Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 13 (1915)
- Issue
- Heft 12 (26.3.1915)
- Date
- 1915-03-26
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Teile 10 uitir Mittelalter die Frauen nicht als lebende Wesen, sondern wie Gegenstände verkauft oder verschenkt wurden. Erst die Juden setzten Maßregeln zu ihrem Schutze fest und räumten ihnen zahlreiche Rechte ein. (§, V. B. M. Kap. 20—21.) Wir haben aus allem gesehen, daß, wie bei allen anderen Fragen, wir Juden auch, hier eigene Wege gegangen sind, daß, während die einen Völker den Krieg bejahten, die anderen ihn verneint haben, wir niemals in eine von diesen beiden Extremitäten verfallen sind, sondern immer den realen Bedürfnissen des Lebens Rechnung getragen haben, nach denen es ebenso unmöglich! ist, den Krieg zu verneinen wie ihn zu bejahen. Wir bomllen so handeln dank unserer jüdischen Ethik, dank unserer Gerechtigkeitsethik. Indem wir aber irur Verteidigungskriege und solche ^Angriffskriege billigten, die gerechte und kulturelle Ztveckc verfolgten, haben wir gleichzeitig den Weg gezeigt, wie der Krieg überhaupt aus der Welt zu schaffen ist. Denn 'in dem Augenblick, wo alle Völker die Eerechtigkeitslehrc akzeptiert haben werden, in dem Augenblick also, wo sie wirkliche wahre Kultur angenommen haben werden — in demselben Augenblick wird (auch) der Krieg von 'selbst überflüssig werdcm, und dann wird die Prophezeiung unseres Propheten Jesaijas in Erfüllung gehen können, die Prophezeiung, daß „alle Völker ihre Lanzen und Schwerter in Ackergeräte umwandeln werden, da fürder kein Krieg mehr geführt werden wird". gegr. La. 9 Ghtnes. Indische fkiuchong-Hischnng.Hk. 3.— Ohini-Grastee . . Hk. 1.80 Darjeeling Ormnge-Peckpe. Mk. 4*40?ekoe~8onehong*8pltzen ....... Hk. 2.7U Personalien n. Kleine Mitteilungen. Breslau. Kommerzienrat Julius Heymann feierte den 90. Geburtstag. — Hier verschied M i n n a L c v y, geh. Kapauner, deren beiden -Söhne Hans und Herbert auf dem Schlachtfeld gcsatten sind. Mannheim. Bankier Max Goldschmidt ist itt den Großh erzogt. Oberrat der Israeliten berufen worden. Würzbnrg. Rüben Moses Eschwege m Emden, Sohn des Hauptlchrers Eschwege in Thüngen, ist als Nachfolger Kantors Samson Lehmann s. A. nach hier berufen worden. Prag. Im Alter von 59 Jahren verschied hier Heinrich Deuhof, ein vorbildlicher Wohltäter. Amsterdam. B. M. Nijkerk ist plötzlich Verschieden. Er war durch seine Wohltätigkit sehr angesehen und gehörte der Leitung unserer jüdischen Institutionen an. — Die jüdische Gemeinde in Groningen verliert durch den Tod des Herrn Mozes Salomo ns einen ihrer Besten. Zürich. Im 59. Lebensjahre verschied hier Joseph Meier Weil, bekannt als geschickter Mohel und als edler, guter Mensch. Loadaa. Die Zahl der Juden im Heer und Flotte wird ans rund 10,000 geschäht, dreimal mehr, als ihrem Anteil an der Bevölkerung entspricht. — Unter den gefallenen Offizieren befinden sich u. a. solgcnde Juden: Henriques, Leutnant Samuel, Leutnant Baron G Lu z b u r g, ein naturalisierter Russe, Md Leutnant Satz. Frankfurter Berichte. Phllanthropl». Der diesmalige Jahresbericht widmet einen großen Teil seines Inhalts den Veränderungen, die der Krieg im Leben der Schule geschaffen hat. So erhielten 7 Schüler für die Erntearbeit frei,, 15 als Radfahrer für die Kriegssürsörge, .In den ersten 6 Monaten des Krieges konnten über 650 Sendungen — darunter 850 von den Schülerinnen angesertigte Wollsachen — nach dem Kriegsschauplatz abgesandt werden. Für die Nachmittagsstundcn wurde in den Schulen ein Hort eingerichtet, in dem 95 Kinder, deren häuslichen Verhältnisse in dieser ernsten Zeit möglichste Entlastung der Familie verlangten, ihre Schulaufgaben machten. Am 17. Januar fand ein vaterländischer Elternabend statt. Von ehemaligen Schülern erhielten das Eiserne Kreuz: Max Goldschmidt, Dr. Herbert Hermann, Abraham Horovitz, Dr. Isaak Horovitz, Dr. Lucian Kuhn, Max Lewisohn, Dr. Jakob Meyer, Albert Rothschild, Siegfried Wartenberg und Alfred Werthcimer und starben den Heldentod: Walter Biow, Jakob Dombrower, Max -Goldschmidt, Leo Hammel, Hans Heimann, Max Herzberg, .Paul Heß, Bruno Landau, Arthur Michel, Julius Rosenthal, Karl Saalberg,' Bodö Steindorsf und'Karl Strauß. Frankfurter Israelitisches Faiiiilicnblatt. Die Schute wurde von 369 Knaben und 250 Mädchen besucht. Realschule der Jsraltt. Religionsgesellschaft. Die Schule wurde von .373 Knaben und 241 Mädchen besucht. Der Schulbericht verbreitet sich u. a. darüber, wie der Krieg das Bewußtsein der Verantwortlichkeit des einzelnen der. Gesamtheit gegenüber auch in b£it Herzen der Jugend gestärkt hat, die sich in den letzten Jahrzehnten mehr gewöhnt hatte, für sich zu fordern als zu leisten. Von ehemaligeic Schülern der Anstalt erhielten das Eiserne Kreuz: Josef Adler, Moritz Bing, Siegfr. Rosenberger, Manfred Rosenblatt und Dr. Willi Weil und das daher. Militärverdicn st kreuz: Nathan Bamberger. Aus dem Felde der Ehre liehen ihr Leben: Martin Feist, Salli Halberstadt, Oskar Köstcrich, Wfred Mainz und Sally Michel. Generalversammlung des „Montefiore". Der Vorsitzende,Dr. Gustav Löffler, erstattete den Bericht. Mit dem Gefühle der lebhaften Befriedigung stellte er fest, daß der Montefiore in den jetzt so kritischen Zeiten seine Notwendigkeit von neuem erwiesen habe und wie ein im Band des innigsten Zusammengehörigkeitsgefühles alle im Felde stehenden Mitglieder mit dem Verein verknüpfe. Er erwähnt ehrend die im Felde gefallenen Mitglieder und gedenkt in besonders herzlicher. Weise der beiden früheren Vorstandskollegcn Siegfried Mantel und Alfred Mainz. Er berichtet sodann, daß der Verein sich im Interesse der vaterländischen Sache veranlaßt sah, die Vorstände sämtlicher jüdischer Jugendvereine zu einer Besprechung, die die Beschickung des militärischen Vorbereitungskurses zur Tagesordnung hatte, einzuladen, um auch erfreulicherweise mit dem Philantropin-Vcrcin eine Zusammenarbeit erfolgen konnte. Als Aeußerung vaterländischen Empfindens wurden auch die Räumlichkeiten der Militärbehörde zur Verfügung gestellt. Es fanden 21 Vortragsabende statt. Die Chanukafeier wurde zu Gunsten der„Feldvostsachc Abgehalten juib erzielte einen lieberschuß von 118 JL Die Schinrim wurden von Herrn Dr. May auch dieses Jahr abgehalten. Die Samstagnachmittagszusammenkünfte und Freitagabende wurden in der alten, von religiöser Weihe gatragenen Art weitergcführt. Die Wanderungen konnten auch nach dem Kriegsausbrüche, der eine Reihe von stark besuchten Einrichtungen (wie Sprachkurse und Turnsport) lahmgclegte, wcitergegeführt werden. Ms Kriegsleistung hervorzuhcben ist die Neuerung, daß in den ersten Monaten nach dein Kriegsausbrüche in den Räumen des Vereins ein billiges und kräftiges Abendbrot verabreicht wurde. Aus dem weiteren Verlaus, .der Versannnlung sei erwähnt, daß die Besprechung des Aomincrprogramms zahlreiche - Anregungen brachte. Es Marx, Lehrer Fuchs und Drenger. Herr Singer machte Mitteilung Lon einer Stiftung von 1000 JL zu Ehren des .ans dem Schlachtseldc gefallenen 20jährigcn Franz Ullmann. Raphael und Jeanuette Ettlingerheim für erholungsbedürftige Kinder (E. B.), Hofheim. Der Vorstand hat beschlossen, trotz des Krieges das Heim seinem Zwecke wieder zu öfsircn. Er tat dies in der Erwägung, daß die schweren Verluste an kostbaren Menschenleben, die Deutschland in diesem Jahre zu erleiden hat, cs zur vaterländischen Pflicht machen, durch kraftvolle neue Gciwrationen die >Lückc» im Volksbestand zu füllen. Der bisherige Tagcssatz pon 1.50 JL soll trotz der Steigerung aller Lebensmittelpreise nicht erhöht werden. Besonders wird infolgedessen das Heini auch den Kindern des Mittelstandes ofscnstehen, dem cs.bei den schweren materiellen Opfern, die der Krieg gerade von ihm fordert, schwer, fallen dürfte, auf andere Weise den der Erholung bedürftigen Kindern Ausspannung zu verschaffen. Meldungen tverden wie früher bei dem Hausarzt Dr. Löffler, Obermainanlage 18, Frankfurt a. M., jeweils Dienstag und Mittwoch nachm. 5 Uhr entgegcngenommen. — Die Eröffnung des Heims findet gleich nach den Pessachtagcn statt. Arber den Sommerlehrplan der „AgudaS USroel"- Jugendgrvppe. An Stelle des im Felde stehenden E.ini l G ottlicb ist Rabbiner Schüler für die Leitung eines Gcinoroh- Schiurs gewonnen worden. Lehrer Karl O ch s e n m a it.it hat einen Vortragscyklus „Gedanken aus Pirke Owaus" übernominen. Der erste Vortrag findet Dienstag, den 13. April, abends 9 Uhr statt. In der Omerzeit wird allabendlich 20 Minuten vor Maariw saus dem Midrasch vorgetragcn werden. Beginn Donnerstag, den 1. April. Samstags Nachmittag werden die Ereignisse der Woche, .im Lichte des Judentums gesehen, durgestellt werden. Der erste dieser Vorträge wird am Samstag den 17. April, mittags 4 Uhr stattsindcu. “ Wie int u/bgclaufenen Halbsahr werden auch im kommenden Sommer Wanderungen indie nähere Umgebung Frankfurts veranstaltet. (Fahrtenzcttel sind im Büro erhältlich). Mit den unter den Fahnen stehenden Mitgliedern — annähernd 100 — wurde ein reger Verkehr gepflegt. Dcutk der Zuwendungen einer Reihe Mitglieder war der Verein in der Lage, ans Pessach Liebesgaben ins Feld zu senden. Um auch weiterhin, trotz der sehr angespannten Kassenverhältnisse, die im Felde stehenden Mitglieder durch Gaben zu erfreue», werden Spenden für Liebesgaben erbeten.; Den socialen Ausgaben widmete sich.pornehmlich die Mäd chen grn p p e. In deren Hand liegt unteran¬ Nr. 12 derem die Leitung der L c h r st e l l e n v c r in i t t l n n g, die sehr stark in Anspruch genommen würde. Die Sprechstunde der LehrsteUenvermittlung.findet Sonntags von 11—12 Uhr vormittags nvd Donnerstags von 9—10 Uhr abends statt. Der bereits bestandene Tnachkursns unter Leitung Redakteurs S ch a ch n o w i tz sowie der Tehillim-Knrsus unter Leitung Lehrers Hirsch.berg werden auch im Sommer fortgeführt werden. Auch im neuen Halbjahr sollen am Sabbat Vormittag vierzehntägig Zusammenkünfte stattfindcn, in denen kurze Referate gehalten werden. Die erste Zusammenkunft findet am 10. April statt. Der Handarbeitsabend wird zukünftig , am Mittwoch Abend, auch am Montag Slbend stattsinden. Einer Anregung aus Mitgliedcrkrcisen entsprechend wird ein französischer Sprachkursus sür Anfängerinnen (Frl. Rosa Jeidel als Leiterin) und ein Stenographiekursus (Leiterin Frl. I. Katz) eingerichtet. Es ist Vorsorge getroffen worden, daß zukünstig in den Vercinsräumen gegen ein.geringes Entgelt Eririschungen eingenonimen werden können. — Allen Mitgliedern sei die Benutzung der reichhaltigen jüdischen .Bibliothek im Betlf-Hainidrasch (Ziminerl) empföhlen, daß ebenso wie alle Klubräume — in denen stets die neuesten jüdischen und Tageszeitiingen ansliegen — den ganzen Tag von 8 Uhr vormittags bis IOV2 Uhr abends, geöffnet ist. Personalien. Frau Helene Apclt, geb. Leucht, Witwe des Lehrers Mathias Apelt f. A., der mehr als 40 Jahre an der Realschule der Israelitischen Religionsgesellschast ivirkte, ist von ihrem gesegneten Erdenwalten abberufen worden. Sie war die würdige Tochter ihres Vaters, des üerühinteii Kantors Rabbi Hirsch-Leucht s. A. in Darmstadt, und die würdige Enkelin ihres Großvaters, Rabbi Mendel Rosenbanin s. A. in Zell. Jüdische Pflichterfüllung war ihr höchstes Streben: als Hausfrau, als Mutter, als Mensch betätigte sie es mit bewußtem Verständnis. Bis zuletzt war die Beschäftigung mit dem Schristtum des jüd. Volkes die Freude der Musestunden ihres arbeitsreichen Lebens, und gerade zu verblüffend war cs, wie sie in den .Hirsch'schen Schriften beschlagen war. Sr. Ehrw. Rabbiner Dr. Nobel verlieh Herrn Isaak L. Gold schm id t anläßlich seiner silberneii Hochzeit den C h 0 w e r - -T i t c l. Kleine Notizen. Der E r n w in der Synagoge am Börneplatz ivird am Erew Pessach vor Beginn des Abend-Gottesdienstes wieder öffentlich ernenert. Dienstag hielt die Jüd. Frauen Vereinigung ihre Gcneralvcrsamnilniig ab. Der diesmal interessante Jahresbericht wird in feinem Hauptinhalt in diesem Blatte erscheinen. IfJi- I Clg. -Mi Partien garren garetten bessere Sachen billig. -Müller, gr. Eschenheimerstr. 31. Kunst rmd Literatur. K r i c g s k 0 ch b n ch für die rituelle K i'i ch e. Herausgegeben von der Frauenvcreinigung der Frankfurt-Loge. Einleitung von Hofrat Professor F. von N 0 0 r d e n 32 Seiten. 15 Psg. Frankfurt a. M., Englert n. Schlosser. Ein außerordentliches praktisches Büchlein, das in jedem jüdischen Haushalt notwendig ist. Wir halten cs für eine geradezu patriotische Pflicht der jüdischen Franenvercine, das Büchlein für ihre 'Mitglieder zu bestellen. Die Ausgabe ist eine sehr geringe, da 50 Bücher nur 6.75 JL und 100 nur 12 JL kosten. Speichert. iOVl vut - - ^uuüuui]üuoöTonnui]pon ^Ziaae .Hermann, Zeit 21) gingen ein: Hebr. Schnlioerk, Max Levigard 20,—JL .B ii ch se nleeru n g. Marcus Cohn (1.62), N. N. (00.87), H. Oppenheimer .(4.60), Jac. Wolf (3.—), M. Simon (1.42), A. Berger (4.—), Feldniann (4.56), H. Noßbaum (1.06), Weil-Merzbach (1.07), Bamberger (00.34), N. N. (1.40), M. Halle- Gelnhauscii (7.30). .! jed. Art u. Preislage kauft 1 man gut und preiswert Im BV Trauring-Eck -WW Fraukfnrt tu M , Trierisohe Gasse 31. |Ecke Tängesgasse,vls-a-vls d. Hasengasse. Fr. Pletzsch>unduSrite, I Bereius-Kaleuder. Samstag. Mikov Chajim, 3V- Uhr: Mikro-Vortrag (Joseph Sender). Sonntag. Me kor Chajim, 5% Uhr: Aus der Haggadah .(Redakteur Schachnowitz). Montag. Beth-Hamidrasch „Cbewroh.Tehillim", 7 ..Uhr morgens, NZchwanenstr. 8: Sium Hebchaurim. — R. S. Beth-Hamidrafch, 7 und 7V2 Uhr morgens: Sium. Samstag, L- April. Mekor Chajim, 4 Uhr: Schir Haschirim (Rabb. Rottenberg).