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Neue jüdische Presse · 1915-03-26 · Heft 12 (26.3.1915) · p. Seite 6

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
13 (1915)
Issue
Heft 12 (26.3.1915)
Date
1915-03-26
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Frankfurter Israelitisches Familienblatt. 5ta. 12. „Ja, recht hat Tschechow, wenn er schreibt, die Technik der Welt entwickelt sich mehr und mehr, sodaß der Mensch nur ein kleines Schräubchen wird. Das Individuum, das Herz, das Gefühl— verschwunden! Es gibt keinen Menschen mehr, keinen, keinen. . . Nur eine große, kalte, stählerne, ausgedachte Maschine, und die Mischen, die schönen, blühenden, frischen, sie fallen und fallen." Ms er seine großen Augen zum Himniel erhob, sah er ein Meer von Millionen Sternen ausgeschüthet und es war ihm, als ob er von den Menschen so weit entfernt sei wie ein Stern vom andern, obwohl sic einander so nahe zu sein schienen. Und wieder erreichten sein Ohr die traurigen Wngc der Rcstaurantmusik. Ein kühler Herbstwind rauschte durch die hohlen Bäume und jagte die verwelkten Blätter auseinander, sodaß seine Augen die Striche sah, die Opotschinsky mit seincnt Stecken in die Erde gezeichnet hatte. Geschwind löste er seine Blicke von dem schrecklichen Ort und stand von der Bank ans. Und gegen seinen Wlllen entschlüpfte ihm ein wahnsinniges Lachen. „Ha, ha, ha... 20. Jahrhundert, Kultur, Kunst, Wissenschaft, Menschheit, Sozialismus!" Und sein Gelächter vermischte sich mit den bangen Klängen der Musik und verhallte grausam in die Nacht. Und sein Lachen war ein „rotes Lachen". Als Opotschinky in sein ärmliches Künstlerzimmer heim kam, nahm er sofort seine geliebte Violine vor, um ein bischen die schmerzliche Diskussion zu vergessen. Und er spielte lange, lange ohne Pause. Aber es gelang ihm nicht, sich zu vergessen. Denn die Gestalt seines Freundes, die schwarzen trüben Augen, die lange jüdische Nase, die wütende Sttmme verschwand ihm nicht aus den Augen. Sic peinigten ihn die ganze Nacht, als ob sie sagen wollten: was hast du von mir gewollt, warum hast du mein Herz mit deiner giftigen Rede getötet? Und in der Frühe, als ein blasser Strahl sich in sein Zimmer schlich, erwachte er, sein Gesicht tief in die Kissen cingegrabcn und weinte laut. Haider «nennen ifueue ——— Ottenbach z, M. —— Gegen tU«kt and Bheaaiatlmnag bewährt. Alleiniger General-Vertreter : Frlwdrloh Stahl, Frankf.a.M., Günthersb.-Allee 37. TeLHansa259n.714. Wochen-Salender. (Zeitangaben nach dem Loach.j SamStag, den 27. März t— 12 Nissan.) Sabbat-Anfang in Frankfurt a. M. 6 Uhr 15 Min. Sabbat-AuSgang in Frankfurt a. M. 7 Uhr 35 Mi», in Berlin 7 Uhr 10 Min. Wochcnabschnitt: Z a tu, — Fortsetzung der Vorschriften über die Opfern Einkleidung und Weihe der Priester für ihren Dienst. Schabbos Hagodaul, der „große" Sabbat zum Andenken an das Wunder, daß unsere Vorfahren das von den Aegyptern verehrte Lamm zum ] Schlachten bereitstellten und die Acgypter dazu schwiegen, — ein Wahrzeichen der bevorstehenden Erlösung. Pessach. Beginn: Montag, 29. März, abends 6 Uhr 40 Min. Samstag, 3. April (— 19. Nissan). Sabbat-Ansang in Frankfurt 6 Uhr 25 Min. Sabbat-Ausgang in Frankfurt 7 Uhr 45 Min. ~ Berlin' 7 Uhr 25 Min. Schabbos Chaul-H a m aued. Ende des Pessach-Festes: Dienstag, 6. April, abends 8 Uhr (Frankfurter Zeit). Dienstag, abend (31. März) — 1. Omer, Mittwoch, abend (1. April) — 2. Omer, Donnerstag, abend (2. April) — 3. Omer, Freitag, abend (3. April) — 4. Omer, nsw. Wochengottesdieust in Frankfurt. Morgens (i>/, Uhr in den meisten Synagogen. (Unterlindau, Bockenheim Uhr, Hauptsynagoge, Königsteincrstr. Vk Uhr) Abends 6 Uhr in den meisten Synagogen (Hauptsynagogc 4 Uhr, Königsteinerstr. 7 Uhr). Drexel -^Lichtspiele Gr. Friedbergerstr. 20 Von morgen sb neues Programm HDD bP Unter Aufsicht der Ritualkommission der Israel. Gemeinde —— Wlederrerbänfer Rab&tt. - Ochsenfleischm.Kraftbrühe Rostbraten Ochsenbraten Golascli Pökelfleisch mit Kraut Ealbszonge Kalbsbraten Jede Bnchse Mk. 1.50. Kalbsmilcher, Büchse Mk. 1.60. Warst mit Kraut I Hackbraten mit Kraut WienerWnrstchenmitKrant j Kotelett Jede Bnchse 80 Plg. H. Schanmbnrger, Wnrsfiabrik Erfinder der Diabin-Wurst als Genuss* und Heilmittel für Zucker- und Nierenleidende, ges. gesell. 162 609. Bßrgßrstrassß 22, Telef. Hansa 3711 AUßrhßiUgßnstrassß 89, Telef. Hansa 3711 Baitonstrasse 34, Telef. Hansa 5517. An die jüdischen Hansangestellten und Hausfrauen Frankfurts. Samstag, den 27. März, */*4 Uhr Loge Adler, Seilerstrasse 22. Zur Ernähr ungsfrage während der Kriegszeit. V ortragende: 1) BerthaPappenheim 2) Amalie Kosenthaler. Nach dem Vorträge werden Anfragen gerne beantwortet. Eintritt frei. Ortsgruppe d. Jfid. Frauenbundes und alle angeschlossenen Vereine. Jfid. Fraaenvereinignng. Bekanntmachung. Montag, Erew Pesach, 7 Uhr morgens, wird in unserem Lokal Schiranenstr. 8, U. ein Sium Habohauplm unter Leitung Sr. Ehrw. Babbiner Korn- Jerusalem abgehalten. Gäste herzlichst willkommen! Beth Hamidrasch Cheurrah Tehilllm. Nächsten Montag findet um 7 u. J$8 Uhr ein Slum statt. Rusaiach - Polnisch Beth-Hamidrauoh Hinter der schönen Anssicht 11. Halero.VeISBMulergeseh!n vorm. C. TFlssenbaoh Frankfurt a. H., Zimmerweg 11 Telefon Amt Tannas 416. Soeben erschienen: Kriegsüochvuch Mr die titmtte Küche Herausgegeben von der Frauen-Vereiuiguug der Frankfurt-Loge mit einer Einleitung von Profeffor von Noorden und einem Anhang: Pefsach-Serichte. Preis 15 Pfg. (Frankozusendung gegen 18 Pfg. in Briefmarken). In Partien: 50 St. Mk. 6.75, 100 St. Mk. 12.—. Neckar«°»KagleckL Lchloffer.lraullsack a.M. Friedr. Roth Bleidcnstrasse 12 empfiehlt sein ganz hervorragendes lOer Sortiment. H»rn-Spetenm Untersnchnngeii werden gewissenhaft und prompt ausgeführt in der ------ Croethe - Apotheke Frankfurt a. M, Oederweg 51, Ecke Borniieseniig. Tel. Hansa 621. [Hut-Kretschmer Grösste Fassonier-Anstalt Frankfurts für Herren-, Damen- und Kinderhüte 40 aparte Formen zur Auswahl Abteilung für Panama- und Filzhut-Wäscherei Jetzt: Grosse Sandgasse 17 Telephon I, 7339. 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