Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 12 (1914)
- Issue
- Heft 20 (22.5.1914)
- Date
- 1914-05-22
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Wt 20 (hf. 20 Frankfurter Israelitisches Familienölatk. . Seite 5. [5 ZeiU 'rsub Nach diesem qualvollen Tage war eitbßdj die fjt hereiitgcbrochen und mit der zunchmenden Dnnkekschwicgcn auch die ängstliche» StimMen. Die Lichter den verlöscht. ■ Uebcrall herrschte Schweigen und stcrins, Vis ans jenes Häuschen, «jo die Besprechung allgemeinen Gefahr noch fortgesetzt wurde. In einem bescheidenen, nur spärlich erleuchteten »ach, um einen einfache» Tisch, auf ivelchcm Brot Wein Vorhänden war, saßen drei ältere Männer ein Jüngling: Joab, ein Anverwandter des Hohenfiers, neben ihm' Eliasar, ein Kaufmann, sodann Wirt Amnion und dessen Neffe und Pflcgesohn ei. Sic hätten die Botschaft der „assyrischen Wölfe" ,rochen und deren Ueb erfüll in Samaria, im vierten tjrc der Regierung Chiskijas, wo sie zehn Stämme > nels mit sich geführt und sie über ferne Erdteile ircut hatten.' Die Männer besprachen ferner das ilück, welches Sancherib im vierzehnten Rcgiernugs-- . r Chiskijas über das Land brachte. Sie dachten lliu-M sjch auch an den schweren Tribut, den der Eroberer cn auferlegte, sodaß das Volk gänzlich verarmte, b jetzt war ihre Lage noch verzweifelter, da König Zkija sich durch den ägyptischen König Sethon, der , Hilfe und Beistand zugesagt Hatte, hatte verleiten 'en, keinen Tribut mehr nach Ninive zu schicken. lSnd, drei Graubärte schwiegen nun und blickten sich urig an. „Hat denn der König gar keine Hoffnung mehr die ägyptische Hilfe?" ftagte Eliasar. „Es ist leider zu spät, daß diese noch zur rechten it cintreffen könnte," seufzte Ammon. „Um unsere acht mit der ihrigen zn vereinigen, müßten sie ans ndesflügeln hereilen können, während die Assyrcr h schon ihr Lager in ziemlicher Nähe aufgeschlagen MI." .Des Königs einzige Hoffnung," nahm Joab das nt, „ist der Gott Israels. Von meinem Vetter, dem henpriester, häbe ich erfahren, daß' der König, als Sancheribs Schreiben gelesen hätte, nach dem Tempel ilt war, wo er weinend und flehend den schändn Brief auf den War niederlegte und sprach: err, Dich hat der Frevler gelästert, Deine Allmacht er verspottet. Deine Sache ist es darunt, ihn .. ,ri zu züchtigen!" Dann zerriß er seine Kleider, au^ Haupt und verblieb stundenlang BlOff» Andacht und Gebet an der heiligen Stätte." *rarftg<J "llud hat ihn der Herr einer Antwort gcwürfwm »?" ftagte Eliasar. Bef trassel 175. - m.We ter n.1 Wohnnngs-EInrlehtungen in kQnsUeiiseft. Auffassung Verkauf vun kunslgewerblichen Erzeugnissen. Antiquitäten. Friedrich Bernhard, Frankfurt a.M _Tel. Hansa 5574. BSrsenatrasse 11. „Das nicht, darum hat er Boten zu dem Propheten Jesajas geschickt, der sich in den Bergeil des Südens aufhält, auf daß auch er den Beistand des Herrn erflehe."' „Es ist tranrig, daß der Prophet gerade jetzt von Jerusalem abwesend ist," seufzte Eliasar. - „Er hat sich wieder von den Menschen zurückgr-, zogen," erklärte Joab, „wie er es öfter zu tun pflegt, wenn er das Bedürfnis fühlt, Gott näher zu sein. Es ist ein Unglück, daß wir gerade jetzt seine Rat-» schlüge nnd Fürbitten entbehren müssen. Eigentlich ist. cs aber doch nicht seine Gewohnheit, wie die früheren Propheten sich in Höhlen aufzuhalten, da er doch sonst itt der Nähe des Königs weilt." „Wir müssen uns gedulden, bis die Boten zurück sind. 'Judas Macht, so stark und siegreich ehemals, ist heute zu schwach, um — nur auf die Kriegswafftm allein vertrauend —, Sancherib entgegenzlltreten," sagte Ammon resigniert. „Ja, ja: wo sind die Holden von ehedem?" klagte auch Eliasar, die Hände. verzweifelt zusammenschlagend. „Wo gibt es jetzt noch einen David, der es wagt, mit einem Riesen Goliath aufzuneh'men?" „Cr ist hier! Ich werde es wagen!" Alle Augen richteten sich auf den Jüngling, der plötzlich aufgesprungen war und mit lauter Stimme diese Worte gesprochen hatte. Seine Lippen bebten, doch seine Augen glühten, und sein ganzes Wesen zeigte Zuversicht und Entschlossenheit. Voller Staunen blickten die Männer ihn an. Uriel zählte kaum acht? zehn Jahre, aber seine Gestalt . war die eines erwachsenen Mannes, und seine entblößten' Arme verrieten ungewöhnliche Kraft und Stärke. Heilige Begeisterung sprühte aus seinen Augen, aber auch' die Unschuld, das Kennzeichen der Tugend, war in seinen Äesichtszügen ausgeprägt. „Du?" rief sein Onkel Ammon. „Bist Du wahnsinnig?" „Ja, es ist jammerschade, daß Du noch fast ein Knabe bist,", sagte Eliasar bedauernd. „An Mut scheint es Dir nicht zu fehlen." „Die Assyrer würden Dich erschlagen, che Du ihr Lager erreichst," war auch Joabs Abmahnung. und unsere1 „Aber Uriel hörte nicht auf all hie Entwendungen und sprach voller Eifer weiter: „Glaubt Ihr, daß die Assyrcr fliehen werden, wenn ihr König Sancherib tot ist?" „Möglich ist es schon. Man sagt doch, daß die Assyrer diesen Feldzug nicht zur Vermehrung ihrer Besitztümer unternehmen, sondern nur durch Sancheribes Kriegs- und Ruhmessncht. Sicherlich würden sie sich bald zerstreuen, wenn er nicht mehr vorhanden wäre, uni sie mit seinem Geist und mit seiner Energie anzufeuern und zusmnmenzuhalten." „Dann werde ich es wagen!" ries Uriel entschlossen. (Fortsetzung folgt). Kaiser Friedrich Quelle - Offenbaah a. X. —> Gegen (Ueht and BhenuHsmu bewährt. Alleiniger General-Vertreter: Friedrlob Stlhl, Franhf.a.H., Güntherab-.-AUee 37. Tel.Hansa259u.714. Wocheir-Salender. (Zeitangaben nach dem Loacb.) Samstag, den 25. Mai (= 27. Ijar.) Sabbat-Anfang in Frankfurt a. M. 7 Uhr 40 Min. Sabbat-AuSgang in Frankfurt a. M. 0 Uhr 10 Min. in Berlin 8 Uhr 50 Mtzr. Wochenabschnitt: B e h a r u. B ach u k a u s e i. Alle siebe» Jahre soll ein sogenanntes „Brächjahr" sei». Weder Feld noch Weinberg dars bestellt werden.^ Nur das „Wildgewachsene" ist ciiiznheimsen. Dieser „Sabbat der Erde" im siebten Jahre lehrt — gleich dem wöchentlichen Ruhetag — die Anerkennung Gottes als? Herrn der Welt nnd Eigentümer aller Güter! 'Nach einem Zyklus von sieben Brachjahren folgt das fünfzigste als Sabbatjahr, sodaß sowohl im 49. als im darauffolgenden Jahre-die Feldarbeit ruht. Außerdem fällt im fünfzigsten Jahre aller veräußerter Grundbesitz wieder zurück an die betreffende Familie und den betreffenden Stamm, Knechte können „frei ausgehen", was übrigens auch in jedem siebten Jahre mitunter geschieht. Geldschuld ^verfällt. Diese ■ soziale Gesetzbcstimmnng schließt im jiid. Staat.eine ungesunde Verschiebung des Besitzes, blendenden Reichtum, auf der einen und drückende Armut aus der anderen Seite von vornherein ans, ebenso menschenentwürdigende Leibeigenschaft. — Die große Strafpredigt (Tauchocho). Einsegnung des Monats Siwan (Rausch-Chaudesch: Dienstag). Freitag Samstag Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag abend 22. Mai — 42. Omer . 7/12.50' bis sl65Öy gehören zusammen. 3 Millionen wissen die Für' Damen I. Neueste Goodyear-Welt-Modellc, . nt/1 schwarz und farbig.... 1ß-0 jjjs 0 l. Lack, mit zartfarbig, od. stumpfen Modeelnsatzen, dOäO Orig. Goodyear-Welt 16^0 14^0 \i± L Braun, beige oder grau Nubuk A A50 mit schwarzem Lackblatt. 1U I. 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