Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 11 (1913)
- Issue
- Heft 52 (31.12.1913)
- Date
- 1913-12-31
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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M. 32 mente erkonnen.;md auf bestimmte Wellensystem: in der Atmosphäre schließ«: lassen. Es ist daher sehr wahrscheinlich, daß die Juden, die in alten Zeiten scharfe Naturbeobachter waren, schon damals den Einfluß der Gestirnstellungen auf die Atmosphäre resp. auf die Haltbarkeit der Speisen bemerkten und dagegen Vorsichtsmaßregeln ergriffen hatten. L. L. Personalien ». Kleine Mitteilungen. Ockenheim (Rbeinh ssen) Am 25 Dez-mber leierten die Eheleute Abraham und Henriette Wolf geb. Sommer in voller geistiger und körperlicher Frische das Fest ihrer goldenen Hochzeit. Um 10 Uhr fand in der kleinen geschmückten Synagoge Zestgottesdicnst statt, wobei Rabb. Dr. Apfel von Bingen in seiner Festrede die Tugenden des Jubelpaares hervorhob, das vor fünfzig Jahren ein jüdisches Haus begründete, das bis heute noch besteht, ihr großer, Fleiß, ihre Pflichttreue gegen Gott und Menschen und vor allem die. Erziehung ihrer 8 Kinder zn tüchtigen Menschen. Zum Schluß seiner Rede überreichte der Rabbiner das Bild seiner K. H. des Großherzogs von Hessen mit eigenhändiger Unterschrift, eine Widmung für das goldene Ehepaar. Dann erschienen der Bürgermeister und der Gemeinderat, um. in schlichten aber herzlichen Worten zu gratulieren, indem sie das Jubelpaar als bestes Gemeinde- Mitglied bezeichneten. Der katholische Geistliche begann seine Glückwünsche mit den Worten: „Wie schön sind deine Zelte o Israel, wie herrlich deine Wohnung o Jakob" und betonte das harmonische Zusammenleben von Christen uicd Juden. Daran reihte sich ein Festessen, das durch schöne Reden, I Tischlieder und sinnige Darbietungen der vielen Enkel gewürzt war und bei dem mehr als 150 Depeschen zur Vorlesung kamen; um 4 Uhr begann eine Pause, da man in corpore zur Synagoge ging, >vo nach dem Abendgebet die Chanukalichter entzündet wurden, und wohl noch niemals wurde in der kleinen Synagoge das Fcstlied „Moaiis zur joschnosi" so begeistert gesungen, als an diesem Abend. Um 7 Uhr erschienen die verschiedenen Vereine des Ortes, Gesang-, Turn- und Kriegcrvereine mit Fahnen, Musik und Lampions vor dem Festsaal; die Musik spielte schöne Weisen, herrliche Lieder ertönten, und einer der Vorsitzenden brachte in begeisterten Worten dem Jubelpaare ein donnerndes Hoch, in der die große Menge und die Musik jubelnd einstimmten. Ein Sohn der Gefeierten dankte in bewegten Worten. Als dann fröhliche Walzertveisen klangen, drehte sich die Jubilarin mit diesem Sohn kerzengerade im Takt; so gestaltete sich das schöne Familienfest zu einem wahren Volksfest. ’ Jötmte Chronik. Eine wertvolle Sefer-Tbora auf den hawaiische« Insel« „Jewish Chronicle" meldet aus Honolulu: Die einzige Seser-Thora auf den hawaiischen Inseln, welches von einem wandernden Juden als Zeichen der Freundschaft dem König Kalakaua zum Geschenk gemacht wurde, ist am 11. Oktober d. I. von der Residenz der Prinzessin Kawananakoa, in deren Besitz die Seser-Thora gegenwärtig war, geholt und in der temporären Synagoge in der St. Antonio Halle untergebracht worden. Die Thorarolle wird mit 6000 Dollar bewertet, ist sehr alt, und. die Griffe sind .aus Elfenbein und Perlmutter gearbeitet. Nach dem Tode des Königs Kalakaua gingen seine Reliquien in das Eigentum seiner Gattin über. Als diese starb, wurde die Rolle ihrem Neffen, dem Prinzen David Kawananakoa zugewiesen, der sie der jetzigen Besitzerin,. Prinzessin Kawananakoa, hinterließ. Anläßlich des jüngsten Jom-Kippur-Gottesdienstes waren außer den in Honolulu ständig lebenden Juden auch 175 jüdische Soldaten aus den im Shofields Barracks stationierten Regimentern anwesend. A«S einer Rektoratsrede. Karl Joel, der derzeitige Rektor der Basler Universität, hielt seine Rektoratsrede über die Philosoph i sche Krisis der Gegenwart. Der bedeutsamen Rede seien folgende Stellen entnommen: „Aus Erkenntnistheorie und 'Logik heraus sucht die „Marbnrger Schule" eine neue positive Philosophie zu begründen. Aber — und darin liegt ihre Schwäche — sie erstrebt eine Philosophie des Geistes und nicht der trendigen Wirklichkeit. Der Mensch kann aber ans die Welterkenntnis nicht verzichten. Welt ist Leben und Leben ist mehr als bloße Erkenntnis. Es läßt sich nicht in die. Formen des Denkens anssaugen und schlägt mit kräftiger Faust gegen die blutleeren Schemen weltfremder Stubengelehrsamkeit. Neigt der Materialismus dazu, das Leben zu. ent-- ' geistigen, so neigt dieser neue Idealismus dazu, ihn zu entkörperlichen. Der Gegensatz von Geist und Körper, den mail . zn überwinden glaubte, er ist wieder da, schärfer denn je. Gibt es keine Lösung? Sie muß kommen und ist möglich auf der Mittellinie. Das Leben, das echte wahre Leben tst nämlich weder Geist noch, Köxper, sondern Geist pud Körper. Die Krisis kam, weil mau das Leben als denkfremd betrachtete und das Denken als weltfremd. Denken und Körperauseinanderreißen, hieße das Leben töten. Das Leben dagegen als Leben denken, als Einheit in der Vielheit und Vielheit in der Einheit, dcö ift'die Philosophie der Zukunst, unendlich reicher und lebensvoller als Krgntsurt« Zsraelitisches Haunlienblatk. Sckr 1% die jetzt sich bekämpfenden Philosopheme. Das haben die Lebensphilosophen unserer Tage: Nietzsche und Bergson, Eucken, Dilthey und Mach, die Pragmatiker und andere schon deutlich erkannt. Zwischen den herkömmlichen ^Systemen hindurch sind sie direkt ans das Leben losgcgangen und haben es in seiner Einheit erfaßt. Doch — eine vertiefte Erkenntnis führt über ihren Standpunkt hinaus. Das Leben ist nämlich nicht nur eine seiende, sondern eine sich entwickelnde Realität, es ist ein lOrganismus. Ein organisierendes Prinzip liegt ihm zn Grunde. Von den tiefsten Tiesen der Natur bis zn den höchsten Höhe« des geistigen Lebens, überall herrscht dies nämliche Ordnung schaffende Prinzip. Leben ist Organisation, fteie Entfaltung und doch strenge Notivenoigkeit im Ganzen. So „führt das organische Prinzip, über sein Heimatsfeld, über die biologische. Bedeutung hinaus" zu einer einheitlichen, den Pulsschlag der Zeit befriedigenden Weltausfassung. Dieser organischen Weltanschauung gehört die Zukunft; sie allein vermag aus den drückenden Widersprüchen im zeitgenössischen philosophischen Denken zur befreienden Höhe zu führen, wo der Mensch wieder zum Menschen, zur Persönlichkeit wird." Kunst und Literatur. Die Freistatt. Alljüdischc Revue. Dezember - Heft. Eschweiler. Inhalt: Bon der inneren Bcdeuiung des Prophetismus (Dr. R. Seligmann) — Kultur ooer Fetisch': (A. ä. Juris) — Zur jüdischen Arbeiterbewegung (Ber Borocyow) — Die jüd. Sprache und der jüd. Handel (Benzion Rubstein) — Oeionoinische Ueberjicht (Ben Mordechasi — Verse von Jakob Funtelftein — Jiodi,che Dichtung usw. Zur Geschichte der Juden in Regeusb urg. Gedenkschrift zum Jahrestage der Einweihung der neuen Synagoge. Nach ya»dschri,tlichen und georuaten Quellen bearbeitet von Rechtsprattiiant Isaak Meyer in Regensburg. Berlin 1013. Verlag von Louis Lamm, Preis 3 JL Die Einweihung der neuen Synagoge in Regensburg hat dem Versasfer Gelegenheit geboten» sich mit den Vorläufern dieser Synagoge zu besafsen und dabei die ganze Geschichte der Juden in' Regensvurg von ihrem ersten urrundlich scstge,celltcn Vorkommen un 10. Jahrhundert zu behandeln. Der erste Abschnitt, der bis zur Staotvertrewnng der Juden aus Regensburg 1519 reicht, bringt bei aller Spärlichkeit der Quellen doch einigermaßen Zusammenhang in die einzelnen bekannten Tatsaa)en, sreilrch hauptsächlich durch die Aufzählung der bedeutendsten Gelehrten der als Geleyrtenstcwt gettenoeu alten Gemeinde. Rabdi Jehuda der Fromme, wird dabei, als Zeitgenosfe Maimonioes mit diesem auch in Verbindung gebracht. Eine Quellenangabe hierfür wäre sehr wünschenswert. Reicher fließen die Quellen für ° die Geschichte der Gegensburger Gemeinde jür die zweite Periode vom Ende des 13. Jahrhunderts; hier ist es auch die besondere Rechtsstellung der Juden, die, weil sie für die Bedürsnifse des Reichstages zu sorgen hatte, dem Reichserbmarfchatl unterstanden, ioas zu ftündigen Reibereien zwischen der Stadt und dem Reichserbmarschall führte. Besonders interesiant ist die Darstellung der neuesten Gescyichte, an die sich eingehende Schiloerungen der Einwciyungsfeierlichteiten anscytiegen. Das Interesse des Lesers wird gesteigert durch 24 interlessante Abbildungen, die Anbeuten z. T. der ältesten Zeit, zum Teil der späteren und neuesten Zeit wiedergeben. S. H. L. Prag. Allgemeine Mitteilungen. Die Liegenschast Neue Mainzerstraße 6 ging in den Besitz der Firma 81. Wolf u. C o., Frankfurter Werkstätten für Wohnungseinrichtungen und Innenausbau, über. Die Firma errichtet auf dem Grundstück ein. den neuesten Anforderungen entsprechendes Ausstellnngshaus mit Werkstätten, welches in seiner Größe, künstlerischen Gestaltung und Einrichtung am hiesigen Platze einzig in seiner Art sein dürste. y Briefkasten. Stuttgart Die Stelle in Heinrich Hei n e tautet: fnb bedächten gar die Regierungen, wie entsetzlich der Grundpfeiler aller positiven Religionen, die Idee des Deismus selbst, von neuen Doktrinen bedroht ist, wie die Fehde zwischen dem Wissen und dem Glauben überhaupt nicht mehr ein zahmes Scharmützel, sondern bald eine wilde Todesschlacht sein wird — bedächten die Regierungen diese verhüllten Nöten, sie müßten froh sein, daß es noch Juden auf der Welt gibt, daß die Schweizergardc des Deismus, wie der Dichter sie genannt hat, noch auf den Beinen steht, daß cs noch ein Volk Gottes gibt. Statt sie von ihrem Glauben durch gesetzliche Beschränkungen abtrünnig zn machen, sollte man sie noch durch Prämien darin zn stärken suchen, mann sollte ihnen auf Staatskosten ihre Synagogen bauen, damit sie nur hinc.ingehen, und das Volk draußen sich einbilden mag, es werde in der Welt noch etwas geglaubt. Hütet euch, die Taufe unter den Inden zu befördern. Das ist eitel -Wasser und trocknet leicht. Befördert vielmehr die Beschneidung," daS ist der Daube eingeschnithen ins Fleisch; in den Geist läßt es sich nicht mehr einschneiden. Befördert die Zeremonie der Denkriemen, womit der Glaube festgebnnden wird ans den Arm; der Staat sollte den Juden gratis das Leder dazu liefern sowie auch das Mehl zu Mazzekuchen, woran das gläubige Israel schon drei Jahrtausende knuspert. Fördert, beschleunigt die Emanzipation, damit sie nicht zu spät komme und überhaupt noch Inden in der Welt antrisst. die den Glauben ihrer Väter dem heil ihrer Kinder vorziehen. Es gibt ein Sprichwort: „Während der Weise sich besinnt, besinnt sich auch der Narr."" Fulda. Anonym eingehende Berichte können ans Prinzip nicht ausgenommen werden. Wir bitten unsere Leser, ihren Bebars mtter Bezugnahme «mf unser Blatt bei ausere» Inserenten zn decken. Frankfurter Israel. FamMenblatt. S-eutte«. Beim Frankfurter Israelit. Fannlienblatt gingen ein für die Tachkemonischnle in Jaffa Zur Hochzeit Eva Jacobsohn mit Joseph Oppenheimo? gratulieren: - V Joseph Münzesheimcr, Frau Böhm, Herrn. Böhm, Wik- ' Helm Schmitt-Mannheim , 5,—Jk Joseph Eulau sen., Büdingen 5,— jfc. Fr. Roeppler, Wollstein: Julius Alfred Stern, London st 3 Jk. 6,— Alex. Mayer u. Frau, Darmstadt; Familie Siegm. Jchenhäuser, Frankfurt; Moritz u. A. Meyer, Halberstadt; Familie Isaak Lilienfeld, Neustadt; Sara Herz, Mannheim; Familie Moritz Loeb, Cassel; Familie Leo Kruskal, Franlfurt; Martin u. Alfred Marcus, Pinne; Ber- . tram Jeidel u. Frau, Familie Sam. Rosenthal, Pros. Dr. Schwarz, Familie Sigm. Selig, Familie Simon, Grüncbaum, Karl Ehrlich, H. Mandel, Frankfurt; Dav. Weil, Kallmann Weil, Seligm. Weil, Mannheim; Familie Johanna Oppenheim, Marburg; L. Loeser, Nauheim; Sigm. Schnitzler, Assenheim; Siegm.' Seefjfc Büttelhorn; Sally Salomo», Albert David, Langestr.' 2», D. Griesl,ebner, Schützenbrunnen, Frankfurt st 1 JfL 26 Jk Max Marcus, Pinne; K. Münz u. Frau, Staden; Tante Veilchen. Rhina; Seligm. Grünebaum Wwe., Int Grünebaum, Erlenstr. 6, Gustav Schwarz, Familie Idar W:il, Flora Merzbach, Frankftirt; Liebmann Bär, Gießen; Max Adler, Höchst 'st 50 Pfg. 5,— Jk Lcopol'i Heß und Frau, Leo Hamburger und Frau, Lina Groedel u. Karl Groedel, Ludwig Groedel u. KM» Max Groedel u. Frau, Frankfurt; Jul. u. Jak. Otzpen^im, Biebrich; S. Joseph, Darmstadt: 7 st l,oQ JL 10,59 'Jk Moritz Heymann, Wiesbaden; Familie Isidor Hirsch,. Hcrmesweg, Frankfurt; Frau &. Kahn Wwe., Hungen; Karl Hirsch, Carden; Nathan Rothschild, Mosbach; Familie Henry Rothschild, Caroline Hamburger n. Familie. Franksurt; Rich. Groß, London; Lehrer Levy, Rheinbischofsheim; M. Levy I., Bierstadt; Julius Wertheimer, Friedberg; Familie H. Levy, Nenbreisach; Siegm. Rosenberg, Bad Homburg; Bacharach u. Heß, Frankfurt; 14 a 2 Jk " 28,—JL Familie Elias Meyer 0,6QJ£ Familie S. Wolfs, Börnestraßc i,80Jf. Dr. meb. Siegm. Abraham ' 4,— JL Generalagent S. Rosenthal gratuliert zur .Hochzeit Jul. Bock, Frankfurt, mit Frl. Rosenau, München 1,—M. '' Zur Hochzeit Ries gratulieren Famillie S. Rosenthal, Gust. Schwarz, Herr n. Frau B. Bamberger st 50 Pfg. lfi&JL Jnld. Nationcrlsonds Selma Weihl, Homburg (Hochzeit Oppenheimer). 5,— Bei der. NattonaljondSkommissivu gingen ein; Franks. Zion. Vereinigung stiftet David Tachauer als Anerkennung seiner zion. Tätigkeit 3 und Josef Oppens hcimer anläßlich seiner Vermählung 2 Bäume 30,— JL Max Braunschweiger n. Frau anläßlich der Geburt ihres Sohnes o, ff R. N. 20,- „ N. N. ' 25,— „ Gesammelt Vereins ab end 1,62 „ Büchse Tachauer (84195) 0,74 „ Büchse M. Halle, Gelnhausen 9,68,, Bereirts-Sale»der. Donnerstag. Zion. Jugend gruppe, 4 Uhr, Kaüfm. Vereins!,ans: Thee. — Verein achlaß Zwi", 9 Uhr, Langestr. 18: Der jüd. Charakter im Lichte unseres Schrifttum und der Erfahrung (Lehrer A- Mannheimer» Dettelbach). — Wande-rgruppe;;»Montefiore", 210 Uhr, Hessendenkmal: nach Homburg. Freitag. „Talmud Thora" - Vareirr, nach Schluß des Abendgottcsdienstes im Hörsaal der Synagoge Börneplatz: Bortrag. — „Moutefi»re"- Verein, 8»/» Uhr, Bleichste. 70: Gemütliches Zusammensein. — ' Verein „Mekor Chajim", nach Schluß des Abendgottesdienstes im 'Hörsaal Friedberger Anlage: Mikro- Vortrag; N/» Uhr, Langestr.; 18: Gemütliches Afame- -