Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 12 (1914)
- Issue
- Heft 3 (23.1.1914)
- Date
- 1914-01-23
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 frankfurter UraeWPHeS AamilleMaü. ' Nr. 3. EHewroh öffentlich -bekannt gegebenen Entscheidung des Lchrers beruhigten sich muh die andern völlig. Im -Innern fühlte Simon sich trotz der Entscheidung des Lchrers nicht frei, er sagte sich immer: Du hast den Unterschied nicht g«vußt, Du hast der Gemeinde Lochstadt eine Sefer- Thora stiften Mollen. Wenn er mit seinen Schwestern allein war, llagte er sich denn auch ohne Beschönigung der Wortbrüchigkeit an. „Unser Bater, sein Andenken zum Segen," jainmerte er seinen Schwestern vor, „würde sich im Grabe herumdrehen, wenn er wüßte, daß ich mit seinem heiligen Geschenk mich, einer Lüge vor öffentlicher Gemeinde schuldig gemacht habe." ■ „So laß doch eine schreiben," rieten seine Schwestern.; „Habe ich nicht unserem Vater auf dem Sterbebette gelobt, daß ich nicht Faden noch Schuhriemen von sein«: Hinterlassenschaft für mich verwenden wolle, che Ihr nicht beide versorgt seid, und ich sollte ctiwE? nchmm, um eine mir allein obliegende Schuld zu bHcchlln?" „Wenn wir Dir nun drei- oder vierhundert Taler von unserem Vermögen schenkten?" fragte Marianne. - „Ja, ja," stimmte Regine freudig zu, „das tue, Simon, wir geben es gern." „Würde mich das von meinem Worte entbinden? Nein, gewiß nicht." Da tauchte in Simon der Gedanke an das Kästchen auf, das sein Vater ihm auch als alleiniges Eigentum gegebär. Geld ist nicht darin, aber es . könnte Dir Geld sein, brich es aber nur auf in der größten Not, halle er gesagt. Jetzt war er in der Not, nun wollte er das Kästchen öffnen. Erfreut über diesen Ausweg eilte er die Treppe hinauf, zog die Schublade der Kommode auf, in der er sein Eigentum geborgen Halle und löste den Schlüssel zum Kästchen von seiner Uhrkette. Plötzlich hiÄt er ein. Simon, Du täuschst Dich selber, sagte er sich, das ist nicht die höchste Not,. Du brauchst ja nicht das Versprochene zu liefern, ich bin zwar entschlossen, mein Wort zu lösen, aber es muß aus eigener - Kraft geschehen, das Kästchen bleibt geschlossen bis zu dem Täge, wen» ich cs nach dem Gcheiß meines Vaters öffnen darf. Und kurz entschlossen schloß er wieder die Schublade. In der Wohnstube hinter dem Laden, bei einer drückenden, schwülen Lust saßen die Geschwister anfangs August wieder einmal und berieten sich darüber, was Simon denn eigentlich anfangen könne, um außer dem regelmäßigen Geschäft, das gerade so viel cinbrachte, wie sie zu ihrem Unterhalt gebrauchten, nebenher so viel zu .verdienendaß er sein Wort cinlöscn' kömtte. ’ ' ' „Wenn ich etwas' wüßte, Zoomit ich nach und nach ein paar hundert. Taler verdienen könnte, ohne etwas von Eurem Gelde zu nehmen oder zu riskieren, ich würde alles tun, selbst.Holz, hacken." Da tönte die Klingel des Ladens. Sollte so spät anr Abend noch ein Kunde kommen? Marianne erhob sich, um in den Laden zu eilen. . , „Bleiben Sie ruhig sitzen," sprach, David Reinwald, der mit feinen langen Beinen schon die Eingangstüre zum Wohnzimmer ' erreicht hatte. David kam geduckt herein, setzte sich, ohne ein Wort zu sagen, auf einen ihm angebotenen Stuhl und blickte zu Boden. „Was verschafft uns die Ehre Ihres Besuches?" ftagte Simon. - ' „Willst Du gern ohne Risiko tausend Taler verdienen?" Das llang ja wie eine Antwort auf den r von Simon eben geäußerten Wunsch. „Recht gern, aber ohne Risiko gibt es kein Geschäft." „Wahrhaftig, ohne Risiko habe ich eins." „Ich bitte Sie, schwören Sie nicht." „Wo schwöre ich denn? Ich schwöre doch wahrhaftig nicht." „Sie sagten doch eben wieder wahrhaftig." „Wenn ich wahrhaftig sage, das ist nicht geschworen, dann kann es wahr sein und kann auch; nicht wahr sein, wenn ich schwören will, dann sage!ich „weiß Gott", und wenn ich einmal „weiß Gott"! bei einer Sache sage, dann kannst Du Dich fest darauf verlassen, dann ist sie wahrhaftig wahr." „Nun, dann weiß ich ja, wie ich Ihre Mitteilungen zu bewerten habe." . „Die Sache ist wirklich gut, und ohne Gefahr haben Sie in 1.4 Tagen glatt 1000 Taler verdient:" „Auf Ehrliche Weise?" „Ganz ehrlich, und zum Beweis sage ich Dir, daß unser Parnes sich zur Hälfte am Geschäft beteiligt." „Ah," sagte Simon, sich zurecht rückend, „das ist etwas anderes, wenn Herr Heilbrunn das Geschäft mitmacht, dann ist es ehrlich nnd makellos, dann trete ich der Angelegenheit näher. Teilen Sie mir also das Nähere mit." (Fortsetzung folgt.) J. W. Albert, Optik Pits-n. Pincenez Doublö Mk. 7.50, Nickel Mk. 4.00. Weissfrauejiatrasse II, Erke Nene Mainzorstraaee. Kaiser Frftedrlcn Uuelle Offenbach a. X. ■ Gegen Gicht and RhemnatiBinna bewährt. Alleiniger General -Vertreter: Frledrloh Stahl, Frankflirt a. X», Güntherahurg-AU«e 37. Tel.259 n. 714. Wochex-Kaleuver. (Zeitangaben nach dem l,vach.l SamStag, den 24. Januar <— 26. Tewes.) Sabbat-Anfang in Frankfurt a M. 4 Uhr 40 Min. Sabbat-Ausgang in Frankfurt a. M. 5 Uhr 55 Min. in Berlin 5 Uhr 15 Min. Wochcnabschnitt: Woäro. — Verheißung Gottes, Israel . erlösen zu wollen. Der Stammbaum Moses und Ahrons wird aufgcführt. Moses und Ahron sollen gemeinschaftlich zu Pharao gehen. Sie verrichten dort das' Wunderzeichen mit dem Stabe, der sich zur . Schlange verwandelt. Alsdann ahmen es die Zauberkünstler Pharaos nach. Der König verstockt sein Herz. Die 10 Plagen beginnen. Zuerst verwandelt sich das Wasser in Blut. Die Aegyptcr graben nach gesundem Wasser, jedoch vergeblich. Als die Plage vorüber war, entließ der König doch nicht das Volk. Es kommen dann Frösche in ungeheurer Zahl aus dem Flusse. Auf Pharaos Bitte fleht Moses um die göttliche Gnade; die Plage weicht. Pharao verstockt sein Herz, es kommt die dritte Plage: Ungeziefer, aus dem Staub der Erde entstehend. Pharao erkennt darin den „Finger Gottes"^ Die vierte Plage bringt G e w i l d. Wiederum fleht Moses auf des Königs Wunsch zu Gott, das Gewild verschwindet. Alsdann entstehen an Menschen und Tieren Geschwü r e. Pharao aber verstockt aufs neue sein Herz. Die nächste Plage ist P e st oder Viehseuche. Bon Israels Vieh aber stirbt kein Sttlck. Als siebte Plage wird H a g e l s ch l a g angekündigt. Ein furchtbarer Hagel beginnt. Moses bit- Carl Urebenan, Telephon L 6069. HuwElen, tan. Bold- und SilbeFwapen Atelier für Neuu. Umarbeitungen beeid. Sachverständiger Reparaturen. Auswahlspndnneen ff pme 7.11 Diensten i«r»»liti«cha Kul|u«fl«n»nsUinde. bei F. Kohlen & Co., nnd Neue Mainzerstrasse. 10 Rabatt Soliluss Ende Tannar. für Damen 11. Herren. 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