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Neue jüdische Presse · 1914-10-23 · Heft 41 (23.10.1914) · p. Seite 6

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
12 (1914)
Issue
Heft 41 (23.10.1914)
Date
1914-10-23
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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} I i [ j I E j | | 1 I & r ß I!* 4 I Veite 6 Frankfurter Israelitisches FanÄieMatt. Nr. 41. psychologische Erklärung lneses Werglaubens ist folgende: 'Nach einem bei allen Böllün verbreiteten Glauben wird durch diese Handgeberde, die Verachtung und Geringschätzung ausdrückt, der „böse 35ß(f" einer feindlich gesinnten Person gebannt. Die Äerbrechernaturen aus dem Pöbel halten den Eid offenbar für eine Zauberei, deren Kraft auf die gleiche Weise „gebrochen" und deren schädliche Folgen unwirksam gemacht werden können.) - (Fortsetzung folgt.) i jed.Artn. Preislage kauft 1 man gut und preiswert im >W Trauring-Eck Frankfurt a. M , Trierisohe Gasse 31 Bake Töogesgssse,vls-i-vls d, Hasengasse. Fr. PletZSCb, nniFGoTdarlSter. Aus Feldbrieseu. Für Briefe hüben wir keine Zeit, eine Karte kann nur eine Skizze aufnehmen — nun wohlan. Cernay, 1. Mittag. Auf der Treppe eines zerschossenen, als Wachtlokal improvisierten Hauses sitze ich auf 'der Eingangstreppe, verzehre mein Souper: 1 Kochgeschirr Wasser aus dem nächsten Bach, V» Kvmmisleib, dazwischen eine Tafel Giorgi von Euch. Wetter großartig. Die sSonne versucht' mit letzter Kraft eine pittoreske Landschaft in glühendes' Gold zu hüllen. Feiertagsstiurmnng. Schwer senken sich die Augenlider, in ihrem Innern zeichnen die Sonnenstrahlen ein Bild aus der Heimat, erst verworren, dann immer deutfidjer: der elterliche Tisch — Da plötzlich ein metallner Schlag, die Erde vibriert, jäh wache ich auf. Die rauhe Wirklichkeit. 50 Meter von uns hat eine Granate eingehauen, zischend wie eine Fontaine spritzen die Schollen hoch, die nächste kann uns gelten, mechanisch greift die' Hand in die Tasche, krampfhaft umschließt sie einen Talisman von zu Hause — er hat wieder geholfen. Gruß Wilhelm. Eingesandt. Die Jüdische Frauenvereinigung bittet uns um Aufnahme folgender Zeilen: Der Vorstand der Jüdischen Frauenvercinigung spricht seinen herzlichsten Dank aus allen denen, die in unermüdlichem Eifer mitgehvlfen an dem LiebeÄoerke, das Unsere Zeit gebieterisch fordert. Allen denen, die im Hörsaal mit Geduld und Hingebung dem wahrlich nicht immer leichten Werke Tag für Tag ihre Kräfte^ geweiht, den Damen, die in sorgender Liebe und bewundernswerter Sammelkunst ein Kleiderlager stifteten und den aller Habe Beraubten wirksame Hilfe boten, und nicht zum mindesten jenen Flmßigen, die in unermüdlichem Eifer Tag für Tag fiir Verwundete und für die Tapferen im Felde in Unserer Nähstube arbeiten, sei bestens gedankt. -Auch denen innigen Dank, die -uns mit Geld unterstützten, sowie denen, die uns Zusendungen von Wäsche, Stoffen, Lebensmitteln, Zigarren und dergleichen zugeheu ließen. Diese rührige Mithilfe hat es uns ermöglicht, 3 Kisten nrit Liebesgaben an das XVHL Armeekorps, zwei an das Lazarett in Trier abzusenden, und zwei weitere werden in den nächsten Tagen abgehen.. Doch die Zeit der Not ist noch nicht zu Ende; noch hofft der Vorstand auf weitere Mithilfe in jÄweder Art und bittet herzlichst darum. Die große Zeit will große Opfer. Uns Frauen' ist der leichtere Anteil geworden. Es ist so schwer, mit Haß zu kämpfen, es ist so leicht, in Liebe zu wirken, zu helfen. Nicht rückwärts schauen auf das was - geschehen, nein vorwärts auf die große Aufgabe, die ., noch unserer harrt! So allein erfassen wir den Sinn der großen Zeit und wirken mit an ihren höheren Zielen.' I Offfenbaeber Drneklnft-lnlagf I I Tff«lbacll». I. Telefon 123. (Anschluss mitFrankfurt) I I Bewährteste Tnovlchralnlgnog (100,000 am jährlich) I ■ sowie unübertroffene Bettenu. Bettfedernrelnl-1 onno mittelst ProcHnft und WaBHerdampf. mm Bmrte Chronik. ein jüdischer Saun als FeftuugSkommandant und Fortistkationsingeuienr. Von Di. med. Rainer, Arzt in Wiesbaden. Rabbi Josua Zeitlisch aus Schllow in Russisch- Polen, ein hervorragender Gaon (bekannt ist sein Kommentar zum Smak) und reicher Gutsbesitzer, lebte zur Zeit Katharina II. Er zeWietc sich aber nicht allein durch seine jüdische Gelehrsamkeit, sondern auch durch sein 'hervorragendes mathematisches Talent speziell auf dem Gebiete des Fortifikationswesens aus. Potcmkin, der Günstling Katharinas, erkannte seine Bedeutung und berief ihn bei der Belagerung der Festung Oszakow im Kriege gegen Polen als Festungskommandanten und Fortisikationsingenicur. Durch seine Tüchtigkeit und großer Scharfsinn konnte die Festung Rußland erhalten bleiben, wofür er dann geadelt und mit dem Gute Uschz belohnt wurde. / Ans seinem Gute errichtete Rabbi Josua eine Art jüdische Akademie, indem er große jüdische Gelehrte um sich versammelte, welche, durch seine Munificenz aller Sorge bar, sich ihreir Spezialgebieten ausschließlich widmen konnten. Unter diesen befand sich auch der berühmte Rabbi Barnch Doctor, ein hervorragender Arzt und Mathematiker, welcher auf Geheiß des Wilna er Gaon daselbst den Euklid es ins Hebräische übersetzte. (Schreiber dieses ist ein Ur-Ur-Enkel dieses großen Mannes, dessen wissenschaftliche Bedeutung noch der richtigen Würdigung harrt!) So hat sich! ein jüdischer Rabbi als Krieger und Mäcen hervorgetan, — ein Beweis dafür, daß Tapferkeit und Tüchtigkeit mit der jüdischen Lehre Hand in Hand gehen, was auch jüdische Soldaten im gegenwärtigen Kriege genugsam beweisen. Kunst und Literatur. Unternehmergcwinn und Arbeitslohn im Lichte der neuesten Forschungen von Franz Ruff. Leipzig, A. H. Ludw. Degener, Verlagsbuchhandlung. Das Buch enthält ein Kapitel „Die Juden im Unternehmergewinn." Da heißt es u. a.: „Nur Unternehmer, welche an Lethargie leiden, können daher im Juden einen Schädling sehen. Man denke nur an die Ungerechtigkeiten bei Erbschaften usw., welche oft in Christenkreisen Vorkommen. Sind uns hier /in der gerechten Verteilung der hinterlassenen Güter, im Ahnenkultus und in der besseren Familienerziehung die Juden nicht voraus?" Und weiter: „Das wirtschaftliche Zusammenhalten gibt ihnen nach! dem Spruche „Einigkeit macht stark!" eine große Uebcrlegenheit. Auch haben sie das Problem des sozialen Ausgleichs hinsichtlich Herstellung und Erhaltung des Gleichgewichtszustandes der Kapitalien in ihren Familien und Gemeinden fchoir längst gelöst und sind weniger Aenderungen der Wirtschaftsformen ausgesetzt. (? D. Redakt.) Jedenfalls steht aber fest, daß sie im Handel /primi inter pares sind, da ihr wirtschaftliches Gefühl am besten ausgebildet ist." Andachtsbüchlein 'für die j'üd. Krieget! und deren Angehörige von Rabb. Dr. Bamberger-Schönlankc. 20 Seiten. Berlin, H. Jtzkowski. Kaiser Friedrich Quelle - Offeubach b. M. — Gegen Gicht and BhewmattBm« bewBhrt. Alleiniger General-Vertreter: Frledrloh Stahl, Frankf.a.M., Günthersb.-Allee 37. Tel.Han8a259n.714. Wochen-Salender. (Zeitangaben nach dem 1-oaoli.) Samstag, den 24 Oktober /— 4 Chesclrwan.) Sabbat-Anfang in Frankfurt a. M. 4 Uhr 50 Mn. Sabbat-Ausgang in Frankfurt a. M. 6 Ubr 05 Mm. in Berlin 5 Uhr 37 Min. Wochenabschnitt: N au ach. — Eine von Gott gesandte gewaltige Wasserflut vernichtet die verderbte Menschheit bis auf' Nauach nebst Familie, die mit den Vertretern der Land» und Lasttiere in einem großen kastenartigen Schisse, der sogenannten Arche, gerettet werden. Bölkertafel der nachnoachidischen Periode. Der Turmbau zu Babel. Abrahams Abstammung. Der Wochenabschnitt enthält eine Bölkertafel (Kapitel 10), einen Abschnitt, den man, da er mit seiner trockenen Aufzählung schemenhafter Völkernamen anscheinend nichts zu sagen weiß, am liebsten überschlägt. Mit Unrecht! Würde doch schon dieses Kapitel allein der: Mbel einen einzigartigen Platz in der Weltliteratur anwcisen.'Jeder Geschichtsschreiber bringt Völkerauszählungen nur vom nationalen Interesse seines Volkes ans gruppiert: Hier ist der einzige Fall in der Weltliteratur, der dieses so natürliche nationale Sonderintcrcsse nicht kennt, vielmehr in strengster Sachlichkeit und Kürze die Brüderschaftaller Völker, die Einheit der Menschheit lehrt. Diese Tatsache ist einer der beredten Hinweise ans die Göttlichkeit der Bibel. Im 1. Kapitel findet sich bereits ein solcher beredter Hinweis. Es heißt hier: „Got schuf den Menschen in seinem Ebenbilde." Dieses Wort konnte zuni ersten Mal nicht von einem Menschen ausgesprochen werden, denn das Denken des Menschen ohne Offenbarung fordert, . sich umgekehrt einen Gott nach des Menschen Ebenbilde zn schaffen, wie es ja. auch die Religionsgeschichtc sämtlicher heidnischer Völker zeigt. ' Die Lehre, daß d i e M e n s ch e n;cinerFamilie, einer Heimat und einem Ehepaar: entstainm e ii, ist heute eine wissenschaftlich gestützte Anschauung, da sämtliche Völker der Erde im Bau ihrer Körper und in ihrer geistigen Betätigung gleich sind und eine fruchtbare eheliche Verbindung zwischen allen Menschenrassen möglich! ist. Schließlich sei darauf hingewieseii, daß die Ausgrabungen der letzten Jahrzehnte die Zeitangabe der Bibel für die Völkertafel schlagend bestätigen. Wochengottesdienst in Frankfurt. Morgens: 6 Uhr 30 Min. in den meisten Synagogen (Hauptsynagogc und Königsteinerstr. 7 Uhr '30 Min., Unterlindau und Bockenheim 7 Uhr). Abends: 4 Uhr 30 Min. in den meisten Synagogen (Hauptsynagoge 4 Uhr, Königstcinerstratze 7 Uhr). H. Wiere, Optiker, Liebfrauenstr. 1. Brillen, Plncenez, Operngläser, Feldstecher I in jeder opt.-mechan. Spielwaren ] Preislage Eisenbahnen, Dampfmaschinen, Laterna-Kagica, Kinematographon etc. Araukfurter Aamilienuachrtchteu. Geboren. E. Sohn Aba Ettlinger (Anmann), Hcrmesweg 23. E. Tochter Ferdinand Marxsohn, Fichtestraße 18. — Sicgmund Alexander (Taub), Schefselstraße 5. B a r m i z w o s. Leo ,2estreich, Zeit .21; Ludwig Sommer, Sandweg 83, in der Synagoge Börneplatz. _ Verlobte. Martha Wolfs, Börnestr. 44 mit Fritz Landauer, St. Gallen. Gestorben. Berthold Stern, 57 I., Wolfsgangstraßct 90. — Pauline Hirsch geb. Horwitz, 67 I., Feldbergstr. 15. — Rechtspraktikant Ludwig Reis, 24 I., Molkte-Allee 48, im Feld. — Emma Plaut geb. Levy, 51 I. Auswärtige Familiennachrichten. Geboren. E. Sohn Hermann Baum (Herxheimer), Wiesbaden. — Max Rosenbaum. (Jaffe), Hamburg. Verlobte. Flora Wolf, Mainz mit Otto Weil, Straßburg. — Elfe Cohen mit Fritz Wolfs, Essen. Gestorben. Benjamin Becker, 74 I., Fechenheim. — Wilhelm Joseph, 56 I., Reichelsheim. — Ernst Bloch, Waldsassen, im Feld. Benno Klopfer, Fischach, im Feld. —. Röschen Falk geb. Bock, 76 I., Buk. — Sanitätsrat Dr. Hermann 'Engel, 54 I., Breslau. '— Ernst Offenbacher, 22 I, Fürth, im Feld. — Dora Meyerstein geb. Marx, Hannover. — Ludwig Brüll, Nürnberg. — Karl Schiss, 37 I., Berlin. — ' Willi Neugaß, Bad Homburg, 33 I., im Feld. — Samuel Heimami, 68 I., Berlin. — Moritz Coppel, Gelsenkirchen, im Feld. — Marie Nathan geb. Ephraim, 91" I., Berlin. — Hermann Reinak, 68 I., Ostrowo. — Fritz Rothschild, Berlin-Schöneberg, 27 I., im Feld. — James Moses, Berlin, im Feld. — Max Gumbel, Heilbronn, 21 I., im Feld. — Meyer Rothschild, Hörstein, 25 I., im Feld. « Spezialität: Francke & Weber LffleinRorken. Spende«. Für den J ü d. N atio na lf o nd s-'gingen ein: beim „Israelit" cingcgangen 2,— JL A. Lewisohn (Büchse) 6,50 „ Briefkasten. F. Albe Bauer, der bekannte Beichtvater der Kaiserin Eugenie, war von Geburt Jude. Sein Bruder lebte als Bankdirektor in Wien und blieb Jude. Bereins-Kaleuder. Freitag. Verein „Mekor Chajim", abends nach Schluß der Synagoge Friedb. Anlage: Mikro-Vortrag (Joseph Bender); Langcstr. 18, 8Ve N.: Gesellige Zusammenkunft. — „Talinud Thora"-- Berein, abends nach Schluß der Synagoge Börneplatz: Vortrag (Rabb. Dr. Nobel). Sonntag. Verein „Mekor Chajim", Langestr. 18, 6 N.: Midrasch (Nabb. Dr. Lorsch). — Jüd. Wände r b u n d 1914, Lokalbahnhof, 2 Uhr: Goetheruhe, Heusenstamm, Offenbach. — Mädchenkknb, Langestraßc 30, 8>/e R.: Vaterländischer Abend. — Wandergruppe des M o ii tefiore, Häuptbahnhof, 8,20 Uhr: Hofheini—Epstein—Judcnkopf—Hofheim. Mittwoch „Montefiore"- Verein, Bleichstraße 70, 9 N.: Erösfnungs-Abend (Ansprache, musikalischdeklamatorische Vorträge). Donnerstag. Verein „Mekor Chajim", 8% N.: Menauras Hainoaur (Rabb. Rottenberg). Wir bitte« unsere Leser, ihre» Bedarf nutrr Bezugnahme aus unser Blatt bei uusereu Inserenten zu decke«. Frankfurter Israel. Famitteublatt. Nr. K "DI ( Wi Se Inh. R« jetztl Bestem] Frank dei De durch 1 Vierw Nebel, gesunde werden dem B> Na Sanität aus be Zeit w, Hunde Kriegsn Hunde, von ii und Fi waltigei leistet > des Re sich nn! General Zw ei - bayerisc Dsc unsere < zielle 1 von Pr rassen: Weiler Bedarf weite 1-3 - lassei nach' I Al- Betrach sturmpf des Di« Sanität der üb erfordei gewährt Da seiner den Ar der An zu nnt Di« Diese Amt K sowie j Ebl «an M Sanität

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