Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 12 (1914)
- Issue
- Heft 48 (11.12.1914)
- Date
- 1914-12-11
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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48. haucht ille er .Sahen t? Da och an Ist »ortete :n Sic laß sie Ihnen ordern ) kostcherlich ir sein Uebert, das kennen dieses zieht? eborcn hlafen, ch gclühsam , alles ihrem t zuni dieser n Gec dem ihnen werter ihren." ich gelegnen, da ein igercn, manzig ngeren issigere ie mit hl, es ehedem st ät nur he ich nemdc i alten Wahn Dasein durch is mir an es verden , was st alle hastig, wenn 'zutage - wenn nerlei, Tfilin Zereeltgeist -sinnig a und Aller i tru- Wer so erer sich ng ist esamte Vorteil! stets lse zu hwach, in sich n dör Städte oortetc nicht denn: /mein milian dungs- B M 48 ifes ümüMc MmMslKe» MMMatKs. Testament eines gefallene» jüdische» Offiziers. Durch die Bläter ging bereits die Nachricht, daß auf dem Kriegsschauplatz in Serbien am 20. Oktober d. I. Ullfrcd Kraus, Leutnant in der österreichischen Armee, den .Heldentod gefunden hat. Vor wenigen Wochen -noch wurde ein ausführlicher Feldpostbrief des Verstorbenen veröffentlicht, in dem er mit einer Schilderung des Lebens iur Felde seinen warmherzigen Gefühlen .für die jüdische Sache beredten Ausdruck gab. Nebenbei erzählte er, daß, er gemeinsam 'mit jüdischen Kriegskameraden in bosnisch-jüdischen Gemeinden Nationalfonds-Büchsen gefüllt habe. Nun wird dem Hauptbüro des Jüdischen Nationalsonds im Haag von dem Brrider des Heimgegangenen berichtet, daß Leutnant Alfred Kraus t e st a m c n t a r i s ch folgendes bestimmt hat: a) Kr. 700.— für einen Alfred Kraus s. A.-Garten im Oelbaumhaine des Vereins jüdischer Hochschüler Bar- Kochba, Prag (dessen Mitglied crwar). b) Kr. 500.— für den Dispositionsfonds obigen Vereines: falls der Dispositionsfonds aufgelöst werden sollte, ist die Summe als einmalige Palästinareise- Stipendiu», bestimmt. <i) 5kr. 300.— für 12 Stück P. L. D. C.-Aktie». cl) Kr. 100.— für das hebräische Schulwcrk in Palästina. e) Kr. 100.— für das mikrobiologische Institut. j)Kr. 100.—für den Zentralfonds. g) Kr. 100.—' für Landspende. Ii) Kr. 100.— für den jüdischen Turnverein „Maccabi", Präg' (dessen Gründer der Verstorbene war). i) Kr. 20.— dem Volksvcrein „Theodor Herzl" in Trautenau. Ie) seine Bücherei der jüdischen Universitätsbibliothek in Jerusalem. Der Weltkrieg hat schon jetzt in die Reihen der zionistischen Jugend beträchtliche Lücken gerissen. Die Blutopfer, welche die jüdische Jugend ans allen Kriegsschauplätzen so zahlreich darbringt, erhalten eine besondere Weihe durch die Treue, die jene Helden dem jüdischen Volke bis zum letzten Atemzuge bewahrt habe». Leutnant Alfred 'Kraus hat diese Anhänglichkeit an die jüdischen Ideale in besonders ergreifender Weise zum Ausdruck gebracht. Ehre seinem Andenken! Merkwürdige Gerechtigkeit. Wien, Anfang Dezbr. Der Jurist Hugo E. fuhr tm 10. Oktober mit der Stadtbahn von Klosterneuburg nach Wien. Während der Fahrt hörte er, wie die ihm gegenübersitzende Postbeamtin G e r i t s ch bei der Lektüre einer Zeitung zu ihrer Begleiterin sagte: „Da ^chan her, in Russisch- Polen sind schon wieder Judenverfolgungen. Da könnten wir von den Russen was lerne u." lieber diese Aeußerung geriet der Student in große Aufregung, zumal die Dame, von ihm! zur Rede gestellt, ihre Worte unumwunden zugab, worauf Herr E. die Aeußerung in sehr scharfen Worten kritisierte. Die Szene fand auf dem Polizeikommissariat ihr Ende, wo E. die Anzeige gegen die Postbeamtiu wegen Vergehens der Aufreizung nach 8 302 erstattete. Fräulein Geritsch gab an, daß sie bei der Aeußerung nur meinte, daß dann weniger polnische Jude» nach Wien kommen würden. Das Verfahren über die Anzeige führte zu keinem Einschreiten der Staatsanwaltschaft. Dagegen hatte die Angczeigte gegen den Juristen wegen der sie beleidigenden Aeußerungen die Ehrcnbeleidigungsklagc beim Bezirksgericht Döbling angestrengt. Der Angeklagte gab bei der Verhandlung an, daß er als nationaler M>e über die Aeußerung der Klägerin in große Aufregung geraten war, zumal in einer Zeit, wo so viele Juden in: Felde stehen. Bezirksrichtcr Dr. Ehrenzweig : Andere stehen ja auch im Felde. — Angekl.: Ja, aber sie finden auch Anerkennung, die jüdischen Soldaten hingegen nicht. — Der Verteidiger Dr. Ernst Schubert beantragte die.Freisprechung des Angeklagten, da. die iukriminiertcn Ausdrücke nur eine berechtigte Kritik der äußerst taktlosen und einer Dame unwürdigen Bemerkungen der Privatklägerin darstcllen. Der Richter verurteilte den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 50 Kronen, wobei er die berechtigte Aufregung als besonderen Mildcrungsgrund annahm. Der Verteidiger meldete gegen Schuld und Strafe die Berufung an. Aus Feldvriefe«. 24. November. Es ist jetzt ca. 10 Tage her, cs war an einem Donnerstag Abend, die Nacht stockdunkel, sodaß man keine 5 Schritte locit sehen konnte, der Boden lehmig und durch; fortwährenden Regen geweicht, als mich mein Kvmpagnieführcr rufen ließ und inich fragte, ob ich bereit' sei, nach einem ca. 1000 Meter vor der Front liegendem Walde auf Patrouille zu gehen. In diesem Walde befinde sich ein Schlößchen, und meine Aufgabe sei, festzustcllen, ob solches noch von Franzosen besetzt sei. Gemeldet war von der Artillerie, daß sie das Schloß zerstört haben, sowie von anderen Kompagnien, daß im Walde nur noch vereinzelt Franzosen seien. Ich erklärte mich bereit, brach init zwei Kollegen auf, mußte aber auf halbem Wege umkchreu, es herrschte eiir schreckliches Schnee- und Regengestöber, und wir konnten weder hören noch sehen. Auch kannten wir uns in der Gegend nicht aus: den 'Wald durchfloß ein Bach, ' über den nur ein Steg führte, und wir fürchteten, daß dieser Steg von den Franzosen besetzt sein konnte. Außerdem war das zaccbcrhafte Schlößchen mit einem Sumpf umgeben, in dem schon Kameraden stecken geblieben waren und ein Opfer der französischen Kugeln würden. Wir kainen zurück, und ich erklärte inich bereit, die Patrouille in der Morgendämmerung zu wiederholen. Der Morgen brach an, das Wetter hatte sich geklärt, und ich machte mich mit einem Kameraden auf» nicht umgeschnallt, nur die geladene Flinte auf dem Rücken, einige Patronenstreifen in der Tasche, ohne Mütze und Mantel, Revolver und Fernglas in der .Tasche. Wir passierten die Drahtverhaue unserer Schützengräben, vorbei an unseren Horchposten, an 2 großen Barrikade», und nun ging cs auf dem Bauche weiter, bis wir an eine Böschung kainen, die gegenüber dem Waldessaume lag.' Unter dem Schutze der.Böschung beobachteten wir den Wald, aber unmöglich, das dichte Unterholz erschwerte jeden Ausblick. Nun hieß es lueiter, aber Vorsicht, wir. mußten über einen freien Platz, ans dciic noch einige Häuser standen, rechts von dem Platze führte schon die besagte Brücke über den BaK Wir visitierten zunächst die Hänser, voic oben und auf dem Bauche kriechend, ob frei vom Feind. Dann' zogen wir in der Absicht, den Sunlpf zu durchwaten, scharf halb links. — jedoch der Snurpf >var zu tief. Wir krochen zurück, rechts im Walde hörten wir schon die Franzosen schanzen und fanden eine alte Sähinaschine, von der wir ein Brett nahmen. Wir legten das Brett über den. Bach, und wir kamen hinüber. Hier konnte uns niemand sehen, das Holz war zu dicht. Ich stieg auf einen Baum, kletterte in die Höhe, konnte aber nur durch mein Fernglas beobachten, daß der größte Teil des Schlosses, entgegen den Mitteilungen des Artillerie-Beobachtungspostens, nicht zerstört war, und daß aus denk Schornstein Rauch emporstieg. Das ermahnte zur weiteren Vorsicht, denn der Rauch ließ auf Menschen int Schlosse und Wald schließen. Zunächst ging cs' cucf Händen und Füßen quer durch das Unterholz und den sumpfigen Boden, jedes Windesgesäusel zum Weiterkriechen benutzend, bis wir am Brückchen aulangten. das am Tage/ wie wir feststellten, nicht beseht ist, während in der Nacht ein französischer Horchposten dort ein Lager .hat. Bor der Brücke lagen zwei tote Deutsche. Patrouillen, die unvorsichtig vorgingeu und abgeschossen wurden, sie mochten wohl schon 8 Tage dort liegen, die Franzosen hatten ihnen nur Hemd und Hose gelassen. (Der Franzose ist im Felddienst im allgemeinen geschickter als der Deutsche, der plump vorwärts geht, während der Franzose oft hinterlistig in Bäumen, Gruben dem nichtsahnenden Feind auflauert. Die Franzosen sollen auch in ausgeraubten deutschen Uniformen sich bis an den Feind heranfchleichen, um die Stellung zu erkunden. worauf wir speziell eben unser Augenmerk richten. Ms Parole bedienen sie sich häufig Zeichen, z.' B. dreimaliges Anschlägen des Seitengewehrs, während wir stets Worte nehmen). Der Anblick unserer toten, nnbeerdigten und ausgeraubten Kameraden erregte uns außerordentlich", und wir nahmen uns' vor, den Franzmännern eins heimzuleuchten. Die Brücke ist noch etwa 150 Meter vom' Schloß entfernt, wir sähen cs church die Bäume schimmern, aber noch war durch den Wald die Aussicht zu stark behemmt, um festzustellen, was' im Schlosse vorgeht. Wir krochen noch näher, sprangen von Baum zu Bäum, bis wie nur noch 60 Meter bont Schlosse entfernt wären. Da war eine Lichtung, und hinter den Bäumen stehend konnten wir alles genau sehen. Im Schlosse herrschte ein lebhafter Verkehr, Wagen rollten nach dort von einem unweit gelegenen Dorf, Posten lösten sich ab. Ich konnte durch mein Fernglas einen französischen Offizier beobachten, einen Baum bemerken, an den eine Leiter gebunden war und von welchem die Franzosen unsere Stellungen beobachteten. Nur konnten wir nicht sehen, wohin die .französischen Posten verschwanden, wir meinten stets, daß sie auf uns zukamen, hielten schon unsre Gewehre bereit, um' sie würdig zu empfangen, als sie plötzlich wie in eine Erdsenkung verschwanden. Ich war noch in Betrachtung versunken über die malerische Schönheit des Schlosses, das mich lebhaft an die Anlagen in Versailles eriimerte, über die Wucht unserer schweren Artilleriegeschosse, die 10—15 Meter hohe Bäume wie Stroh' nmgehackt hatten, aE wieder ein Posteic aus dem Schlosse ans uns zukam. Dieses Mal muß ich sehen, wohin er verschwindet, und ich konnte feststellen hie Läge des französischen Schützengrabens, das Brückchen, das von trockenen Stellen des Sumpfes nach dem Schloß hinüberführt, bestellt mit leeren Flaschen, um ein Herannahe» des Feindes frühzeitig zu künden. Da hatte uns der Kerl aber schon entdeckt, wir sahen, wie er auf uns anlegte, legten uns glatt auf die Erde, und hoch' ging! der Schuß über uns' weg. Jetzt aber hieß es „kehrt marsch". — und zurück ging es, erst auf Händen und Füßen, dann sprungweise zurück. Der ganze Schützengraben wurde von den Franzosen alänniert. und die Kerls schossen wütend auf uns nach. Mein Freund 'blieb in einem Drahtverhau stecken, ich nahnt schnell Deckung nlü» .feuerte in den französischen Graben hinein, mit Erfolg, denn wir hätten Ruhe, konnten gemütlich znrückgehen. die Franzosen verschwanden -in ihren Deckungen, da sie anscheinend wegen meines Schnellfeuers größte Truppenmassen vermuteten. Freudig wurden wir bon unseren Kameraden empfangen, sie hatten die Schießerei gehört und wußten nicht, was vorgeht. Wir gaben über alles' Bericht, zeichneten die Stellung der Franzosen ein. ihre Drahtverhaue, Beobachtungsstände usw. Nachmittags ließ uns H'auptmann . . . ., unser Bataillonsfüh'rer. kommen, sprach uns seine volle Befriedigung aus, beförderte uns zu Gefreiten und erklärte uns. daß er uns zum Eisernen Kreuz Vorschlägen werde. Der Regimentssührer Major von. . . telefonierte durchs Feldtelefon, daß «: uns zu unserer Tat» die die tapferste sei, die seit vier Wochen im Regiment geschehen war, beglückwünschte. Inzwischen ist das' Schloß zerstört und der französische Schützengraben aus Grund unserer Angaben von der Artillerie beschossen worden. t. . . . Nachmittags wurde Stroh für unser Nachtlager herbeigeschleppt. An das Nichtausziehen der Stiesel und das allmähliche Schlafen auf Stroh mit dem harten Tornister als Kopfkissen habe ich mich vollständig gewöhnt. Ich habe also viel gelernt: kochen, gläsern, scheuern, hacken, sägen usw.; verlernt habe ich aber: mich waschen, Kleider wechseln, abends ausziehen usw. t. Bunte Chronik. Wie ich mir die große Tapferkeitsmedaille erwarb! Der im Honvedkrankenhäuse zu Budapest liegende Leutnant Isidor Raab erzählt: „Am 8. September ging es durch einen großen Wald, der von hingestreutem russischen Rüstzeug nur so wimmelte. Bor uns tobte der Kamps. Die pfeifenden Kugeln machten einen Höllenspektakel. Um 2 Uhr kämen wir als Brigadereserve in die Feuerlinie. Ich stürmte in der Schwarmlinie immer vorwärts. Umsaust vom Sana des Todes war» dies das einzige Ziel. Ein Leutnant führt an uns einen russischen Gefangenentransport vorbei. Er bekommt ein donnerndes Hurra! und wir müssen vorwärts. Im größten Feuer erreichten wir den ersten Schwarm. Rechts eine Kirche, links Ition einer Anhöhe grüßen die blitzenden Kugeln Tod und Verderben. Rechts und links fallen die Kameraden, und wir stürmen nur vorwärts. In der ersten Reihe verteile ich meinen Kameraden meinen Zigarettenvorrat, gebe ihnen einen Schluck aus meiner Feldflasche. Lehrer Bürger, mein Nachbar, beginnt, mir einen Witz zu erzählen; bevor er zur Pointe kommt» schießt er seine Patrone los und ist tot- Mit ihm wurde sein Witz begraben. Blau macht einen Schluck aus meiner Flasche; er will mir diese retournieren» sie fällt ihm aus her Hand. Er hat seine Kugel in der Brust und ist vorbei. Es war ein fürchterliches Feuer. Wir rücken vor; müssen aber in die Verdeckung weichen Zugssührer Stockmann nimmt die Mütze ab, kniet nieder und sagt sein Vaterunser. Rechts, links, vor nns steht der Feind. Der Tod kommt aus Millionenslügeln herängesaust. Ich hatte das Gefühl, daß.wir allesamt verbluten müssen. Wir schießen bäuchlichs, kniend, stehend; es half nichts. Ich kommandiere: „Sturm!" Wir stürzten wie Tiger auf.die feindlichen Laufgräben. Das Bajonett gepflanzt, schießen wir noch einmal und endlich glücklich bei den Feinden. Dort werden > weiße Tücher geschwenkt, die Waffen weggewvrfen; einer packt mich bei den Knien und weint, er sei ein Deutscher, man habe ihn gezwungen, gegen seine Brüder zn kämpfen. ... Ich lasse die Gefangenen abtransportieren und eile ins Dorf. Im Kirchturm arbeitete ein feindliches Maschinengewehr. Wir stürmen und nehmen die ganze Bande mit zwei solchen Mordsmaschinen gefangen. Am Wegrand finde ich meinen armen Hauptmann sterbend. Ich kommandiere zum Gebet. . . Bei donnerndem Kanonengebrüll ordne ich meine Mannschaft und ziehe als Sieger ins Dorf. Das war alles." N Spezialität: Francke & Weber®! v I Offenbaeher »rnekluft-Anlage I I affantach L M, Telefon 123. (Anschluss mit Frankfurt). I I Bewährteste TspnlChrilnlOOBB (100,000 qm jährlich) I ■ sowie unübertroffene Bettenu. Bettfaderarelnl-1 gnnn mittelst Druckluft and Wasserdampf. Die Qrthozentrlseben Kneifer sind die besten, so sagen die Kunden, wenn sie alte Kneifer reparieren lassen oder sich neue kaufen wollen. Es bieten die O. 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