Mannheim
Compact Memory

Neue jüdische Presse · 1914-03-13 · Heft 10 (13.3.1914) · p. Seite 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Neue jüdische Presse
Volume
12 (1914)
Issue
Heft 10 (13.3.1914)
Date
1914-03-13
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
81% known words query
IRI
…/2692297-2692872-2692882--08307-2703441
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

10. grattfiurtg Israelitisch«» gawittmWtttt. •dk , ies, energisch Dr.d» Akti»tr wirksam war. S' «llckmr ift ftmAntt« bis heute sehr «pvekt worden. Moralisch ist zwar ein 'grofrcr Erfolg zu verzeichnen: Dr. Fa>t- «itsch hat durch seine Reisen den Konnex chen den FalaschaS und dem Gesamtjudentum Mllt, hat den FataschaS den Glauben und Vertrauen auf ihr Judentum miedergegeben s» dem Wirken der Missionare, die vorher stich« Erfolge zu verzeichnen hotten, Einhalt st». Lus seiner letzten Reise ist ei Dr. lowitsch auch gelungen, den Grundstein zu f Lehre cauobildungSanstatt für die Falascha» zu t. Daß dieser einzige konkrete Erfolg im «er. >is zu dem großen Werke, das es da zu cr- ‘‘“i giü, :m Verhältnis zu dem lebhaften In- ., da» weite Kreise des Judentums an der chasache genommen haben, nur sehr mini, ifc ist klar. Die vornehmste Ursache für diese» imalen Erfolg lag aber eiuzig und aller» in - Mangel einer, systematischen und 7kungrvollen Agitation. Wenn man , daß das Pro^Falasthakomitee lediglich 20,000 prn Jahr braucht, um seine jfufabtn zu n, so wird auch der Tseptiker gugeiat mäffüfy?» bei einer energjscheu Propaganda eine sein «-L diese jShckche Summe zu .. l. Kon dieser Erkenntnis war die Ichuug Kpmiteer auch - «Algemein «trugen; und su es BCetr und natürlich, daß Me Mtorgraifa* de» KomilrrS vorgeuommeu werde» »ochst, ollem mußte der Sitz de» Komitees vo» dem ch abaeschwdenrn Norm, »ach einem Ze«. jüdischen Lebens, verlegt werden, und da Da aus verschiedenen Gründen nicht in 8e» 't kam. war Frankfurt der «gebe« Platz. neue- Komitee ist nu». gewählt, ein ständiger nralsckretSr soll angestellt werden^ her erne "^»atrslhe Propaganda betreiben soll, and es darf ficher angenommen werde», daß der Erfolg st ausbleiben wird. Dam die Sache; am die Pch handelt, ist eine solche, die das Interesse gißten Teiles der Judenheit besitzt und von i «eignet ist, lebhafte Sympathie zu er. Man bedenke: Ei» seit Jahrhunderte» abge. sterler, j gliche» Verbindung mit dem Gesamt- »tum beraubter Teil .unseres Volke« bewahrt sch all die Jahrhunderte hindurch mit bewun- --wertem Mut seinem Glauben und seine« Volke Treue: Alle Verfolgungen und Versuchungen len an seiner Charakterstärke ab. Auf dem der LerKoeistupg, da xx eine Beute ge- ' ' Missionar« zu werden droht, erhält vom großen jüdischen Bolle, das rvch und blüht. Hilfesuchend wenden sich diese u»* sichen Brüder an ihr Volk: sie verlaugcn nichts Aufklärung; als Wisse« und Bildung. Sie it kern Gelb, sondern Schulen. Selcher Jude ie nicht einer solchen Sache seine innerste Anihme entgegen und gäbe nicht sein 'Scherslein sie. Es sind, Gottlob, nur ganz kleine »reise ^Ondentu»-, die auf de« sauwsru Ztandjumkt itomou Reinachs stehen, für den es schon genug Ken auf der Wat gibt, sodaß er von neuen WS wissen will: die überwiegende Majorität un* ie« Bolle« denkt anders, freut sich mit jeder Srütng und Belehrung bei Sabtntumi und Ist Brüdern, die wieder volle Juden werden Wien. Also: an Sympathie und Begeisterung für die jilaschabewegung kan« t* nicht fehlen; was bisst fehlte, war di« organisatorische, systematische Ignutzung dieser Sympathien. Hoffentlich holt st neue Frankfurter Leitung das nach, was bisk versäumt wurde. Es kann dem Pro-Fataschabwiter dann nicht schwer fallen, die Mittel auf- »bringkn, die zur Errichtung von Schulen nötig yd und so die Ehrenschuld cinzulösen, zu der it jüdisch« Bott den Falascha« gegenüber schon it geraumer Zeit verpflichtet ist. löchen-Ausstouern BMorwiMtollHg MtierMr praktfawhi Breitwieser* Franke FruAfert u. > . K«lHrttruM H. tiwev «vicf. Dal |dttne «esühk der Ruh« bOxfcn wir «iewer Jtlden jetzt hüben, denn t* ist di« Metzzeil. Dl« Renschensägd der Polizei in den srühen Morgenstunde» »ach nlchtnwhnbcrechttgten Jvd-n hat in dieser Zeit auf. gehört, und vo» auowSrt« dürfen nach dem heiligen Kiew so viel Juden kommen, wie e» mosten. Natürlich müsst» sie «in« amtlich» Bescheinigung habe». daS sie sich in «Geschäften in Kiew oufhalst», — sonst wehe! Sie werden verhaftet und per Ächub zurürtbesördrrl. Jüngst erstkst ich einen für Kiew charakleristische» gast. Be» meinen Wirten war «ine ikusüie zu Besuch, dst in Kiew de« Arzt konsultstren mutzte. Rach» vier Uhr erschien die Polizei, um zu reoidterrn. ob sich ei» Jude ahn» Wohnrecht erb«,stet«, zu übernachten. Dag Kräulein hatte noch gerade Mt. in da» Beit der Wirtrn zu schlüpfe». Da sie zstmlkh bbf ist. so sah dat Bett sthr hoch au«, uud der Beamt«, der mit seiner elektrischen Laterne leuchtet»^ sragte de» Wirt, warum denn da» Bett so hoch sti. Der Wirt meinte darauf, er könne doch nicht« dafür, wenn sein« Frau so dick sei. Glücklicher Weise war der Beamte so galant, nicht den Inhalt de« Bette« tu untersuchen. Die beste« Hetstr«Helfer der Polizei sind die Por. tier», denen bi« Vorgänge,tn ihrem Hause ja bekannt sind. D» müsst« sich die Juden mit den Portier« halten, und letztem haben iufolgedrsstn Rebeoeinnahmen. durch die «aüche von ihnen gmodepr reich geworden find. Vriefg«KPg»Ai»«. Der beklumte Philanthrop Julius Rosen- «alb au» Lhiengo Hot anläßlich seines hiesi- S» Äufenthaktes für den-Ban-fonds des Bethm lBolksheim) 85,000 Hs. und die für die tzeralSckabe dyS nächste« Landes von Ben JehudLs hebrLischeu. PSrterbuche erforderlichen 12;00S FeS. gegeben. Das Pkrns«- Batsitzav« Herr i er hat eine auf 40 Jahre lauteudy Konzeision erhalten zum Ban ein«' elektrische» Bahn von Jerusalem «ach Letlehem, zur Errichtung einer elektrische» Lichtanlage und zur Anlage torische Hanptlinien, .die, vom Jassatore auSgehcn und, z>mr Lwikch« ^»spital Kchqarei-Lrdek, K»m Syrischen Waisenhaus, zum Hause des Mufti und nach Betlehem führen: Außickeüi sind einige fakultative Lime» vorges«hen,; die binnen fünf Jahren in Betrick kommen nüüssen. Die.Linie Bahnhos- Betlehem folgt' enttvcker der' jetzigen.Straße am Sultim-teiche und dem englischen Angen-tzospital, oder der vom griechische» Kosten gepftmte», zwölf Meter breite« Straße durch die Nikoforije. Mit der Lichtanlage wick erst nach Inbetriebsetzung der Straßenbahn begönne». Bei Haifa habe» englische Ingenieure Pe troleumqnelle» gefunden. «tz»»« de» Pr»»-«l»sch».K««itee. Svanksnrt ä. M.. ». Mürz. tzlm 8. Mürz o«reinigten sich hier die «ngesehenft, Aührer der internationale» Pimtzalascha^Oewegung. u._ dir Reorganisation de« Pro-TalüschwÄomiter« und die zur Leit zu ergreifenden Schritte zu beraten. Der Bersammluug tzrüsidierten Oveerabbimr Dr. «argulte«.tzkorrnz und Jnttu» Goldschmidt- Arankfurt a. beide« Herren, bst sich seit Jahren mit größter CpfetwHftofcü in den Dienst der Pro^olascha- Sach« gestellt hoben. Dst «ersommlung, an der eine Anzahl promin--*— und bekannter Persönlichkeiten au» verschstl.. Ländern trilnatzm, nahm dst auöführlichen Berichte de« Oberrabbbinerö Dr. Margulie« und de« Dr. Jaque« Kritlowitsch entgegen; auch lagen dst von Dr. Faitlowitsch edierst» Briest der Falascha» an dst SlaubenSgrnossrn der ganzen Welt sowie ein« Reihe von MissionSzeitfchristen vor, au« denen sich ergibt, wst'ängülich die in Abessinien «rbeistnden Missionare dst gorlfchritte der Pro-^olascha^lrbeit de» ivomiiee« beobachten. Oberrabbinrr Dr. Margulie« nalnn u. a. Vst. legeuheit. die Bedenken zu widerlegen, dst gegen die Ro«. Wendigkeit einer Aktion-, zugunsten der golascha« au«gesvrochen worden find. S« handele sich nicht In erster Linie darum, den Kilascha» wirtschaftlich beizuüehrn, W müsst vielmehr dafür gesorgt werde», daß dieser versprengte Rest vo» V»saubeu«brüdtrn nicht wehrt»« und endgültig von den christlichen Missionaren aufgesogrn und zum Christentum übergesührt iverbe: dir srüher aus SOO/XIO Serken geschähst Iaht der Ailascha» sti in den lrtzstn Jahrzehnten aus 70 - l<m,oi)0 Seele» juriltf. gegangen, nachdem zahtlose der Jataschao. deren Hilferuse ungehört verhallt waren, de» Angaben christlicher Missionare EsthSe gaben, sie seien dst letzstn. dst „mb zu dem «ölst J«roel« beteten. Heust st, dststr rStigstlt der Missionar« «in Damm entg«grngrsttz»; immerhin müsst vor allen Dingen durch Bchulgründuugen. sowie durch Gründung eine« Seminars und durch Serbrritung süd. Literatur in der LandeSsvrachc Sorge dafür getragen werden, daß dst «rkeit eine nachhaltige und erfolg. reich« bleibe. Dr. tzaitlowitsch habe eine kleine Schul» im Inneren Abessinien« in der Poouiuz Debe» gegründet, der einer der in Florenz und Jerusalem «wg««» Falascha«. Jrremia« «hetlie. vorsstht,- «eit wesentlicher wst dstse Nein« Schust sti aber dst Erziehung vo» &ti&- nestn Lehrern innerhalb de« Lande» und die Errichtung von Schule« in allen grötzeren M-derlassungen der galascha«. Die biohrrige l7rno.»isat>o» könne au« Mangel an Geldmitstln sowst mit Rü-lslchi daraus, dah Aiorenz nicht dst geeignelr Jenirast der Bewegung darflelke, nicht au»reichen, dem Ziel der Bewegung mir der »Stigen Beschstlinigun« nahezukommen. Al« der Frhncntrüger der Bewegung richtet daher Oberrnbbiner Dr Margulie» den eindringlichste» Appell an dst Bersammrl» ten. dst Zentrale der Bewegung nach Deutschland und intbesondere «ach Frankfurt, der Ir wv'em bTJoroel. zu oerstgen und da« grösst W>rk nicht nun, »m» ti ange» Sahnt sti, unvollendet liegen zu lasstn. I« der Diskussion» an der süd Prof. Dr. E ha je«- Triest. Justtzrat Dr. Apfel- «üln. LandgerichtSrat Stern-Sti-Ugart. (Stier . «nd Sitaon- Stötn. »ollag, Feuchtwangee-Bastr. Juliut Goldschmidt, Dr. Sondheimer. Rabbiner Tr. Rodel» Rabbiner Dr. Hörovitz. Rabbiner Dr. Lazazui, Dr. Feuchtwauger und Recht«anwalt Dr. Hor o v i h - Frankfurt a. M. beteiligten, in der aukerdem schristlichr Vorschläge von Pros. Nittwouz und Dr. Elbogen-Berlm Vorlagen, wurde insbesondere stftzeftellt. daß für dst verschiedenen Schulbauten ein Bausand« von gr. 50,000.— aufgebracht «erden müsse und daß im übrrgeu «in jährliches Budget von etwa Mt »>—50,000 ficherznsstllea ist. von größeren Organisation«» waren in der Sitzung der Hklföverein der Deutschen Juden durch Salomo» Epstein, das Zionistische Aktionöwmitee durch Kritz Sondhcimer und dst Aguda» IiSroel durch Dr. Aeuchtwanaer, sämtlich i« Frankfurt a. M.. ver» treten: auch diese Organisatroneu brachten ihre Sy», palhir uud ihre» Sillen zur Mitarbeit an dem große» Seit zum AuSdruL E» wurde beschlossen. Dr. Kritlowitsch um «ei» tere Mitarbeit an dem Pro^alascha-Sert Lu bitten, mit der Aufgabe intbesondere. baut feiner Bezsthungen zu der galascha-Bevölkerung da« Band mit den galascha« fester zu knüpfen, dir Schust. sobald dst finanzielle Basil -sichrrgestellt ist. weiter zu fördern und einzurichte» und propagandistisch tätizu sein. Auch die >nftellimg «tue« «eaeralstkretär« wurde beschlossen. Zum Tktz der Zentrale wnrd» Frankfurt a. M. g». Nachdem Oberrabb. Dr. Margulie» da» Ehren- Präsidium übertrage» .war. übernahm Julius «old schm ibt da» Amt de« erst« Borfitzenden de» Juternattonastu Zkvnntee». Im übrigen wurden in de» geschäfitsührenden Vorstand bst Herren Dr. SondHeime r-Frankfurt a. M.. Laadgerichttrat Ster,-Stuttgart Moritz Stiel-Kötti. Salomo» Spstei». Aranksurt b. M.. »ollag-Feuchtwauger-BMel. Prof. «Haie«-Triest. .Stadtwrster »,-ner-jkmi». Witz, Prof. Mittwoch und Dr. I. Sintberg.Berlin, stwst Rrchttanwalt Horovjtz und Prof. Dr. »ondi- Kcmikfurt ä. M. gewählt. Dst endgültige Sonstitnieruna de» geschSstssührenden Borstaud». des Aurschuffr» und dr« Zenttalkomitee» wird demnächst erfolgen. Et wird nun Dach« der Judenheit fein, darüber zu entscheiden, ob das unter de» günstigsten Aufpijstu begonnen Serk weitergeführt »erden kann, ober ob dst ohnehin dezimierte Judenheit r» geschehen lassen will, daß «in nach Zehntansende» zählender Bruchteil unferer «emeiufchaft un« endgültig verloren steht, weil dst Judenheit Vicht gewillt ist. dst Hilferufe dies« versprengst« Brüderschar zu hören. Da« Jnteruatiouale Pro-Nalascha-»»«:- te« bttstt um Gründung von Lokalkomitec» an allen Orstn. wo solche noch nicht bestehen, um Zeichnuugen zu« Baufouds. um Spende» und um Beitritt al« Mitglied. Alle MUelluuge» sind an Julius Soldschmidt. Krank, fort a. M, Frstbbrrgrr Anlage IS. oder an Recht«anwall Horovitz. Frankfurt a. M-, Ml 123 (Zeilpalaft! zu rich- R«ch tze» Wohle» »>r BRAische» L«A»esftz»«Ve. Am Sonntag fanden dst Wahlen zur Snnodr!iati. Dat Gefamstrgebni« läßr sich dahin zusammrnsafse». vast dst konservative Majorrtät der Laienmitglieder erbalten dieib». Die Wahlen der geistlitbe» Ab-ieordnetr» haben »och nichr stattgesunden. Man hatte geglaubt, daß die Wahlen diesmal in aller Ruhe vor sich geben würden, vo» b»nservi,ril>er Seist war auch «richt in einem Dahlkreia ein neuer »audidar ausgestellt worden. Man wollte sich ofstniar mir dem alte» Besitzstand begnügen uiid halst stine Beranlassung genommen, ein« Bahlagiiation zu betreiben. Um so heftiger wurde aus liberaler Sr»« gearbeistt. Bor also« Dingen bemühte man sich» aus jede nur mögliche Art um» 28eise den gesürchtestn Abgeordneten de» XVl. Wahlkreises. Merchingen-Wert heim. Dr. S >- ui»» in Heidelberg, au» de», Sattel zu bebeu. Man hätte sogar sthr g rrne einen anderen ^rtlwdorrn für ihn cingetaufcht. Rur sollte es stin Redner sei». d.-r mit -i Geldsendungen: Salomo» SvKei». granksur, a. M, Uhlandstratze 3V. oder unter dev Adresse de« Gennnnte« aut das Lvnlo ^Pro^vlascha" der Psäl^schen Bank. Kranksurt a. R.. Devoliientaise. Zeil-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.