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Neue jüdische Presse · 1913-11-21 · Heft 46 (21.11.1913) · page 9

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
11 (1913)
Issue
Heft 46 (21.11.1913)
Date
1913-11-21
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Der BeMs-Prozetz. (Von unserem Berichterstatter.) 5. November. Der Prokureur Wipper hält während deS ganzen Tages seine temperamentvolle A n - k l a g e r e d e, die den Anspruch aus korrekte äußere Form hat, in Wirtlichkeit aber von Anfang bis zu Ende von Antisemitismus durchdrungen ist. Gänzlich fehlen in seiner Rede Beweise und Tatsachen. Er spricht von der schwerer: Aufgabe, die ihm und den Geschworenen auferlcgt wurde; ganz Rußland warte ungeduldig auf das entscheidende Wort der Geschworenen, auf das Wort der Wahrheit. Dieser Prozeß ist ein unerhörter, fährt er fort, wie, auch das Verbrechen unerhört ist, das den Inhalt dieses Prozesses bildet. Wir haben erst vor kurzem die schwere Epoche der Revolution durchgemacht, die von Blut durchtränkte Epoche. Blut wurde überall vergossen, Regierungsbeamten 'wurden ermordet, Bomben wurden geworfen, ganze Völkermassen vernichtet. Aber auch im Vergleich mit all diesen Verbrechen, die das Gewissen aller empörten, hebt sich die Ermordung Justschinskis scharf hervor. Er spricht von den Details der schrecklichen Mordtat in dem von vielen Kirchen und Heiligtümern gekrönten Kiew. Diese Mordtat müsse in der ganzen Welt Empörung Hervorrufen, so unmenschlich und grausam ist sie gewesen. Doch die Welt ist mit Kriegen und Konstitutionen beschäftigt, uno der unglückliche Knabe bleibt ihr fremd und vergessen. Justschinski ist vergessen, aber den Prozeß hat man doch zu einem Weltprozeß gemacht, da die Regierung es gewagt hat, Beilis des Mords aus fanatisch-religiösen Motiven anzuklagen. Die ganze Welt und die Presse regen sich auf, und warum? Man behauptet, wir klagen die ganze Judeuheit an. Das sei nicht lvahr. „Wir klagen einen Fanatiker an, und nicht das gesamte Judentum." Man betrachtet den Prozeß als einen politischen Handgrtss, der zur weiteren Entrechtung der Inden führen soll. «Darum verteidigen auch Beilis die besten Advokaten. Alles das sei aber unwahr. „Wir klagen nur Beilis an, wir lassen die Blutlüge nicht erschallen. Mer Beilis ist ein Jude, und wenn' ein Jude angeklagt wird, so regt sich gleich alles. So war es 'auch beim Dreifuß- Prozeß. Die Juden befürchten vielleicht einen Pogrom, aber sic wissen ausgezeichnet, haß die Regierung keinen Pogrom zulassen wird. Und dann leiden ja bei einem Pogrom nur die armen Schichten der jüdischen Bevölkerung, diesen Lärin erheben aber hauptsächlich die jüdischen Kapitalisten, die dadurch noch mehr Antisemitismus innerhalb der russischen Bevölkerung erwecken. Das jüdische-Geld hat den Prozeß und das, was ihm vorhecgegangen, dermaßen verwickelt, daß wir einen ganzen Monat brauchten, um den Knoten zu lösen. Der Prokureur sagt, daß er während des Prozesses ruhig und objektiv sein wollte, wie er es immer war, aber er konnte es diesmal nicht, seine Gegner waren hitzig und steckten ihn an, und sein Gewissen empöre sich beim Gedanken an die schreckliche Mordtat. Er .spricht von Justschinski und seiner Familie. Als die Leiche aufgefunden wurde, siel der Verdacht auf Anweisung eines jüdischen Journalisten zuerst auf Justschinskis Mutter. - Die Untersuchungsrichter, die sie ver-, haftet hatten, schienen nicht daran zu glauben, daß in unserem 'aufgeklärten Zeitalter der Trambahnen und Luftschiffe der Ritualmord existiere. Die Angehörigen Justschinskis wurden ekelhaft verhöhnt, wie überhaupt der arme russische Bürger in dieser Assär: gar oft verhöhnt wurde. Der Prokureur dementiert die (tatsächlich unrichtige) Annahme, die Mörder seien Justschinskis Verwandten, und benutzt die Gelegenheit zu Ausfällen gegen die Juden. Er spricht ferner von der unsinnigen Annahme, den Mord hätten Zigeuner volljührt, und lobt einige Mitglieder der „Schwarzen Hundert", die sich alle Mühe gaben, um die Wahrheit auszudecken. Als schließlich Beilis verhaftet wurde, ergriff eine furchtbare Erregung die jüdischen Kreise, sic wollten den Gang der Untersuchung verwickeln. Denn die Juden besitzen eine fast unumschränkte Macht trotz ihrer Entrechtung und trotz des Ansiedelungsrayons. Wie schwer, zum Teil sogar tragisch, ihre Lage auch ist, so sehe er im Ansiedelungsrayon nichts Schreckliches. Würde man ihn z. B. -nicht nach Amerika lassen, so würde ihn das wenig kümmern. Denn trotz ihrer gewiß schweren Lage ist ihre Macht so groß, daß er selber sich unter der Macht des jüdischen Gedankens und der jüdischen Presse fühle. Die Presse und das Kapital sind in Händen der Juden. Nach dem Gesetze sind sie rechtlich beschränkt, tatsächlich sind sie Herren der Welt. Die Prophezeiung der Bibel habe sich in diesem Sinn verwirklicht. Mer trotzdem man uns Reaktionäre nennt, fährt der Prokureur fort, mußte die Regierung Beilis auf die Anklagebank setzen. Der Lärm der Juden beweist nur, daß sie tatsächlich Beilis für schuldig halten. Man war empört, wie man Letzt, da wir eine Duma .haben, eine derartige Anklage erheben kann. „Mer die Regierung hat es gewagt, und Beilis wurde ängeklagt." Wer Prokureur meint, es könne wohl sein, Wera Tscheberjak sei die Mitschuldige, aber er kann gegen sie nicht reden, da sie nicht auf der Anklagebank sitzt. Beilis sei aber zweifellos einer der Mörder. Die Ansicht, Wera Tscheberjak mit ihren Freunden hätten Justschinski ermordet, sei jedenfalls falsch. Die Lengen, die dies behaupteten, jucht er zu diskreditieren. .Leider, sagt er. haben wir "viele Leute, die bereit sind, dem jüdischen Kapital zu dienen. Andere Zeugen beschuldigt er der Provokation und vergleicht sie mit Asef, der „merkwürdigerweise auch von Juden ab stammt". Allo diese Herren wären ruhig gewesen, hätten wir keinen Beilis, sondern einen Iwanow angeilagt, und der Prozeß hätte dann 2—3 Tage gedauert. Die meisten Zeugen hätten hier schrecklich gelogen. (Beweise und Tatsachen bringt er überhaupt nicht.) Wenn ich so etwas sehe, sagte er, kann ich nicht ruhig bleiben, kann ich nicht lächeln, zu diesen glücklichen, ruhigen Menschen gehöre ich nicht. Beilis sei der Mörder, zwei andere Juden, die er nennt, seien seine Helfer gewesen. (Es bleibt die Frage, warum man sie dann nicht angeklagt hat.) Er fährt fort: Man wird mir sagen, ich spreche nur von Vermutungen, aber ich muß doch Vermutungen aussagcn, da ja Beilis seine Schuld nicht gesteht. Er spricht ferner von den Zeugen, die gesehen haben wollen, wie Beilis Justschinski geschleppt habe, er spricht von den Experte», die den Mord für einen Ritualniord halten. Er wiederholt, daß nicht die Inden, sondern einzelne Fanatiker beschuldigt werden. Beilis konnte ein prächtiger Mensch und doch ein solcher Fanatiker sein. Die Juden brauchen sich vor keinem Pogrom zu.fürchten, da das russische Volk gerecht sei. Er könne das gewiß sagen, da er selber kein Russe sei. (Wipper ist ein russifizierter Deutscher.) Die jüdische Religion, sagt' er, können wir schon deswegen incht anklagen, da sie zum großen Teile auch unsere Religion ist. Die Bibel enthält nichts vom Ritualmord. Wer ans den nachbiblischen Büchern erfahren wir, daß die Juden stets zu Menschenopfern geneigt waren. Vielleicht gründete sich dies auf einer falschen Deutung, aber es war. Die späteren jüdischen Humanisten konnten natürlich Menschenopfer nicht dulden und schufen sie ab, aber es scheint Fanatiker zu geben, die sich eben mit dieser Abschafsung der Menschenopfer nicht befriedigen. Dan» sagt er, Zar Nikolaus I. habe einst gesagt, daß er einen Ritualniord für möglich halte, „lind die Stimme des'Kaisers ist tzie Stimme des Volkes!" Er schließt: Das russische Volk darf den unglücklichen Justschinsli nicht vergessen. Die Russen haben viele wackere Männer unter sich, aber den meisten von ihnen fehlt cs an 'Tapferkeit und Mut. In Kiew ist jetzt ein Denkmal dem Ministerpräsidenten Stolypin errichtet, der Ihnen, meine Herren Geschworenen, ein Vorbild der Tapferkeit und des Muts sein möge. Sic müssen Ihre Ansicht aussagen, ohne zu fürchten, wie man .sie aufnehmen wird. Wenn auch Beilis sür die Juden zu einem Heiligen geworben ist, so ist er für uns kein Heiliger, wir werden seinen Namen so rasch als möglich vergessen. Werden Sie ihn anklagen, so werden wir'-seiner lilcht mit Haß, nein, mit Mitleid gedenken. Aber Andreas Justschinski lverden wir nie vergessen, zu seinem Grabe werden Menschenflutcn strömen. Sie müssen 'seinen fanatischen Mörder siir schuldig erklären. Wäre ich von seiner Schuld nicht überzeugt, so .stände jd) nicht vor diesem Katheder, das ich nun verlasse init dem einzigen Wünsche: Möge Euch Gott helfen! 6. R o v e m b c r. Die zweite Anklagerede hält der Vertreter der Schuldfordernng der Mütter Justschinskis, Dnmaabgeordneter Samyslowski. Er bringt mehr Tatsachen und Beweise als der Prokureur, die aber alle entweder außerordentlich schwach oder schlau falsifiziert sind. Er will die Untersuchungsrichter diskreditieren, die Beilis für unschuldig erklärten. „Viele Christen wurden in dieser Affäre ohne Grund verhaftet und gequält, nur die Juden läßt man in Ruhe!" Den Mord konnten nur entweder Beilis oder Tscheberjak und Genossen begangen haben. Die Anklage gegen Tscheberjgk und Genossen sei aber so schwach konstruiert, sei ein Gebäude in lichtem modernen Stil, das zusammenfällt, sobald man ein einziges Brett herausschlägt. Lange spricht er von den Zeugen, die gegen Tscheberjak redeten, malt dieselben so schwarz als möglich, nennt sie Provokateure. Tscheberjak und Genossen haben Justschinski nicht crniordet. Es bleibt also Beilis. Um Beilis' Schuld zu beweisen, bringt er eine Menge von falschen oder erdachten Tatsachen . Bald nach Jnstschinskis Ermordung seien Wera Tscheberjaks Kinder gestorben (er meint, man habe sie vergiftet), dann sei ein Brand in dein Hause gewesen, wo Justschinski vielleicht ermordet wurde, dann waren einige Juden bei Beilis, dann wurde eine Synagoge enthüllt. „Wer alles das sind Zufälle!", ironisiert er. Er spricht von der Expertise. Es sei unwichtig, wer Recht hat, Pranaitis oder die anderen. Vielleicht hat der Rabbiner Mase vollständig Recht, vielleicht sind seine Delltungen der jüdischen Texte die richtigen. „Wer sür uns ist cs wichtig, nicht wie er, sondern wie einzelne Fanatiker diese Texte, sei eS auch falsch, deuten. Samyslowski spricht von den früheren Ritualmordprozessen und sagt, daß sür ihn, wie auch für jeden, der nicht von den Juden hypnotisiert sei, Beilis' Schuld keinen Zweifel errege. „Ich spreche hier als Vertreter der Matter des unglücklichen Knaben, die sich an «ie, verehrte Herren Geschworenen, mit der Frage wendet: wer hat ihren Andreas grausam erstochen? Sie erwartet von Ihnen eine Antwort, die Sie geben sollen, nicht um die Juden zu schrecken, nein, die Sie nach Ihrem Gewissen geben sollen, nach dem Gewissen russischer, christlicher Menschen. Geben Sie diese Antwort, auf die nicht nur die unglückliche Mutter, auf die ganz Rußland wartet!" ' , Samhslowskis Rede war fast ganz ohne scharfe Ausfälle. Auf einen Menschen, der die Affäre nicht kennt, könnte sie vielleicht sogar überzeugend wirken. Die dritte Anklagerede hält der andere Vertreter der Schuldfordernng, Rechtsanwalt Schmakow. Er schildert in lyrischem Tone die Qualen des unglücklichen Justschinski. Dieser Prozeß sei ein sensationeller Prozeß nicht nur wegen der grausamen Mordtat, sondern auch darum, weil die glänzendsten Wvokaten Beilis verteidigen. „Wenn der Rabbiner Mase hier eine lange Apologie des Judentums verlesen hat, so ist meine Aufgabe noch schwieriger!" Er spricht von den Zeugen und Journalisten, sagt» Wera Tscheberjak und Genossen können diese Tat nicht vollbracht habe», da ein Russe unfähig ist, eine solche Grausamkeit zir begehen. Hier konnten nur jüdische Fanatiker handeln. Beilis und andere Inden jeien die Mörder. Vielleicht habe ihnen auch Wera Tscheberjak geholfen» aber das ist nicht direkt bewiesen worben. „In Beilis' Person Nagen wir nicht alle Juden an. Wäre der Angeklagte ein russischer Fanatiker, so würden wir nicht schreien, daß man alle Russen anklagt." Der Ritualmord existiere schon Jahrhunderte lang, aber die schlauen Juden verstanden es stets, ihn zu.verbergen. Der „allmächtige jüdische Kahal" wolle auch jetzt die Wahrheit verdecken, er habe viele Christen bestochen, die somit zn „niedrigen Agenten des jüdischen Kahals" nmrden. „Den Juden kostete der Prozeß viel Geld, wir haben kein Geld, wir haben aber die Wahrheit." Man befürchtet einen Pogrom. Wer es sei fraglich, wann ein Pogrom eher drohe, nach der Anklage oder nach der Freisprechung Beilis'. v Schmakow spricht von der Expertise Sikorskis und Pranaitis' und von der Zahl 13. „Solange nicht bewiesen ist," fährt er fort, „daß Justschinskis Mord kein Ritualmord ist, werde ich behaupten, daß er es ist!" Dann inacht er scharfe Ausfälle gegen die Juden: „Die Judenheit existiert 1000 Jahre, und stets lebte sie gesondert. Und dennoch klage ich nicht die ganze Judenheit, sondern nur einzelne Fanatiker an. Wenn ich daher von der Judenheit hier sprechen werde, so bitte ich dies als einen Irrtum meinerseits anzusehen." Dieser Irrtum" folgt nun, und nicht einer. Schmakow. polemisiert mit Mase und sagt: „Seht Jude hält seinen Gott auch für den unseren. Die Juden wollen Herren der Welt sein. Andere Völker werden von.Ihnen als Tiere angesehen. Unsere Beleidigungen rühren sie nicht» ebenso wie auch unser Ehrgefühl nicht gereizt werden kann» wenn uns ein Pferd mit dem Hufe einen Schlag versetzt." Ferner: „Ich lasse zu, daß die Juden keine Menschenopfer dulden, da sie uns nicht als Menschen betrachten." Dann vom Chassidismus: „Zn den Chassidim gehören die niedrigste» jüdischen Elemente." Und der Schluß: „Ihren Urteilsspruch, meine Herren Geschworenen, erwarten Hunderte russischer Mütter. Wir wollen nicht Rache, auch keine strenge Bestrafung, wir wollen nur Gerechtigkeit.. Ihnen werden zwei Fragen gestellt werden: Liegt ein Ritualmord vor? und: Ist Beilis der Mörder? Die erste Frage werden Sie bejahend beantworten müssen, die Antwort auf die zweite wird Ihnen Ihr Gewissen diktieren." Schmakows Rede war die schärfste, aber a n ch d i e s ch w ä ch st e. (Schluß folgt.) DaS Recht auf Propaganda. Eine Erwiderung. In Nr. 44 und 45 des Franks. Jsr. Familienbl. stellt Herr Heinrich Margnlies es als Pflicht der deutschen Zionisten hin, von nun an eine Oppositionspartei innerhalb des Verbandes der jüdischen Jngendv er eine Deutschlands zn bUden. Daraus läßt sich nun verschiedenes antworten. Zunächst vom Standpunkt des Verbandes aus. Dieser hat als solcher niemals den Standpunkt vertreten, daß die Zionisten etwa dem Verband nicht genehm seien. Denn was heute den Zionisten widerfährt, könnte ebensogut morgen den Orthodoxen oder den Liberalen begegnen, und der Verband ist doch wohl zn dem Zwecke gegründet worden, die verschiedenen Parteiungen innerhalb der Judenheit einander zn nähern, das Trennende dem Einzelnen zn überlassen und im Verbände nur die Güter zu pflegen und zur Entwicklung zn bringen, die allen gemeinsam sein sollen. Nun mag es gewiß einem ausgesprochenen Parteimann hart ankomnien, wenn er sich mit seiner Meinung» deren Propagierung er für absolut erforderlich hält, nichts durchdringt. Wer zum Beispiel der Frankfurter konservativ geleitete Jugendverein „Montefiore" beweist anss deutlichste, wie trotz der Leitung in konservativem Sinne die liberalen Mitglieder sich noch niemals beschwert gefühlt haben, sondern stets unverdrossen, begeistert und begeisternd am Wähle der Gesamtjugend Mitgearbeitet haben. Und was hier in Frankfurt der Fall ist, ist in anderen Vereinen in gleicher Weise der Falk. Wollte aber in jedem Vereine jedes ernzelne Mitglied das an sich berechtigte Bedürfnis nach Verbreitung der eigenen Meinung in die Tat umsetzen, dann würden sich die Vereine und leider auch die Jugend, die vielfach noch zu den primitivsten Grundsätzen jüdischer Gesinnung erzogen werden muß, in steten inneren Kämpfen zersplittern. Und gerade dem will der Verband Vorbeugen Es ist nun infolge der Zerklüftungen in der Jüdetcheit . einmal nötig geworden, daß außer allgemeinen Verbänden auch Spezialvereine bestehen, aber — neben den Spezialvereinen muß eben auch ein gemeinsamer Verband existieren. Und wem das nicht einleuchtet, wer da glaubt» das Gemeinsame zn pflegen fei Sünde, wer, wie Herr Margnlies, jeden Nichtzionisten als Assimilanten ansieht, und jeden, der anderer Meinung ist als er selbstcüs Verbrecher am Judentum, nun, der paßt leider» wie er wohl selbst einsehen mag, nicht in einen Verband wie den der jüdischen Jugendvereine Deutschlands. Er mag für Spezialvcreine Propaganda machen» möge es aber unterlassen, langjährige, von den besten Männern rühmend anerkannte Arbeit durch temperamentvolle Zeitungsartikel zn unterminieren. Ich frage Sie, Herr Margnlies, wie' können Sie beweisen, daß nur einseitiges Parteiwesen den Verband wird erhalten können? Wer gibt Ihnen das Recht, eine „nationaljüdische Erziehung" als Dogma aufzustellen? Kon-

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