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Neue jüdische Presse · 1914-08-21 · Heft 33 (21.8.1914) · p. Seite 5

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
12 (1914)
Issue
Heft 33 (21.8.1914)
Date
1914-08-21
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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33 Nr. 33 Frankfurter Israelitisches FamilieMatt. Seite 5 wenn lwertes! Land Hassen e Wsahrung mgung sch der ire gv le erste ufleutc, sophen. rungen n nscht Jahr- ■ vielen t habe, ingt in glichleit organiwnditio as sein irtsäiasl . Aber >n noch in dem zügigen ntitatid den ist. ." Da rtschasb cn sind Heit, so Durch mdwirb it land' Führer n, Gcsowohl im alb t eines tschasts mdwirb Nitglied b Blut mdwirb md der cen eine igeführt lüngung ammensitzenden acht de; chschniit Hektar gesehenen Fachblatt „Mtteilungen der deutschen Land- Wirtschaftsgesellschaft" .Stück 27, 5. Juli 1913 mitteilt. Keller machte Düngungsversuche mit Gerste und fand, daß die Rentabilität durch Düngung bedeutend erhöht wurde. Rentabilität mit Dünger gaben nach Keller Düngungsversnche in Palästina, ausgcführt an der Ackerbauschule Wilhelina bei Jaffa. dg dz Gegen un¬ Ro. Frucht Sffmntrts Supergedüngt mehr niak phos phat -Kali Kömer Stroh Francs pro da 1 Gerste SO 80 80 8,5 12,5 34,10 2 „ 160 80 80 16,— 23,5 145,20' 3 ,, 240 80 80 17,— 25,5 161,— 4 „ 80 160 80 14.— 16,- 110,70 5 ,, SO 240 SO 14,5 17,- 114,SO 6 „ 80 80 160 13,- 16,5 101,90 7 „ 80 80 240 13,- 15,5 91,70 8 „ 80 80 320 13,- 15,- 64,— 9 ' „ 80 80 160 14,5 16,5 105,— 10 160 80 160 16,5 22,5 152,— 11 „ 160 160 80 22,5 . 28,5 263,— 12 // ungedüngt 4 6 —i 3,60 21,- 14,20 Frcs. 263,— „ 3,60 21,- „ 14,20 deutschen :P). So tnn wer« folg des ckand so viel am Produkt! nd Bev tationcn, :den d« )ochschulsu seine, pic sind, lirtschasb gefordert sür di, ruh, dock Ration»!' sielt, zn r. Naw> , jüdisch 323 ff, Kulturpstelluug lgern. a bedarf n Kella dem a» lung da ,er denk len, doch enbenutzi Düngungsversuche unter Weglassung eines Nährstoffes 13 „ — 100 100 6,5 8,— 14 „ 100 — 100 8,— 10,— 15 „ 100 100 — 7,— 12,— Also betrug die Rentabilitässteigerung inr Höchstfall Wurde nur mit Phosphorsänre und Kali, nicht mit Stickstoff gedüngt, nur Wurde nur mit Stickstoff. und Kali, nicht mit Phosphorsänre gedüngt, nur Wurde nur mit Stickstoff und Phosphorsäure, nicht mit' Kali gedüngt, nur Mau sieht daraus nrit überraschender Deutlichkeit, tute außerordentlich fördernd die Düngung gewirkt hat, und wie notwendig die Anstellung von .ausgedehnten praktischen Versuchen über Rentabilität und Wirksamkeit von künstlichem Dünger im Orientboden ist. Allerdings muß von vornherein bemerkt werden, daß wir nur ein Jahr durchgeführte Düngungsversuche als wertlos betrachten, und daß erst derselbe Versuch mehrere Jahre in gleicher Weise ansgeführt werden muß, um einwandfreie Resultate zu erreichen. Die Anstellung eines exakten und einwandfreien Düngungsvcrsuchs setzt große Umsicht und scharfe Beobachtungsgabe voraus, sonst werden Scheinresultatc erreicht, die nur unnützes Geld kosten. Es. ist dann mit den Resultaten, wie mit der Verwertung einer nicht bis zu Ende durchdachten Erfinderidee, die an dem kleinen „Haken", in der Ausführung versagt." Ich hatte auch die Errichtung einer agrikulturchemischen Kontrollstation (die die Handelsprodukte auf Gehalt prüft) vorgeschlagen. Ihre Notwendigkeit wird beleuchtet durch einen sehr lesenswerten Artikel in der deutschen landwirtschaftlichen Presse, „Landwirtschaftliches ans Kleinasien",*) wo es heißt: „Endlich trägt die Verfälschung landwirtschaftlicher Chemikalien zu den Mißerfolgen der türkischen Landwirtschaft bei. Von einigen Weltmarken abgesehen, werden alle in der Landwirtschaft verwandten Chemikalien, Pottasche, Kupfervitriol, Schwefel usw. seit Jahren verfälscht auf den hiesigen Markt gebracht, und der unglückliche Weinbauer zerbricht sich verzweifelt den Kopf über das Verkommen seiner Weinstöcke, trotz Anwendung der gegebenen chemischen Mittel, wie Kupfervitriol. Was er als solches gekauft hat, war eben ein ganz anderes wirkungsloses, minderwertiges Zeug. Nicht anders, wird cs mit.dem chemischen Dünger gehen, wenn dieser erst allgemeinere Verbreitung findet. Gegen diesen Betrug ist eine strenge amtliche Kontrolle aller landwirtschaftlichen Chemikalien vorzuschlagen. Was in Europa in dieser Hinsicht für notwendig erachtet wird, ist für die Türkei einfach unerläßlich." Daß eine Düngung außerordentlich segensreich wirken kann, zeigen die oben erwähnten Versuche von Keller und auch die auf Veranlassung von Auhagen angestcllten Gründungsversuchc. Aber eine Anwendung von künstlichem Dünger ohne Kontrolle ^der Materialien ist sinnlos. Denn dann erhalten die Abnehmer an Stelle von hochprozentigen Düngesalzen wertloses Zeug, dem niemand ohne Untersuchung ansehen kann, ob es gefälscht ist oder .nicht. Der Briefschreiber aus Smyrna klagt dann weiter über die Insektenplage. „Seit 20 Jahren verwüsten Heuschrecken unsere Wilajets, ohne daß wirksame Maßregeln .gegen sie ergriffen wären." Auch bei uns in Deutschland ist der Schutz .gegen die Jnsektenwelt (man denke an die gewaltigen Schäden in der Landwirtschaft durch die Blattläuse in dem Trockenjahr 1911) noch völlig ungenügend. Professor Escherich in Tharandt hat vor kurzem daraufhin auf einer Studienreise die amerikanischen Einrichtungen untersucht; dort ist eine große Zahl der iStaatsentomologen damit beschäftigt, Mittel gegen die Schäden der Jnsektenwelt ausfindig zu machen. Also auch auf diesem Gebiet wartet die Arbeit. In einem Artikel „Ist die Schaffung einer Zuckerindustrie .in der Türkei möglich?" (Deutsche Zuckerindustrie 1913, Nr. 31) kommt Gustav Herlt, Konstantinopel, zum Schluß, daß ein Zuckerrübenbau, in Palästina vorläufig nicht lebensfähig sei, obwohl die Türkei ein rleiner Ackerbaustaat sei mit fruchtbarem Boden, Sonstigem Klima und noch viel unbebautem Land. Warum? Man höre die Gründe, die ein mit den Deutsche landwirtschaftliche Presse 40, p. 726, Brief aus Smyrna: türkischen Verhältnissen Vertrauter anführt. „Die Rückständigkeit der Landbevölkerung macht den 'Zuckerrübenban unmöglich. Die türkischen Bauern find sehr bequeme Herrschaften und überlassen die meiste Arbeit in ihrem Betriebe dem lieben Gott. Wenn, sie den Acker ein bißchen ausgekratzt und den Samen hineingestrcut haben, kümmern sie sich weiter nicht mehr darum, bis es Zeit zur Ernte wird. Da sie sich nicht gern bücken, schneiden sie von den Halmen eigentlich nur die Aehren ab und lassen das Stroh stehen. Gedroschen wird mit dem Dreschschlitten, worauf der Büffelreiter sitzt. Obwohl die Kartoffeln in Kleinasien gut gedeihen, macht ihr Anbau doch keine Fortschritte, wahrscheinlich ist den Bauern das Stecken und Hacken zu umständlich. Futterrüben sind ganz unbekannt, das Vieh muß sich sein Futter selbst suchen, und nur im Winter erhält es etwas Heu, damit. es nicht verhungert." Wir wollen vor allem, daß rationelle Landwirtschaft getrieben wird, und dast. der jüdische Bauer sich nicht den türkischen zum Vorbild nimmt; dann wird seine Getreideernte, sein rationell gefüttertes Vieh den Einheimischen zur Nacheiferung ansporen. Wieviel ist zu tun, um die Viehzucht in die Höhe zu bringen, wie leicht wäre es, auf dem Kalkgestein Palästinas die kalkliebenden Futterpflanzen! Luzerne, Rotklee usw. zu üppigem Wachstum zu bringen. Es ist interessant, die 'landwirtschaftlich-palästinensischen Kolonisationsbewegungen im Vergleich zu setzen zur europäischen. Welche Mittel europäische Regierungen für die Kultivierung gänzlich vernachlässigter, aber erst urbar zu machender Gebiete anwenden, geht z. B. aus der Zahl der landwirtschaftlichen Versuchsstationen hervor, die binnen kurzem von Deutschland unter den schweren und gefährlichen tropischen Verhältnissen neu als erste Kolonisationsschritte errichtet wurden. Es besteht eine (kleine) Versuchsstation in Palästina, dagegen ist vorhandenb):. Kolonie Deutsch-Ostafrika Kamerun Deutsch-Südwestafrika. Togo Deutsch-Neuguinea Samoa Zahl der 10 5 4 1 Versuchsstationen 6 (2)«) (4) in Vorbereitung Summe. 26 (32) In Deutschland sind vorhanden ca. 70 staatliche landwirtschaftliche Untersuchungsstationen. In Oesterreich sind vorhanden 18. Noch ein Beispiel sei angeführt, daß Möglichkeiten und Ansätze für einen intensiveren Landwirtschaftsbetrieb, den wir erstreben, in Palästina zu erkennen sind und auch Mittel in Erkennung der Notwendigkeit flüssig gemacht werden. Wie vor kurzem in ' einer Nummer der „Welt" zu lesen war, hat ein Herr B. K. 30,000 Frcs. zur Organisation einer rationellen Milchwirtschaft (vergl. Leitsätze § 8) und einer mustergültigeu Geflügelzucht in Palästina gestiftet. Anfänge einer rationellen Landwirtschaft sind da; also an die Arbeit und der Erfolg wird nicht ausbleiben. jB Spezialität: ÜflelnkorKen. Francke & Weber 9 Kr. Friedbergers tr. 7—11 | Tel. Hansa 4095. Bnitte Chronik. Jude — Katholik — Jude. Paris, den 23. Juni 1914. . Herrn Direktor des „Gil Blas". Unter dem schmeichelhaften Titel IIn nouveau OdateaudrianÄ hat die „Libre Parole" und unter der Aufschrift „M. Loewengard s’est reconverti" hat die „Action franyaise" die Gelegenheit benutzt, daß ich fünf Jahre, nachdem ich in die katholische Kirche eingetreten bin, mich jetzt wieder zur Religion meiner Väter bekenne, um mich zu beschimpfen und meine aufrichtige religiöse Wandlung zu entstellen. Auf Beschimpfungen erwidere ich nicht. Ich werde deshalb weder der „Libre Parole" noch der „Action franyaise" antworten. Aber es gibt ein Publikum, ich habe Freunde, die ein Recht darauf haben, zu vernehmen, warum ich' in die Kirche eingetreten bin und warum ich sie verlasse. Wollen Sie deshalb, geehrter Herr Direktor, die Güte haben, in Ihrem geschätzten Blatte diese kurzen Ausführungen zu veröffentlichen, die ich für absolut notwendig erachte. Als ich mich 1908 zum Katholizismus bekehrte, war ich ein Heide, ein Nietschianer, ein Jude, der, obgleich aus dem Judentum „entwurzelt", dennoch von inneren religiösen Kämpfen zerwühlt war. In meinem Buche La Splendeur cafcholique (Der katholische Nimbus) habe ich diese Unruhe, diese Not meiner Seele geschildert. Ich schilderte, wie die Bekanntschaft mit einem getauften Juden, Monseigneur Josef Lehmann, mich bestimmte, die Taufe von einer Kirche zu verlangen, die mich verführte, ja die mich berauschte, kann ich sagen, zunächst infolge ihrer majestätischen Schönheit, dann aber auch, weil ich in ihr das wahrhaftige Israel, die Erbin Jerusalems zu erkennen glaubte, des Jerusalems, zu welchem mich unbewußt ein mächtiger Atavismus hinzog. Man vergesse nicht, daß ich ein „entwurzelter" Jude war, in einem freidenkerischen Milieu erzogen und ganz außerhalb des Judentums stehend. Aber zweifellos war etwas von der alten Glaubensglut meiner Väter noch 5) Siehe: 'Der Tropenpflanzer 1913, p. 369,- Der landwirtschaftliche Dienst und das landwirtschaftliche Bersuchswesen in den deutschen Schutzgebieten. b) Bedeutet in Begründung. in meinem Herzen in Schwingung, da seit meiner Kindheit alles Religiöse mich angezogen hat. Ach! Mit welchem Glücke glaubte ich in der Pracht der Kirche die Herrlichkeit Zions wieder zu finden. Ich glaubte in ihr in Wahrheit „meine Heimat und meine Toten" wiederzufinden. Je. mehr ich mich an dem Prunk der Kirche und der Evangelien und besonders an der Herrlichkeit der Bibel entzückte, desto mehr erkannte ich den Gegensatz zwischen Rom und Jerusalem. Anfangs hatte ich, als gehorsamer Christ, den Willen, mich über diesen Gegensatz hinwegzutäuschen. „Rom", rief ich in meinem letzten Buch „Les Magiuficences de I’Eglise" aus, „Rom ist Jerusalem, ist die Tradition Israels, .sein Tempel, seine Gebete, seine Religionsgebräuche." Das behauptet ja auch die Kirche durch den Mund aller ihrer Theologen. Nun! Der Antisemitismus, der in der Kirche herrscht, hätte mich, auch abgesehen von meinen Studien, abgesehen von ' der Lektüre der Heiligen Schrift, zu dem Ergebnis gebracht, das heute das meinige ijt: Allerdings, die Kirche rühmt sich des Judentums,' aber nur um es zu erdrücken und sich an seine Stelle zu setzen; sie muß in logischer Konsequenz ihres Systems sich auf das Judentum stützen, sie muß sich aber von ihm entfernen, um nicht in ihm aufzugehen, denn ihr Triumph ist nur die Folge, ihrer Lossagung vom Judentum seit Konstantin. Diese Spaltung war übrigens im Keime schon bei Paulus vorhanden, den man als einen jüdischen Antisemiten bezeichnen kann. Diese Feststellungen konnten nur allmählich . in meinem Geiste entstehen, als ich aus katholischem Pflichtgefühl heraus täglich die heiligen Bücher betrachtete und erforschte, auf denen die Kirche beruht. Warum haben Sie diese Bücher nicht ergründet, bevor Sie übertraten? werden mich manche fragen. Ich antworte darauf das, was ich in dem Bericht über meine Bekehrung bereits gesagt habe: Die Kirche allein, das Schauen der Kirche durch Jahrhunderte hindurch hat meinen Geist verblendet und mich bekehrt. Aber die Prüfung der einzelnen Fragen hat den Gesamteindruck zerstört, und übrigens hat mich der Antisemitismus über meinen Irrtum aufgeklärt. Heute pflichte ich H. Charles Maurras bei, den ich seinerzeit wegen seines „Romanismus" angegriffen habe. Ja, Maurras, heute weiß ich es, die Kirche ist mehr römisch als jüdisch. Ich aber, der ich „meine Heimat und meine Toten" suchte, als ich mich nach Jerusalem sehnte, gestatten Sie mir, daß ich endlich zu meiner Kirche zurückkehre, zu dieser Synagoge mit ihrer viertausendjährigen Religion, zu meinem Volke, aus dem ich „entwurzelt" worden war. Meine Wandlung ist sehr logisch. Bonr Heidentum bin ich ausgegangen, Vom Heidentum bin ich zum Christentum emporgestiegen. Vom Katholizismus bin ich zur Quelle gedrungen, zum> Judentum. ° Ich gebe mich natürlich nicht der Selbsttäuschung hin, zu erwarten, daß heftige Gegner mir werben Gerechtigkeit widerfahren lassen. Sie mögen jedoch wissen, daß einer der ihrigen, ein Nationalist, ein Antisemit, der aber einer unserer größten Schriftsteller ist, und dermich mit seiner Freundschaft beehren will, daßmein Meister, Maurice Barrss, als er durch einen Artikel des „Opinion" vom 4. April den Entwicklungsgang meiner Ideen erfuhr, mir folgendes geschrieben hat: Paris, den 11. April 1914. Also, mein lieber Loewengard, folgen Sie Ihrer Bestimmung, Ihren gewundenen Pfaden. Wissen Sie, was für ein großes Buch Sie schreiben sollten? Das Buch des Exils, der Wanderungen Ihrer Rasse. Auf jeder Etappe, von Jerusalem bis Lyon wird Ihr Geist die Prüfungen wieder erleben, die jene durch die Jahrhunderte durchgemacht hat, und wird sich in seine harte Zähigkeit zurückwerfen. Machen Sie diese Pilgerfahrt längs den Straßen der Zerstreuung, und Sie werden sehen, welche Bibel Sie dann heimbringen. Ihr ergebener Barrss. Sie verzeihen mir» Barrss, die Veröffentlichung dieses Briefes. Aber Ihre große Stimme ist für mich in diesem Augenblick die beste Konsequenz und Ermutigung und die edelste Zeugin. Paul Loewengard. Eine Ansprache an indische Soldaten vor 125 Jahren» 1789 wurden zum erste» Male jüdische Soldaten in Prag ausgehoben. Dies vcranlaßte Oberrabbiner -Jecheskel Landau, den berühmten Talmudgelehrten, sich in die "Kaserne zu begeben, jedem der 25 jüdischen Soldaten Zizzis, Tefillin, Gebetbuch und vier Gulden zu überreichen und folgende Ansprache zu halten: „Meine Brüder, die ihr immer meine Brüder wart, es noch jetzt seid und es immer sein werdet, solange ihr fromm und rechtschaffen handelt! Gott und unser allergnädigster Kaiser will, daß ihr zu Heeresdienst genommen werden sollt. Schickt euch daher in euer Schicksal, folgt ohne Murren, gehorcht euren Vorgesetzten, seid treu aus Pflicht und geduldig aus Gehorsam, vergesset aber nicht eure Religion. Schämt euch nicht Juden zu sein. Betet Gott täglich bei eurem Ausstehen an — denn Gottesdienst geht vor allem —;; bet Kaiser selbst und alle seine Diener beten täglich ihren Schöpfer an. Schämt euch dieser Zeichen der jüdischen Religion nicht (hierbei übergab er ihnen Zizzis usw.). Wenn ihr Zeit haben werdet, so betet alles, was ein jeder Jude, .wie ihr wißt, zu beten schuldig ist, habt ihr aber nicht so viel Zeit übrig, so betet wenigstens den Abschnitt: Sch'ma Jisroel. Auch den Sabbat werdet ihr nach Vorschrift beobachtenkönnen (die Ansprache ist in Friedenszeiten gehalten); denn, wie ich gehört habe, wird euch an diesem Tage Arbeitsruhe gewährt werden; schmieret eure Wagen stets

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