Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 12 (1914)
- Issue
- Heft 5 (6.2.1914)
- Date
- 1914-02-06
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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lijffa 4. frankfurter Asraeiitisches famiftenöiatk. ' <L.v Pose«. I« Trem essen wurde Justizrat Dr. Warschauer zum Stadtverordneten Vorsteher gewählt und in Wvngrowitz Magistrats- Mitglied Bernhard R o t h in a n n zu», Ehrenbürger ernantit. Sanitätsrat Dr. Hcrrstadt in L i s s a und Fabrikbesitzer Fritz K atz enellcn b o g c n in Krotoschin «whiellen die Röte Kreuzmcdaillc 3. MI affe. Metz. Da uusere alte Synagoge belonders wegen ihrer Lage den heutigen Ansprüchen nicht mehr entsvricht. hat sich ein Komitee gebildet, um einen Neubau in die Wege zu leiten. Die Stadt ivürdc den Bauplatz zur Verfügung stellen. k Wir«. Dr. Salomon stlein-Bäringer,Vorstand an der Augcnheilavteiluiig der allgemeine» Poli- Uinik, und Dr. Johann Paul Karplus wurden 7. zni: außerordentlichen Profess oren ernannt.' —; Dr. Heinrich Neu mann erhielt den Titel P r o - fieslor. - ^kn-atzeft. 77 jüdisch-christliche Ehen wurden hier im vergangenen Monat abgeschlossen. Eine unglaublich hohe Zahl, die die trostlosen jüdischen Zustände unserer Stadt bereits illustriert! Kiew- Schulz io. der Redakteur der konservativen .Liewljanin", ist wegen seiner anständigen Gesinnung zu drei Mon aten: Gefän g n is verurteilt worden. Der.Gerichtshof hatte ihm die Beweisführung für die inkriminicrte Behauptung, das; Oberstaatsanwalt Tscha- - plinskrdie Untersuchung im B e i l i s p r o z c s; vorein- - - genommen und einseitig geführt habe, abgeschnitten. Neu eröflhet! Cafe Corso Ecke Kaiserstrasse und Moselstrasse. Franz Krist. Aus -er Lehrerwett. (ll.) Berit«. Lehrer a. D. Walter, früher in Czarnikan, Kater Rabbiners Dr. Walter-Bromberg, feierte, mit seiner Frau die golden« Hochzeit. B«ch«. Rabb. Jonas Laupheimer ist im L8. Lebensjahre verschieden. Am 3t. Januar verschied hier Rabbiner Dr.. Alexander Stein, der 40 Jahre in Worms amtierte. * Das „Rabbinat für Tirol und Vorarlberg" ' ist auf Ansuchen der Kultusgemeinde Innsbruck von Hohen- - «ms nach Innsbruck verlegt und Rabb. Dr. I. Link. - bisher in Hohenems, als Landesrabbiner mit dem Sitze in Innsbruck genehmigt worden. _ Christ. Wilhelm Leux Telef. I, 8567. Hoflieferant. Goetheatr. 21. Herren-, Samenu. tivreeschneiderei. Spezial-Sportgeschäft *' - Anf Wunsch koschere Verarbeitnng. — ■ : »US -er rio«tfMche» Veweg«»s. Huld«. Im überfüllten Saale des Ballhauses sprach aus Einladung der zion. Ortsgruppe Bankier Jacob ' Wol'ff aus Frankfurt a. M. Wer „Die Orthodoxie •j' und der Zionismus" in einem außerordentlich ses- , selnden Vortrage. 'Der Vortragende ging von einer Talmudstelle im Abschnitt Joma (Seite 9b. unten) aus und führte an Hand der Geschichte aus, wie so oft gerade ein Teil der Orthodoxie es gewesen sei, der sich dem wiederausbauenden Gedanken nndersetzt habe. Äon der Zeit Efras an bis in die neuesten Teige verfolgte der Red- - ' ner diese geschichtliche Tatsache und brachte dafür eine große Anzechl von Belehn. Einer besonders eingehenden IKritik unterzog er auch die im Anfangs unserer Be- . -wegung veröffentlichte Erklärung des geschäftsführenden Vorstandes des Rabbinerverbandes in Deutschland und - legte im Anschluß hieran die hohen Ideale der zion. - - - Bewegung in überzeugter und überzeugender Weise auch vom Standpunkt des aus streng traditionellen Boden stehenden Juden dar. Mit einem warmen Ilppell an die frommen Mitglieder der Gemeinde, durch Eintritt in die Organisation ihren Einfluß auf die Richtung in religiösen und kulturellen Fragen geltend zu machen, schloß der Redner, nachdem er auch den gegenwärtigen^ Sprachenstreit in Palästina eingehend beleuchtet und zur Mithilfe für das begonnene Werk aufgefordert hatte. In der dann stattfindenden Diskussion sprachen daun Lehrer Löwen st ein, Bon di für den orthodoxen Standpunkt und Referendar Dr. Strauß für den Staatsbürgerverein. Der Erfolg des Abends war ein ge- - radezu glänzender, da gerade die streng religiösen Kreise einmal eingehend Wer den Zionismus aufgeklärt wur- , den, und so dürste die Ortsgruppe eine nicht unbelrächt- . liche Anzahl neuer Mitglieder gewinnen. Auch die Sammlung für das Schulwerk hatte einen schönen - Erfolg. Hambnra-Altoua- Anläßlich einer hier stattgebabten Sitzung.des Misrachi-Zentralkomitees fand eine öffentliche Versammlung statt, in der Rabbiner Schmelkes-Przcmysl u. Kgl. Bibliothekar 'Dr. Pick- Berlin sprachen. 991«. Das Hauptbüro des Jüd. Nationalfonds iNeumarkt 33) weist darauf hin, daß der 15. Sch e w a t, 'i; der Neujahrstag her Bäume, die Juden der Diaspora ZU Ban,»spenden für Palästina veranlassen soll. Tu«lS. .Auf der Jahresversammlung der Zionist Vereinigung von Tunesien konstatierte der Vor sitzende, Dr. Alfred Valrnsi, eine erfreuliche Entwicklung des Zionismus im Lande. In allen größere» jüdischen Gemeinden bcstchc» ansehnlich: Ortsgruppe». Di: jungen Zionisten geben in jüdisch-arabischer Mundart eine Monatsschrift heraus. Offenbaeher Druckluft - Anlage Ottenbach a. M. Telefon 123. (Anschluss mit Frankfurt). Bewährteste Tepplchralnlgung, 100,000 qm jährlich sowie unübertroffene Betten- und Bettfedei’nrelnlgnng mittelst Druckluft und Wasserdampf. Feuilleton Ein Gelübde. Roman aus dem jüdischen Gemeindeleben. Von S. Lutz-Mannheim, (Fortsetzung.) Am folgenden Morgen wurde in . der Gegend bekannt, daß über das' ganze Gut Weißenbcrg ein fürchterliches Hagelwetter sich entladen und die ganze noch auf dem Halme stehende und nicht gegen Hagelschaden versicherte Ernte vernichtet hatte. In der Gemeind: freuten sich alle, daß der Schaden nicht die vielen kleinen Leute getroffen hatte, denen jeder Verlust schwer gefallen wäre, dem reichen Stern rat der Verlust von 2000 Talern nicht weh. Die Herbstfeicrtagc niit ihrem Ernst und ihrer erbaulichen Innerlichkeit kamen und gingen, das Laubhüttenfest mit seiner gcmüterfreuenden Heiterkeit kam heran, und der alljährliche Cholhamoedball lockte wieder alle Juden von Lochstadt und die Jugend der Umgegend auf den Tanzboden. Simon imd seine Schwestern nahmen diesmal nicht an der allgemeinen Freude teil, denn das Trauerjahr um den Vater war ja noch nicht verflossen. Sic blieben nicht nur dem Tanze fern, Marianne und Reginc hatten nicht einmal mit chren Altersgenossinnen über die Ballkleider gesprochen, und aus Rücksicht auf ihre Trauer hatte man in ihrer Gegenwart nie ctlvas über den Ball erwähnt. Auch Simon hatte sich nicht darum gekümmert. Man hätte nicht glauben sollen, daß darüber überhaupt etwas zu sprechen gewesen wäre, da ja alles in den alten, gewohnten, ansgefahrenen Geleisen zu gehen pflegte, und doch hatten dieses Jahr die jungen Männer viel hin und her geredet über die Vorbereitungen, weil Samuel Stern sich geweigert hatte, wieder der Entrepreneur zu sein. Als cs bekannt wurde, war cs die höchste Zeit, daß man die notwendigen Schritte für die Saalmiete und die Musikanwerbung tat. Samuels Weigerung, die Leitung des Balles zu übernehmen, hatte schon sehr überrascht, aber das Erstaunen wurde noch größer, als weder Samuel noch seine Eltern im Ballsaale erschienen. Es war unglaublich! Nicht zum Cholhamoedball? Obgleich kein bis ins dritte oder vierte Glied der Familie Verwandter in dem Jahre gestorben war! Sollte der reiche Stern sich den Verlust von 2000 Talern so zu Herzen genommen haben, daß ' sie sich die Festfreude versagten, die man doch für so selbstverständlich hielt wie alle andern, fast -wie religiöse Gebräuche hvchgeh'altenen Tafelimd Familienfreudcn der Herbstfeiertage. Noch größer als die allgemeine Ueberraschung war das Erstaunen Simons und seiner Schwestern, die nicht einmal wußten, daß Samuel die Ehre des Entrepreneurs abgelehnt hatte, als am Abend des ersten Cholhamoedtages Samuel bei ihnen eintrat, wie er das in den letzten Wochen schon öfters getan hatte. „Wie, Samuel, nicht auf dem Ball?" riefen alle drei wie aus einem Munde. „Ich konnte nicht." „Warum?" „Ich habe etwas verloren, was. mir unersetzlich ist, und leider muß ich sagen, ich habe es verdient." „Das hatte ich nicht hinter Dir gesucht," sagte Simon kopfschüttelnd, „daß Du Dir einen Geldverlust so zu Herzen nimmst." „Geldverlust? Was meinst Du damit?" fragte Samuel erstaunt. „Ich dachte wegen der 2000 Taler . ." „Ach," sagte Samuel wegwerfend, „2000 Taler! Es ist zwar ein harter Schlag gewesen, aber daraus mache ich mir nichts, die verdiene ick) wieder." „Dann kann ich mir's nicht erklären." „Du mußt mich aber am besten verstehen." „Wieso?" ’ r __ _.. .. — Nr. 5 „Du bist in derselben Lage wie ich." Simon sah ihn verwundert a». „Du weißt doch, ivas im Talmud steht?" . „Nein, ich habe nie etwas davon gelernt.", „Ich auch nicht, aber Du kennst doch wie ich. die oft gebrauchten Talmudsprüche, und einer dieser Sprüche sagt: Wer einen Unschuldigen verdächtigt, muß es am eigenen Körper büßen." „Wen hast Du verdächtigt?" „Dich." „Mich? Womit?" „Gib mir die Hand, und verzeihe mir, ich will Dir offen sagen, um was cs sich handelt." Simon reichte, ohne zu ivissen, was folgen würde, die Hand zur Versöhnung und sagte: Setze Dich und erzähle, wenn es Dich dazu drängt." „Als Du den ersten Sabbat eine Sefer Thora versprochen hast, da habe ich am meisten und' am lautesten über Dich gesprochen, und habe behauptet, .daß Du nur aus Großprahlerci etwas gelobt hast, was Du gär nicht geben konntest und nicht geben wolltest." Simon zuckte schmerzlich zusammen bei dieser Eröffnung. Das war die nicht verharschte Seelenwundc, die gegen jede Berührung empfindlich war. Er litt noch täglich und stündlich darunter, daß er sein feierliches Versprechen nicht erfüllen konnte. Samuel bemerkte den unangenehmen Eindruck, den seine Worte auf Simon und seine Schivcstcrn machte. „Sei ruhig, Simon," fuhr er deshalb begütigend fort, „Du hast mir ja im voraus verziehen, und ich habe auch längst meine Ansicht geändert, schon als ich gehört habe, daß Du in jede hiesige Büchse 18 Heller geworfen hast, und ich habe auch außerdem an unseren Rabbiner geschrieben, der mir bestätigt hat,, daß die Entscheidung unseres Lehrers ganz richtig >var, als er sagte: Du brauchst keine andere schreiben zu lassen, da Du die Ganzebacher gemeint hast." »Ich fühle mich nicht frei," warf Simon ein. „Du brauchst Dir keinen Vorwurf zu »lachen," meinte Sainuel treuherzig, da er Sinions Worte nur auf die moralische Verpflichtung bezog. „Nur der liebe Herrgott ist so rein, daß er auch an den Engeln Fehler findet, heißt es in Job, und nrir ist cs gerade so gegangen wie Dir. Ich mußte mir sagen lassen, das; ich kein Mann wäre, der sein Wort hält." „Wer kann Dir so ctioas nachsagen? ■ Der David?" „Ach >vas, der David, lvcnn der mir etwas 'nachsagt, mache ich mir nichts daraus, der lügt wie gedruckt, ich kann Dir's nicht sagen, aber inan hat nrir eine menschlich entschuldbare, wenn auch leichtsinnige Vergeßlichkeit so verübelt, als wenn ich der reine: Lügendavid wäre." Simon lenkte die Unterhaltung, welche seinen Besucher zu reizen schien, geschickt ab, indem er, an das Wort Lügendavid anknüpfcnd, schnell auf ein ' durch David Reinwald ihm vermitteltes Geschäft überging. „Ich lasse auf den David nichts kommen,. man sagt imincr, er lügt, loenn er den Mund auftut, aber ich habe jetzt den Beweis, daß er auch die Wahrheit sagen kann." „So? Er hat die Wahrheit gesagt? Dann wird er sich wohl einmal geirrt haben, mit Absicht sagt er sic nie." „Vielleicht ivar der Grund für seine Wahrheitsliebe der, daß cs sein eigener Vorteil war, weil er den halben Nutzen davon hätte." _ (Fortsetzung folgt.)_^ Daiser Frledrlck Quelle - Offenbach a. I, - Oege« Glicht and Bheamattantu bewährt. Alleiniger General-Vertreter: Friedrich Stahl, Frankfnrta.M., Güntheraburg-Allee 37. Tel.259 n. 714. Wochem-Saleir-er. (Zeitangaben nach dem Luach.) Samstag, den 7. Februar (=11 Schwat.) Sabbat-Anfang in Frankfurt a M. 5 Uhr — Min. Sabbat-Ausgang in Frankfurt a. M. 6 Uhr 15 Min. in Berlin 5 Uhr 45 Min. Wochenabschnitt: Beschalach. — Pharao hatte Reue, Israel entlassen zu haben, und er jagte ihm nach. Aus Umwegen hatte Gott Israel ans Schilfmeer geleitet. Sie sähen nun .Pharao hinter sich heraneileii, vor ihnen war das Meer. Verzweiflung ergreift sie. Moses beruhigt sie; Gott verkündet den nahen Untergang Mizrajiins und ermuntert zum Weiterziehen. DL Wolkensäule tritt zwischen Israel und die Egypter und deckt Israel im Rücken. Moses hebt seinen'Stab Wer das Meer. Durch einen starken Ostwind teilt es sich während der Nacht in zwei Hälften. Israel zieht trockenen Fußes hindurch, die Egypter nach. Das Meer fließt jedoch. Be fahrt 33. Der nähme Paul, ziale Kr v er ei Za Sodam Rezitat Musltv das dr geführt machte, Nachmi Lo mali, großer Nc gefastet Essen , Rabb. phil. 3 Festschi Seiten die Q> einen Ri I. M Spor ab. D ergab Generl Ai Centra bisheri Versan getrag, D, gibt. Die E aus E gaben Ei weitere Dl luiebcn kel, < Dr. I Levy Werr Z> irret glieder Mar! Mey< S im i Sieg sprach Theme R rigkeit wissen! eine sj Wechsel ihren besten lands Lände gezoge D Antitl im G lichkei! der sil soziale Wohlt Wohld sen.u Enthu Tage.; Harun seine T der u die jü S Kult», Einte O mich ■ Das ' zielt, mäßig "nb4 durch gaV, t