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Neue jüdische Presse · 1914-03-06 · Heft 9 (6.3.1914) · p. Seite 5

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
12 (1914)
Issue
Heft 9 (6.3.1914)
Date
1914-03-06
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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<1.1 9' Frankfurter Israelitisches Familienölatk. Lriie 5. lt von Lenen, ^-'rdie! stolz sich-Stöckerianer nennen: — nBehrens, iBürckhardt und. dem Mumm - dem un- .rfälschten Sjöckertum. — Es g'hört noch Gebhart, der andbüiidler, — zu dieser Gattung Volksbcschwindler, — dann das. dritte Gruppchcw fein — mit, chauviiiist'scheii! cil'genschein: — so Herzog,/ Rupp, die Deutschsozialen", - sowie der lieblichste von allen, — ein wundersames xewplar: — Herr Werner, Gießens Mandatar! — Ja, escr grimm'ge Oberlehrer — bewirft uns, wie Straßenhrer, — erbärmlich mit Schmutz und Dreck; — das t' sein, einz'ger Lebenszweck! — Ein echter Hainau, cser Werner, — nur etwas schlauer und moderner! — So’ sind sic alle, alle zehn, — mit Hamans Söhnen omogen! Und die Moral von der Geschichte? — Noch gibt's egionen Bösewichte, — und die gelobte Toleranz — t leider häusig Firlesanz . . . Solang' inan uns trotz kächstenliebe — erteilt noch Schimpf und Haß und Hiebe — »lang nicht schweigt das Wutgebell, — ist Purim richtig ktuell — und zeitgemäß auch die Megille, — die heutc() zeigt des Volkes Ziele: — Gerüstet sein mit Selbstcrtrau'n, — mit Selbstgefühl empor - anfschan'n! — Das t des Losfestes Parole — allzeit dem Judentum zum Zahle. Kaiser Friedrich Quelle —— Offenbach a. M. —- Segen Gicht and Bhenmatinmag bewährt. Alleiniger General-Vertreter: Frladrloh Stahl, Frahhfirta.IL, Göntheraburg-Allee 37. Tel.259 n. 714. Wocheu-Kaleuver. (Zeitangaben nach bemLuscb.) __SamStag, den 7. März (= S. Adar.) Sabbat-Anfang in Frankfurt a. M. 5 Uhr 45 Min. Sabbat-AuSgang in Frankfurt a. M. 7 Uhr 05 Min. in Berlin. 6 Uhr 35 Min. Wochenabschnitt: Tazawe. — Die Herrichtung des .oldenen Leuchters. —. Die Priesterkleider.. — Am Ende es Wochenabschnittes die Borschrist für die.siebentägige Kiesterweihe, die Weihe, das ^omid-Opfer (beständiges /pfcr) und' der Befehl, den Räncher-- oder goldenen Utar..zu errichten' und täglich darauf Rauchiverk (Geliirzes zu' verdampfen. Beständiges Opfer- und Räucherwerk 'jeden Tag morgens und abends. (Ihm entspricht unser Mvvgen- und Dkinchogebet.j Lehre daraus: Jeden Tag sei unser Leben Gott geweiht. P a r s ch a s S o ch a u r. — Wir gedenken in diesem Abschnitt der ruchlosen Tat Amaleks. Es geschieht deshalb gerade vor Purim, da der Judenfeind Hainau Amaleks Sprößling lvar. Amalek wollte nach dem Dteeresdnrchzug Israels der ganzen Welt durch seinen plötzlichen Mberfall zeigen, daß er allein den Judengott nicht fürchtet, vor den: damals alle Böller zitterten. (Siehe Ende des Mcereslieds!j Menschenmacht über Gottesmacht! — Wir hassen jede trotzig-stolze Auflehnung gegen Gott als ein „Seicher-Amolck", ein Erinnernngs- und Wahrzeichen amalektischen Sinnes. Das ist der Sinn von Parschas Sochaur. Nicht Menschenhaß befiehlt unser Gesetz; ist doch sogar die Feindesliebe des öfteren zur Pflicht gemacht. Mittwoch: Taanith Esther. Donnerstag: P u r i m. — Es erinnert an die wunderreiche Rettung Israels zur Zeit der Perserherrschaft, ungefähr 500 Jahre vor dem Jahre 1. Ahasveros, König von Persien, glaubt der lügenhaften Anklage seines Ministers Haman, Israel sei staatsgefährlich. Dabei hatte Mordochak dem Ahasveros das Leben gerettet. Haman bekam die Erlaubnis, alle Juden vertilgen zu dürfen. Durch das Los wird hierzu der 14. Adar bestimmt. Esther, Mordochais Mchte, . die inzwischen Königin geworden,. leistet Fürsprache für ihr Volk. Haman wird entlarvt und an den für Mordochak bestimmten Galgen gehängt. Mordochak wird Minister, bei den Juden kehrt Freiheit und Freude ein, sie feiern das fröhliche „Losesest" (Purim). ' Wochengottesdienste in Frankfurt. Morgens: 6 Uhr 30 Min. (Hauptsynagoge und Synagoge Königsteinerstr. 7 Uhr 30 Min.). Zlbends: 5 Uhr 30 Min. (Hauptsynagoge 4 Uhr, Synagoge Königsteinerstr. 7 Uhr). Christ. Wilhelm Leux TeleL I, 3567.' Hoflieferant. Goetheatr. 21. Herren-, Samenu- Livreeschneiderei. Spezial-Sportgeschäft. 11; Auf Wunsch koschere Verarbeitung. f Spezialität: UeinKorken. Francke & WeberA Gr. Frledbergerstr. 7—11 I Tel. Hansa 4095. / Uniyersitäts - Cafe Bockenaeimae Wart» EnatklammlgaM Familien-Qafö. ■—= ■W Massige Preise. -M> Besitzer: Crnst DunkaK B««te Chronik. Sine Bemerkung zur Purim-Megilloh. Bon S. Adclmann -Frankfurt. Von Jben-Esra wird die Frage aufgeworfen, warum Mordchai sich nicht vom königlichen Hofe zurückgezogen habe, als er sah, daß seine Anwesenheit dem Minister Haman verhaßt war und er so durch seinen Aufenthalt am Hofe sein Volk in Gefahr brachte. Jbn- Esras Antwort, daß es Mordchai vielleicht nicht möglich war, sich znrückzuziehen, dürfte kaum stichhaltig sein; es sei mir daher eine andere Lösung erlaubt. Manche glauben, Haman sei erst ein Feind des jüdischen Volkes geworden, nachdem Mordchai sich nicht vor ihm bücken wollte. Das stimmt nicht. Haman war schon vorher ein Gegner der Juden; es heißt in. der Megilloh: „Der König Achaschwarosch erhöhte den Rang des Hamans, des Beleidigers der Inden." Auch war ja Haman nach der Ueberlieferung ein Nachkomme Agags. des Amalekiterkönigs, eines Erbfeindes der Juden. Ebenso ist es ei» Irrtum zu glauben, daß alle Bewohner des persischen Reiches gegen die Juden freundlich gesinnt waren und nur infolge der von Haman an sie ergangenen Ausforderung, den Vernichtungskrieg gegen die Juden zu ftihren, gezwungen waren» eine feindliche Halfting gegen diese einzunehmen. Die Megilloh spricht wiederholt ganz allgemein von den Feinden der Juden, wenn cs sich um die Bevölkerung handelt. Der Grund, daß cs nicht schon früher zu Ausschreitungen gekommen war, dürfte hauptsächlich darin zu suchen sein, daß die Inden von den Königen gegen ihre Feinde in Schutz genommen wurden. Nun herrschte aber zur Zeit Mordchais Achaschwerosch, ein wankelmütiger und leichtsinniger Mensch. Da I Offenbacher Druckluftanlage G. m. b. U. Taunusstrasse 77 Offenbach am Hain , Fernsprecher 123 Unübedcojjene lexpicdreiinMg mittelst Lcuckluji. — Rouleaux, Qualität: Smyrna und Perser . 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