Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 13 (1915)
- Issue
- Heft 10 (12.3.1915)
- Date
- 1915-03-12
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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Fit 10. Frankfurter Israelitisches Familienblatt. 8eü* 5 So lange dieses Volt noch junge Männer. in seiner Mitte hat. die neben ihrem Beruf das Thorastudium nicht versäumen, so lange seine Töchter voll Stolz aus diese Männer zeigen, so lange wird auch oer gute religiöse Kern dem Volke erhalten bleiben, der unter manchen Schlacken in reichem Maße vorhanden ist. Möge der Tag der Befreiung recht bald für dieses arnle Volk kommen, möge der Helle Tag ein religiös widerstandsfähiges Volk finden. Max. . . . Außerdem schickte mir der Verein Mekor Chajim Briese, die die Sidren behandeln, die gerade gehen. Ihr könnt euch denken, mit welch großer Freude ich diese lese. Es gibt eben in allem nur ein Frankfurt. In dem letzten war auch die Parschas Sochaur drin, die ich. gestern sagte, und gestern bekam ich einen Brief, der die Sidren: Tezawe Terumoh behandelt, und ferner war dem Brief eine Megilloh beigelcgt, die niir eine unsagbar große Freude bereitete. Jetzt sitze ich auf einem französischen Tischchen, und mir ist es Heute am Purim, der eigentlich für ungetrübte Freude bestimmt ist, so schwer zu Mute. Ich muß heute sortgesetzt an zu Hause denken, und je mehr ich denke, je mehr muß ich weinen. — — Ich habe die Megilloh zweimal gesagt, gestern abend und heute morgen. Da stand ich um 6 Uhr >auf, zündete mir eine Kerze an, machte mir Feuer, betete und sagte die Megilloh, und jedes Wort, jeder Buchstabe ries mich nach Lause zurück; dann trank ich Kaffee, setzte nieinen .Helm auf, schnallte um, und bezog um 8 Uhr meinen Posten. Die Nacht über hatte es ziemlich geregnet, aber ein schöner Tag wollte anbrechen, langsam wichen die grauen Regenwolken, um dem schönen Blau des. Himmels Platz zu machen: Die ersten Schüsse unserer 'Artillerie sausten über meinen Kopf hinweg. Ich stand mit meinem geladenen Gewehr an die Wand gelehnt, dachte an zu Hause, wie Ihr jetzt wohl so fein und sauber angezvgen aus der Synagoge kommt, um heim in Euer gemütliches Zimmer zu gehen, — und ich stehe hier draußen einsam. Aber dennoch ist Purini, der Purim, auf den mir uns als Kinder so freuten. Das brachte mir den Trost, daß doch endlich einmal das Los auf deni Schlachtfelde, auf dem wir eben stehen, fallen wird, daß doch endlich einmal die gerechte Sache Deutschlands als L-iegcri» hervorgcht. - Ich weiß nur zu genau, daß Ihr eben so oft an «sich denkt, daß Ihr auch heute abend bei der Sude oft meiner erwähnt. Ich aber will während dieser Stunden nur zu Gott beten, daß er den Monat Adar, der den Jehudim doch schon so manche Freude cinbrachte, auch zum Freudenmonat für ganz Deutschland mache, indem er noch in diesem Monat seinen Friedenscngel schicken möge. I. L. . . . Wir hatten in der ersten Zeit Transporte von Verrätern. Unter dieser Gesellschaft faiiden sich alle Sorten und Klassen Menschen, viele schöne junge Frauen, Kinder in lallen Jahrgängen, zahlreiche Geistliche und höhere Eisenbahnbeamte, auch Unterbeamte. Gottseidank treten solche Fälle jetzt selten auf. Es waren meistens russophilc Ruthemen, bei denen der Rubel die Hauptrolle spielte. Leider hatten die Russen hier in Galizien mährend der Friedenszeit sehr großen Spielraum. Es hat sich jetzt gezeigt, daß sich die Russen schon seit Jahren ihre Spione in allen Klassen gesichert hatten. . . . Von Dörfern ist keine Spur zu sehen, höchstens verbrannte Schutthaufen. Zu kaufen ist nichts, und wenn man htoch so viel Geld bezahlen will. Denn in den Städten -ist alles ausgeraubt,' aber auch alles, was man sich nur denken kann. Die Russen sind eben keine Soldaten, sondern Mörder und Räuber! Die Kosaken iverden jetzt zurückgezogen: — man braucht sie anscheinend jetzt in Rußland selber und dann wohl auch, weil man ihnen keinen Pardon mehr gibt, sondern sie wie Hunde niederschießt. Sind sie doch ohne Ausnahme wilde Bestien ohne eine Spur von menschlichem Gefühl. Besonders unsere armen Juden haben furchtbar durch sie gelitten. Ich rate jedem galizischen Juden, sich Bart und Seitenlocken abnehmen zu lassen und den Kaftan abzulegen; — die meisten können sich doch dazu nicht entschließen und bringen so ihr Leben in Gefahr. S. Z—l, I Deutsche National-MIsohung Mk. 2.90. Ohina-Qrustee Hk. 2.20.1 Ceyl. Or.Peko-MIschung Mk.-t.20. Peko Soaahg.-Spitzen Mk.2.70.1 Kakao Soma Mk. 2.—, 2,40, 3.—. | Kaiser Friedrich Quelle - Offenbach tu M. -— Gegen Gicht and Bheiniattsm« bnrtbt Alleiniger General-Vertreter: Frlsdrloh Stahl, Prantf.a.M.. Güntherah.-Allee 37. Tel Hansa259n.714, Wocherr-Salerrver. (Zeitangaben nach dem Loach.) Samstag, den 13. März >--- 27. Adar.) Sabbat-Anfang in Frankfurt a M. 5 Uhr 50 Mn Sabbat-AuSgang kn Frankfurt a. M. 7 Uhr 10 Min. in Berlin 6 Uhr 45 Min. Wochenabschnitte: Wajakhel und Pekudei. — Weiter die Stiftshütte. Die Ausstattung der Priester. Die Priesterweihe. Parschas H a ch a u d e s ch. — Der Abschnitt von der Bereitung des Pcssachlammes >vird verlese». R a n s ch - C h a u d e s ch Nissan: D i e n st a g. Wochjengottesdienst in Frankfurt. Morgens: 6y-> Uhr in den meisten Synagogen (Bocken heim, Unterlindau 7 Uhr, Königstcinerstraße, Hauptsynagoge 7?/s Uhr). Abends: 6 Uhr in, den meisten Synagogen (König' steinerstraße 7 Uhr, Hauptsynagoge 4 Uhr). Spende». Bei der Nationalfondskommission (Jsaac Heimann, Zeit 20) gingen ein: Frau Salie Heimann spendet auf den Namen ihres sel. Baters Jacob Heimann anl. Jahrzeit zwei Oelbäume 12,00.#. Spendcnbuch: N. N. 100,00.#. B ü ch s e n l e e r int g: R. Sondheimer 17/JO ,# Sulzbacher-Mainz 0,40 „ Cilly Rosenberg 0,67 „ R. N. 0,70 „ Jmergut 1,00 „ Sänger n. Friedberg 0,22 „ Mayersohn 0,45 „ Ch. Schäfer 0,14 „ Elias Herzberg 1,10 „ Kaplan 0.00 „ Freimark 1,00 „ Dr. Braun 1,00 „ S. Rosenthal 'Aachs. 0,85 „ Jos. Berker 0,90 „ Jos. Nußbauni 8,80 „ Dr. Stempa 2,86 „ Salomon 1,15 „ Dr. Schapiro 3,50 ,, Ehreich 0,20- „ A. Rosenheimer 4,25 „ C. Herzberg 1.00 „ Bei Frankfurter Jsr. Familienbt. gingen ein für die heimgesuchten galizischen Juden: B. u. G. zum Andenken an Isidor Dreysuß 20.00.# Martin Feist-Stiftung der hebräischen Mittelschule „Tachkemoni", Jaffa: Sali Wolf, Antwerpen z. Zt. Essen 100,00.# Saly Geis und Frau gratulieren Herrn und Frau Eduard Feist zur silbernen Hochzeit. 2,00 „ Frankfurter Edelmetallverwertnng I Garlach £ Weins I Probiern. Schmelzanstalt. Metallurg. Laboratorium. I Taunus*tr. 28. PranklUrt a. M. Tel- 1. 8743. I Ankauf aller Edelmetall-Rückstände, Bruchgold u. Silber. I Barren — Teilung — Gekrätann — Abfällen- ■ — Drexel -Lichtspiele — Gr. Friedbergerstr. 20 Die kleine JCeldin. 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