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Neue jüdische Presse · 1914-03-06 · Heft 9 (6.3.1914) · page 9

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
12 (1914)
Issue
Heft 9 (6.3.1914)
Date
1914-03-06
Page
– (sequence 9)
Language
German
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m 41 t# H A J* £r|V .f. . atf riffiCnw iS ... f fr J.r.fif. ff Ji..«, t sich icutcn i ver- . mw U In memoria. winnkrtrag ireske.) : frei» itai — alte» chwäriösheit ljhrase, '' hcrrahr... e'n bie lotaiiz. Praxis :n. — > halb - mit ächtlich ut! - t dem ing - dieses hrten", einer ikläger, lärzten cki das ich, - hen es chlecht: feinem terland sing - ii gilt leuber, :.c AN hier ntt'iie« ich! - m bei licr - otz der zweite» Schritt Ein Tag hcilig-enrster, gehobener Stimmung war mir der erste Tag des diesmaligen Marnwnats, denn zum ersten Male hatte sich ein Jahr vollendetseitdem Louis Feist s. A. nicht mehrunter ans weilt. Und an diesem Tage des Sinnens >var 'mir eine Stunde, die ganz, ganz ihm gehörte, in der alles, alles zurücktrat und nur sein Bild vor mcinein geistigeil Auge stand, eine Stunde heiligen Sichvergessens, eine Stunde solch' stillen, ungestörten Glückes, wie sie nur wenige das Leben beschert. - Wie bie Strahlen eines Edelsteines glitzerte und funkelte es in meinem Schauen; die Sonne durchbrach, sich hundertfältig widerspiegelndl, den Farbcnwiderschein, und dann — dann sah ich einen Abglanz des Göttlichen^ sah ein Stück seiner ewigen, unendlichen Göttlichkeit, die Gott in die Seele jedes Menschen senkte, ihm die Aufgabe zuweisend, dieses Göttliche, die Zeiten Aeberdauernde iil sich rein zu bewahren. Allen Menschen ward's Lebensbestimmung, — doch nur den wenigsten ist's Bestimmung ihres Seins. Und zu diesen wenigen gehörte er, dessen Ewigkeit ich in dieser Stunde schaute. ■ * Die Ewigkeit .Louis Feists. Nicht seine Begabung und nicht seine Tatkraft, nicht die Weichheit seines Herzens und nicht die Vornehmheit seiner Gesinnung haben ihn über das Zeitliche zum Ewigen hinausgehoben. .Es war ein anderes, es war die Reinerhaltung des Göttlichen in sich, jene größte Leistung, die menschliche Kraft zu vollbringen vermag, da sie den Sieg eines ganzen Lebens bedeutet. Sie gab ihm die Ausgeglichenheit seines Wesens, die so faszinierend auf seine Mitmenschen wirkte und in sie die in ewiger Befruchtung ewig währenden Samen des Guten legte...Sie gab. ihm die Größe seiner Auffassung, die all' seine Kräfte anspannte, um dem jüdischen Volke sein Ganzes, zu' geben, und die ihn so in die Geschichte des unsterblichen .jüdischen Volkes eingeschrieben hat. * Ein Jahr ist' seit dem Weggang Louis Feists verflossen. Me Huldigung an der Bahre verbürgt keine Ewigkeit; — aber wenn erst, durch die Spanne dev Zeit der-Abstand gewonnen ist, den der Richtstuhl der Objektivität erfordert, — und auch dann ward' it". - rauche» — die Agit»- — daß ssentlich beinahe n Haß — und noch bie Worte an der Bahre wahr sind, dann tritti diese Persönlichkeit aus der. Zeitlichkeit heraus. - ,, ...... Louis Feist ist aus der Zeitlichkeit, herausgetreten, er gehört der Ewigkeit an^ — ewig wirkt er , in. dem von ihm ausgestreuten Samen, ewig wahrt sein Name in der Geschichte seines Volkes, — , das, war -es/ was ich in jener Stunde schaute. eipz'gei — mit u rück> sich arg rrzhastr — Des kommt — für Landermelde», ms dir ampfes- — ein i starke ilfen - nd Hm efor.mer s'en: - logisch» isch, - dieweil Zouriiitust" - ilt ami » Frankfurter Berichte. Ä«»sch«tz »er Israel. Gemeinde- Wieder beginnt - die- Tagesordnung der Sitzung mit Bewilligungen für den Krankenhansnenbau; u. a. wird die Wahl , des Dr. meb. Seligmann, bisher am städtischen Krankenhause, zum Assistenzarzt genehmigt. Der Etat des Philanthropin für das Jahr, 1913/14 beträgt 95000 Jfc in den Einnahmen und 203 600 Ji in den Ausgaben. Es entspinnt sich eine kurze Debatte bezügl. 'des Grundes des Rückganges der Neuanmeldnngen. Es wird betont, daß dieser Rückgang auch. bereden anderen höheren Schulen der Stadt zu konstatieren ist. Dr. KaHeu stein hält den Hinweis für angebracht, daß die Propagandasür. die Gründung einer konservativen Realschule mit dem Rückgang nichts zu tun hat.' Bei . dem Punkt Bewilligung von 750 für ein halbes Jahr für die Jüd. Bibliothek und Lesehalle, nimmt'Dr. med. Hanauer zu längeren Ausführungen das Wort, in denen er eine Wrderung dieser so wichtigen Institution, die trotz zehnjährigen Bestehens .nur -165 Mitglieder zählt, dem Vorstand sehr ans Herz legt. Ihm schließen sich.Dr. Katzenstein mch Dr. Merzbach am Justizrat Dr. BaeLr,iMri'Swl8ikus, bemerkt,, daß nur deshalb! für ein halbes Jahr der Betrag bewilligt seh weil mit der Möglichkeit gerechnet werbe, daß inrdem neuen Gemeindehause Räume zur Verfügung gestellt.«erden können: - Jüdischer WÄtderbnn» 1914. Eistes^. vorstwggiLiwmmeN: ^Acohllchreit/Mtirschlust, LustiAeit und, Smigessreude beherrschen den ganzen- Dag: über alle Teilnehmer der vom-I. 'W-B. 191 l veranstalteten Wanderung am verflossenen Sonntag. Das herrliche Wetter ließ - es notwendig erscheinen, recht ergiebig sich in der neuerwachten Natur zu tummeln; so durchstreiften wir denn grünende Wälder, durchquerten Wiesen, zogen über Berge, durch Täler, marschierten stramm und geschlossen die Orte hindurch, jüd. Wanderlieder singend. Bon Eppstein gings nach dem Rossert, nach L-chloßborn, bis Niedernhausen. Bei Schlostborn wurde ei» -yl stunden währendes Geländespiel veranstaltet, wobei nach längeren! Kampfe die blaue gegen die grüne Partei siegte. Der I. W.-B. wird in Kürze alle Sonntage kleinere und größere Wanderungen stattsinden lassen, die znm Teil auch in den Odenwald und Spessart gehen werden. Anfragen' über den I. W.-B. bitte zu richten an Walther Snndheimer, Baumweg 52. Die Blutlüge. Am Mittwoch hielt Rabbiner Dr. I. Horovitz im „M ontesiore"- Verein einen Vortrag über die Blntlüge. Der Redner hatte dieses Thema für einen anderen Zeitpunkt angekündigt, in Vertretung des erkrankten Programmredners war er jedoch bereitwilligst an diesem Mend eingesprnngen. Der Vortragende ging vom Altertum aus und zeigte, wie schon SlpioN dem Judentum die Lüge, cs gebrauche Blut zu religiösen Zwecken, anznhängen versucht hat, und wie Josephus aber dieses Lügengewebe zerrissen hat. In seinen weiteren, ungemein anschaulichen und interessanten Erörterungen legte der Redner dar, daß die so oft gegen das Judentum erhobene Beschuldigung auch dem Urchristentum zum Vorwurf gemacht worden ist. Das frühe Mittelalter hat diese Lügenmär nicht anskommen lassen. Doch mit der Zeit der Kreuzzüge erwachte dieser Teufelsglaube wieder, und nun beginnt die Leidenszeit der Juden auf Grund -der Blutbeschuldigung. Interessant ist die Herkunft der Motive für diese unglaubliche Anklage. Die Transsubtanttattonslehre der Tochterreligion hat den Grund und' den Anlaß zu der oft wiederkehrenden Anschuldigung gegeben, daß die Inden, um die Kreuzigung wiederholen zu können, sich in den Besitz geweihter Hostien zu setzen bemüht hätten. Der Redner wies dann weiter darauf hin, welch ein Martyrium sich daran geknüpft hat, und wie sich der Glaube an die Blutlüge, tvenn auch in veränderter Form, wie eine Erbsünde der Menschheit bis in unsere Tage hinein erhalten hat. Wenn auch kein edler und aufgeklärter Mensch dem Unsinn auch nur stoch ein 'Körnchen Wahrheit beimessen wird, so haben Judenfeinde doch versucht, diese Anschuldigung znm Gegenstand der Hetze und öfsimtlichen Herabwürdigung des Judcutums zu machen. An uns Juden — und damit schloß. der Vortragende —. geht bei solchen Angriffen die Mahnung zur Einkehr und Besinnung ans sich, zur Hebung und Förderung alles Edlen und Guten, zur Prüfung und Beschäftigung mit der jüdischen, retigionswissenschastlichen und geschichtlichen Literatur, um aus ihr das Wissen und die Ueberzeugung zu schöpfen, daß das Judenttlm eine Religion ist, die ihre Bekenner zur reinsten Humanität und echten Menschenliebe leitet. Wanderung der „Agudas Jisroel-Jugendgruppe. Die W'anderabteilung der Agndas-Jisroel-JNgendgruppe hatte mit der am. letzten Sonntag erfolgten Tour ein., ganz besonders erfreuliches Resultat zu verzeichnen, llnt 9 Ahr 30 Min. erfolgte ■ die Abfahrt der zahlreich erschienenen jungen Leute nach Crouverg, woselbst die Tour begann, die über den Mtkönig znm großen -und kleinen Feldberg führte. Nach einem herrlichen, fast dreistündigen Marsch über teilweise nvch schnee- und eisbedeckte Wege, die noch einmal den vollen Zauber des Taunuswinters in schönster Weise vor Augen führte, erreichte die GeseMchaft gegen 1 Uhr den Feldberg, woselbst das mitgevrachte, Mttagsbrot gemeinschaftlich eingenommen wurde. Das Tischgebet wurde zugunsten - der A.-J.-JUgenbgrnppe zu einem verhältnismäßig hohen Se versteigert. Nach längerer Mittagspause trat die iche Gesellschaft frisch gestärkt den Rückweg über das ' Feldbergobservatoriuin sowie Königstein nach Cronberg an, unterwegs noch gemeinschaftlich das Minchagebet verrichtend. Die in allen Teilen wohlgelungene Tour, die sich allen voränsgegangenen Würdigt zur Seite stellen kann, zeigte aufs - neue, daß auch in -unserer Jugendgruppc ein reges Interesse fiir Wanderungen herrscht. Die Broschüre» des AntiziouMsche» Komitees. Th. Harbnrger hatte in der „Zionistischen Ortsgruppe" die Broschüren des Anttzionistischen Komitees zum Gegenstand eines Referates gewählt. unsortiert 12^ sortiert n; 5 .7- 7 G.M.HOLZ ' HOFLIEFERANT f RANKFURTaII Er legte die in den Tagen der anttzionistischen „Erklärung" besonders hervortretende Notwendigkeit dar» die Gedankengänge der Gegner kennen zu lernen. Er bezog sich dabei auf die einzigeu .wfsiziellen" Schriften, die Broschüren des Anttziouistischcn Komitees. Der Geist dieser Elaborate ließe sich von vornherein trefflich beleuchten durch die Tatsache, daß. der Verfasftr rrie mit seinem Namen hcrvorgetreten ist. Diesem Verhalten entspricht auch die Darstellung. Wie der Redner durch Verlesung der markantesten Stellen aus beiden Heften dartat, unterzieht sich der anonyme Verfasser nirgends der .Pflicht, seine Angriffe, die vielfach eine niedrige, gehässige Tendenz verraten, durch Beweise zu stützen. Bor allem aber wird vermißt, daß irgendwo ein positiver Vorschlag zur Verhinderung des auch vom Anonymus zugestandenen Verfalls des Judentums und der Jichenheit zutage tritt. Alle die - hohlen Phrasen, mit denen der Vertreter „liberaler" Weltanschauung dem Zionismus an den Leib rückt, enthüllen nirgends ein ernststes Streben nach Besserung der derzeittgen Verhältnisse, die dem Broschürenschreiber selbst' unhaltbar erscheinen. Daß die Leugnung aller jüdisch-historischen Werte den Pamphleten deutlich den Stempel der kurzsichtigen Streitschrrst ausdrncken, wurde-vom Referenten weiterhin betont. Die rege Diskussion, an der sich Bankier Wolfs» Rejer. Wohlsarth» Jacoby (Chemnitz) und Stiebet beteiligten, zeitigte weitere Gesichtspunkte zur Beurteilung der beiden Schristchen, aus denen sich ergab, daß der heftige 'Kampf gegen den Zionismus selten der Ausfluß innerer Ueberzeugung, sondern meist nur ein Angstprvdukt ist. Da» Jahr ISIS in »er jüd. Welt. Donnerstag sprach im Verein Indische Kultur Herr I. Schöner über das Thema: ,/Das Iahe 1913 in der jüd.- SSelt". Eingangs seines Referates führte Redner äns> baß seit der Zerstörung des zweiten Tempels die Juden in der Gestaltung ihres eigenen Schicksals mw passiv beteiligt waren. Sie waren immer nur die „Geschobenen". Der, beste Beweis dafür ist die ,Judenv«tteflung" auf dem Balkan während des letzten Balkankrieges. Obwohl dies von einer Seite zu bedauern ist, wenn anstatt anstatt eines einheitlichen türkischen Judentums jetzt daraus ein bulgarisches, serbisches, griechisches entstanden ist, hat cs anderseits auch eine Lichtseite, indem dadurch die Assimilation, der die Juden unter dem Regime der Jungttirkeu eutgegengingen, anfgehalten wird. Redner besprach sodann die Verhältnisse ber Juden in Oesterreich-Ungarn, insbesondere derjenigen in Galizien, die im letzten Jahr, durch die große materiell Not und den politischen Wisgleich zwischen den Polen und Ruthenen viel zu leiden hatten. Zn den Verhältnissen in Rußland übergehend, sprach RednerserneBeowunderung darüber ans, daß trotz der harten Verfolgung der Jstden seitens der Regierung dieselben sich zum großen Teile assimilieren und sich als echte Russen betrachten. Share-«lub. -Die verfallenen Dividendenscheine der Jüdischen Ko» lonial-Bank (I. C. T.), sowie der Angl» Pcflestine Eompany (A. P. C.j werden zur Einlösung Be*», zur Verrechnung entgegengenomme». Der zuletzt fällige Coupon des I. C. T., Nr. 9, wird mit —.60 JKL und derjenige der 2P. P. CT., Nr. 6, mit —.85 Personalien. * Am ' 23. Fdbrnar verschied die in der Frankfurter Armenpflege wohlbekannte Frau Therese Reifenberg. Vom Momente der Gründung gehörte sie dem Vorstände der Unentgeltlichen Flickschnle «m. Sie War die Leiterin der Comenrnsschnle und hatte sich durch ihr gütiges und heiteres Wesen die Liebe und Verehrung der ganzen Kinderschar, in reichem Maße erworben. Dem Hauspflegeverein war sie jahrelang eine geschätzte Mitarbeiterin. Ihre haupt^chlichste Wirksamkeit entfaltete sie aber in der jüdischen Armenpflege. Seit der Gründung des Vereins »Weibliche Fürsorge" gehörte sie dessen Vorstände an. In Würdigung - ihrer Persönlichkeit veran»- stattete daher der Verein eine kleine Gedenkfeier^ bei welcher Vertreter des „Almosenkasten" der Israel. Gemeinde und des israel. ilfsv er e ins" anweftnd waren.- Ftäulein Pappeuheim gedachte der Verdienste der Verstorbenen in warmen, herzlichen Worten und ihrer Mtarbeit in den verschiedensten Zweigen jüdischer Wohlfahrtspflege. Ihr soziales Empfinden betätt'gte sie außer in der Arbeit der »Weibl. Fürsorge" im Worein für gebrechliche und verwahrloste isr. Kinder^» in der „Schulküche", im jüd. Winderhortt^, r« den »Wohnranmen der Weibh Fürsorge" und im »Sinderhaus der Weibh Fürsorge". Das Andenken dieser treuen, unermüdlichen Mbeiterin ans allen Gebieten der sozialen 'Hrlsstätigkeit, deren frew» dige Bereittvilligkett nie versagte, wird in den für die Frankfurter Wohlfahrtspflege, interessierten Kreisen «n>- vergessen bleiben. " ~ Kleine Notizen. Der Gemeindeangeflsllte,-GrnnLbanm» Theobaldstraße 2?,' erhielt für treue Dienste die Milit'ärverdienstmed aiklea-m.Bnnd. des Allgem. Ehrenzeichen. 4780

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