick s. A. 1 Oelbcuun im Herzlwald Bei der Rationalsondskoiuunssiou (Jsaac Zeit 21) gingen ein: Spendenbuch: Josef 2. Oppenheimer anl. der Geburt seiner Tochter Jsaac Heimann auf den Name» seines unvergeßlichen Neffen Hans Heimann 20 Oelbäume 100.— Ji 1.— 6.— JL Heimann, 20.— Jk 120.— Universitäts-Cafe B“ ------- Ep»tklaa»lno» Familion- Oafö. -t ■Kr* Mässige Preise. _Besitzer; Ep**»t Ounkat. Kra»!furrer Familienuachrichte». Gebäre n. E. Sohn Emil Hirsch, Hölderlinstr. 4. E. Tochter Henri Ettinger (Simon), Langestr. 31. B a r m i z w o s. Harras Goldschmidt, Friedberger Anlage 20, Synagoge Friedberger Anlage. — Rolf Schuster, Wolssgangstraße 88, Synagoge Unterlindau. — Wsred Hanauer, Günthersburg Allee 39, Albert Adler, Fährgasse 1ö0, Synagoge Börneplatz. Verlobte. Helene Lorsch, Hansa-Allee 8 mit Rudolf Adler. Wien. __ Gestorben. Leopold Ledermann, 39 I., -Landweg 61. — Ist Silberinann, 21 I, im Feld. — Hedwig Metz geb. Meyer, 80 I., Reuterweg 19. — Lina Berolzheiiner geb. Strauß, 87 I., Guiollettstr. 21. Auswärtige Faruiliemrachrichte«. Gestorben. Herm. Bernheim, 70 I., Zürich. — Jonas Kaufmann, 75 I., Hilden. — Berthold Haas, 20 I., Eich, im Feld. — Hermann Nathan, 64 I., Bingen. — cand. jur. Herm. Stern, 22 I., Mannheim. — Adolf Seligmann, 70 I., Heidelberg. — Lehrer M. Schneider, 63 I., Koschmin. — Max Linde, 40 I.. Jastrow. — Rabbiner Dr. Herm. Grünfeld, 76 I., Berlin. — Kommerzienrat Gustav Manheimer, 70 I., Berlin. Wir bitte» unsere Leser, ihre» Bedarf unter Bezugnahme auf unser Blatt bei unsere» Inserenten zu decke». Frankfurter Israel. Iantilieublatt. — I>r exel -Lichtspiele — Grosse Frladbargarstr. 18/20. Tatet Hansa 2181 Wir spielen heute nnd die folgenden Tage: Monopol: Alletnerstaufführungsrecht für Frankfurt. Der Erbe von Miramare. Eine romantische Filmscböpfung in 3 Akten. Herrlich, wie der stolze^ weiss glänzende Matmor des Schlosses nnd tief nnd unergründlich wie das blaue Meer wird in diesem Film eine spannende Handlung abgerollt, die sich im märchenhaften Reiz und im romantischen Abenteuerleben bewegt. Die wunderbaren Landschaften und das überwältigende Spiel reissen den Zuschaner mit sich fort. Hierzu : . Das abwechslungsreiche Programm mit den neuesten Ereignissen von den Kriegsschauplätzen. — Erstklassiges KgnBtlerorehester. — Danksagung. Allen, die mir zum 25 jährigen Amtsjubiläuin Aufmerksamkeiten erwiesen haben, sage ich auf diesem Wege herzlichsten Dank Rabbiner Dr. I. Goldschmidt, Offeubach. ' Israelitische Religionsschule. Das Sommersemester beginnt om_17. April. Anmeldungen nimmt der Leiter, Herr Rabbiner Dr. I. Horoditz in seiner Wohnung (Stauflenftr. 30, Ij. täglich von 3-4 Uhr entgegen, und im Schulgebäude Hermesweg 25/27, Donnerstag, den 15. April von 2%—3tyfc Uhr, sowie Sonntag, den 18. April von 11—12 Uhr, im Schulgebäude Unterlindau, Donnerstag, den 15. April, 4—5 Uhr, sowie Mittwoch, den 21. April von 4—5 Uhr. Wir machen besonders daraus aufmerksam, daß auch an unserer Anstalt am Hermesweg eine Sonderabteilung für Kinder höherer Schulen besteht. Die Teilnahme an diesem Schulunterricht ist unentgeltlich, ebenso der Besuch unserer zahlreichen K u r s e in Bibelexegese, den rabbinischen Disziplinen jMischna, Gemara, Schulchan Aruch u. s. w.) und jüdischer Geschichte für Jünglinge und Erwachsene, sowie unserer Fortbildungskurse für junge Mädchen und unseres Lebrerinnenkurfus. =£tronen-2)rogerievon Gr©yer cSb Müller Kronprinzenstr. 33 Frankfurt a. M. Elbestr. 13. Drogen .*. Chemikalien.'. Verbandstoffe .*. Parfümerien Vertrieb pharmazeutischer und technischer Spezialitäten En gros — Telephon 3656. — -— En detail. Kuraufenthalt. Prospekt durch Dr. Kal ln er. Erholung« L heim I »-.spiral Bad-Soden HfSoniMra iwTaunusl Erstes laus der handle. ä 2 i: 1: 6147

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