Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 12 (1914)
- Issue
- Heft 13 (3.4.1914)
- Date
- 1914-04-03
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Chav Gadja, das Pesachduch.*) Es ist eine Frage, die schon oft Freunden und Förderern der jüdischen Literatur in Westeuropa Kopfzerbrechen bereitet hat, wie man im Anschluß an jüdische Feste und Traditionen Bücher' für das jüdische Haus, für die jüdische Familie schaffen könnte. Denn jener reiche Schatz an jüdischen Familienbüchern, der in hebräischer und jiddischer Sprache vorhanden ist und in Osteuropa noch heute seine große Bedeutung und Verbreitung hat, kommt ja für die jüdische Familie Westeuropas nicht in Betracht, und es ist auch nicht zu hoffen, daß diese Literatur' je wieder ihre Popularität wiedergewinnen wird. *) Chad Gadja, das Pesachbnch, herausgegcben von Hugo ßettmonit, Berlin, 1914. Jüdischer Verlag. 223 S. Es handelte kich also darum, in deutscher Sprache Ersatz für diese Bücher zu schassen. Die Schwierigkeit bei all diesen Versuchen ruht in der Kunst der Zusammenstellung. Denn Material sur solche Bücher ist ja übergenug vorhanden. Worauf es ankommt, ist, die richtige Auswahl und Zusammensetzung zu trejsen; dies aber sieht sich leichter an, als es in Wahrheit ist. Es gilt hierbei vielerlei zu beachten; bei aller Berücksichtigung des durch die Tradition überlieferten Materials muß doch dem modernen Geschmack Rechnung getragen werden; zudem darf nicht vergessen werden, daß man an ein Publikum sich wendet, das nur sehr wenig von all der Poesie und dem Zauber weiß, der die jüdischen Feste im jüdischen Ghetto unigibt, kurzum: es muß eine Vereinigung jüdisch-traditionaler Elemente mit modern - künstlerischen erzielt werden, die sehr viel Geschick, Geschmack und Verständnis des Herausgebers erfordert. Dies ist wohl eines der Hauptgründe dafür, daß wir bis heute in Deutschland noch gar keine wirklich wertvolle derartige Hausbücher haben. Der „Jüdische Verlag", dessen Verdienste um die Hebung und Verbreitung der jüdischen Literatur in Deutschland die denkbar größten sind, darf den Ruhm beanspruchen, vielleicht zum ersten Mal ein wirklich wertvolles jüdisches Familienbuch geschaffen zu haben, oder richtiger gesagt, der Ruhm gebührt vielmehr dem Herausgeber Hugo Herrmann. Es war von vorn» herein ein glücklicher Gedanke, das erste derartige Buch im Anschluß an das Pesachfest zu schaffen, das Fest, das vor allen anderen doch wohl — auch in Deutschland -— das schönste und gemütvollste ist. Und allein der Name: Chad Gadja, „Das Pesachbnch" zeugt schon vom glücklichen Geschicke und trefflichen Geschmack des Herausgebers. Chad Gadja, welche Jude wüßte nicht von der tiefsinnigen Geschichte vom Böcklein, das der Vater gekauft für zwei Suslein! Der Name allein wäre schon geeignet, das Buch populär zu machen. Aber das Buch selbst verdient es noch mehr durch seinen Inhalt. Mit einer gediegenen Uebersetzung des Kapitel 12 im 2. Buche Moses, das das Gebot der Pesachinstitution enthält, wird der bunte Reigen seines Inhaltes erössnet: es folgt dann eine kunstvolle, treffliche Uebertragung der Hagadah 'selbst, deren inneres Sein und nationaler Wert, deren historische Entstehung und Entwicklung ein inhaltlich wie sprachlich ebenso prachtvoller Aussatz aus der Feder in der Kunst des Verständnisses und des Erlebens jüdischer Traditionen so feinsinnigen Theodor Zlocisti Ge« Wdzcnmclil.,.19.20, Feinstes Biotenmelil m Kolser-Auszns Pfand 22 Bei grösserer Abnahme, sowie in 5 und 10 Pfund- Säckchen billiger 1 Kula-iiirprin« bester Butter-Ersatz 1 und 90 -H. iODQlver e n OB M 'S im a ■ n 3 « « Wer, vaninezDffler von Oetker, Reese etc. ig 3 Pakete 25 Rosinen . . * Pfund 45 und 60 4 Corinthen. ü p^d 40 und 48 4 Sultaninen * p«. 70, so so Citronen . . »s^k 5 und 6 I Blut-Orangen ä Stück 6, 8 und 10 00. . . gewogen, ä Pfund 30 Ki n Kula-Weine laut Spezial-Preisliste (Rot* u. Weissweine) sehr beliebt und gerne gekauft. 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