Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 12 (1914)
- Issue
- Heft 18 (8.5.1914)
- Date
- 1914-05-08
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10 Frankfurter Israelitisches FamilierÄatt. Nr. 18 Nr. ] Frankfurter Berichte. Ausschuß der Israelit, Gemeinde. Der heutigen Sitzung Ziegen Wieder eine Reihe Kostenforderungen für Las neue Krankenhaus vor. Das Krankenhaus wird am Sonntag, 17- Mai, eingeweiht werden. Die Subvention von 16300 J£ für die Religionsschule wird bewilligt. Schließlich wird das Anstellungsregulativ für GenieindÄeamte genehmigt. Eine Umänderung dieses Regulativs war infolge des neuen Arigestelltenversicherungsgesetzes nötig gewesen. Die Regierung hat die Beamten der Frankfurter israelitischen Gemeinde von der Angestelltenversicherung befreit. Hauptversammluua- Die in Berlin domizilierende Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums hält am 3. Juni hier ihre Hauptversammlung ab. Wie voriges Jahr in Breslau, so dürften auch hier anläßlich der HaupÜiersammlung größere Summen für die wissenschaftlichen Zwecke der Gesellschaft gespendet werden. Turnspiele. Wie alljährlich hält der „Montefiore"-Verein auch, dieses Jahr wieder seine bei den jungen Mitgliedern so beliebten Turnspiele auf dem ,>Ostpark" ab. Sie beginnen, günstige Witterung vorausgesetzt, nächsten Sonntag. Meine Notizen. Frau Julia Stempel, Witwe, Musikantcnweg 80, feiert am 15. Mai den 80. Geburtstag. Im 72. Lebensjahre verschied der hervorragende MusLstödagogc Gustav Äkschaffenver g. Er war durch seine Herzensgüte und infolge seiner regen Wohltätigkeitsbetätiguug weit über seinen Schülerkreis hinaus bekannt. Robb. Dr. Lazarus sowie Sprecher verschiedener Logen sprachen an der Bahre. Gegenwärtig wellt hier der bekannte Redner und Schriftsteller CH. Katz aus Lemberg. Er wird voraussichtlich im Aufträge der Zion. Ortsgruppe, der Zion. Jugendgruppe und des Vereins „Jüd. Kultus im Laufe nächster Tage einen Vortrag halten. Ein Vortragsabend des Herrn Katz wäre sehr zu begrüßen, denn Herr Katz verfügt über ein großes oratorisches Talent, ein vielseitiges Wissen und ein originelles .Denken. G Leo Schweinfest IKamennchneiderel empfehle tadellosen Sitz, gute Verarbeitung. Gr. Eschenhelmeretr. 19, I Telef. 12206. Kunst und Literatur. Aus der ■" inneren Geschichtc der Juden Frankfurts im 14. Jachrhuudert (Judengasse,. Handel und sonstige Berufe) von Oberlehrer Pros. Dr. I. Kracauer. Beilage zum Jahresbericht des „Philanthropin". Zur damaligen Zeit wohnte ein Tcll der Jude» in der heutigen Saalgasse, und zwar von ihrem östlichen Telle vom Hause Katzencllnbogen, Saalgasse 3, bis über den Weckmarkt nach der Fahrgasse. Doch auch der westliche Teil der Saalgasse, der nach! 'dem dort befindlichen Helligengeistspital ^Heilige Geistgasse" hieß, war von Juden bewohnt. Mehr .vereinzelt saßen Juden im östlichen Teil der Parallelstraßen zur Saalgasse und des heutigen Weckmarktes. Am 24. Juli '1349 wurde das gesamte Judenquarticr von den sanatisierten Scharen der Geißler in Asche gelegt und fast alle Juden getötet. 1360 beginnen sich wieder Juden in Frankfurt niederzulassen, im ersten Jahrzehnt nur wenige Familien. Wie früher, waren sie auch jetzt nicht auf einen bestimmten Teil der Stadt beschränkt, aber sie wohnten gern bei einander und bevorzugten die Gegend am Main. Sie siedelten sich jetzt mehr östlich an, mcjjv nad} dein Fischerfeld zu. Die Synagoge stand dort, wo heute das Stadtarchiv steht, das Judcnbad vermutlich im östlichen Teil der heutigen Schmidtstubc. Im Laufe des 14. Jahrhunderts wurde den Inden die Kaufmannschaft immer mehr eingeengt und ihre Tätigkeit hauptsächlich, auf das Leih- und Psandgcschäft beschränkt. Das Aufblühen des Städtewcscns, das Erwachen eines nationalen Bürgcr-und Kaufmann sstandcs hatten diesen verhängnisvolle n W a n d e l hcrbergcsüyrt. Durch Verpfändungen kamen Juden in Besitz von Pferden, großen Vorräten Getreide, Wein, Tuch, und so konnten sie sich, indirekt am Handel betelligen. Mitunter assoziierten sie sich auch, mit Christen. Diese kurzen Striche aus Kracauers Arbeit mögen weit«« Kreise veranlassen, zu dem Bache selbst .zu greifen. Allgemeine Mitteilungen. Das Mctropol-Theater, Vilbelerstraßc 29, bringt zwei neue Schlager. auf der Leinwand: Raffle^ Bekehrung" und „Der brennende Zug". Samstag nachmittag 2i/3 Uhr findet wieder eine Jugendvorstellung mit einem ansgesuchth'-en Programm statt. Die Ritualkommrssionder israelit. Gemeinde hat die Geslügelhandlung L. Wolfs ihrer Aufsicht unterstellt. Die Firma L. Wolfs hat in Griesheim ein großes Anwesen für Hühnerzucht und Hühnermästerei und ist st dem feinsten Tafelgeflügcl sehr leistungsfähig. Vereins-Kalender. Sainstag. Verein „T i f e r e s Bach u r i m", 11 Uhr, Bleichste. 70: Geschichtszyklus: Zeit der Mischna (Dr. Mat)),- 5 Uhr: Aurech Chajim (Rabb. Dr. Horovitz) — „M ontefiore" -Verein, llhh Uhr, Bleichstr. 70: Schiur (Dr. May); öi/3 Uhr: Erklärung der Sidra (Rabb. Dr. Horovitz); Ethik des Judentums an Hand der Sprüche der Väter (Dr. Heincinann). — Verein „Mekor Chaj i in", Längcstr. 18, 4i/i Uhr: Mikro-Vortrag (Leopold Löwenthal). Sonntag. Verein „Mekor Chajim", 8 Uhr abends: En Jaakawv (Schachnowitz). — Jüd. Wanderbund, Vorhalle Hauptbahnhof 750 Uhr: Homburg, Saalburg, Nauheim (Kosten 1,20 JL; Führer: Theo Harburgcr; Musikinstrumente mitbringen). — .Wunder, gruppe des „Moutefiorc", Hauptbahnhof, 807 Uhr: Rosbach, Capernburg, Lochmühle, Köppern (Führer: Halbcrstadt, Grünebaum). — Iüd. Turnverein, Hanptbahnhof, 7«8 Uhr: Cronberg, Königstein, Rossert, Lorsbach; Hauptbahnhof, 203 Uhr: Eppstein (Zusammentreffen mit den Teilnehmern der Tagcstoitr am Rossert; Führer: Fritz Freund, Willy Wolpcrt). — A. I.-In g end g rnppe, Stadtbibliothek, 2i/a Uhr: Goldstcin, Mitteldick (Führer: M. Rosenbamn). — Verein für jüd. Krankenpflegerinnen, Bornhcimcr Landwehr 85: Besichtigung des neuen Schwesternhauses. Mittwoch. Verein „Nachlaß Zwi", Frankfurt- Loge, 8% Uhr: Unterhaltungsabend. — „Montefiorc"- Verein, 9 Uhr: Modernes Bankwesen (S. Selig). Sam limsD dH mit IS. Ausserordentliche Jditgliederoevsammluug Mittwoch, 8. Juni 1914, nachm. 6 Uhr, im grossen Saale der Frankfurt-Loge, Frankfurt a. M., Eschersheimer Landstr. 27. 1. Begrüssnngen. 2. Ansprache des Herrn fiabb. Prof. Dr. Guttmann, Breslau: Heber die Bedeutung und Ziele der .Gesellschaft. 3. Vortrag des.Herrn Oberlehrer Prof. Dr. Kracauer-Frankfurt a. M.: Die geschichtliche Entwickelung der israelitischen Gemeinde Frankfurt a. M. 4. Schlusswort des Herrn P-rof. Dr. M. Philippson-Berlin, . nac/t //«KcWaMauiJi kaufen Sie nirgends besser und billiger Reitzbretter I Reitzzeuge j Farbkasten Reitzschieueu! Zeichenblocks I Pastellstiste Winkel» | Tusche | Plastiliu (Knet) als in dem Spezialgeschäft von I. Ommel & Snkn. 6 ^9 an der Hauptwache. 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