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Neue jüdische Presse · 1913-12-19 · Heft 50 (19.12.1913) · p. Seite 5

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
11 (1913)
Issue
Heft 50 (19.12.1913)
Date
1913-12-19
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 50.__ J. W. Albert, Optik Fltsn. Pincenez Double Mk. 7.50, Nickel Mk. 4.00. Weissfrauenstrassa llf Eike Nene Mainzerstrasse. men, wenn es Honigkuchen regnet, weil ihm ein Stück Honigkuchen mehr wert ist als sein Wort." „Das ist noch schöner, ist Samuel Stern ein Mann, dem man nachsagen kann, daß er lügt und sein Wort nicht hält?" «Josef hat vor einem Jahr einmal mit chm wegen eines Geschäftes verabredet, an einem bestimmten Tage' nachmittags um zwei Uhr an einem Orte zusammenzutommen, und Samuel hat die Verabredung vergessen und ist erst eine Stunde später gekommen. Mit einem Menschen, der ein gegebenes Wort vergessen kann, will cr nichts zu tun haben, und als Schwiegersohn, sagte cr, würde er ihn nicht nehmen, wenn cr mit Gold beschlagen wäre." „Das verstehe ich nicht, der Samuel ist doch ein gescheiter Junge und ein tüchtiger GcschästLmann." „Ja, meinetwegen soll er's sein." Frau Jettchcn saß auf dem erhöhten Tritt am Fenster und strickte nachdenklich an ihrem Strumpfe weiter; sie hatte heute am Mittag etwas freie Zeit, denn . die Bormittagsarbcit war beendet und für das . Mittagessen . waren keine großen Vorbereitungen nötig, da cs heute, am Freitag, zum Mittag nur Kaffee und frischen Brotkuchen gab. Plötzlich hielten die fleißigen Finger .einen Augenblick innc, und das Ohr eer Frau horchte gespannt hinaus, sie hatte das Rollen eines leichten Wagens vernommen, der in die Straße cingcbogcn war.?lls das Rollen sich näherte, blieb auch das Reinwaldsche Ehepaar äußerlich ruhig, es konnte ihnen ja nicht entgehen, rver da kam. Frau Jettchcn brauchte nur das Auge zu dem vor deni Fenster angebrachten Spion zu erheben, dann sah sie alles, was Frankfurter Israelitisches Familienblatt. sich auf der Straße vorbei bewegteohne nur den Kopf zu drehen. David, der immer noch ruhig am Ofen saß, zog nur die Stirn etwas in die Höhe und riß die Augen, auf. Seine Frau. verstand diese stumme Frage und beantwortete sie mit den Worten: „Der Simon Ganzebach hält am goldenen Löwen." „Was hat er am Freitag hier zu tun?" fragte David verwundert. „Ei, sieh mal," antwortete Jettchcn, „der Samuel Stern kommt heraus und gehr auf ihn zu; cr will ihn gewiß aussrageit." „Ach," meinte David wegwerfend, „ein solcher Dummkopf wird das erfahren." „Sprich nicht so laut, der Samuel steht doch auf unserer Liste." „Stuß! Unter uns können wir ruhig sagen, daß er ein Dummkopf ist. Ich werde einmal hinausgehen und hören, was er hier will." David ging pnd kam gleich ivieder zurück. „Kein Geheimnis, er will zum Doktor, sein Vater ist krank." „Nebbich," atttivortete Jettchcn und strickte iveiter. _(Fortsetzung folgt.)_ nateer f rleilricu Quelle .- Ottenbach a. M. — Gegen Gicht and Bhenmatiamns bewährt. Alleiniger General -Vertreter: Friedrich Stahl, Frankfurt a. M„ GQntharsbarg-AlIee 37. TeL259 n. 714. Wocheu-Kalenver. Zeitangaben nach dem knack.) Samstag, den 20. Dezember (= 21 Kislev.) Sabbat-Anfang in Frankfurt a. M. 4 Uhr — Min. Sabbat-AuSgang in Frankfurt a. M. 5 Uhr 15 Min. in Berlin 4 Uhr 42 Min. Wochenabschnitt: Wajeischew. — Jakob hatte Josef einen bunten Rock machen lassen. Dies erregte den Haß Leite Lider Brüder, der sich noch mehr durch Jasefs Träume steigerte. Jakob sendet Josef aufs Fell», um sich - nach den Brüdern umzusehen. Diese wollten Josef umbringen, verkaufen ihn ober schließlich an eine nach Aegypten ziehende Karawane und senden dem Vater den in Mut getauchten Rock Josefs. — Josef wird Diener bei. dem Hofbeamten Potiphar, der ihn liebgewinnt und ihm sein ganzes Haus anverrraut. Die Herrin aber will lüstern Josef zur Sünde verführen, und da er widersteht, zeiht sie ihn der Verführung. Durch diese Verleumdung kommt Josef ins Gefängnis. Doch auch dort ist Gott mit ihm. Er wird Aufseher über alle Ge- - fangenen. Im Gefängnisse weilen auch der Oberschenk und der Oberbäcker des Königs. Josef deutet ihre Träume. Die Deutung wird Wahrheit. Der Schenk wird wieder in sein Amt eingesetzt, der Mundbäcker aufgehängr. Der undankbare Mundschenk vergißt Josefs. C h a n u k a. Dienstag - Jlbend beginnt Chanuka. Geschichte. — Die Juden waren mit den Griechen in Berühurng gekommen. Geblendet durch dercir schön« Künste und Wissenschaften schämten sie sich, Juden zu sein, verleugncten ihr Kolkstrun und ihre Religion, verspotteten beides, drängten sich den Syrern aus und vcranlaßten deren König Antiochus Epiphanech gegen die Treugebliebenen unter ihnen. vorzugehen. \sowurden Sabbat-, Fest- und Nenmondseier, Miloh, Speisegesetze, Thorastudinm nsw. untersagt, Gottes Heiligtum durch Schweinefleisch entweiht. Kiele starben den Märtyrertod, ändere flohen. — Da sandte Gott durch die Priesterfamilie der Makkabäer .Hilfe und Rettung (167—164). Mattisjahu und seine ö Söhne sammelten um sich alle wahren Juden, lämpsten siegreich . gegen große Uebermacht und zogen zuletzt nach Jerusalem, den Tempel, nett zn weihen. Er wurde gereinigt und der goldne Leuchter neu angezündei. Rur ein kleines Krüglein heiligen Oels war vorhanden, auf einen Tag hinreichend- Dnrch Gottes Fügung speiste c-s den Leuchter 8 Tage, bis neues Oel bereitet war. Daher der'Weisen Anordnung, Lichter anznzünden. Wochengottesdienste in Frankfurt. Morgens: 7 Uhr (Hauptsynagoge und Synagoge Königsteinerstraße 7 Uhr 30 Min.). ' Abends: 4 Uhr (Hauptsynagoge 4 Uhr, Synagoge Künigsteincrstraße 7 Uhr). Weihnacht s-Verkauf von Seidenstoffen Charmeuse, Crepe de Chine, Sammete und Wollstoffe. ng elfe ert-Uris s Entresol Kaiserstr. 3. Kaiserstr. 3 Entresol. Wechselstube der D^atschen Effecten- «l.W eehsel-Bank Chanukakerzen “ ’f* Frisch tingetroffen: Sämtliche James Keiller Confitflren. Sehr empfehlenswert: Kandierte Ffflchte Aprikosen, Ananas, Kirschen, Chinos, Melange y* Pfand 50 Pfg, Erdbeeren '/« Pfund 55 Pfg. jr— Frankfurt a. M. I Sfllll Kaiaerstrasse 30 Telephon Nr. 118, 226, 447, 855, 1471, 5785, 5885. Während der Mittags- und Abendbörse Wr. 47. Ausführung aller ins Bankfach einschlagenden Geschäfte: An- und Verkauf von Effekten an den in- und ausländischen BOrsen. Errichtung provisionsfreier Scheck-Konten- Die auf.'uns gezogenen Schecks werden an den meisten grösseren Plätzen des Inlandes ohne Abzug eingelöst Verwaltung von Wertpapieren (offene Depots). Vermietung von Schrankfächern (Safes) für geschlossene Depots, sowie zur Aufbewahrung von Dokumenten und Wertgegenständen AbteUung für Kuxe und unnotierte Worte. liVOVUllKIAIIllll^llle Tel.-Amt i, 2991. Inh. Gustav Sichel» Zeil IS. Jixl. Herrn. Homt>urg vorm. J.G. B. Trost 5 Helneclxstrasse ö Telephon Amt 1 Ho. 10248 Spezialhaus für solide Küchengeräte und KrankenhansartlkeL E. Jofiner9 Conditorei jatxt Göothostpasae 12 Lieferungen zu Tsageseliseiialtan, aparte Mittelschuitte. Spezialität: Ananas-Torten, Marrons glacea, Pralines.

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