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Neue jüdische Presse · 1914-02-13 · Heft 6 (13.2.1914) · p. Seite 4

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
12 (1914)
Issue
Heft 6 (13.2.1914)
Date
1914-02-13
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4. Frankfurter Israelitisches Familienblatk. Nr. 6 Lemberg. Hier fand eine imposante öffentliche Agudoh- Versammlung statt. Rabbiner A. L. Brande, der Gemeindepräsident und zahlreiche sonstige führende Persönlichkeiten waren anwesend. Es sprachen M. Schmelzes-Krakau, Dr. Munk-Lemberg und Bankier Jsaac T h um i m - Przemysl. — . . In Sambor..,wurde in einer großen Versammlung mach Reden des dortigen Oberrabbiners Kaiserlichen Rat Aron Lewin und des Herrn S ch me lke s-Krakau die Gründung einer Ortsginrppe beschlossen. ’— Die Chassidimrebbes von Wiznitza, Kornow, Sadagora, Jezierna und Pascani haben sich der Agudoh angeschlossen. Parts. Einen herrlich verlaufenen Propagandaabend hat unsere Ortsgruppe zu verzeichnen. Zündende Reden seitens der Herren S. Alt mann, Rabbiner Weißkopf, Rabb. Dr. Debrö-Saarunion, Prague, Rabb. Beermann fanden begeisterte Aufnahme bei dem Publikum. PaScani (Rumänien). Der einflußreiche Chaisidimräbbi L- I. Fried mann hat sich der Agudoh angeschlossen. Tiberias (Palästina!. Die Generalversammlung der Ortsgruppe wählte zum Vorstand. Rabb. Kliers, I. M. Sandberg, E. Lodzer, M. Brill, B. Barsel, Alter Schub, Aron Schub und Reh. Schub. Jaffa (Palästina!. Die Ortsgruppe hat eine Kommission für die Jugendpropaganda und eine Erziehungskommission eingesetzt. c N. ROSENAU Englische Herren-Schneiderei IO Goethestrasse IO. Vornehme Ausführung. nissige Preise. D Ein Gelübde. Roman aus dem jüdischen Gemeindeleben. Von S. Luß-Mannheim, (Fortsetzung.) „Das ist schon möglich, wenn es Geld einbringt, sagt er sogar die Wahrheit. Was' war es denn für ein Geschäft? Darf Man das wissen?" „Warum nicht? Am Tag nach Jom Kippur kam er zu mir und «erzählte Mir, daß ihm ein Ziegenlamm vom letzten Winter, ein sogenannter Heuerling, zum Kauf angÄoten wäre, ein Lcmun, wie es noch nicht dagewesen wäre au Güte und Billigkeit." „Ja, ja," lachte Sawüel) „selbst die Wahrheit klingt in seinem , Munde wie eine Lüge durch seine üble Prcchlmei und Äebertreibimg." „Als Beweis für die Wahcheit seiner Worte," fuhr Simon fort, „verzichtete er auf Provision und wollte .dagegen zur Hälfte teil am GHchäst haben." „Einen Heuerling Hätte er doch auch allein kaufen Wunen, so viel GÄd Hirt er doch." „Er ist mit seiner Frau «allem und' Hat deshalb für beide Vorderviertel Lettre Verwendung im Haushaltdeshalb hat er es mir angeboten, und ich kann Dir Hersicher n,er Hat diesmal nicht übertrieben das LamM war schwerer als ich dachte, und das Fleisch ist vor- Mglich." Am andern Mittag, als SiMon sich mit seinen Schwestern zum «Essen setzte und das berühnite Lamm- ' flmsch wiÄer auf dem Tisch stand, schob sich David Reinwald herein und Lest sich gleich auf einem neben dem Ofen stunden Stuhle nieder. „AH," begann er, „Ihr hccht ja auch Lammbraten, ich Habe heute Mittag «auch welchen gegessen, so gut habe ich in meinem Leben noch keinen gehabt, und sch möchte schwören, daß in ganz Lochstadt noch nie einer so gutes Fleisch gHcht hat." „Ich glaube, unseres ist ebenso gut wie Ihres," sagte Simon lächüürd. „So gut wie meines?" rief David empört, „das istgar nicht möglich, wahrhaftig nicht." Simon berührte es höchst unangenehm, daß David sogar die bessere' Qualität seines Flessches mit seinem ewigen „Wahrhaftig" herausstrich, obgleich dasselbe von demselben Tiere war und fragte deshalb, um das Gespräch Zu wechM: „Was verschafft uns die Ehre Ihres' Bruches?" „Ach, das Hat Zeit,' bis Ihr gegessen habt. Schade, daß Ihr gestern nicht «auf dem Balle wart, so schön ist es noch nie gewesen, so lang Lochsticht bestcht, wenn die Familie Stern apch ferngeblid^n ist." David machte eine Pause, als aber niemand etwas ans seine Neuigkeit erwiderte, schüttelte er mißbilligend den Kops. „Bisher war die Gemeinde immer einig, und zum Chochamoedball ist jcher gekommen Aber so ist es: jß reicher die Leute, desto hungriger sind sie, wegen ejnE Geschäftes, bei dem sie ehr paar Taler Verloren Cafe Kaisergarten am Opernplatz JSrstklassiges Famillen-Cafe Nachmittags Konzerte. . . .- _Frw Hanselmann, Besitzer haben durch ihre leichtsimnge Unüberlegtheit, ziehen sie sich von der ganzen Wüt zurück." „Wie können Sie' so bestimmt behaupten, daß das der Grund zu ihrem Wegbleiben ist? Muß man denn alles zum Bösen auslegen?" „Sie haben doch wichrhastig keinen anderen Grmch." „So? Wissen Sie das? Und wie können Sie von leichtsinniger Unüberlegtheit reden, da Sie selbst mir das Geschäft als ganz gefahrlos angepriesen habend „Ich? Das Habe ich doch wahrhaftig nie gesagt." Simon machte eine Bewegung der Ungeduld. „Sprechen wir lieber nicht mehr von anderen Leutcn, sondern sagen Sie mir, was für ein Geschäft Sie mir bringen wollen." „Ein sicheres) ein ganz gefahrloses." „Lassen Sie hören." „Du kennst doch den Schmied von Dmgshausen?" „Es gibt zwei Schmiche in Dingshausen." „Ich meine dm, der «am Eingänge des Dorfes wohnt, den Christian Müller." „Den kenne ich, was ist mit dem?" „Er kauft sein Eiseir Mm Fritz Schulz hier und hat dafür einen Wechsel ausgestelll über 300 Taler, der Wechsel ist in vier Wochen fällig, aber der Schulz will das Papier verkaufen mit 10 Taler Nachlaß." „Das versUhe ich nicht, 10 Taler Diskont für vier Wochen, da muß etwas nicht in Ordnung sein." „Ist der Schmied gut fiir 300 Taler?" „Sogar für 3000." „Ist der Schuh gut für die Summe?" „Der Schullz ist sogar fiir 10,000 Taler gut." „Also, was willst Dü? Was geht Dich das an, daß der Schulz ' das Papier verkaufen will?" „Es ist verdächtig." „Ich wM Dir den Grund sagen. Der Schmied Müller ist ein brutckler Mensch, und um ih'n als' Kunden zu erhalten, zicht der BeMufer nicht gern den Wechsel ein, weil er immer Krach macht, wenn er Geld Herausrücken soll." „Er ist mehr als brutal, er ist ei» schlechter Mensch, aber gut für das Geld ist er. Ich diskontiere den Wechsel mit 10 Taler Diskont." Simon glaubte, ein glänzendes Geschäft gemacht zu haben, über wenn ex hätte ahnen können, was daraus sich alles entwickeln sollte, hätte er gewiß lieber darauf verzichtet. — — — — Zwei Tage später wurden im Hause Josef -Heilbrunns nach dem Abendessen mehrere von dem Nachbar geliehene Wirthaustische aneinandergestellt, daß sie von einem Ende des' großen Zimmers bis zum anderen reichten, und rund herum wurden an 30 Stühle, auch zum größten Teile vom Nachbar Wirt entliehen, gereiht, und nachdem die Tische Mit weißen Tischtüchern bedeckt waren, trugen Frau Sara Heilbrunn und ihre Tochter Rahel geschäftig und flink viele Teller mit Aepfeln, Birnen, -Zwetschen herein, schoben hier und da einen Teller mit Oelplätzchen oder ein Fläschchen mit Schnaps und Maschen dazwischen, daß die lange Tafelreih'e so reich und - schwer beladen war, als ob man nicht etwa 30, sondern 100 Gäste erwartete. Es war der Vorabend des Hoschannah-Rabba- Festes, an dem die Gemeindemitglieder sich versammellen, um durch Lesen im Pentateuch und den Psalmen sich für die weihevolle Stimmung des folgenden Tages vorzubereiten. Die Gemeinde war zu groß, um sich in einem Hause zusamMenzufinden, wenn nicht darunter die Bequemlichkeit und die Gemütlichkeit leiden sollle, deshalb wurden von je nach einer ein fiir allemal festgesetzten Reihenfolge in zwei Hausern die ZusammenÄnfte gehalten, die man der Kürze halber „das Lernen" nannte. Als nraßgebend für die Reihenfolge gall die Beitrittserklärung zu einer der Chewroh, der Talmud-Thora-Chewroh und der Gemiluth-Chassodim- Chewroh.' Beide Vereine hatten denselben Zweck, daß den Mitgliedern jeden «Sabbat- und Festtagsnachmittag aus einem atzadischen Werke ein Vortrag über den vormittags im Gottesdienst vorgelesenen Abschnitt der Meder’s mechanische und Druckluft J Tel. 4642.1nh. Helnrloh Trosohj P='' — - Rücklieferung nach 24 Standen,; - Teppich - Reinigung. 1 loh Tros ohy Bergerstr. 149.1 Thora gehockten wurde. .Pie MiWieder der beiden rows wurden in ein Verzeichnis eingetragen, das der Synagogentür angeheftet, jedem Mitglied kund t, bei wem im kommenden Monat der Sabbatnachmitta- Bortrag abgehalten wurde und, bei wem «am Schewuo! oder am Haschano-Rabbo „das Lernen" stattfand. Ei, ladungen waren also nicht nötig, jedes Mitglied wußi wo seine Chlewroh sich versammelle, und wohin demgemäß zu gehen hatte. Diesmal war Josef Heilbrunn an der Reihe, bi] Mitglieder der Talmud-Thora-Chewroh bei sich zu sehe. Der Tisch war fast besetzt, und der Hauswirt so, derte seine Gäste mit den kurzen Worten: „Mach] Broche" zum Zulangen auf. Das geschah denn am indem alle unter den üblichen «Segenswünschen von de, Obst und den Plätzchen aßen und sich dann ei Schnäpschen zu Gemüte führten. „Das Lernen" halt] noch nicht begonnen, man unterhielt .sich noch, vvi den Tagesereignissen, nur der steinalle Leib Lölven« stein hatte schon seine große Hornbrille aufgesetzt uni „lernte", sein Buch dicht an die vor ihm stehende $£afg| kerze haltend, im voraus das Pensum des Abends] weil er fürchtete, nachher nicht mitkommen zu könm „Wir müssen jetzt anfangen," sagte der Lehrer] seine Uhr ziehend, „es ist neun Uhr." „Wir müssen noch etwas warten, Herr Lehrer/ meinte der Hauswirt, „es fehlen noch zwei Mitglilder, der Rüben und der Simon sind noch .nicht da/] (Fortsetzung folgt.) Am Itaisdiß Information)- u.Uebersetzüngs-Bureu! I. Weinstein, Db0wg,er ' für Landg.-Bes. Frankfurt a.M.u. Wiest»! Kalserstrasse 11, Franktnrt am Main, Telephon 9881. I. Bunan f. 1 Verkehr steh Susslasi. Uehenefet, Aurasfte, nus. Behretbnu: Ich ur Beist larum I iiiben, /«einig» [cbräisch aß die es Zion nt Helle o» alle! internom mter an ^as gesej >ehen dr!ann ist «ampfgie EsH jo» Mär eln. Ur sie feste göser Hi jellin in lätigtcit licht ha |e^t nicht verhii Gere icggrüni is hat Morsen tic so , um jede ibgcschüt ,icht tros >cn Kam Kaiser Friedrich Quelle - Offenbach s. M. ——— Incincr ü silaube. Gegen Gicht nnd Bheamathmu bewährt. Alleiniger General -Vertreter: Frlodrloh Stahl, Frankfurt a.M., Güntherubnrg-AUee 37. TeL259 n. 714. Wochen-Kalevder. (Zeitangabe« nach dem I>vavh.) SamStag, den 14. Febmar (-- 18. Schwat.). Sabbat-Anfang in Frankfurt a. M. 5 Uhr 10 Min. Sabbat-Ausgang M Frankfurt a. M. 6 Uhr 25 Min. in Berlin 5 Uhr 50 Min. Wochenabschnitt: Jisrau. — Jisrau sührt seinem! Schwiegersohn Moses Frau und Kinder zu, die er in Midjan zurückgelassen. — Moses setzt sich nieder, ui» in eigner Person das ganze Volk zu richten. Jisrau bemerkt, wie unprakttsch und ermüdend dies für beide Teile sei. Er rät, Beamte nnd Untcrbeamtc einzusetzen. Es geschieht. — Jisrau kehrt wieder heim. - Israel betritt die Wüste Sinai, um auf bcm Berg Sinai! die Lehre zu empsangeu. Gott läßt das Volk verwarnen und vorbcreiteu. Das Volk verspricht Gehorsam. Sie waschen ihre Kleider und halten sich drei Tage heilig. Der Berg wird umzäunt. Während des. Ossenbarmrgsaktes darf ihn niemand berühren oder besteige«. Am dritte» Tage gibt Gott das Gesetz unter gewaltige» Erscheinungen der Natter: Der .Berg erbebt, flammt und raucht; eine dichte Wolke lagert über ihm, mächtiger! Posaunenschall ertönt. Moses allein hat den Berg bcaeu. Gottes Stimme kündet die „zehn Gebote." Da»! fürchtet die allzugroße Nähe Gottes. Bioses beruhigt das Volk. — Den Schluß der Sidra bildet ein Abschnitt über Wesen und Bedeutung des Erdaltars. Wochengottesdienste in Frankfurt. Morgens: 6 Uhr 45 Mn. (Hauptshnagogc und Synagoge Königsteinerstraße 7 Uhr 30 Min.). Abends: 5 Uhr (Hauptsynagoge 4 Uhr, Synagoge Königsteinersttaße 7 Uhr). Briefkasten. Louis Kahn- Nicht eine Spur von einem persönliche» Grunde — wir wüßten nicht, welchen persönlichen Grund wir auch Ihaben sollten —, sondern schwerwiegende sachliche Gründe gaben uns Veranlassung, den Namen Breuer öfters zu erwähnen. Personen decken eben häufig eine Sache. Die Familie Breuer ist es, die aus der Trennung ein Dogma des Judentums gemacht hat, die mit ihrem bis zur letzte» Konsequenz durchdachten Trennungsprinzip die Aguvas Jisroel- Organisation, die Gründung eines Weltverbandes der. Orthodoxie mit aller Kraft zu verhindern sucht, und da mutzten wir denn zeigen, daß sie selber ihr Prinzip nicht durchführen kann. Eine Agudoh, aus dem Trennungsprinzip sich ausbauend, wäre ihr genehm, — aber diese Agudoh würde nur die ungarische Treimungsorthodoxie und die Männer . um die Familie Breuer in der deutschen Orthodoxie umfassen, also nur eine Rumpforganisation sein können nnd ihre Hauptaufgabe darin sehen, das Trennungsprinzip innerhalb der orthodoxen Judenheit der ganzen Welt zu propagieren. Nicht nur wegen der Agudoh, sondern noch am einem lokalen Grunde müssen wir gerade jetzt auf der Wacht sein; nämlichweil Ihr vor einem Jahre gegründeter „Emes Wescholanm"°Vcrein, der Verein zur Förderung der Interessen der Religionsgesellschaft, es anscheinend als seine Hauptaufgabe betrachtet, die Treu- Sie Misrach ücht m« iMrum öse Er' finnc |i«s a m csam sroe« aßt. Klal »den essen eln; t mir 'lib lud libe latriotist c Io n ß Dem icrben «ehängt, egensaj icres a [uni ges «rauen? Und |,6ö|'e" (ttoäfjxei iriinbui lachahm Kören, | latkräftü iiel grö ißt)" ni [veilen ntf jed< chärf uden Wil o MN ende ich t ch aui iützen. ngeu «stark n« Sie «ngenb« «ies sti «egensö «udentm «hier iken, ngen' ins, de re w - aehr! ern , mtgege üluft i ung «gegeb 'che 8 o it [ Zu )ie; ,

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