Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 12 (1914)
- Issue
- Heft 16 (24.4.1914)
- Date
- 1914-04-24
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seile 10 Frankfurter Israelitisches Farniltenblatt. Nr. 16. Kiugeslm-t. Was ich vor Jahren behauptete, werde ich trotz allersogen. „einwandfreien Dokumente" weiter behauptech-4mbich bewundere die Naivitätdes Herrn Dr. Sch., der .es „unbegreiflich" findet, daß ich feststehende Dinge trotz seiner „ausführlichen Darlegungen" nicht umstoße. — Daß große Autoritäten für „Meziza oepeh" (nicht Röhrchen) eintreten, hat nie jemand geleugnet, aber es stüht fest: 1. daß „Chasam Säufer" Watte erlaubt; 2. Rabbi Jizchak Elchanan s. A. bald nach Empfehlung des Gläschens dasselbe abschaffte (auf Grund der Beschwerden seiner Mohelim) und Watte einführte, trotzdem Meziza Lepch. von der Regierung gestattet war, mit der ausdrücklichen Begründung, man solle nicht erst auf ein Verbot wie in Mlna warten, sondern — da die Gefahr anerkannt sei — einem Bilbul zuvorkommen. — Dies wurde mir von dessen Sohn — nachmaligem Kownoer Rabbiner s. A. — wiederholt mündlich und schriftlich mjtgeteilt. . ' - 3. Rabbi Salomo Hakohen f. A. schrieb einem der bedeutendsten Wilnaer Mohelim (der bereits 12000 Miloth vollzogen) ein Attest, in dem er ihn dafür-belobte^ Laß , er Watte einführte, und fügte hinzu: „Diese Methode sollte.man allgemein verbreiten und in ganz JsraÄ einführen." Ich „traue meinen Augen und meinen Ohren" besonderswenn - ich sie russischen RaLbinen von dieser Größe leihe, die doch sicherlich, nicht doppelzüngig reden. Unddabei erwähnte ich nicht die Responsen des Rabbi Zwi Hirsch Chajus, der nicht einmal Watte verlangt, sondern jede Salbe gestattet. Und da sollte ich mich von Dr. Sch'.'s Pamphlet überzeugen lassen? Wenn es wirklich ein „Jssur Gomnr" wäre, wie Herr Dr. Sch. am Schluffe betont, hätten ja genannte Gaonim .auch die nach seiner Meinung nur ausnahmsweise gemachten Hettarim nicht geben und höchstens das Röhrchen gestatten dürfen. Ich halte also trotz aller Schreibereien meine Behauptungen voll und ganz aufrecht und bemerke nur noch. Laß in Rußland die Meziza-Änhänger — besonders die tücht^en Mohelim — keinesfalls dem Röhrchen Las Wort reden, das in Wirklichkeit eine Schein- Meziza oder aber eine Gefahr bedeutet. Jacob S. Posen. ftitttft rmd Literatur. Religio ns gespräch, gechalten am Kurfürstlichen Hofe zu Hannover 1704. Räch einer hebräischen Handschrist herausgegeven und übersetzt von Prof. Dr. Berliner auf Veranlassung von Aron Hirsch. Berlin, Louis Lamm. llvber die vorliegende Schrift schreibt der gelehrte Herausgeber und Uebersetzer: „JDfe gegenwärtige Schrift vermehrt zwar die Literatur des polemisch-apologetischen Schrifttums um einem neuen, bisher unbekannt gewesenen Beitrag. Sie bietet aber bei weitem nicht den umfassenden Stoff, wie wir ihn kn den Schriften aus anderen der katholischen Kirche angehörenden Ländern in der früheren Zeit behandelt finden. Dagegen bleibt diese Schrift ein Unifttm nach der Richtung hin, daß wir aus den deutschen. Landen ein zweites Beispiel für ein solch' öffentliches, sozusagen offiziell gehaltenes Religionsgespräch nicht Nachweisen können. Nebenher gewinnen wir geschichtliche nnd kulturhistorische Beiträge, wie wir auch charafreristische Eigenschaften der hohen Persönlichkeiten des Kurfürstenhauses, nicht zuletzt des späteren Königs von England kennen lernen, wenn auch die Schrift eines Anfluges jener Pikanterie entbehrt, welche Heinrich Heine in seiner „Disputation" so ergötzlich uns bietet. Erwähnenswert bleibt noch, daß mit dieser Abwehr christlicher Angriffe, welche ursprünglich auf die Initiative des Hof- und Kammeragenten Lipmann Eohan (alias Berens) zurückzuführen ist, ein neues Ruhmesblatt für jene Intervention in dem Erscheinen judenfeindlicher Schriften hinzuznfügen ist, welche zu Lipmann Cohens' Verdiensten gehört." Zu der auf Veranlassung des Herrn Aron Hirsch von mir hergestellten Edition Religionsgespräch, gehalten am Kurfürstlichen Hof zu Hannover 1704 habe ich nachträglich folgendes zu bemerken: Won mehreren Seiten wird mir mitgeteilt, daß für die korrumpierte Schreibung am Schlüsse im Vermerk des Copisten richtig der Ort Adelebsen bei Döttingen zn lesen ist, / Ferner: lieber diese Disputation hat bereits der Rabbiner Dr. Lewinski- Hildesheim im Geschichtsverein zu Hannover Vortrag gehalten. Wie mir Dr. M. Stern sagt, besitzt er selbst 'das Original-Mmuskript für die verschiedenen Religionsgespräche des Joseph Stadthagen, die derselbe im Verkehr mit christlichen Gelehrten zur Zeit geführt hat. Die hebräischen Typen, welche in der gegenwärtigen Schrift verwendet worden sind, bilden einen Neuschnitt des von Abr. Conat in Mantua gegen 1480 verwendeten Halbrabbinischen, wie de Rosst sie nennt. Das Buch hat Herr Aron Hirsch gratis allen öffentlichen Bibliotheken, wie den Vereinen für jüdische Geschichte und Literatur zugehen lassen. Soweit der geringe Vorrat der Restäuflage reicht, steht Fachgelehrten je 1 Exemplar noch zur Verfügung, wie auch sonstigen Käufern gegen den Ladenpreis von JL 5.—, bis zum 1. Mai d. I., durch die Buchhandlung von Louis Lamm in Berlin zu beziehen. Prof. A Berliner. I Rotoert Gterlaola Frankfurt am Hain, Mainzerlandstrasse 166 Telephon-Amt I, 5375. Laustn. Banschlosserei, Eisen-Konstruktionen, Schaufenster-Anlagen, Werkstatt für kunstgewerbliche Metallarbeiten in Eisen, Bronce, Messing, Reparatur arbeiten.. I cm: „I 0.60 I Spende«. Bei der Nation also ndskomm if ft o n ginget! Zur Hochzeit Sophie Kochmann/Fritz Selka gratuliere» Saly Geis u. Frau, Familie Würzburger ä 1,—, Famili? D. Wolpert 0,50 JL 2,50.. Friedrich Dessauer, Gartenstr. 100 2,— „| Rudolf Hartwig, Sandweg 8, für verkaufte Materialien Ersparnis für silberne Hochzeit I. M. 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