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Neue jüdische Presse · 1914-06-05 · Heft 22 (5.6.1914) · p. Seite 4

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
12 (1914)
Issue
Heft 22 (5.6.1914)
Date
1914-06-05
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Geite 4 ALL. Snntberefn. Die Herrenabteilung turnt jeden Dienstag abend 8% bis M>/»-Uhr in der Turnhalle der Selektenschule, Eiserne Hand 4. j : j : Die Damenabteilung turnt jeden Donnerstag abend 8>/e—10 Ahr in der Turnhalle der Herderschüle, Wittclsbacher Allee 8. Kleine Notizen. Zugleich^ mit dem 25 jährigen Jubiläum des Deutsch- Jsr.--Kinderheims in Diez, über das wir in der vorigen Nummer berichteten, begingen die Herren Hermann Cramer, Julius Goldschmidt, Leop. Roseuthal und Prof. Dr. Sulzbach das Jubiläum ihrer 25jährigen Wirksamkeit als Vorstandsmitglieder. Gterlaoli Frankfurt am Main, . Hainzerlandstrasse 166 ■■■ ■ _Telephon-Amt I, 5375. — Ennsttu Banschlosserei, Eisen-Konstruktionen, Schaufenster-Anlagen, Werkstatt fBrkunstge werbliche Metallarbeiten In Eisen, Bronce, Messjng, Reparatur arbeiten. Der Windhauch. Historische Erzählung von M. Pu 1 verman n. (Fortsetzung.) Auf der Handstraße. Es herrschte. noch immer Dunkelheit, doch Ariel bewegte sich schnell und sicher weiter. Er stieg den steinigen Fußpfad hinunter, durchschritt die königlichen Gartenanlägen uich kreuzte dann den Bach, der durchdas Tick Himon fließt. Schnellfüßig ilcttertc er dann die Böschung am andern User hinauf und eilte über das hügelige Gelände, das rwch Bethlehem sührt. Die Schönheit und Lieblichkeit der ganzen Umgebung, die wolkenlose.Morgendämmerung, die reine, würzige und köstliche Lust ließen nichts von der furchtbaren Gefahr ahnen, die dem Lande drohte. Die goldenen Strahlen der aufgehenden Sonne blitzten über die blauen Berge, und die gefiederten Sänger der Lüste zwitscherten ihre süßen Lieder dem anbrcchendcn Tag als WillkomMensgruß entgegen. Durchsichtige, silberglänzmide Ncbelschwaden schwebten leise aus tiefen Schluchten empör, der Morgenwind koste mit sanftem W^hen mit den halbreifen Oliven und bewegte mit leichtem. Spiel die befiederten Stämme der hohen, schlanken Palmen. Zwischen den dunkeln Zedern und Zypressen, mit denen die schiefe Men: bis zum kahlen Felsen bedeckt war, herrschte eine feierliche, ununterbrochene StAe. Ws Ariel im frischen, herben Morgenlichtc weiter jviinderte, fiel es ihm auf, daß er keinem einzigen Wanderer begegnete,- und ihm kam cs vor, als ob Me Bewohner geflohen wären und ihre stiedlichen Wohnungen verlassen hätten. Kein lebendes Wesen war - zu sehen, außer drei mit Aussatz Behafteten, die sicherlich durch das Geräusch seiner Schritte aus ihren FÄsenlöchern hcrvorgeschlichen waren, hoffend, daß ihr heiseres Flehen und ihr gräßlicher Anblick das Herz des Wanderers erweichen und er ihnen eine kleine Silbermünze znwcrfen werde. Während ihrer Unreinhest mußten sie ja außerhalb der menschlichen Wohnungen weilen und dursten jedem nur von großer Entfernung das „Unrein! Unrein! Unrein.'" cntgegenrufen. Ariel warf ihnen einige Münzen zu und entfernte sich ellig, um der Gefahr der Ansteckung zu entgehen. Andere menschliche Wesen hatte er bisher rwch nicht erblickt, sodaß es ihm bald zur Gewißheit würbe, daß selbst die Hirten und Wcingärtner ins Gebirge sich geflüchtet und ihre Tiere und Besitztümer mit sich genommen hatten. Die Furcht vor den „affyrischen Wölfen" hatte jedes Herz mit Angst und Schrecken erfüllt. < Vor dem Hause eines verwandten Weinbergbesitzers, wo rr ein Roß zu erhalten gehofft hatte, blieb er stehen. Doch Tür und Fenster waren verschlossen urrd mü Baumstämmen .fest verrammelt, auch auf sein wiederholtes Pochen erfolgte keinerlei Antwort. Er konnte sich eines gewissen Unbehagens nicht erwehren, da die Wanderung zu Fuß nicht nur länger dauern, sondern auch viel beschwerlicher sich gestalten, mußte. Doch olstte Zögern setzte er seine Wanderung gegen Süden fort. Es berührte ihn peinlich, die sonst so I fm Dittriüi Nil v. MM . SahlUaratf* 18* Telephon I, 8630. Seifen^ Uchte, Kamm- und Bfirstenwaren, Besen etc. Cosnretische Spezialitäten. I Frankfurter Israelitisches Familienblatt. MMM. Caf6 Kaiserplatz »»Mil. Bethmannatrasse 66 vis-a-vis Frankfurter Huf. Nach vollst. Renovierung d.Titl. Publikum bestens empfohlen. Täglich grosses Künstler-Konzert der ungar. Hauskapelle Besitzer: H. Hsinemann. Telephon Hansa 5859 verkehrsreiche Landstraße zwischen Jerusalem und Hebron jetzt so einsam und verlassen zu sehen. Vom fiuhen Morgen bis zuM Mfttag hatte er nur drei Landleute getroffen, und auch di.se hatten sich nur scheu und vorsichtig beivegt, nach Men Seiten spähend, bereit, bei dem ersten verdächtigen Anzeichen zwischen die Felsen sich zu verbergen oder sich in das dichte Gestrüpp zu schlagen. Auch Ariel hatte dasselbe schon öfter tun müssen, da einige assyrische Abteilungen sich auf der Landstraße, bald nordwärts, bald gegen Süden, bewegten. Alle waren sic schwer bewaffnet, ihr wilder Anblick flößte Furcht und Grauen ein, und das Geräusch ihrer Rosse und Streitwagen, als sie eilig dahindonnertcn, bereitete jedem Wanderer Angst und Entsetzen. Die Schreckcnskunde, daß die Assyrer wieder ins Land gedrungen waren, hatte sich wie ein Lauffeuer bis in die entfernteste, entlegenste Ansiedelung sortgepflanzt, und jeder zitterte für sein Leben. Um so wunderlicher schien cs daher Ariel, daß eine Handels-Karawane sich jetzt aus Reisen hinausgcwagt hatte, da sie bald mit. einer Schar stemder Räuber zusammcnstoßen mußte. Ariel hatte das Herannahen einer solchen Räuberbande noch rechtzeitig bemerkt und war schnell den steinigen Hügel cmporgcklettert, um dort das Vorüberziehen Her Assyrer abzuwarten. In dieser friedlichen, zauberisch schönen, ländlichen Umgebung waren diese die einzigen Störcnfri.'de. Zwischen den Hügeln, die mit Zypressen und allerlei Sträuchern besetzt waren, schlängelte sich der Fußpfad sattst empor zu den schlanken Palmen, die sich mit ihren breiten Kronen gegen den Purpurhimmel und denl blauen Duft der fernen Berge scharf abzcichncten. " Unterhalb Ariels Beobachtungspünkt machte die Straße eine scharfe Biegung, sodaß Reisende auf der einen Teste von solchen auf der andern Seite nicht gesehen werden konnten. Ariel war im Betrachten der Assyrer, die von rechts kamen, so. vertieft, daß er eine Karawane, die von links Herzog, erst wahrnahm, als diese schön dicht am Felsenvorsprung angekommen war und nach wenigen Schritten vom den Affyrcrn gesehen werden »rußte. Einer plötzlichen Eingebung folgend, stürzte er wieder hinunter, hoffend, daß er . die Führer der Karawane noch auf die drohende Gefahr werde aufmerksam machen können. Doch die Entfernung und die Hindernisse waren größer, als er angenommen hatte. Als er keuchend und von Dornen zerschundcn auf der Landstraße anlangte, waren die Vorrcitcr; der Karawane bereits umdie Ecke gebogen und von. den Affyrcrn auch schon bemerkt worden. Ariel hörte auch bald deren Johlen und Triumphgeschrei und wußte, daß die Räuber sich bereits auf die sichere Beute gestürzt hatten. Ariel hatte vorher gesehen, daß die Karawane von fünf oder sechs Bewaffneten begleitet war, denen drei Kamele und sechs Maultiere mit Ballen beladen folgten und daß alle neun Tiere durch ein langes Seil mit einander verbunden waren. Nur rwch . das letzte Kamel, auf dem zwei Frauen saßen, befand sich noch hinter dem Felsvorsprung, während die andern mit der Schutzwache schon um« die Ecke gebogen waren. Einen Augenblick zögerte Ariel, dann aber stürzte er vorwärts, zog das scharfe Messer aus dem Gürtel, mit dem er das Seil durchschnstt, faßte das Kamel am Zügel und zerrte es zur Teste. „Was machst Du denn?" rief eine Frauenstimme aufgeregt. „Wer bist Du denn?" „Siehst Du denn nicht, daß die Assyrer Euch überfallen?" rief er nicht minder aufgeregt. Er sah jetzt auf und bcmerllc, daß es nicht zwei Frauen waren, sondern eine Frau und ein kleines, etwa zehn Jahre alteso Mädchen. „Die Assyrer!" beuchte die Frau schreckensbleich. Sie hatte wohl das Lärmen und Schreien vorn gehört, aber sie hielt cs für einen Zank der Treiber unter sich oder stlr einen Beduinen-Ucberfall, dem die bewaffneten Männer wohl gewachsen waren. „Schnell, schnell!" mahnte Ariel, nachdem er das Tier zum Riederknicn gebracht. „Wir dürfen keinen Augenblick zögern!" Jammerlautc und. Schwertgck.irr drängen an das. Ohr der Frau, und sie sprang eilig zu Bode». Ariel sah auf den« vorletzten Tier noch eine andere Frau, die, sicherlich von einem Schwert oder Pfeil getroffen, 5it. 22 . hm und her wankte und sich nicht mehr aufrecht halten konnte. Gern wäre der Jüngling auch dieser zu Hilfe geeilt, aber er erkannte bald das. Fruchtlose eines solchen Beginnens urrd wendete sich wieder Mutter und Kind zu, für die eine Rettung doch noch möglich war. Er nahm das Kind in seine Arme, zerrte die Mutter gewaltsam hinter sich her, wieder den Berg hinauf, durch Gebüsch und Gesträuch, "und blieb erst »nieder stehen, als er annehmen konnte, von unten nicht mehr gesehen zu werden. (Fortsetzung folgt.) N. ROSENAU ' KnSlIaohe Herren - Schnelderal I ]• Gtoaifeeatnaa* 1». I Tamshma ajuflhnut.' Viaip r»M. Eingesandt. Alle Parteien sind nunmehr in der Wandervogelaffärc zu Wort gekommen: Die Zionisten sind für ^unbedingten Austritt und Bildung von nationaljüdischeii .-Wander-Bereinen eingetreten, ivährend der Zentralvcrein nnd die neutralen Jugendvereins sich auf den „Fall zu.Fall Standpunkt" gestellt haben. Es dürfte daher auch interessieren, einmal die Stellung der in den gesetzestreucn Jugendvereinen organisierten Jugend kennen zu lernen. —- In gewisser Hinsicht stimmen wir hier mit den Zionisten überein. Auch wir fordern de» unbedingten Austritt und die hiesige A g ud a s Ir sr o c 1 - Iug e yd g r upp e hat diese Stellungnahme schon verschiedentlich in ihren internen Bersammlnngen zun« Ausdruck gebracht. Einer Organisation, die in solcher Weise wie der Wandervogel E. L. zur Judcnsrage Stellung nimmt, können ivlr nicht mehr angehören. Wenn auch einzelne Verbände, wie der Elsaß -Lothringschc z. B., gegen den Beschluß des Frankfurter Bundestages opponieren, so, ändert dies doch wenig an der Sachlage. Solange derselbe nicht von der Gesamtheit für ungültig erklärt wird, ist cs jedem selbstbewußten Juden unmöglich, irgend einem der Organisation des Wandervogel E. B. angeschlossenen Vereine weiter anzugchören. Gegner der Frankfurter Resolution, die aus der Organisation austrcten, sind hiervon auszunehinen. Was nun die Gründung von besonderen jüdischen Wanderbünden betrifft, so ist dieselbe vor allem hier in Frankfurt überflüssig. Aus dem Wvchenkalendcr der.hiesigen jüdischen Zeitungen ersehen wir, daß inan allsonntäglich an 4 bis 5 Stellen wandert. Ich erwähne nur die Rainen: Agudas Jisroel - Jugcndgruppe, Tiferes Bachurim, Jnd. Wanderbund, Turnverein, Montefiore, und da drängt sich uns die Frage auf, toozu braucht der junge Jude da noch einen instinktiv antisemitischen Wandervogel, wenn er hier in Gesellschaft Gleichgesinnter wandern kann? W. I ©ffenbaeher Druckluft-Anlage I IffanblBh a. H, Telefon 123. (Anschluss mitFrankfnrt). I Bewährteste TapptchrsinlODIlQ (100,000 qm jährlich) ■sowie unttbertroffrae Battenn. Battfadarnrelnlgung mittelst Druckluft nnd WaBserdampf. i Hateer Friedricu Quelle Hi ——— Oflenbach a. N. - ■—/ GegemGiaht and Bhemmatfamns bewührt. Alleiniger General -Vertreter: Frlsdrloh Stahl, Franhf.a.M.. Gflntherab.-AUee 37. Tel Hanaa359n.714. Wochert-Kaleitder. (Zeitangaben nach dem Loacb.) SamStag. den 6. Juni (---12. Siwan.) , : Sabbat-Anfang in Frarckfurt a. M. 8 Uhr — Min. Sabbat-AuSgang tn Frankfurt a. M. 9 Uhr 25 Min. in Berlin 9 Uhr 25 Mw. 'Wochenabschnitt: N o s a u. — Die Dienste der Leviten beim Tragen der Stiftshütte, als diese zum Weiterziehen abgebrochen wurde. Das Dienstalter der Leviten ist vom 30. bis zum 50. Lebensjahre .bestimint. — Aussätzige und andere „Unreine" sollen außerhalb des Lagers bleiben. — Wer. „Untreue" begeht an den Heiligtümern Gottes, hat Ersatz zu leisten und. ein Sühnopfer zu bringen. — Verfahren gegen das treulose Eheweib. — Der „Nasir" oder Enthaltsame. — Die Pflicht des Priestersegens. — Schluß der Sidra: Aufzählung der Einweihimgsopfer der Stistshütte. Wochengottesdienste in Frankfurt a. M. Morgens: 6 Uhr (Synagoge Unterlindau, Synagoge. Böckenheim 6 Uhr 30 Min.: Hauptsynagoge 7 Uhr: Synagoge Königsteinerstraße 7 Uhr 30 Min.). Abends: .7 Uhr .15 Min. (Synagoge Unterlindau, Synagoge Bockcnheim 7 Uhr 15 Min, Synagoge Königstcincrstraße 7 Uhr: Hauptsynagoge 4 Uhr). Chpisi Wilhelm Leüx TeleL Hansa 8567; Hoflieferant. Goethestr. 91 Herren-, Samenu- Livreeschneiderei. . - Spazlal-SportgeecbSft i Aof Wonach koschere Verarbeitung. — Spende«. Bei der N ationa 1 sondskomm iss 1 on gingen ein: Büchsen. M, Mainz, Ostendstraße (v. 638) 2,— J(. Kaufmann, Rückertstraße (K. 787) 3,25 „ I. Hermann, Rückertstraße (K 732) - 14,75,, Gebrüder Kulp, Obermainanlage (X. 760) 2,— „ Familie. Wolpe, Obermäinanlagc (D 592). 1,15 „

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