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Neue jüdische Presse · 1914-09-18 · Heft 37 (18.9.1914) · p. Seite 5

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
12 (1914)
Issue
Heft 37 (18.9.1914)
Date
1914-09-18
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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37 I Nr. 37. Frankfurter Mraelltisches FauMenblatk. schre« leibenl stcr bei >Malk-I ict Verl t Angs e. Dj m, dak in der (UriefenJ : nichtsf ptmanr jeoffnctJ immeltj SReifenJ Assyrci! ar un tuufjtcnj geistert:;n. h)orJ Unter»! ane eien, midi mdc ir Senrufc, usalem.1 zu crn, doch ch nicht Und zu Üriel gewendet, fuhr er fort: „Du bist ein tapferer, edler Jüngling. Du bist ein Held, ob auch Dein'reines Herz Dich davon äbhielt, einen hinterlistigen Streich auszuübcn. Meine ganze Huld will ich Dir zuwenden, und als Zeichen dessen, soll Dir heute noch eine goldene Kette und ein Purpurgewand überreicht werden. Für Deinen. Vater, eingedenk seiner ehemaligen Heldentaten und seiner spätem schweren Leiden, wird die gebührende Anerkennung nicht ausbleiben. Der assyrische Priester soll mit aller Freundlichkeit behandelt werden, und wenn sein Herz sich dem Gotte Israels zuwendet, dann soll er auch in unser Volk ausgenommen sein. Gamliels Tochter, dieses liebliche Kind, das Du vor einem entsetzlichen Schicksal bewahrt, soll in meinem Hause erzogen werden. Sobald sie das richtige Alter erreicht, soll sie, wie ihre Mutter cs bestimmt, Deine Frau und ihr väterliches Vermögen Dein Eigentum werden. Und nun, mein Sohn, suche Deine Angehörigen auf, um Dich durch ihre Liebe und Pflege von Deinen Mühseligkeiten und Aufregungen zu erholen. Aber nimm die Versicherung mit Dir, daß Dein König Dir wohl gewogen ist, weil Du entschlossen warst, für das Wohl Deines Volkes Dein -eigenes Leben aufs Spiel zu setzen." Nach wenigen Tagen schon erachtete Uriel cs als seine heiligste Pflicht, wieder das Wirtshaus aufzusuchen, Ivo Malkas Mutter sich selbst den Ehrentot gegeben > hatte, um der Schande zu entgehen. Er nahm ihre irdischen Ueberreste sowie auch die Leiche Gamliels mit sich und ließ beide in geweihter Erde bestatten, deren! Gräber er mit Malka oft besuchte. Ende. Universitäts-Cafe I—— Enmtklammlgom Fam Ulan- Qaf6. Hässige Preise. Besitzer: Ennmt Dunkot» Menge! sich der! ickränztl icr midi te maul reuben» möchte I ahren." sprechen kürzten, md Du :eil, ich ar, die rhebcil,! en hat. l, aber I . Sanzorniges Hilflos Mutter I d Mut I- „Die ent gciel ge- > ganze : Gott, Jubclist das nd wir alles, fangen- Inmög- Er bet 58er» vsigkeit ig und c alle! n, nm en den icrchdem ag des Aus einem österreichische« Feldbriefe. ". . . Ihr hättet sehen sollen, wie die jüdischen Familien, die ja in Kolomca das Gros der Bevölkerung bilden, auf langen Tischen alles Eß- und Trinkbare auf die Straße geschafft hätten, um die durchziehenden Soldaten zu beteilen.;).(! Ueberall standen Frauen und Kinder in Sonntagsjklcidern und schnitten Kuchen und Brotstücke, um sie mit Butter oder Eingesottcnem zu bestreichen. Inzwischen schafften die Männer trotz des Sabbats und trotz des Feiertagsgewandes Fässer und Krüge voll Wasser heraus. Es war ein bezeichnender Anblick, vor einem Hause eine Gruppe älterer Inden, ebenfalls, im Seidenkaftan, mit aufgeschürzten Hemdärmeln unr ein Faß stehen zu sehen. Die einen hackten Eis in kleine Stücke und warfen sie ins Faß doll Wasser, die anderen schnitten Zitronen in dünne Scheiben und zerkleinerten einige Hüte Zucker. Ein alter, ehrwürdiger Jude mit weißem Bart, rührte inzwischen mit einein langen Löffel die erfrischende, I Limonade. Man,merkte es den Leuten, lauter besseren Geschäftsleuten an,, daß sie am liebsten ihr ganzes Hab lund Gut hingegeben hätten, um die zu erwartenden [mübett Soldaten zu laben. . . Plötzlich erblickte man von einer airderen Richtung, Ivom Bahnhof lTjer, eine lange Proviantwagcnkolonne, Idie Von Trainsoldaten eskortiert wurde. Sofort lief «alles auf die Ankommenden zu und dem voranreitenden «Offizier wurde die Wahl schwer unter den verschiedenlartigen . Getränken, wie Milch, Wein, Sodawasser, Limo- Inade usw., die ihm von allen Seiten gereicht wurden. »Aber auch den Soldaten und mitfahrendcn Bauern erlging es nicht besser. Ein. wahrer Sturmhagcl von Obst, ISemmeln, Bäckerei und Zigaretten ging auf sie nieder. iBon allen Seiten streckte» Hände labende Getränke hin, Ija sogar für die Pferde schleppte man Heubündel her. iFnzwischen hatte man erfahren, daß auch mit der Bahn IMilitär angekommen war. Hilfsbereite Leute eilten solsort dorthin, um Erfrischungen und Labemittet zu sbringen. Das währte bis spät in den Nachmittag hinein. lMan dachte gar nicht mehr an Mittagmahl und Sabbat- Iruhe. Auch Onkel Schmaje hatte eine Labestation erlrichtet. Er verfügte über eine besondere Spezialität; aus den nächsten Gassen hatten ihm alle Frauen ihre für Sabbatnachmittag bestimmten Sauermilchtöpfchen abgeliefert und erwarteten nun die Soldaten. Eiugesaudt. Eruw ei chazeraus ist eine Einrichtung, die schon Salomon dokumentierte und zwar zur Erleichterung der Allgemeinheit auf Grund der uns von unserer heiligen Thora gerade 'so generell gestatteten erleichternden Auslegungen von Hauptgesetzen "mit Nebengängen, wie uns durch dieselbe im selben Maße auch bei Hauptgesetzen Einzelerschwernngen in den Auslegungen auferlegt sind. nWrr ■ würden geradezu verbrecherisch handeln, wollten wir von den Erleichterungen zu Gunsten der Entlastung der Allgemeinheit keinen Gebrauch machen. Herr Rabbiner Dr. A. Nobel hat deshalb recht getan, als er — nach fast einjähriger Bemühung unter Mitberatung eines Bes-Din und großer Zeitgenossen, welche Autoritäten auf! diesem' Gebiete sind — den Er uw einrichtete. Die ganze Bereiso „Divrei Scheinuel" besteht nur aus Folgerungen, und man könnte diese in derselben Weise bei Seite legen durch die darin enthaltenen Erschwerungen (Kal - wochamner, Geseiroh - Schowoh etc.), wenn nicht der Grundsatz maßgebend sein würde, daß man bei Ableugnung einer solche» Auslegung als „Min" betrachtet werden könnte. In demselben Maße sind aber auch alle Erleichterungen derselben Thora verpflichtend für die Allgemeinheit gegeben. Daß die Vorbereitungen zum Eruw und die Ausführungen mit allen Schriftfeinheiten und der Voraussicht aller möglichen guten und böswilligen Einwendungen erfolgt sind, bedarf keiner Extrabestätigung. Es heißt: „Mepilpul talmidei chächomim nisbarero halochoh." Herr Rabbiner Dr. Nobel hat die Quintessenz dieser Worte mit feiner Wagschale erwogen und abgewogen gerade so zum Vorteile hiesiger Stadt, wie die Hervorragendsten einer besseren' vergangenen Zeit es zu Gunsten ihrer Städte vollführt haben. Klärung nicht blinder Haß, nicht Erfindungsneid (Aeutzerung eines Vorstandsmitgliedes d. I. R.-G.) sollte der Ausgang der sieben Trostsabbate besiegeln. Wegen Sinas chinom, wegen grundlosen Hasses ging unser Heiligtum in Trümmer, und dieser grundlose Hatz, er sorgt nech heute dafür, daß die Geuloh nicht kommt. Wer.das von Jesajah so lapidar gegeißelte cdomitische Prinzip „Ani weafsi and (Ich und außer mir niemand) proklamiert, der steht trotz unwissenden Znstimmern nicht auf dem Boden derjenigen Gebete, deren Inhalt uns in diesen Tagen aufrütteln sollen zur Tschuwoh, zur Geradheit zwischen Mensch .und Himmel und Mensch und Mensch und zur Erhöhung des Ansehens der Tauroh sowie zur Erhaltung ihrer Prinzipien nach der Tradition unserer Chächomim. Zum Schluß: Sowohl bei „Aweilaus" wie bei Eruw geht die Halachoh, die Gesetzesentscheidung stets „lekulo", d. h. nach demjenigen, der erleichtert, zu entscheiden. Jsaac M. Mainz. Für Mitteilungen über den Verbleib von Frau Pere Seiber aus Petersburg und Frau Rahel Goldberg aus Wilna, beide vor einigen Wochen in Kissingcn, wären wir sehr dankbar. Zionistisches Zentralbüro Berlin W. 15, Sächsischestraße 8. Kaiser Friedrich Quelle ——— Qffenbaeh a. U> — — Segen Siebt and Bheunatlsmns bewährt. Alleiniger General-Vertreter: Frlndrloh Stahl, Frankf.a.M., Güntherab.-Allee 37. TeLHansa259n.714. Wocheu-Saleuder. (Zeitangaben nach dem Loacb.) Samstag, den IS. September (--- 28. ElInL) Sabbat-Anfang in Frankfurt a. M. 8 Uhr — Min. Sabbat-AnSgang in Frankfurt a. M. 7 Uhr 15 Min. in Berlin 6 Uhr 55 Min. Wochenabschnitt: Nizowim. — Moses ermahnt Israel, dem göttlichen Gesetze Treue zu wahren. Für die Mchtbeobachtung stellt er Strafen in Aussicht: Krankheit, Zerstreuung unter die Feinde usw. Die Thora, das göttliche Gesetz, ist jedem „nahe"; jeder kann sie erfüllen. Aufruf von Himmel und Erde als Zeugen, Israel das „Gute" und somit das „Leben" zur freien Wähl vorgelegt zu haben. R a üsch-h a schon ah. Beginn: Sonntag Abend 6 Uhr 15 Min. (Frankfurter Zeit). Mit Rausch-haschonoh beginnt das Jahr 5675. Nach der Tradition ist Rausch-haschonoh auch der Tag.des . irat MM Herr. |30 I., akadem. gebild. gute lErsch. in leitend, halbamtlich. Mellg.,gewissenhaft.arbeitsam., Isemsinniger Charakter, aus Ichrenwert. deutsch. Fam., mit lentsprech. Frl. aus rit. lebd. Muse Entsprich. Mitgift erw., »Wohnort hies. Gegend. Berlüauensvolle näh. Zusch. von Imiem od. Damen mögi. mit Vild unt. P. U. Z. 5854 an tadolf Uosse, Frankfurtern laln. Strengste' Diskretion »«gesichert und verlangt. Em qualifizierter Junge au gutem Hause per sofort als Lehrling gesucht. Samstag und Feiertage geschlossen. Station im Hause. Salomen Gottlieb Manufakturu. Kolonialwaren Neuyof, Kreis Fulda. Woehinuni staatl. fiept., m. Sjähr. best. Res., sucht sofort und später weitere Pflegen zu übernehmen. B. Rapp, Karlsruhe P., Sosienstr.13,8.IIl. Tüchtige, saubere, bessere Frau übernimmt AushUfssteUen zum Kochen oder für Haushalt auf Stunden nnd anf Tage oder Wochen. Off. u. 8. in F. an d. Exp. ds. Bl. Per 15. Okt. eine ärztlich geprüfte Wartfcau gesucht Off. u.302a. dJhcp.d.Bl. Schön möbl. Zimmer. Elkenbachstratze 30, n. übernimmt gewissenhafter Kaufmann. Offerten unter W. 1 an die Exp. d. Bl. Verheirateter junger Hann mit besten-Empfehlungen übernimmt billigst n. prompt noch Einkassieren, Botengänge, Adressenschreiben oder der gl. Off. n. 2195 a. d. Exp. ds. BL Seite 5. Weltgerichts („Jaunr Hadin"); in der Thora wird der Tag des Blasens (,Haum Teruoh") genannt. Am Rausch-haschonoh wird unser Urteil gleichsam geschrieben, am Versöhnungstag besiegelt. 'Daher unser Neujcchrswunkch: .Lesiwo wachasimoh tauwoh", gute Einschreibung und Versiegelung. _ Am Rausch-haschonoh, mit dem die „Asseres jemei teschuwoh" (10 Bußtage) beginnen, gebe man sich nicht wie sonst irdischen Genüssen hin.' Beim Kiddusch am Abend Schehechijonu, am 2. Abend eine neue Frucht dazu nehmen. Man genieße abends Honig und Süßapsel als Symbol eines „süßen" Jahres/ Zaum-Gedalja. Mittwoch, 23. September. . Gemeindefesttag, erinnernd an die Ermordung des Stadthalters Gedaljä, den Babylons König Nebuchadnezar nach der Zerstörung des 1. Tempels (518 vor 1) über den kleinen Rest der in Jerusalem Zurückgebliebenen anstellte. Zahlreiche Israeliten sielen mit ihm: der Rest floh nach Aegypten. So sank Israels letzte Stütze. Ablösungen der Nenjahrsgratulationskarteu. Rotes Kreuz. Fainilien Schönfeld und Strauß, Kronprinzenstratze 38 5.— JL Oberkantor Peißachowitsch 3.— „ Familien Roos, Park-Hotel, Langenschwalbach 5.— „ Jüdischer Nationalfonds. Fritz Selka und Frau, Augsburgerstraße 3. — H. Würzburger und 'Frau, Grünestr. 12. — I. Grünblatt, Battonstr. 9. — ä 1 1 * . 3.— „ Joseph L. Oppenheim-er u. Frau, Ostendstr. 10 5.— „ Wo hl.tätigkeits zwecke. Eulau, Uhlandstraße 53 . 2.— „ Frankfurter I em e ni te nh au s. Alice Kassel, Sternstraße 38 0.50 „ Krauksurter FamUieuuachrichle«. Geboren. E. Sohn Leo Hirsch (Rosenthal), Körnerwiese 1. E. Tochter Jocab Weiß (Mulling), Bärenstr. 14. Barmizwos. Alfred Michel, Mainstraße 19: Hermann Stern, Rechneistraße 7 in der Synagoge Börneplatz. Gestorben. Franz Ullman», 21 I., im Feld. — Ephraim Arnstein, 64 I., Fichardstr. 45. — Otto Bär, 22 I., im Feld. Auswärtige Famlliermachrichte«. Geboren. E. Sohn Fritz Löwensberg (Roos), Mainz. Gestorben. Hermann A. Fkurscheim, 63 I., Newhork. — Leopold Weil, 80 I., Zürich. — A. Herzfeld, Löbau. — Louise Brodnitz, geb. Weißbein, 79 I., Charlottenburg. — Aron Dev ries, Offenbach. — Leopold Heilbronn, Mannheim, im Feld. — Fritz Hamburger, Görlitz, im Feld. — Willy Heß, Stuttgart, im Feld. — Dr. med. Diegbert Frost, Breslau, im Feld. — Referendar Hans Blaß, Breslau, im Feld. — Staatsanwalt Ludwig Weil, Stuttgart, im Feld. — Reisender Arthur Rosenfeld, Straßburg, ,im Feld. — Tw. Wolf Stern, Mannheim, im Feld. — - Marx Haas, 69 I., Forbach. — Anton Hosephthal, Nürnberg, im Feld. Letzte Nachricht. Bad Homburg, 17. Sept., mittags. Heute mittag fand von hier zrus die feierliche Ueberführung der fterb* sichen Ueberreste Wolffsohits nach Köln statt. Anwesend waren u. a. Jean Fischer-Haag, Rechtsanw. Dr. Leszinsky-Berlin und Frankfurter Zionisten. W. hat letztwillig hinterlafsen, daßan seiner Bahre nicht gesprochen, werden darf und genau der jüdische Mtus einzuhalten ist. Bereius-Saleuder. Samstag. Verein „Mekor Chajim", Langestr. 18, ■ 4 N.: Mikro - Bortrag (Rabb. Korn-Jerusalein). — „M ontefiore"-Verein, Bleichstr. 70, 11 Vr V.: Dinim für Rausch-haschonoh (Dr. May). Brieflaste«. R. An der medizinischen Fakultät der neuen Frankfurter Universität werden folgeirde Juden lehren: Apolant, Embden, Ehrlich, Ellinger, Herxhenner, Sachs, Strasburger. Dr. iBermaiua. Pick nud Frau, Berlin wünschen Freunden nnd Bekannten herzlichst ’ta ’m '2 Lukckeine für Mittagsessen. Voml.Septemherab werden in Rücksicht auf die herrschenden, erschwerten Erwerbsverhältnisse an Männer, Frauen u. Mädchen Gutscheine ä 50 Pf. für ein rituelles, einfaches and nahrhaftes Mittagsessen ansgegeben. Diese Gutscheine sind erhältlich in der Stellenvermittlung der Weiblichen Fürsorge, Langestr. 39, täglich von 8-12 nnd von 8-6 Uhr, Sonntags, von %10-llUhr.

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