Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 12 (1914)
- Issue
- Heft 12 (27.3.1914)
- Date
- 1914-03-27
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr- 12. Frankfurter Israelitisches Familienblatt. Seite 5 Telefon-Anlagen frankfurter Privat-Telefon-Gesellschaft ’rankfurfc (Main) m. b. H. Tel.-Amt Hansa tiftstrarae 29/33 . 6256 u. 6257. 'remdherrschast erwartete; Melech von Schwuaus heißt lso gerade so viel wie Russen." „Warum Melech von Schwuaus?" fragte Simon. „Waruut? Ei natürlich, weil man am Schwuaus luß (das Buch Ruth) in der Synagoge liest." Das leise Flüstern der beiden hatte den alten!eib veranlaßt, eine kleine Pause in seiner Erzählung u machen. „SM!" Machte deshalb auch der Chewroh-Parnes Rendel, und alles wurde Mäuschenstill. „Es werden wieder solche Zeiten koMmen," fuhr ,er alte Leib fort, „es werden wieder die Lumpen am autesten schreien. Haltet Euch zurück! Es wird nur in kurzer Tag sein, ein Tag wie im Winter, und »amt kommt wieder die viel längere dunkle, kalte Nacht. -Du aber, 'Joses, dep wahre FMrer unserer Khille, Dir ate ich, vergiß nie . . ." „Ich . vergesse nichts!" „Du meinst,!Dn vergäßest nie etwas, aber Du auch nur ein Mensch, aber Du bist ein Mann, «r immer geradeaus geht, Du siehst nie rechts oder inks." „Ist das ein Unrecht?" „Unrecht nicht, aber, es ist auch keine Klugheit. In mußt die Khille und Mußt die Ordnung galten, und [nt Krieg kann man nicht immer geradeaus gehen, da miß man, wemr ein Balken im Weg ist, auch ausiveichen ,der drüber springen können, damit man ' sich nicht m Kopf zerstößt oder.fällt." Der alte Leib vertiefte sich immer mehr in seine Erinnerungen, und seine Worte erklangen immer feierlicher, wie ein Mahnruf an Söhne, die man zu verlassen zckenft. Der bleiche Mamr mit den aufgerissenen Augen ^schüttelte die Zuschauer wie ein wahrer Prophet. Der Parnes Mendel konnte schon als Sohn den Redenden nicht unterbrechen, um daran zu erinnern, daß cs Zeit war, mit dem agadischen Vortrag zu beginnen, und die anderen, die in das Gesicht des Sprechenden blickten, wagten es nicht; nur der immer auf den Boden schauende David fand den Mut, leise zu bemerken: „Herr Lehrer, es ist Zeit." „Wenn wir auch einmal einen Sabbat aussetzen," antwortete der Lehrer, „so ist es nicht schlimm. Laßt uns auf die Wirte der Weisen hören!" (Fortsetzung folgt.) Kaiser JFrledricJb Quelle - Offenbach a. M. - Segen Sieht and Rheumatismus bewährt. Alleiniger General -Vertreter: Friedrich Stahlt Frankfurt a. K., Güntherabnrg-Allee 37. Tel.259 n. 714. Wocheu-Kaleuder. (Zeitangaben nach dem Luacb.) JamLtag, den 23. März (= 1. Nissan.) Sabbat-Anfang in Frankfurt a M. 6 Uhr 15 Min SabbM-AuSgang in Frankfurt a. M. 7 Uhr 35 Min. in Berlin 7 Uhr 22 Min. Mit Wajikro beginnt das 3. Buch Moses, das uns in die Opfergesetze einführt. Das Opfer bedeutet dein Wortsinne nach „A n n ä h c r u n g" (Korban) an Gott. Wir unterscheiden im allgemeinen Tieropfer, Mehlopfer und Wein- oder Trankopfer. Dem Zwecke nach: freiwilliges Opfer (Gelübde) und Pflichtopfer; je nachdem alio Schuldopfer, Sühne- oder Sündopfer, Ganz¬ oder Feueropser, Friedens- und Dankopfer. Bon allen spricht die Sidra Wajikro! Als Tiere zum Opfern brachte man Stiere, Rinder. Widder, Schafe, Ziegen, Böcke und Tauben. Die Zubereitung war sehr verschieden. Manche Teile wurden verbrannt, andere gegessen. Der Genuß war nach Art und Zeit beschränkt. Nicht das Schlachten, die Blutsprengung zum Altäre hin war Hauptsache! Zugleich ist an diesem Schabbos Rausch Chaud e s ch Nissan. Der Monat Mssan hat freudigen Charakter. Alle ernsten Gebete (Tachanun usw.j unterbleiben. Jahrzeitsfasteu ist untersagt. - Teppich - Reinigung. # ilnrich Troach, Bergerstr. Zugleich ist noch Schabbos Parschash a ch a u d e s ch, der vierte und letzte besondere Thoraabschnitt, begrünend: „Hachaudesch Hase lochem", dieser Monat (Nissan) sei euch der erste der Monate re. Inhalt: Israel mußte noch vor dem Auszuge aus Egypten ein Lamm schlachten, es gebraten. am Feuer verzehren nebst bitteren Kräutern und ungesäuerten Broten, dabei reisefertig, des Freiheitsrufes in der Nacht harrend. _ Das Blut sollten sie an die Türpfosten streichen, damit ihr Gottvertrauen und ihre Furchtlosigkeit den Egyptern gegenüber offen bekundend. Der Abschnitt soll den Beginn des Monats Nissan ankündigen. Wochengottesdrenste in Frankfurt. Morgens: 6 Uhr 15 Min. (Hauptsynagoge und Synagoge Königsteinerstraße 7 Uhr 30 Min). Abends: 6 Uhr — Min. (Hauptsynagoge 4 Uhr, Synagoge Königsteinerstraße 7 Uhr). gg Meder’s mechanische nnd Druckluft TeL Amt 1,4642, Inh. Heinrieh Troach, Rflckliefemng nach 24 Stunden. Frankfurter Familieurrachrichteir. Geboren Ein Sohn: S. Mielzynskr (Stein), Cronkergerstraße 20. — Dr. Hugo Seckel (Schatzmann), Schwindstraße 16. Verlobte. Tony Kmiftnann, Hansa-Allee 19» mit Moritz Bing, Wingertstr. 3. — Johanna Rothschild, Börnestraße 28, mit Hermann Leyser, Durlach. — Frieda Kaufmann, Sternstr. 12, mit Louis Oppynheimer, Kaiserstraße 48. Vermählte. Dina Aberbach mit Philipp Rosenseld. — Erna Heilmann mit Ezechiel LiverhaM. Gestorben Johanna Eger, geb. Frank, 7k>-F, Feuerbachstr. 44. — Ferdinand Rosenthal, 61 I., Fischierseldstraße. — Lina Lehmann, geb. Stern, Wwe., 67 I., Sandweg 52. Auswärtige Familieuuachrichte«. Geboren. Ein Sohn: Hermann Cohn Mosenberg), Hamburg. — Alfred Weil (Klein), Mannheim. — Jostla de Bries.(Grünebaum), Rotterdam. — Max Bernstein (Lewin), Aiittenwalde. pfflrl f^rclicimn Steinweg l Ifomlu, üins, Bold- und Silbinaam Atelier für Neuu. Umarbeitungen W. nMl. Eckhaus Kosamarkt hoold. Sachverständiger - - — — Repacaturen. Telephon I. 6069._Answahlsendungen gerne za Dienstep. 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