Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 12 (1914)
- Issue
- Heft 1 (9.1.1914)
- Date
- 1914-01-09
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2692297-2692872-2692873--08180-2703301- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Ta. 1 Volkes tionalen allem Verbineichtern. bewerfen mpathien nistischer ktion zu ser,? die s. zugeeise-von m und uf ihre iilage 'rankfurt). q jährlich ■einignng Kissensainmlnng traft war e für sie schast Hai lich überiederstand gliedcr zu »esellschast erkes von - lieschichtr Jahrcs- « als drei eben vers so hoch er, „Traes „Malier „Gerrei Werke, igeschichtc" Palästinas" von Leo ne Gcsellcke, deren! Subve»- }t ivenigcr allerdings inchr zum Arbeiten-; vird. Ei» die Gesellaußerhalb glicdcrzahl er Ludwig Jahre ihre Zwecke der i jüdische» i i f a t i ü » Gemeinde» reise. Nach hen, Augsfandcn vor flegide der , Breslau, id wurde» etwa 400 Ortsgruppe t t i | e iu i - Wau & er« sprach sachinatisch bekurz über Deutschen jeit Jugend die sattsam childerte ». in jüngster! r Ort v - betonte er, l der Difse- »aturgeunis; cl zur Nette nach deni lgciidgruppc c Jude» ccrschast lke. t stürmische den Bund verschiedene JüdiM-soziale Fraueuarbett. Von Frau Stefanie Forchhetinrer-Fialla in Frankfurt a. M.*) Die irr der Diaspora ihrer Bodenständigkeit beraubt lebenden Juden haben seit altersher ohne eigenen Staat und eigene politische Rechte, ohne Abgrenzung von den anderen Völkern das eiserne Festhalten an ihretr Tradition« bewahrt, sich aber als Kulturvolk an allen großen Aufgaben der Länder, die sie bewohnen, beteiligt. Ein guter Teil jüdischen geistigen und materiellen Kapitals kursiert innerhalb des allgemeinen Volkslebens. Es würden empfindliche Lücken und Stockungen entstehen, wonn man diesen Teil aus dem Kulturgut der Völker ansscheiden tvollte. Sv Vevschiedün sich nun auch die Inden in den einzelnen Ländern, abhängig von den Widerständen, die ihnen begegneten, entwickelten, ein einigendes Band umschlang sie durch die Jahrhunderte und alle Generationen: die Eingottidee der jüdischen Religion und das in ihr enthaltene Gebot der Nächstenliebe: „Liebe Deinen Nächsten luie Dich selbst!" .Diese Aufforderung zrr sittlichem Verhalten war und ist für die! Juden Richtschnur des täglichen Lebens. Hinter den Ghettomauern, als die Juden noch keine planmäßigen Einrichtungen und festen Organisationen schaffen konnten und durften, halfen sie einander in freier Liebestätigkeit. Erst Mit ihrer politischen . Befreiung und zunehmenden Seßhaftigkeit kanten in die persönliche individualisierte Hilfe langsam.Planmäßigkeit und Organisation, und so brachten es bio Entwicklung und Freiheit der Betätigung Mit sich, daß aus der freien, religiös geübten Liebestätigkeit soziale Arbeit wurde. Wie ist nun die Stellung der jüd. Frau innerhalb der sozialen Betätigung? Weniger durch Schulung als durch Tradition ist sie vor allen anderen berufen, sich in Werken der^ Wohltätigkeit und Nächstenliebe zu betätigen, worin sie seit jeher mit Opferfreudigkcit ihre erste Pflicht erblickte, aber Rechte iM Sinne unserer heutigen Fxauenforderungen wurden der jüdischen Frau in ihrer Gemeinde bis zunt heutigen Tage nicht eingeräNMt. Dieses Fürnstehen der Frauen von den Problemen der sozialen Fürsorge innerhalb der Gemeinde ist wohl nur auf die religiöse Tradition und die wirtschaftliche Abhängigkeit der Frau vom. Manne zurückzuführen, nicht aber auf ihre? Unfähigkeit, soziale Pflichten zu erfüllen,, denn., auf dem Gebiete der großen allgemeinen.Frauenarbeit ist sie in Deutschland heute eine anerkannte Mitarbeiterin. Ist es nicht bezeichnend, daß .unter den Gründerinnen der deutschen Frauenbewegung vier jüdische Frauen zu nennen sind: Henriette Goldschmidt, Lina Morgenstern, Jeanette Schwerin und Jenny Hirsch? Aber die Moderne jüdische Frau darf sich von der jüdischen HilfsarÜöit nicht abschließen, die für die Erhaltung ihres Volkes eine gebieterische Notwendigkeit ist. Alle unsere Verpflichtungen rufen zu sozialer Arbeit, diel auf konfessionellem' Boden doch niemals einAÜschließen von der Gesamtheit bedeuten soll. Und für niemanden ist .diese Verpflichtung größer als für die jüdischem Frauen, die in .dieser -Arbeit ihr Bestes, ihr Weiblichstes geben können, und doch ihr Teil beitragen in der Verantwortung für das Wohl der Allgemeinheit, ohne ihre innere und äußere Zugehörigkeit zum Judentum aufzugebön. Für jede von uns besteht eine soziale Verpflichtung. Das Leben darf nicht nur der Kultur der eigenen Persönlichkeit gehören. Indem wir tatkräftig an der Höherentwicklung der Gemeinschaft teilnehmen, erweitert sich auch unser Gesichtskreis und wir schassen neue.Werte. Worin besteht nun die Moderne jüdische soziale FirauenarÄeit? Den jeweiligen lokalen Verhältnissen' entsprechend hat .sich die Frauenarbeit in den verschiedenen Ländenc und Städten verschiedenartig entwickelt. Den Hauptunterschied .zwischen der Hilfsarbeit der früheren Jahrzehnte imd den Heutigen Bcstreüun- .' *) .Geküßte Wiehergabc -eines Vortrages, den Frau Forchheimer m Wim hielt. gcir zeigt sich in der Uniwandlnng der rein charitativen Tätigkeit in «eine Arbeit auf rationeller Basis. Ter nichtigste Bestandteil dieser ist die vorbeugende Fürsorge geworden, die sich auf alleir Gebieten sozialer Arbeit geltend macht. Zur Erfüllung der erwähnten Aufgaben jst theoretische und praktische Schulung düs Einzelnen und' j Organisation der gesamten sozialen Hilssarbeit unerläßlich. Gerade die Frankfurter jüdischen Frauen haben bereits Beweise erbracht, tvie die ursprünglich rein charitativ gedachte Betätigung, ohne das religiöse WoMent aufzugeben, sich den Forderimgen einer modernen Zeit anznpassen berstandcn hat. Ans dem natürlichen spontanen Gefühl hes Helfenwollens, das in.vergangenen Zeiten unter anderen Verhältnissen in einem Augenblick der Not ausreichend war, entwickelte sich das starke Gefühl, der Pflicht, vorbeugend und erzieherisch.der physischen und moralischen Not der bedrängten Volksklassen zu begegnen. Gerade iM praktischen Programin der jüdischen sozialen Frauenarbeit ist diese Wandlung vor allem! fühlbar. Heute wird die Notwendigkeit der Hilfsarbeit an Säuglingen und Kindern, an den Schulpflichtigen und Schulentlassenen, an der gesunden und an der geistig und körperlich kranken Jugend besonders betont. Der weitere Ausbau des Mädchenschutzes, Bekämpfung des Mädchenhandels, Gesänge- . nenfürsorge rmd Mitarbeit in der öffentlichen Ar- I men- und Waisenpflege sind , die hochwichtigen Fragen, deren Behandlung uns beschäftigen. Wie weit entspricht nun die jüdisch-soziale Frauenarbeit der Gegenwart diesen Forderungen? Unter all den deutsch-jüdischen Gemeinden, die anerkannte Leistungen auf dem,Gebiete der Wohlfahrtspflege aufzuweisen haben, darf Frankfurt von jeher wohl mit an erster Stelle genannt werden. Doch waren es auch hier bis vor relativ kurzer Zeit nur Männer, die in Magen der ausWenden Hilfsarbeit maßgebend waren. Erst seit etwa 10 Jahren haben die Frauen Frankfurts in dem Rahmen jüdischer Ethik und Religiosität, vereint Mit den allgemeinen Jjdeen der Frauenbewegung, ihre Tätigkeit auf sozialem Gebiete entfaltet. - Fräulein Berta Papp anheim ist es, die vor einem Jahrzehnt begann, die Frauen unA Mädchen auf organisierte Arbeit zu erziehen und zusammenzuschließen. Sie schuf neue Einrichtungen, die in der Frankfurter jüdischen Armenpflege die Frauenarbeit. zu einem bedeutsamen Faktor in der jüdischen Gemeinde und über diese hinaus machten. Die Wichtigkeit dieser Arbeit liegt nicht, in Stiftungen oder Gründungen, die ja schließlich immer Mehr oder weniger von den verfügbaren Mitteln abhängen, sondern in der Art und Auffassung derselben. Wie sich diese Aufgabe im Lause der Jahre entwickelte, sei hier an.Händen der Organisation des Vereins „Weibliche Fürsorge" dargestellt. (Schluß folgt.) gesetzes sowie die Kenntnis der jüdischen Gegenwartsfragen übermitteln, andererseits die Jugend zu praktischen Mitarbeitern für die 'Aufgabe der A. I-Jngendorganisation heranbilde». Die Diskussion dauerte nmrnterbrochen bis 3 Uhr nachmittags an nnd schloß mit der Annahme der solgenden Resolution Martin Feist: Der Bund g c s c tz e § t r c u e r I u g e n d v e r - eine D c n t s ch l a n d s nnd die bereits bestehenden I n g e n d g r n p p e n Deutschlands nnd der Schweiz vereinigen sich zu eiirer Gesamtorganisation unter dem Namen A. I.-I n g e n d o r g a ni fa ti o n Bund ges c tz es t reu er In ge » d v er eine Deutschlands und der Schweiz. Der geschäftsflihrende Ausschuß besteht aus einer »och zu bestimmenden Anzahl von Vertretern beider Gruppe». Der Bund gesehestreuer Jngcndvereine Deutschlands verpflichtet sich, die ihm unterstellten Einzelvereine tunlichst zum Anschluß an die gemeinsame Organisation zu veranlassen,' wogegen die bereits bestehenden Jngendgruppcn sich ihrerseits verpflichte»: 1. A» den Orten, an denen Jugendgruppen noch nicht bestehen, aber rin gesetzcstreuer Jngendverein unter der Acgide des Bundes bereits vorhanden ist, in diesen auf Äusgestaltung nach dem A. I. -Progrmnm zu wirken. 2. Weitere Jugendgruppen zunächst nur an den Orten ins Leben zu rufen, an denen noch keine gesetzestreueu Bereinigungen unter Leitung des Bundes bestehen. Sollten sich bei Durchführung dieser Beschlüsse Schwierigkeiten ergeben, 1. weil der bestehende Verein sich lveigert, diese Abmachungen zu respektieren, 2. weil der Verein nicht im Stande ist, das U. J.-Programm auszimehmeii, so erklärt sich der Bund gesetzestreuer Jngcndvereine damit einverstanden, daß der geschästsführende Ausschuß an diesen Plätzen besondere A. I.- Jugendgruppen ins Leben ruft. Sänrtliche zu diesem Punkte noch vorliegenden Anträge wurden zur definitiven Erledigung einer 17 gliedrigen Kommistion überwiesen, die der Schluß-Plenarversammlung am Sonntag-Bormittag die endgültigen Resultate vorlegen sollte. Der. letzte Punkt der Tagesordnung „Gründung von M ä d ch e n g r u p p e n" wurde eingehend erörtert und gleichsalls zur endgültigen Erledigung einer Kommission überwiesen. Die erste große Tagung der gesetzestreueu jüdische« Jugend, (Schluß.) Die eigentliche Arbeit des Jugendtages begann Freitag, den 26. Dezember vorm., mit der erst en D elegte rten - Konferenz. Nach Wahl des Biiros wurde über die erzieherischen und Praktischen Aufgaben nnd die statutarischen Grundlagen einer Jugendorganisation der Agudas Jisroel beraten. Die Verhandlungen wurden mit einer schönen hebräischen Ansprache L. Perlmntters eingcleitet. An diese schloß sich ein Referat, dem folgende Thesen zu Grunde lagen: * 1. Der Zusammenschluß der gesetzestreueu Jugend in - einer starken 9(. I-Jugendorganisation ist aus ideellen nnd sachlichen Gründen eine dringende Gegenwartsaufgabe des in der A. I. organisierten gesetzestreuen Judentums. 2. Das aus der Mitte der gcsetzestrenen Jugend heraus lebhaft geäußerte Bestreben nach Zusammenschluß und die 'in den verschiedenen Orten bewiesene praktische Arbeit in diesem Sinne durch Gründung von Jugendgruppen, Einberufung eines gesetzestreuen Jugendtages sind als verheißungsvoller Beginn einer - planmäßigen Organisierung der gesetzestreueu Jugend zu betrachten. 3. Die A: I.-Jugendorganisation hat sowohl erzieherisch ideelle als organisatorisch praktische Ausgaben. Sie soll einerseits' der Jugend das Rüstzeug jüdischer Lebensanschaüüng und jüdischen' Wissens an Geiste des Iinai-!ß':!l'i| i! > r Ir-'!■! Nachdem man den Sabbat in den Räumen der Agudas Jisroel-Jngendgruppe im geselligen Verkehr nnd mit dem Anhören von Schiurim und Vorträgen verbracht hatte, fand man sich Samstag.abend wieder in der - Loge Adler zusammen. Der ungemein arbeitsreiche Abend f begann mit einem ausgezeichneten, die Materie in erschöpfender Weise behandelnden Referate Direktors Dr. Lange über den Lehrbetrieb in den Jngendgruppen. Der Vortrag behandelte folgende Leitsätze: I. Die Lehrknrse der Jugendgruppen haben alles P in ihr Bereich zu ziehen, was geeignet ist, die Mit-- I gliedcr zu bewußt gesetzestrcuen Juden zu. erziehen, ihnen eine dem überlieferten Judentrrm entsprechende Weltanschauung zu übermitteln und sie für den Existenzkampf des wirtschaftlichen Lebens gut vorznbereiten. 1 II. Daraus folgt in erster Linie die Anforderung» ) positive Kenntnisse über die Pflichten des. Juden zu , verschaffen und die Besucher der Lehrkurse möglichst in der Fertigkeit zu fördern, sich selbst in dem Pflichtgebiet des gesetzestreuen Judentums zu orientieren. III. In zweiter Linie ist uns die Aufgabe gestellt, eine rechte jüdische Weltanschauung zu übermitteln. IV. Llls wichtiges Hilfsmittel für die gedeihliche Entwicklung aller Krrrse — aber für die Ll. J.-Jugendgruppcn auch als Hilfsmittel für einen besseren Gedankenaustausch zwischen Ost nnd West — sind Kurse für hebräische Sprache einzurichten. V. Der Vorbereitung für das praktische wirtschaftliche Leben dienen Kurse, die die Verhältnisse des Erwerbslebens berücksichtigen. VI. Es ist daraus zu sehen, daß die Lehrenden, wo es irgerck, geht, nnd wo es der Stoff zuläßt, ans den Kreisen der Jugendvereine gerwmmen werden. VII. In allen Mrrsen ist auf Sewstarbeit der Teilnehmer: hinznwirken. VIII. Für die Mädchengrnppe ist die Aufgabe dahin einzuschränken, daß die Lehrkurse nur den Kursus in Chumisch in geeigneter Form einrichten. Es empfiehlt sich, an jedem Schabbos die Sidra durchzusprechen, auch einen besonderen Kursus für Dinim an Hand des Choreb einzurichten. An den Vortrag schloß sich eine Aussprache. Alle Leitsätze wurden mit einigen Zusätzen ats Unterlage für den Lehrbetrieb in allen Jugendgruppen einstimmig genehmigt. Es entwickelte sich auch eine Diskussion über die Stellung, die dem hebräischen Sprachunterricht in dein Lehrplane angewiesen loerden soll, die mit dem Beschlüsse endete: der Frage der Herausgabe eines Lehrbuches für hebräische Sprache uäherzutteten. Ebenso sollen einer billigen Iugendansgabe.- der gesammelten Schriften vou Samson, Raphael Hirsch die Wege geebnet werden. , | Als letzter Punkt der Tagesordnung kam die: Finanzfragc zur Beratung. Nach eingehender DE«, kussion, die sich bis nach y»2 Uhr nachts ausdehnte, I wurde der Antrag angenommen: Eine Dt ar k püo ' Mitglied an die Organisation der Grup-ße als solche ab zu führen. In der am Sonntag vormittag stattgefundenen Schluß-Delegiertenkonferenz wurden die Beschlüsse der Kmymissionen verkündet und einstimmig «mgenommenr * 4780