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Neue jüdische Presse · 1914-02-20 · Heft 7 (20.2.1914) · p. Seite 11

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
12 (1914)
Issue
Heft 7 (20.2.1914)
Date
1914-02-20
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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7. sonde . Dies^ »ipatio, r deuti ing zi, Rießers igeiiar, ht, di äs sk> gegen lr kom! kücksichi irachtcl! ist mi,!s ei»> w NIlhl liebersie di n heut-l dri». r erstcnl bis zn Nl Volmzvst», Mischen worden Folget s ein< erdkngs! : Folge! nü> des! as von >ev das remden! gensähe nel hat! eschrä». mb de«! sich der itismus II jübi>| Gegenls das! itsjahre logische e, daß Daher sbürger benheü t. Sie! germa- -zu behj erabzum man! «durch,! er gerich fern] wir am! : Män- 2eutsch>! i besten eist ge-! kotwencmnms.! großen ei, das und es öcklungj ist sich r dem Kro-I imer, und irteileu e Voreratenst,nm r Wege e Ziosprkcht . häuft ug und; e t a 11 spricht ei 'er» tund j i't d iiüdi- > und ir Verzweier Sprasverein fent- Jubeud nicht rüder« als ob Palärtdem «tritt, -sicht t toter* e na» r J ii» Nr. 7, Frankfurter Israelitisches FamilienKatk. Seite 11. lird Hauptmanu zu Griiiide gelegt war. Für tiefgründiscs, sachgemäßes Eindringen in den Stoff bürgte die Persönlichkeit des Leiters, Dr. Heinemann, dessen tarne auch eine zahlreiche Zuhörerschaft herbeigezogcn lattc. Das Referat hielt Sigmund Bern heim, in ■cm er hauptsächlich ans die volkswirtschaftlichen Zufände zur ■ Zeit der Handlung einging und diese mit len heutigen sozialen Zuständen verglich. Tie geistvollen Anregungen und Fragen des Herrn ir. Heincmann brachten eine lebhafte Diskussion in Fluß, fnd wir nahmen wieder einmal vom Montefiore-Berein fine wertvolle geistige Anregung mit nach Hanse. Jüdische Kranenvereinigung. Wie schon manches Jahr versammelten sich wieder die ireuudc der H c r in a n n L e h in a n n - S ch u l e in O f - s'cnbach zur „Cha misch oh Osso r"-Fei er, und sber 100 Schulkinder harrten in größter Erwartung des leginns. Knaben und Mädchen, einzeln und in Gruppen, trugen!>oll Verständnis — dank der liebevollen Einstudierung der >ehrer Lik o r g e n r o t und Diamant — jüdische Gerichte, meist ernster Natur, vor. Doch auch der Humor fehlte nicht. Herr Diamant hatte ein kleines Stückchen Hans der Schulschwänzer" versaßt, das in lustiger, netter reise, den unregelmäßigen Schulbesuch eines Schuljungen schildert, und das von den Kindern allerliebst vorgeführt wurde. Hierauf folgte eine warm empfundene Ansprache des Schulvorstandes, Prof. Dr. Fink und der Präsidentin Jüd. Frauenvereinigung, Frau He ur. De st ho fs. Zum Schluß kam für die Kinder der schönste Teil »es Programms, die Beschenkung. Jüd. Wanderbuuö 1914. In einer von mehreren Herren einberufenen Versammlung wurde am verflossene» Mittwoch die Gründung eines jüd. Wanderbundcs beschlossen. Der Verein „Jüdischer Wandcrbund 1914, Frankfurt a. M." bezweckt, durch Veranstaltung größerer und ileinerer Wanderungen unter der jüdischen Jugend — Namentlich der Schuljugend — Liebe zur Natur und ,amit Begeistcrungsfähigkcit zu erwecken, sowie ihren Körper, Geist und ihre Willenskraft zu stählen und dadurch ein körperlich und geistig gesundes jüdisches Geschlecht hcranzuziehen. Theo Har bürg er führte in der Programmrede ms, daß wir Juden durch die geschichtliche Entwickelung in einen großen Abstand zur Natur gerieten und es daher notwendig sei, die körperliche Ertüchtigung der jüd. Jugend in die Wege zu leiten. Durch das Wandern werde auch die allgemeine Lebcnsbejahung gehoben, ein labseits von allem krassen Materialismus stehendes Geschlecht Iherangebildet. Redner betonte, daß dem Anschluß der iJuden an die allgemeinen Vereine innere Gründe hemmend icntgcgenstäiiden; bei gemütliche und geistige Konnex fehle Idort häufig. Auch werde nur ein jüdischer Wanderlbund — der doch allen rituellen Bedürfnissen gerecht werde I— die streng religiöse jüd. Jugend zum Wandern bringen Ikönnen. Der Frankfurter Wanderbund wolle in sich alle jüd. iRichtungen einen, er habe.nur ein Bestreben: eine krästigc. selbstbewußte jüd. Generation heranzubilden. Referendar W o h l s a r t h verlas sodann die Sta- Itiiten, die nach kurzer Diskussion on bloc angenommen Iwurden. In den Vorstand wurden gewählt: Postrat Joseph 1(1. Vors.), Res. Wo h lfarth (Führerschaftsleiter), Wal- Ith er S nn dH ei m er, L. Braunschweiger und fK a r l R o s e n h e i in er. In die Führerschaft wurden gewählt: Frl. Alice IK affet, Frl. Thessie Kanfsmann, Theo H a r - burger, Dr. Scligmann, W. Siindheimer u. fNcserendnr W o h l f a r t l>. Lotterie des Jüd. Frauenbundes. Die Ziehung der Lotterie zugunsten des Heims des iZüd. Frauenbundes findet am 3. März unter behördlicher lAufsicht statt. Unter den Gewinnen befinden sich Bilder, Iresp. Kunstwerke von Künstlern, wie: Appel, Clarcnbach, Erlanger, Feibusch, Galliner, Gianini, Glicenstein, Horowitz, Markiewicz, Akundlak, Erna Pinner, Pilichowski, Philipps. Schwarzschild, Schoebcl, Simon, Spier, Struck n. a. Lose sind erhältlich bei der Vorsitzenden, Fräulein Bertha Pappenheim, Liebigstr. 27c. Zahl. Alter und Herkunft der Frankfurter Juden. lieber dieses Thema sprach Justizrat Dr. Dietz im „Franks. Verein f. Statistik und Demographie der Juden". Der Redner sührtc folgendes aus: Das Jahr 1241 bringt die erste Nachricht über die Juden. In diesem Jahre fand nämlich die Judenschkacht statt, bei der 180 Juden getötet wurden. Der Rest, etwa 20, ließ sich taufen. Die nächste Nachricht stammt ans dem Jahr 1349. '1416 hören wir von 13 Haushaltungen, und 1462 beginnt der Rät mit der Erbauung der Judengasse, veranlaßt durch eine Bulle des Papstes Pius H. Vom Jahr 1500 bis 1614 wächst die jüdische Seelenzahl von 100 auf beinahe 3000. Im Jahre 1500 gab es 14 Häuser, im 17. Jahrhundert ungefähr 215. Die älteste Familie ist die Familie Zunz, die schon im Jahre 1495 erwähnt wird, dann folgen Rindskops, Buxbaum, Doktor. Schwarzschild, Wohl u. a.;. 1506 Kahn und Cohn, Schiff- Spanier, 1509 Seckel und dann Rothschild und nacheinander die heute noch namentlich hier vertretenen jüdischen Familien. „Agudas Jisroel"-J«geudgruppe. Um ihre Mitglieder mit dem Wesen der jüd. Organisationen vertraut zu machen, hat die Jugendgruppe einen Vortragszyklus „Jüd. Organisationen" eingerichtet. Die Vorträge finden jeden Sonntag abend - statt. Verein selbst. Handwerker und Gewerbetreibender. Nach dem auf der Generalversammlung erstatteten Berichte zählt der .Verein 125 Mitglieder. Besonders in Erwähnung zu bringen sind die 'Berichte der Unterabteilungen „Wohltätigkeit" und „Darlehenskasse". Die Darlehenskasse hat vorzüglich gewirtschaftet. Dies beweist, daß sie mit dem tleinen vorhandenen Vermögen von 1600 Jk annähernd 4000 Jk ausgeliehen hat. Die Abteilung Wohltätigkeit hat bei verschiedenen Todesfällen die Angehörigen mit Geldbeträgen unterstützt und Minjan ab gehalten. In den Vorstand wurden folgende Herren gewählt: Jul. Weishaupt, Fritz Frank, Ferdinand Michel, Leop. Halberstadt, Karl Rosenthal, Jos. Meier, Sim. David, Leop. Rothschild und M o r. Her z. Die Mitgliederversammlungen finden jeden Montag im Cafe Goldschmidt statt. Gegenwartsproblem der deutschen Jndenhett. lieber dieses Thema sprach im Verein für jüd. Geschichte und Literatur Rabb. Dr. Hannover aus Köln _ Zum dritten Mal, so begann Redner, führt das jüdische Volk einen Entscheidungskampf» den Kampf um Sein oder Nichtsein. Dieser Kampf datiert seit Mendelssohn und setzte mit dem Assimilationsprozeß bei uns in Deutschland ein. «eit damals begann durch Taufen und Mischehen die innere Zersetzung des Judentums, die sich fortgesetzt steigert, — und wenn nicht alle positiven Elemente im Judentum 'mit vereinten Kräften rechtzeitig nach Mtteln und Wegen sinnen, wie diesem bedrohenden Zersetzungsprozesse Einhalt zn gebieten ist, dann stehen wir vor der Auslösung! An Hand eines reichen statistischen Materials zeigte Redner, wie Taufen und Mschehen grassieren. So ließen sich im 19. Jahrhundert in Preußen ca. 13000 Juden taufen. So sind jetzt in Preußen ty) und in Hamburg gar die Hälfte aller von Juden eingegangenen Eheschließungen Mischehen, und die Statistik weist nach, daß die Kinder dieser Ehen fast stets Christen werden. Zum Schluß ging Redner auf die Ursachen dieser Erscheinung ein und meinte, daß eine Aenderung dieser traurigen Zustände nur mit Anspannung aller positiv wirkenden Kräfte vielleicht zu ermöglichen sei; jedenfalls sei die beliebte Methode des Vertuschens nicht am Platze, da es sich um Sein oder Nichtsein handle. Der gediegene und formvollendete Bortrag wurde von starkem, allseingen Beifall ausgenommen. Beredt 8mes Wefcholtm». Rabb .Dr. Breuer- Aschaffenburg fahrt fort, seine Reden über den Austritt zu halten. Roch am Sonntag hielt er einen Bortrag Mer „den Kamps um den, Änstritr im Jahre 1877". Klugerweise liest er alle an ihn gestellten, schwerwiegenden Fragen unbeantwortet, da er sich nicht aus das persönliche Gebiet begeben wolle. Ec erzählte die Geschichte der Trennung vom Amsang ihres Entstehens bis ans den heutigen Tag und meinte, daß alle Motive der Opposition „rein praktische" wären. Zur Bekräftigung seiner Behauptung las 'er die drei Gründe der Opposition vor: 1. Der Austritt wird als Friedensbruch betrachtete 2. Das Verbleiben in der Reformgemeinde ist der Wohltätigkeit wegen wünschenswert. 3. Beim Verbleib kann man die Reformgemeinde wieder dem Judentum znrückgewinnen. Man sieht ja sofort, dast älke diese Gründe „reimpraktisch" sind! Sicher ist jedenfalls, dast bei einer Rundfrage an die Gaonim der Jetztzeit die meisten gegen dem Austritt sich aussprechen würden. Trotz mehrmaliger Ermahnung meldete sich niemand zur Diskussion. Ben Zwi. «leine Notizen. Dr. Josef Horoditz, Professor am Mohamedan Anglo Orientale College in Aligarh (Indien), ein Sohm Rabbiners M. Horovitz s. A, hat die Berufung an das Kolonialinstitut in Hamburg abgeschlagen. Hugo Nathan, Mitinhaber der Firma Nathan n. Mayer, erhielt das Ritterkreuz der französischen Ehrenlegion. Spende«. Beim Franks. Jsr. Fmbl. gingen «in: Schnkwerk in Palästina. Zahnarzt Nathan zur Verlobung Bernheim Aufruf in Nr. 3. Schüler Liebreich 1.- M 2— Jk vereins-Snlender. Freitag. „Talmud Thora"-Berein, nach Schluß der Synagoge Börneplatz: Bortrag. — Verein „SJtefor Chajim", 8ys Uhr, Langestr. 18: Gemütliche Zusammenkunft. — „Montesiore"-Berein, Bleichste. 70, 9 Uhr: Gemütliche Zusammenkunft. Samstag. „Montefiore"-Verein» 11Hz Uhr: Raschi-Schiur (Dr. May). — Verein „Mekor Chajim", 12 Uhr, Hörsaal: Vorlesung (Prof. Weyl); 3^r Ahr, Langestr. 18: Mikroh-Vortrag (Qberlehver Kaufmann). Sonntag. Wandergruppe des .Lkontefiorek'- Verein, 1% Ufr, Ostbahnhof: Mainkur, Bischostheim. Hochstadt. Wilhelmsbad, Hanau (Bahnfahrt 65 Pfg.; Führer: Simon und Rosenthal). — „M onte fror «"-Berel u, 3 Uhr: Gemütliche Unterhaltung. — Verein „Tiferes Bachurim". Bleichste. 70, 8 Uhr: Talmudvortrag (Rabb. Dr. Horovitz); 9 Uhr: Sabbat und Sonntag (Samuel Soudheim). — Verein »Mekor Chajim", 5 Uhr: Emführnngskurs (Lehrer Adler); K Uhr: En Jaakauw (Schachnowitz). Dienstag. Toynbeehalle, 9 Uhr, Langestr. 28: fällt aus. — Jüd. Turnverein, N/z Uhr, Hasselsches Institut: Turnen. Mittwoch. Franks. Zion. Bereinigung» 8tyi Uhr, Kausin. Verein: Große öffentliche Versammlung. — „Montefiore"-Verein, 9 Uhr, Bleichstr. 70: Besprechungsabend: Ibsen (Dr. Heinemann). Donnerstag. Verein „Nachlaß Zwi', 9 Uhr. Langestr. 18: Aus der Thora für die die Thora (Dr. Carlebach-Cöln). Jüd. Turnverein (Damenriege). 8V* Uhr, Hasselsches Institut: Turnen. — Verein jüd. K u l t u r, .9 Uhr, Obermainstr. 4: Das Jahr 1913 in der jüd. Welt (I. Schöner). dtUII]lIULllt yiMI lUlt. \£lUlLUUUUf* UU C» |tUJ um- S-'VIII. vwi I/UIIUH. 4W| sieiaweg l JuwbIbh, llnren, Bold- und SilbBFwaPBn Atelier für Neuu.Umarbeitungc M mJIB Eckhaus Bossmarkt beeid. Sachverständl|i«r _____ Reparaturen. Telephon I. 6069. -rvr-1— - —' ■ “ " — * beeid. 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