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Neue jüdische Presse · 1913-10-31 · Heft 43 (31.10.1913) · p. Seite 12

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
11 (1913)
Issue
Heft 43 (31.10.1913)
Date
1913-10-31
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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Feite 12. Frankfurter Israelitisches FanMeMcrtt. %C. 43 Jett ist cä der Konkurrenz bekannt geworden, daß wir - beide die Filiale übernahmen werden, und die Leute zerreißen sich darüber schon wacker die Mäuler." „Was geht das die Konkurrenz an?" fragte Frau Cassilde, und Jakob antwortete: „Ich mein' auch . . ich weiß nicht, was sie düs kümmert." „Da kannst Du sehen, was schlechte Menschen vermögen!" ereiferte sich Frau Cassilde; „es soll nur ei» tüchtiger junger Mann wo ein ^schüft aufmachen, gleich möchten ihn die andern vor Neid erwürgen." Sie wendete die Seite und las weiter: „Um nun allem unnützen Gerede vorzeitig die Spitze abzubrechen, habe ich mich gestern abend im Beisein und mit vollster Einwilligung von Herrn und Frau Meyer mit Fräulein Rosa Hausmann verlobt." „Was?!" Das Blatt sank zu Boden, — und Frau Cassilde stand wie Judith vor Holofernes, furchtbar und schrecklich in ihrem Zorn. Der arme Jakob duckte sich: er mochte glauben, jetzt gehe es chm an den Kragen an.des Sohnes Statt. And damit hatte er gar nicht so unrecht. „Hat man so etwas erlebt!" begann sie, rot und heiß wie ein gut eingefeuerter Ofen, dem nahezukommen gefährlich ist. „In meinem ganzen Leben ist mir so etwas noch nicht vorgekommen. . . Das sind die Köcher mö der Bildung von heute! Das ist Dein Sohn!" Sie schmetterte es so vorwurfsvoll ihrem Gatten ins Gesicht, daß sich der gute Mann tief, tief schuldig fühlte. Während die Beschuldigungen und Vorwürfe seiner Frau nnt ungczähtten Variationen: „daß er ganz allein daran schuld sei, wenn sich jetzt 's«» einziger einer wildfremden Person an den Hals werfe, der er noch den Rock auf dem Leib und die Schuhe an den Füßen werde kaufen müssen-", wie Hagelschauer um seine Ohren prasselten, während ihm die empörte Mutter wü> Gattin wieder und immer wieder an Las Gewissen rührte) „daß er allein dem Sohn von klein ailf stets recht gegeben, ihn verzogen und verwöhnt hübe, und daß, Heinrich seine Halsstarrigkeit nur von ihm besitze", — dämmerte es in Vater Jakobs Seele sacht, daß er ja dem Sohne das Versprechen gab, ihm im Kampfe für seine Liebe beizustehen, und daß er jetzt unbedingt eine Lanze für ihn brechen und ein paar recht kräfttge, überzeugende Repliken zu Heinrichs Beistand Vorbringen müsse. Aber soviel er sich auch den Kopf zermarterte, die rechten Worte flatteren chm immer wie Spatzen, die ein Knabe vergeblich haschen will, davon, und er sagte schließlich nur ängstlich und besorgt, um die sich ganz aufgebracht geberdende Frau zu beschwichtigen: „Mutter, rege Dich doch nicht so auf!" (Fortsetzung folgt.) Spenden. Bei der Nationalfondskommission gingen ein: Karoline Hamburger, Sandweg 16 (Büchse) 5,60 Jf. Goldschmidt, Sandweg (Büchse) 1,33 „ N. N. (Büchse) 0,60 „ L. Pinkowitz (Büchse) 4,75 „ Frau Michaelis, Langestraße (Büchse) 0,80 „ Hermann Ellern (Büchse) ’ 2,93 „ Hch. Sundheimer 1,— „ I. Wohlsarth, Fellnerstr. 9, gratuliert Dr. . Szametz, Vilbel, zur Tochter 1,— „ Beim Frkf. Jsr. Famllienbl. gingen ein für die Tach kein o nisch u le in Jaffa Familie S. H. 'Goldmann gratuliert zur Verlobung Joseph/Tachauer 1,— Jk Vereins-Kalender. Freitag. „Talm u d Thvra"-Verein, nach Schluß des Wendgvttesdienstes im Hörsaal der Synagoge Börncplatz: Vortrag (Rabb. Dr. Nobel). — „M ou -- tcfiore"-Verein, 9 Uhr, Bleichstr. 70: Gemütliches Zusammensein. — Verein ,Mekor Chajim", nach Schluß des Mendgollesdienstes im Hörsaal Friedbergcr Anlage: Mikro-Vortrag (I. Bender); 8Vs Uhr, Langestr. 18: Gemütl. Zusammensein. Samstag. „Mo n t e f io r e"-Be r e i n , ll Hin-- Schiur (Dr. May). — Verein „Mekor Chajim" 12 Uhr, Hörsaal: Sefer Schemuel (Prof. Weyl); 3>/» Uhr' Langestr. 18: Ein Jaakanw (Schachownitz). Sonntag. Verein „Me.kor Chajim", Lmiqcstraße 18, 5 Uhr: Einführungskursus (Lehrer Adler); 6 Uhr- Midrasch (Goldstern). — Verein z. Förderung d. I n t e r e s s e n d. I s r a c l. R e l i g i o n s g e s e l l s ch a f t, SVa Uhr, Börsensaat: . Eröffnungsabend (Ansprache des Vorsitzenden, Ansprache Rabb. Dr. Brcuer-Franksurt, Vortrag Rabb. Dr. Breuer-Aschaffenburg). — „M ontef i o r e" - V e r e i n, 6 Uhr 20 Min.: Hauptbahnhof nach Oestrich-Winkel (Besichtigung der Synagoge), Johannisber», Kloster Marienthal, Rvspelkopf, Jagdschloß, Niederwalddenknial, Rüdesheim, (mit Dampfer nach Bingen), Rückkehr 9 Uhr. (Große Fahrpreisermäßigung, Gelegenheit zu Morgen- und Minchahgebet). — Montefiorr- B er e in, 4 Uhr: Gemütl. Zusammensein. — Verein „Tiferes 58 ad) ur int", Bleichstr. 70, 8—9 Uhr: Gcmoroh-Schiur (Rabb. Dr. Horovitz), 9 Uhr: Zu welchem Ende studieren wir süd. Geschichte (W. Rosen). Montag. Verein selbst, isr. Handwerker u. Gewerbetreibender, 9 Uhr, Casö Goldschmidt: Versammlung. Dienstag. I ü d. T o y n b e n h a l l c, Langestr. 26, 9 Uhr: Veranstaltung, Mittwoch. „Montefiore"-Verein, 9 Uhr: Die Juden in Spanien (Dr. May). — Frkf. Verein f. Statistik u. Demographie, der Juden, 8s/s Uhr, Frankfurt-Loge: Wie können die jüd. Gemeinden die Statistik der Juden fördern? (Dr. W. Hanauer), Generalversammlung. Donnerstag. Verein „Nachlaß Zwi", 8% Uhr, Langestr. 18: Begriff und Umfang der Nächstenliebe nach der Lehre des Judentums (Rabb. Dr. Wohlgemuth- Kitzingen). Briefkasten. Rheinbischofshcim. Haschanoh-Rabbo ist geivisseriiiaßc» der lcttzc Ausläufer des Jmnkippur (Gemar Chasimo), und da will man mit dem Lernen die letzte Nacht durch Thorastiidium und Beten besonders wilrdig begehe». Carl Grebenau, 1 Jawelen. Uta, Goldn.mm Telephon I, 6069. Auswahlsendungen gerne zu Diensten. Atelier für Neu- ».Umarbeitungen und für Reparaturen. Heimstätte modernster Knrsc&nerknnst Ignatz Brammer Telephon I, 1397. Frankfart a. 31. Zeil 124 Telephon I, 1397. im Hanse der Bnehbandlnng Aiiffartli. Vornehme Modelle, erstklassiee KMnenoM Spezialität: Selflenaelche Uernrbeltuna aller Pelzarten. Reparaturen, Uniarbeitunfien Ms 15. Hnvemher besonders WM Jul. Herrn. Homburg vorm. J. G. B. 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