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Neue jüdische Presse · 1914-02-06 · Heft 5 (6.2.1914) · p. Seite 10

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
12 (1914)
Issue
Heft 5 (6.2.1914)
Date
1914-02-06
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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Seite 10. . Frankfurter Israelitisches Fallnlienblatt. Jic. 5 „Läge es in unfern Hände», eine praktische Entscheidung Wer sie zu - treffen (eine Trennung war damals gesetzlich. nicht möglich) und auszuführen, so wäre meine Ent» sch Übung, daß ihr gemeindlicher Anhang wie der der Sadduzäer und Karäer werde, sie für sich und wir für uns." Und das Gutachten der 389 Rabbiner lautete (siehe Bd. IV S. 400): ' „Nach bestem Wissen und Gewissen erklären die Unterfertigten, daß die Unterlassung oder Elüninierung der auf die Ankunft eines persönlichen Messias aus dem Stamme Davids sich beziehenden Gebetstellen einen Abfall vom Judentum involriert, daß daher der gesetzestreue Jude mit Personen, die sich einer solchen Apostasie schuldig gemacht, nicht in einem religiösen Gemeindeverbandc bleiben darf und kann..." 5. .Aus all dem Angeführten geht hervor, daß ein paar Konzessionen mehr oder weniger seitens der neologen Gemeinde absolut nicht das Geringste an der Pflicht Les Austritts änbetie, unb bie§ umsomehr, als die Verhältnisse seit 1876 durch die Richtlinien sich außerordentlich verschlimmert haben. L o u i s 'ahn. i Herr Kahn hat uns in nichts eines andern überzeugt: •' : Hat der Austritt die Bedeutung, die ihnv-feine Verfechter zuschreiben, — ja, warum hatte dein: Rabb. Spitzer- Wien nicht' einfach seine Stelle nicdcrgclegt, und warum wollte - Rabb. Dr. Breuer, der eifervolle Vertreter des -fchärssten Äustrittsprinzips, nach Wien gehen? Warum behielt unsere Frankfurter Religionsgcsellschaft auch hunderte Mitglieder, die gleichzeitig der Gemeinde angehörten, und tut' dies heute noch? Und ist ein Gherem so zwingend, — warum darf -mau den eilten Chercm akzeptieren und andere, die eincich) 'Nicht passen (deutsche Predigt, Ornat usw.)» unbe-z lachtet lassen? Hat nicht der Äcsaw Sauser, der Lehrer' Rabbiners Dr. Breuer, in Frankfurt die Religionsgesellschaft-Synagogc als „posul" nicht betreten und ist zu Rcbb Moschcl Mainz, dem Genirindcorthodoxen, in die -Synagoge gegangen? Nun der Cherein der 389 Rabbiner selbst. Seine Unterfertiger waren zum größten Teil ungarische Rab-. biner, und diese zum Teil ganz weltfremde. Münzner aus den entlegensten Orte». Auf die zur - Unterschrift zugesandte Erklärung konnte es nur ein Unterschreibe» oder Nichtunterschreiben geben. Wäre die Erklärung in einer Rabbinerversammlung beraten und das Für und Wider gehört worden, dann erst, hätte die notwendige vorherige Besprechung der Sachlage stattgcfnndxn. Denn gerade der Gesichtspunkt für.dib Praxis, in diesem Falle , das Wichtigste, ist garnicht iiyj Erwägung gezogen worden. Der Begriff „religiöser Gemeindeverband" hätte klar umschrieben werden müssen. Das ist aber nicht geschehen. Und hier kommen wir auf den Unterschied zwischen Weit und Frankfurt. Wien hat einen religiösen Gcmeinde- - verband, in Frankfurt, aber machte die Neuordnung der Dinge aus der israel. Gemeinde einen Gemeindeverband. der den Orthodoxen unter ihrer Obhut stehenden Synagogen, Rcligiönsschule und rituelle Institutionen gewährte, ihnen damit in religiöser Hinsicht Selbständigkeit gab.- Herr Kahn schert alles über einen Kamm. Die Situation war aber 1818 bei der Hamburger Reform eine ganz andere als 1876 in Frankfurt und in Berlin, wo Rabb. Dr. Hildesheimer wirkte und. er angesichts der dort herrschenden Zustände, hcrvorgerufen durch den Radikalismus und die. Unduldsamkeit der - damaligen Liberalen, die Trennung durchführte, eine andere als in Frankfurts Wo die von Herrn Kahn unter. Anführungszeichen, jedoch ohne Quellenangabe angesührtcn Worte Rabbiners Hildesheimer stehen, ist uns nicht, bekannt. Solange uns Herr Kahn die Äuthcnzität der Worte nicht klar nachweist, erscheinen sie uns angesichts der Tatsache, daß Rabb. Hildesheimer in Frankfurt die Synagoge am Börneplatz besuchte und sogar an einem Samstag Nachmittag nach dem Gottesdienste in derselben einen halachischen Vortrag hielt, schon der Sache nach nicht wahrscheinlich. Noch eher weit weniger der Form nach! Wer Rabb. 'Hildesheimer kannte, weih, daß er derlei überwallende Redeweise nicht geliebt hat. Jedenfalls stand er in: besten Einvernehmen mit- Rabb. Bambcrger, der.bei aller zweifellosen Bedeutung, den die kraftvolle Persönlichkeü Rabbiners Hirsch ffir -das orty. Judentum hat, diese» als Talmudist und Halachist weit überragte, während seine Beziehungen zu Rabb. Hirsch in der letzten Zeit weniger innig geworden waren, sodaß Rabb. .Hirsch die Freie Vereinigmig ohne Rabb. Hildesheimer ins Leben rief, der ihr auch fern blieb. Rabb. Dr.' Breuer! 'hat ja einmal .diesen Gegensatz in seiner Weise psychologisch ausbenten wollen. Zum Thema Rabb. Hildesheimer seien zum Schluß noch einige Worte angeführt, die Rabb. Horovitz in seinem Hespcd sagte: „Der Schwache ist dazu verurteilt, oft unduldsam sein zu müssen; er muß sich oft schroff verhalten gegen eine anders gesinnte Umgebung aus Furcht für sich selbst. Der innerlich Starke aber darf das Glück genießen, duldsam zu sein. An diesen Gedanken knüpfte, unser großer Weiser oft an. Zn jedem Schritte,' dcn wir durch Gottes Beistand hier in der Entwicklung, unserer religiösen Einrichtungen vorwärts' taten, beglück-"' wünschte er uns in seiner herzlichen Weise und fügte immer die Worte hinzu: Bcranw aus wescholaum. An einem Sabbat, da ich das Glück hatte, ihn in meinem, Hause als Gast zu sehen, sprachen wir von unseren" Gemeindeverhältnisse». Er hatte in dein Sitzungssaal dieses Gotteshauses uns einen halachischen Vortrag gehalten, an dein wir den sprühenden Geist bewunderten. Er war glücklich, unsere Thoragclchrtcn um sich versammelt zu sehen und hier' überall eine friedliche Stimmung bemerkt zu habe». Da kamen meine Kinder und baten lun seinen Segen. Er segnete uns alle und fügte hinzu: Ich habe hier in Franksurt, Gott sei Dank, Kraft gesehen; Gott segne Sic mit Frieden!" Wir schließen die Debatte. D. Redakt. Ärmst ««d Literatur. V o l k s t ü in l i ch e - K n n st. Halbmonatsschrift zur Förderung und Pflege der Kunst im Seben des Volkes. Herausgeber: Arthur Dobsky, Stuttgart.- Jahresabonnement 16 Jt. Stuttgart, Verlag für Volkskunst, R. Kentel. Nach dem vorliegenden 1. Heft der neuen Zeitschrift können wir sagen, daß sie etwas Eigenartiges und-im höchsten Maße Begrüßenswertes darstellt; sie erzieht den Laien bewußt zum Verständnis für die Kunst und reinen Freude an der Kunst. Es ist das eine Aufgabe, die zu fördern, selber eine Kulturmission bedeutet. Bereius-Kaleuder. Freitag. „Talmud Thor a"-V e r e i n, nack) Schluß der Synagoge Börneplatz: Vortrag (Dr. Braun). - Verein „Mclor Chajint", nach Schluß Synagoge Hörsaal Friedbcrger Anlage: Mikro-Vortrag; 8h- Uhr, Langestr. 18: Gemütliche Zusammenkunft. — „M on - tcfiore"-Verein, Blcichstr. 70, 8h« Uhr: Gemütliche. Zusammenkunft. ” Samstag. „M o n t e f i o r e" - V e r e i n, 11h» Uhr: Räschi-Schiur (Dr. May). — Verein „M ekor C haji m", 3V» Uhr, Langestr. 18: En Jankauw (Schachnowitz). — R. P. Bcis - Hamidrasch, H. L. schön. Aussicht 11, 4h« Uhr: Vortrag (Rabbi Bärmanu-Tcls). - Sonntag. Wandergruppe des „M o »t e f i o r e"- Vereins, 813 Uhr (Treffpunkt ,7r’5 Uhr vor'»» Hauptbahnhof) nach- Niedernhausen,iiüberü Kellerskopf usni.!,-nach Wiesbaden, hier um 4 Uhr bei Veranstaltung des dortigen jüd. Jngcndvcreins im Hotel zum Burghof; Rückkunft Frankfurt Äh» Uhr. (Bahnfahrt 1,20 Jf.; Führer: Leop. Kaufmann, I. B. Lcvy, F. Schwarzschild.) — Verein „Tiferes Bachur i m", Blcichstr. 70, 8 Uhr: Talmudvortrag (Rabb. Dr. Horovitz); 9 Uhr: „Die Juden im 20. Jahrhundert" (Daniel Retzkcr). — Verein „Mekor Ch.ajim", 6 Uhr: Midrasch (Goldstein); 5. Uhr: Einsührungskurs (Lehrer Adler). Montag. Wohltätigkeitsvorstellung im Neuen Theater (siehe unter Frankfurter Bericht). - Zion. Jugend gruppe, 9 Uhr, Kanfm. Vercinshaus: Bialik und das Judentum (Rosenbaum). Dienstag. I ü d. Turnverci n, 8H- Uhr, Hasselschcs Institut: Turnen. Attttwoch. „M o n te f i o r e" - B e r e i n, 9 Uhr, Bleichstraße 70: Mnsikal. Abend. — Hermann Lehmann- Schule i» Ofscnbach, 2 Uhr, Schule am Mathildenplatz: Osorfeier (Gäste willkommen). Donnerstag. Verein „Nachlaß Zwi",o. 9 Uhr. Langestr. 18: Erziehung durch die Familie (Dr. Ascher- Ncnchatcl). — I ü d. Tur » ve r e i n (Damenricge), 8h Uhr, Hasselschcs Institut: Turnen. ' Carl liirrbrnan, m^l0ZTU üuwElefl, Ufiren, Gaid- und SlitiEFwaren Atelier für Neuu. Umarbeitungen Trlrpbon L 6069. beeid. Sach wer ständiger Auswahlsendungen gerne zu Diensten. Reparaturen. leraditleehe KuHu»H«0«nstände. .“„„IOLASEREI «t billigst.| Alex Kahn Einrahmen von Bildern. Grosse Auswahl. Xpfrphon 11222. An Sehwimubad 14. Erke Allerhlgstr. *** O OiHt o 00 cs echt jüdischer nDS •<5 ■ z® g-g flc. 09 eigenes Gebäck, nnfibertroffen in Qualität und Geschmack, Ep « per Pfd. Mk. 1.50, empfiehlt H. UlItMWIlII. TtlOPn.?1 KARL HEIDLER, W illMM Grosse Friedbergerstrasse 39 Grösste fieparatnr-Werkstätte und Lager von Uhren und Goldwaren. —— Nenanfertigung nach Angabe und Zeichnung. Kein Laden. 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