Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 12 (1914)
- Issue
- Heft 9 (6.3.1914)
- Date
- 1914-03-06
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Leite iö. Frankfmter HraelitWs ZamÄienLtatt. Nr. 9. Bunte Chronik. Jüdische Arbeiterkolonie in Weitzeusee. Der soeben erschienene zwölfte Jahttsbericht der Indischen Arbeiterkolonie in Weißensee bei Berlin bringt beachtenswerte Ziffern. - Ms Folge der ungünstigen Lage des Arbeitsmarktes ' weist die Z<chl der Aufnahmen die in keinem früheren Jahre erreichte Höhe von 992 Mann auf. Seit Bestehen der Kolonie hat dieses'Institut 7000 ledige Männer beherbergt und ihnen die utischätzbareWohltat eines ruhigen Obdachs, Krperlicher und seelischer Kräftigung und bessere Ausrüstung für den Daseinskampf übermittelt. In der Kolonie herrscht ein guter jüdischer Geist, dem die nachweislichen guten Erfolge ihrer Insassen im späteren Leben zu danken sind. Leider ist die finanzielle Lage des Vereins eine 'ungünstige: er hat noch in diesem Jahre mit einem Defizit von 6241 M. gearbeitet und würde, wenn ihm nicht von Freunden wirksamer sozialer Hilfsarbeit größereZuwendungen zuteil werben, in rucher Zeit in eine für seine segensreiche Wirksamkeit gefährliche Verschuldung geraten. Ml-dem ungünstigen wirtschaftlichen Ergebnis sind ' verschiedene Faktoren beteiligt; die durch die allgemeine ZbbeitslosigkeU notwendig gewordene Aufnahme minder leistungsfähiger Personen, die Verteuerung der 'Lebensmittel, der Zwang, außer an den jüdischen, auch an dem staatlichen Rtchetagen zu feiern. Angesichts des Segens, den. das Jnstiült einerseits durch' seine Hilfe an den Arbeitslustigen^ anderseits .durch Verminderung des unwürdigen Wanderbettels stiftet^ verdient es die Förderung aller Menschenfreunde. Möge sie chm in reicherem Maße als bisher zuteil werden! Willkommen .sind auch ülle NaturaWnzmnendunKn, insbesondere von gebrauchten Kleidungsstü'äen. . Dem Fnspektorberkcht find folgende interessante Daten zu entnehmen: . Der Nationalität nach verteilen sich die im Jahre 1913. beschäftigt gewesenen Kolonisten wie folgt: /Galizien 284, Reichsdeutsche 223, Ungarn 138, Rußland: 98, Oesterreich 39, Bukowina 32, Rumänien 31, Türkei 19, Böhmen 17, Mähren 11, Holland 4, Amerika' 4, Schweiz 4, Erbten 3, Skavonien 2,. Bosnien 2, Englmtd '2, Frankreich 1, lPumma 914. Im Aller von: 16—24 Jahren befänden sich cä. 80 Prozent der Kolonisten, von 24—30 Jahren ca. 30 Prozent, von 30—60 Jahren ca. 20 Prozent. "r Gründe des Abgangs der Kolonisten: Stellung durch eigenes Bemühen und Vermittlung 120 Mann, in die FOmilw zurück 268 Mann, ins Ausland gegangen 147 Mann, iocgen Uebertrctung der Hausordnung 17 Mann, auf Uiwrdnuug der Behörde 13 Mann, zum Militär. eingezogen 41 Mann, wegen Krankheit 31 Mann, auf eigenen Wunsch 260,Mann, Summa 914 Manu. ftimft nnv Literatur. Der größte Teil der hebräischen Manuskripte in England. Auf der Jahresversammlung der jüdischen historischen Gesellschaft wies Präsident El kau N. Adler darauf hin, daß einer seiner Vorgänger in der „Fewish Enchclopädia" schrieb, daß im Jahre 1904 von den damals bekannt gewesenen 15 059 jüdischen Handschriften Eng-, land 6877 besessen habe. Er sei nun in der Lage, weitere 4000 Nummern.hinzuznfügen, so daß heute mll Recht behauptetwerden könne, daß mehr als die Hälfte der derzeit bekannten hebräischen Handschriften sich in englischem Besitze befinden. Diese Tatsache sei auch historisch begründe!, denn nach der Entwicklung der Dinge zu schließen, kann «»genommen werden, daß schon nach einer Generation die Hälfte der Juden der Welt englisch sprechen wird. Wie macht man sein Testament kostenlos selb st? Unter besonderer Berücksichtigung des gegenseitigen Testaments unter Eheleuten gemeinverständlich dargestellt, erläutert und mit Musterbeispielen versehen von R. Burgemeister, Neuauflage 1914. Gesetzverlag L. Schwarz u. Comp., Berlin 8. 14, Dresdener- Straße 80. Preis Jk 1,10. In Leinenband Jk 1,35. Gedenkblätt^r zur Erinnerung an das 175 jährige Jubiläum des Wohltätigkeitsvereins im ehemaligen Amt Starkenburg (Sitz Lorsch), 1739—1914 von Dr. Moritz Mainzer, Frankfurt, a. M. 1914. Mit liebevollem Fleiß hat sich Verfasser der schweren' Aufgabe unterzogen, . aus kurzen Notizen uns ein - Bild der Tätigkeit des Vereins vorzuführen, dem er zum 175- . jährigen Jubiläum seine Schrift widmet. Mll Recht weist er daraufhin, daß derartige Arbellen heute dringend geleistet werden müssen, wenn anders nicht bei der Landflucht des Juden das Material verloren gehen soll. Neben . dem Einblick, der uns in das leidvolle Leben des Juden; der . alten Zellen gewährt wird, haben ivir das Vergnügen, uns an der schlichten und echten Frömmigkeit, die ans jeder Zelle der.veröffentlichten :Dokumente zu uns spricht, erfreuen zu dürfen. Es ist ein gut Stück alten jüdischen Lebens, das uns in seiner Einfachheit und Schlichthell immer wieder reizt. Für die Charakteristik des inneren jüdischen Lebens ist das Buch von großem Interesse und durchaus empfehlenswert. Der Verfasser hat sich den Dank -aller derer erworben, die die mühselige Kleinarbeit zu schützen verstehen, aus der das hübsch und flüssig geschriebene Büchlein entstanden ist: Mitteilungen zur Jüdischen Volkskunde. - Herausgeber: Rabb. Dr. M. Grunwald - Wien II, Ferdinandsstraße 23. 17. Jahrgang, 1. Heft. Inhalt: Aus dem geistigen Leben der echtorientalischen Juden in Vorderasien (A Z. Jdelsohn). — Zeena urcena (Sal. Goldschmidt u. A. Marmorstein). — Jüd. Volkslieder aus Mohilew (S. Stnreschitz). — Das Testament Wolf Wertheims. — Bücherschau. Vereins-Kalender. Freitag. Berlin „Mekor Chajim", 8% Uhr, Langestr. 18: Gemütliche Zusammenkunft. — „Montefiore"-Verein, Bleichste. 70, 8»/° Uhr: Gemütl. Zusammenkunft. Samstag. „Montefiore"-Verein, Iv/i Uhr: Raschi-Schiür (Dr. May). — Verein „Mekor Chajim", 3»/» Uhr, Langestraße 18: Mikroh - Vortrag (Schachnowitz): 12 Uhr, Hörsaal: Vorlesung Sefer Schemuel (Prof. Weyl). — Franks. Verein für Statistik u. Demographie der Juden, 8>/s Uhr, Kaufm. Vereinshaus: Die wirtschaftliche Lage der. Jude» in ' der Türkei (Dr. Susnitzki - Berlin). Sonntag. Verein „Emes .Wescholaum", 8^ Uhr, Langestr.-18: Jüdische Geschichte des 19. Jahrhunderts (Rechtsanw. Dr. Breuer). — Verein „Mekor Chajim", 6»/i Uhr, Langestr.!8: Betrachtungen zum Purimfeste (Rabb. Dr. S. Breuer). — Verein „Tifercs Bachuri m", Bleichstr. 70, 8 Uhr,: Gemoro-Schinr (Rabb. Dr. Horovitz), 9 Uhr; Die Lage der jüd. Handlungsgehilfe» (Hugo Weingarten). — Wandergruppe des „M o n t e f i o r c“: Rundtour von Homburg aus (Abfahrt Hauptbahnhof 1»/i Uhr). Montag. „Montefiore"-Verein, 9 Uhr, Battonschule: Domen-Tnrnriege. . Dienstag. „Montefiore"-Verein, 9 Uhr: Bleichstr. 70: Kaufm. fachwissensch. Kursus (Dr. Auerbach). — Toynbee halle, 9 Uhr, Langestr. 26: Versammlung. Jüd. Turnverein, 8»/r Uhr, Hasselsches Institut: Turnen. Donnerstag. „Montefiore"- Verein, 9 Uhr: Purim-Abend. (Gemütliche Zusammenkunft.) _ Leo Schweinfest A Damennohneldnrml I empfehle tadeUosen Sitz, gute Verarbeitung. - Gr. Eschenhelmerstr. 19, I. Telef. 12206. I Carl Grebenaa, wmu Steinweg; Eckhaus Rossmarkt , Telephon I, 6069. l Zweien, UhFBn, Bold- und SilbBPwaPBD Atelier fiir Neuu. Umarbeitungen bemld. Saohverständlgmr - Reparaturen. Answahlsehdungen gerne zu Diensten. laraalltlacha Kultaagagansfände. Orthopädisch-Chirurgisches Institut ^flrtDr. Hasslaner 1^««— früher fast 9 Jahre bei Hotrat y. Hessing-Göggingen jetztBockenheimer Landstr. 18, Eingang Oberlindau. Heilgymnastik ü. Massage, RSntgennntersachong u. Behandlung, Radio- . thermbfider, Diathermie, kflnstL Höhensonne. Eigene Werkstätten für Schien enhOlsenapparate u. 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