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Neue jüdische Presse · 1914-07-31 · Heft 30 (31.7.1914) · p. Seite 10

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
12 (1914)
Issue
Heft 30 (31.7.1914)
Date
1914-07-31
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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Weite 10 wenn die Propheten den Rahmen des Nationalen hätten sprenge« wollen? Richtig ist zwar auch» daß die Propheten in einem gewissen höheren Sinne kosmopolitisch pachten oder suhlten, indem sie das Reich! der ewigen Gerechtigkeit als das Ideal zur Verbrüderung aller Menschen ersehnten. Aber dieses Ideal verwirklichen, war für sie — ganz im Gegenteil — nur .möglich durch die höchste Steigerung und Vervollkommnung des nationalen Geistes, der in Israel lebte, und der allein ihnen berufen schien, die Verwirklichung dieses Ideals herbeizuführen. Mit diesem Vortrage hat die. Vereinigung Jwriah ihr Semester beschossen. Das Wintersemester beginnt nach den Universitätsferien. Jüdischer Wanderbuud. In der Nacht von Samstag auf Sonntag veranstaltete der I. W.-B. zum erstenmal seit seinem. Peswhen eine Lächtwnnderung. Als wir uns nach? der Bahnfährt 'nach Eronberg dem Gebirge zuwandten, umfing uns die .Wuunungsvolle Ruhe einer sternklaren Sommernacht. Unser?Meg führte uns über Königstein, Rotes Kreuz, Glashütten, nach Schloßvorn, wo ein Teil der Wanderer nach Hause .zurückkehrte, während der andere Teil die Tour bis Nachmittag fortsetzte. Der Weg durch die nächtliche Landschcht Jßeg uns die bekannten Gefilden des Taunus in einem .neuen, reizvollen Lichte erscheinen und offenbarte uns neue Schönheiten der göttlichen Natur. Die in der 'Dunkelheit doppelt geschärften Sinne vernahmen andächtig .-das geheimnisvolle Säuseln und WWern der Blattkronen uralter. Baumriesen und den würzigen Duft des Grüns; , — bis sich im Osten der Horizont aufhellte, ein Nebeldunst sich.von der Erde löste und unsere frischen Lieder "der uujsteigenden Morgensonne entgegenjubelten. DreÜSglge Ferieufahrt «ach Köw. Die Ferienfahrt der Wandergruppe des „Montefiore" soll in den ersten Tagen des Monates August .stattfinden. Die Abreise erfolgt, am'6. August — Donnerstag — abends 11 Uhr. Am Freitag wird in Köln die Werkbundausstellung besichtigt. Für den Sonnabend ist .eine Führung durch die Stadt Köln vorgesehen. Für den Sonrttag ist eine Fahrt in das Siebengebrrge geplant. Am 9. August, abends 11 Uhr, Rückkehr in Frankfurt. Die Kosten der Fahrt , sind außerordenllich gering und betragen nur Jk 14,10 itffi. Fahrt, Logis, Essen, Besicht tigung der Ausstellling usw. Anmeldungen im Büro des Vereins: Bleichstr. 70: Mädcheustift. Das Mädchenstift (Phllipp und Charlotte Speher'sche Stiftung) veröffentlicht Bericht über die Jahre 1911 bis 1913. * ' Es waren im ganzen 33 Mädchen, die in den Betriebsjahren im Mädchenstifte Aufnahme hatten. Fast die Hälfte (16) bildeten sich wiederum zu Comptoiristinnen aus, 6 :zu Schneiderinnen, 1 zur Putzmacherin, 4 zu Verkäuferinnen chpi. PersoaMe«. Mit dem am 23. Juli dahingeschiedenen Herrn I. C. Weill ist eine Persönlichst von seltener und starker Mgenart hingegangen, ein Mann der nur aus eigener Kraft, rein durch? die Schärfe des Geistes und den raschen Mick für das Zweckmäßige in verhältnismäßig jungen .Jahren große materielle Erfolge errungen hat, und so. frühzeitig in der Lage sich vom Berufsleben znrückzuziehen, seine großen kaufmännischen Kenntnise und seine pttcktischen Erfahrungen ganz in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen vermochte. Die Gradheit und Lauterkeit, die sein Leben auszeichneten, ließen chn die Worte: „Die gerade, breite-Straße des Königs laßt uns wählen" zu seinem Lebenspriuzip machen; seine tiefe Gottesfurcht und Duldsamkeit machten .chn bescheiden im Glück urw fest in den Stunden des Schmerzes, man muMe seine Gvttergebenheit bewundern, als chm, dem das Familienglück das teuerste Gut war, vor Jichresfrist die blühende Dichter entrissen wurde, und nicht nur durch seinen Wahlspruch „Gam su jetauwoh" wurde man an den frommen Nahuw 'erinnert. Die schönsten Früchte zeigte sein jüdisches Empfinden in der sozialen Betätigung. Schon. in Karlsruhe, wo er 22 Jahre seines tatenreichen Lebens verbrachte, widmete er sein ganzes Interesse der dortigen Religionsgesellschaft, der auch nach seiner Uebersiedlung nach Frankfurt seine Frankfurter FsraellttscheS FcMllierMSt. Anhänglichkeit gall. Ebenso erfuhren drei große soziale Institutionen unserer Stadt durch seine Klugheit und seinen praktischen Sinn stärkste Förderung. — Das Güm» pertzsch'e Sicchenhans, dem erals Oekonom 11 Jahre lang wertvollste Dienste leistete und dessen Patienten an anderer Stelle ihre Trauer um den Verlebten bekunden, die Religionsschule, in dessen Vorstand er 11 Jahre lang segensreich wirkte, und eiwlichl die Jüdische Haushaltungsschule, die in dem Heimgegangenen nicht nur den Vorsitzenden und den Oekonorn, sondern den väterlichen Freund und Ratgeber all ihrer.Schützlinge beweint. Das rastlose Interesse, das er gerade der Jüd. Haushaltungsschule widmete, hat sich auch auf seinem Schmerzenslager nicht gemindert, da er noch immer bessernde Pläne schmiedete für den Umbau und Einrichtung des neuen Hauses, dessen Erwerb zumeist seiner Energie und Initiative zu danken ist. Was seine gemeinnützige Tätigkeit besonders sympathisch machte, war das bescheidene Zurücktreten seiner Person hinter seinen Taten, das Fehlen jeden Ehrgeizes, und so stand es in voller Harmonie mit seiner ganzen Persönlichkeit, daß er sich auch nach seinem Tode jede rühmende Ansprache verbeten hatte. Aber bei allen, die ihn kannten, überall wird sein Name unvergessen bleiben und sein Andenken als das eines Gerechten in Israel hoch in Ehren gehalten werden. Man schreibt uns ferner: Donnerstag verschied nach! kurzem, schweren Leiden eine in unserer Gemeinde allgemein beliebte Persönlichkeit, Herr I. C. Weill. ... Daß der Dähingegangene durch seine Tätigkeit in Wohltätigkeitsinstituten eine segensreiche Wirksamkeit entfaltet hat, ist bekannt. Aber wenige wissen vielleicht, welch' ein edles, warmes Herz der Dahingeschiedene für das Leid hatte. an erster Linie das jGumpertzsche Siechenhaus und inka von Gvldschmidt-Rothschlldsche Stiftung, woselbst der Verstorbene als Oekonom wirkte, sind durch das Ableben dieses Mannes tief betroffen. Seine großzügige Art, seine hervorragenden ökonomir Kenntnisse, verbunden mit einer innigen Liebe für in der Anstalt untergebrachten Insassen, trugen mit zu dem Ruhme dieser Musteranstalt bei. Wenn man jn diesen Tagen durch die Räume der Anstalt von Saal zu Saal, von Bett zu Bett geht und die Irauererfüllten Gesichter der. Kranken sieht, so hat man das Gefühl, daß ein Mann dahingegangen ist. der dem Haus eine Stütze und den Kranken ein treuer Freund und Gönner war. Möge der Samen, den der Verklärte gelegt hat, reiche Früchte tragen! Das Andenken dieses warmen Menschenfreundes wird allen, die das Glück hatten, ihn zu kennen, unvergeßlich bleiben. A«S der zionistische» Bewegung. Köln. Aus Odessa wird uns mitgeteilt, daß dort vor wenigen Tagen Frau Rebekke Jsaakowna Klur gestorben ist. Reb. Klur gebührt in der Geschichte des Nationalfonds ein Ehrenblatt. Sie hatte vor 5 Jahren dem Nationälfonds eine Spende in: Betrage von JL 30000 übergeben und in der Schenkungsurkunde eine Reihe von Bestimmungen getroffen, deren wichtigste die folgenden sind: Der Jüd. Nationalfonds deponiert den von Frau Klur gespendete» Betrag in Pfandbriefen sicherer Hypothekenbanken oder mündelsicheren, Staatspapieren und verwaltet das Kapital und zwei Drittel seines Zinsertrages bis zum Ablauf »ou 500 Jahren jjfö festes Depot. Ein Drittel des Zinsertrages kann.schon jetzt für die Zwecke des Jüd. Nationalfonds verwendet werden. Nach Ablauf von 500 Jahren ist der I. N.-F. berechtigt, das ganze Kapital mit allen angewachsenen Zinsen gemäß seinen Statuten im Namen der Stifterin für seine Zwecke zü verwenden. Marienbild. Jn Hotel „Goldener Schlüssel" fand ein Vortrag des bekannten Herrn B. B l i tz - Charlottenburg über das Thema „Der letzte römisch-jiwische Krieg und der Untergang des jüd. Staates" statt. Ueber 200 Personen waren trotz der kriegerischen Unruhen erschienen und lauschten gespannt den hinreißenden Worten des Redners. Nr. 30. Rabbiner Dr. Dia m a n t (Rabbiner der Gemeinde-Marienbad) sprach einige einleitende Worte, in denen er auch auf die patriotischen Pflichten.her Jetztzeit hinwies, und dankte'dann am'Schluß im Namen der Versammlung dem Redner für seinen Vortrag. Köl«. Im ersten Halbjahr sind für Zwecke des Nätionalfonbs 367 000 Jfe gespendet worden, .23000 J(. mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Personalien n. Kleine Mitteilungen. verli«. Die DirÄtton der Lesstng - Hochschuleist Dr. Ludwig' Lew in übertragen worden: 1 Dr. Salomvn, dem die neugeschaffene Professur für Kultur und Geschichte Rußlands am Hamburger Kvlonialinstitut übertragen worden ist, ist geborener Berliner und erst dreißig Jahre alt. Kunst und Literatur. Gustav F. Steffens: Irrwege sozialer Erkenntnis. (Polit. Bibl.) Jena, Verlag Eugen Diederichs. 238 S. 5 JL Die Politische Bibliothek, die der Verlag Diederichs herausgibt, hat sich in der relitiv kurzen Zeit ihres Bestehens bereits den besten Namen erworben. Jn diesen Büchern bedeutender Soziologen und Politiker über die Grundlagen der Politik — die Politik arffgefaßt unter dem weitesten, soziologischen Gesichtspunkte — wird für Deutschland ein dringendes Bedürfnis erfüllt: die großen Fragen der Politik einzureihen in die wissenschaftliche Erkenntnis und die Politik als einen großen und wichtigen Bestandteil der Kulturentwicklung aufzuweisen. Auf diese Weisenur wird es möglich sein, innerhalb der deutschen intellektuellen Kreise jenes innerliche Interesse an her Politik wächzurufen, das ihnen — im bedauerlichen Unterschied von England und Frankreich — noch zum großen Teile fehlt. Das vorliegende Buch des berühmten Soziologen behandelt hie wichtigsten Irrwege sozialer Erkenntnis, also jene Unzahl solcher Vorstellungen und Anschauungen sozia- Probleme, die' in der Geschichte pme so große Rolle gespielt haben und poch spielen. Die' schwierige Aufgabe, das unübersehbar weite Gebiet zu disponieren und die Unzahl dieser sozialen Irrlehren zu systematisieren, hat Steffens in trefflicher Weise gelöst und hat in diesem Buche mit glücklicher Hand die wichtigsten und interessantesten dieser falschen Vorstellungen herausgegrisfen und in sehr anschaulicher und fesselnder Darstellung erörtert. Das Buch ist so eine wahre Fundgrube sozialer Belehrung, und für den Kulturhistoriker wie für den Psychologen gleich interessant. Kirchner-Michaelis: Wörterbuch der philosophischen Grundbegriffe. Leipzig,Verlag Felix Meiner. ' Kirchners „Wörterbuch! der philosophischen Grundbegriffe" ist wohlbekannt. Es steht unter den sämtlichen vorhandenen Wörterbüchern der Philosophie in vorderster Reihe. Seine Vorzüge bestehen in zweierlei: umfassendstes Material und klare, anschauliche, präzise Darstellung. Nur wer philosophisch schon gearbeitet hat, kann ermessen, welche Arbeit und welche Fülle von Wissen und Talent in diesem-„Wörterbuch" enthalten ist. Man.darf es unter .allen anderen als das für den Philosophie Studierenden gewiß geeignete bezeichnen. Aber auch dem Laien, jedem Gebildeten, kann es von großem Wert sein, zur Einführung in die Grundbegriffe der Philosophie, zur Aufllärung über die wichtigsten philosophischen Probleme. Wissenschaftliche Wörterbücher und Lexika sollen ja im allgemeinen nur die benutzen, die sie eigenllich nicht nötig hätten: solche, die durch eigene Bildung und Kultur vor der Gefahr geschützt sind, sich von dem Halbwissen und der Oberflächlichkeit, das diesen Werken notwendigerweise zueigen ist, verführen zu lassen. Kirchners! Wörterbuch ist eines der seltenen Werke dieser Gattung, die man auch ruhig dem Laien empfehlen darf: seiner Gründlichkeit und Gediegenheit darf er sich angstlos anvertrauen. füriklutnan Steinwe* l IuheIcd, atna. BoUeid Mim« Atelier für Neuu. Umarbeitungen JL Eckhaus Bossmarbt ba*ld. Sachverständiger ’ Reparaturen. -. - Telephon Hansa 6069. Auswahlsendungen gerne zu Diensten. Isrmalitlsohe Kultuag«genst5nde. Telephon Hansa 6069. Das Bet haseferharealihatbrilnHaifasuchtmüdem Dienstantritt zum 1. Okt. einen akadem. od. einen seminar. gebildeten Xjelirer für Seutsoli. die überneh^en^önmn,nach einem Ja^rGeschichts- «nterricht in hebräischer Sprache zu erteilen. Von seminar. geb lld. Lehrer würde Lehrbefähigung in einem techn. Fach (Singen, Turnen, Zeichnen oder Handferiigkeit) verlangt werden, Kenntnis der MeHoden der Arbeitsschule wäre besonders erwünscht. Beweinungen mit ausführl. Lebenlauf bis 31. August an den Direktor der Schule, p.t Zionistisches Centralbureau, BerlinH5, Sächfischestraße 8. 3ttnges Mädchen Sidet volle, streng rituelle enfio« bei Frau von vnrg, Friedberger Anlage 8. Ansehnl. Witwe, 43 I. all.m. 2 Kind., 4 u. 9 I., wünscht sich m. ein. äll gutsituiert. Herrn «Witwer ohne Kind nicht ausgeschl.) wieder zu verheirate«. Ernstgemeinte Offerten unt. 2183 an die Exped. d. Bl. Suche für meinen Freund, Israel. Kaufmann, 36 Jahre all, paffende Derselbe ist in mehreren Branchen bewandert und wäre nicht abgeneigt, auch in ein Geschäft einzuheiraten. Diskretton zugestchert. Ernstgemeinte Offerten unter A. B. 70 an die Spedition dieses Blattes. Suche per sofort einen Lehrling mit guter Schulbildung. Kost und LogE im Hause, Schabbos u. Jontof geschloffen. J. II. Katzenstein, Frankenau, Bez. Cassel. Leder, Schuhware«, Herrenkonfektion, Lese« und Herde. Für meinen Freund, Kaufmann, 35 I., gesund, Lebensstellung, suche ich nass. Partie. Mitgift.ca. 30 Mille, erwünscht. Off. unt. 2184 an die Exped. dieses Blattes. . Tüchtigem , . Mädchen, orthodox, solid und anständig, wird bis Mitte September wegen Erkrankung des jetzigen zu kleiner Familie gesucht. Es wird nur Kochen und Reinhaltung der Küche gefordert, keine Hausarbeit. Gehalt und MM ond Veitiil» sowie flotte («lioledo p bald, evtl. p. 1. Okt. gesucht. SchaboS u. Jontef geschloffen. Kaufhaus. A. H. Werthelm, Fulda. Manufakturwaren u. Damenkonfektion.. Behandlung sind vorzüglich. KtwrzW Lailan München, Prinzenauerstraße. Jntellig. Holländer, 25 Jahre, sehr gut deutsch sprechend gelernter Konditor fudjt bis zum 1. September paffende Beschäftigung. Offerten unter 2180 .an hix Expwitton dieses Mattes. Jüd. Mädchen, das gut kochen kann u. andere Hausarvell verrichtet, sucht Stelle per sofort. Offert, unt. 2185 a. d. Exp. dsS. Bl.

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