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Neue jüdische Presse · 1913-10-15 · Heft 41 (15.10.1913) · p. Seite 11

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
11 (1913)
Issue
Heft 41 (15.10.1913)
Date
1913-10-15
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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(Bette 11 Nr. 41 Frankfurter Israelisches Zsamilkenblatt. knüpft.werden. Sie sprechen ohnedies eine beredte Sprache. An uns tritt eine individuelle .Pflicht heran. Es sind die hungernden Kleinen, denen meist Vater oder Mutter fohlt, oft beides, die ihre Hände flehend nach Hilfe ausstrecken. Denn, ivie ein anderer Bericht (den ich nivinentan noch nachprüfen lasse) besagt, gibt es in Jerusalem viele jüdische Kinder, die völlig verwaist, von denen viele sogar gänzlich asyl- und obdachlos sind. Für diese verlassenen unschuldigen Kleinen bitte ich alle Glaubensgenossen, wilde Gaben zu spenden und bei ihren Freunden und Bekannten zu sammeln, damit das allgemeine israelitische Mädchenwaiscnhaus zu Jerusalem iu die Lage lomint, seine Räume zu erweitern, um die kleinen Mädchen aufnehmen zu können. Gleichzeitig wende ich mich an Eltern und Lehrer. Wohltun muß gelehrt und geübt werden. Nicht .nur der Moraluntcrricht, sondern auch die Umsetzung der Morallehren in Sittlichkoitstaten schafft jene wertvollsten Glieder der menschlichen Gesellschaft, die den Altruismus betätigen. . Deshalb sollen Väter und Mütter wie auch Lehrer die Kinder daraufhin erziehen, von ihrem Taschengeld jeweils auch einmal ein Fünf- oder Zehnpfennigstück fiir andere arme Kinder zu opfern. Kinder, die eine Sparbüchse haben, sollten angehalten werden, hieraus zuweilen etwas für ihre darbenden Mtersgenossen zu spenden. Man erzähle den Kindern zu welchem Zwecke, damit sie auch erfahren, wie glücklich sie gegenüber solchen ungünstig gestellten Kindern sind. Dann werden sie den Eltern auch dankbarer sein und diese werden gute Kinder und.gute Menschen erziehen. Die Lehrer mögen die Sammlungen in die Hand nahmen; auch die . sonst selten erspart werdenden Kupfermünzen cinsammeln. Mit einem Zweipfennigspick kann einem des Morgens hungrig erwachenden Kinde schon eist Stück sättigenden Brotes göreicht werden. Die gesammelten Spenden, die wir von Erwachsenen wie von den Unmündigen empfangen, werden dein ^Kuratorium des allgemeinen israelitischen Mädchenwaisenhauses zugeschickt, und darüber'wird in den jüdischen Zeitungen quittiert.*) vr. med. Arthur Kahn. Christ. Wilhelm Leux Telef. I, 8567. Hoflieferant. Goethestr. 21. Herren-, Damenu. JJvresschneiderei. Spezial-Sportgeschäft. -t= Anf Wunsch koschere VerarheitnnR. :- Die Kolonisation Palästinas im Jahre 1912. Aus dem Jahresbericht der Jewish Colonisation Association. Bon I. T u r o f f. Ans den: 285 Seiten umfassenden Bericht der Jca geht hervor, das; Palästina allmählich ei» jüdisches Ei n w a n d er n n g s l a n d .zu werde» beginnt. Die Zahl der Inden in den der Jca dort unterstehenden 22 Ansiedelungen belief sich bereits anf 8255 Seelen gegen 7417 im Vorjahre und 7459 im Jahre 1910. Zuzüglich der übrigen Kolonien dürste gegenwärtig Palästina eine jüdische landwirtschaftliche Bevölkerung von 10000 Seelen anfweisen. Die Bruttoeinnahmen der erwähnten '22 Kolonien sind um 321000 Frcs. gestiegen. Leider standen dieser Mehreinnahme Mehrausgaben von 353 000 Frcs. gegenüber, sodaß die schlicßlichcn Nettoeinnahmen noch hinter den des Vorjahres blieben. Die Mißernte aller Feldfrüchte .war in erster Reihe durch ungünstige Regcnverhältnisse herbeigeführt worden. Es darf jedoch nicht verschwiegen werde», daß die 'Kolonisten selbst nicht wenig dazu beigetragcn haben. Zum großen Teil ans dem Handelsstand hervorgegangen, können die jüdischen Bauern auch in ihrem neuen Berns den Kaufmann nicht verleugnen und setzen als eingefleischte Spekulanten ihre ganze Kraft anf den Betreib eines einzigen Zweiges der Landwirtschaft. Der jüdische Getreidebaucr besitzt daher nicht nur keine Obstbäume, er hält auch weder (Geflügel noch Vieh in genügender Anzahl. Daher vermag er auch seinen Boden nur unvollkommen zu düngen. Ein weiterer Mißstand ist die dauernde Beschäftigung großer Scharen arabischer Arbeiter, durch deren stete Anwesenheit in den jüdischen Kolonien den systemati- Ichen Feldoiebstählen Tür und Tor geösfnet lvird. Nur so ist cs zu erklären, daß in manchen Kolonien kaum das vierfache der Aussaat geerntet wurde. Fragt man nun den Kolonisten, weshalb er arabische, statt jüdische Arbeiter beschäftigt, so verweist er auf den Mangel jüdischer Arbeiter im heiligen Lande. In zweiter Reihe hebt er. die Billigkeit des arabischen Arbeiters hervor, hervor. Allein der scheinbar so billige Araber stellt sich durch nachlässiges Arbeiten, Vergeudung des Saatgutes .und namentlich durch .umfassende Diebereien in Wirklichkeit weit kostspieliger als der teuere, aber ehrliche Jude. Würde aber der jüdische Arbeiter entsprechend seiner höheren Bedürfnisse bezahlt werden, so würden sich sehr bald jüdische Arbeitskräfte ans Rußland in genügender Zahl einfinden. Erfreulicherweise beginnen die Kolonisten, durch die Lsfentliche Diskussion oft aufmerksam gemacht, ihre Fehler zu erkennen und sind nach Kräften bemüht, sie wieder gut zu machen. Bereits lverdcn 1200 j ü d i f ch e A r b e i t e r — 900 Aschkenasim und 300 Jemeniten — in den Kolonien beschäftigt. ES lvird die Aufgabe der Jca wie der Freunde der Kolonisation sein, sie durch pekuniäre Unterstützung in ihren Bemühungen tatkräftig zu fördern. Das Interesse der Jca für P a l ä st i n a scheint im letzte» Jahre neu erwacht zu sein. Nebst einem großen Lau dz »kauf in der Umgebung von Rischon le Zion und kleineren Erwerbungen unt_ Sichron-Jakob und TiberiaS, wurde das Gut Abuschnsche bei Erron im Umsange von 600 Hektar erworben. Außerdem sind mit pekuniärer Hilfe der Gesellschaft die Ländereien Kcrkur und Budns bei Chrderah im Gesamtumfange von 1000 Hektar wie Kafrnrie bei Artus erworben. Die Schwierigkeiten des Wein Verkaufs sind, seitdem die Kolonisten ihn in die Hand genoinmen haben, vollständig behoben. Durch tüchtige Geschäftsführung im Verein mit einer günstigen Konjunktur ans dein Weinmarkte ist cs gelungen, die volle Produktion alljährlich zu guten Preisen a b z n s e tz e n und darüber hinaus mit den alten, sehr unisangreichcn Vorräten gänzlich aufzuräumen. Die Nachfrage nach Palästina-Wein wächst aber weiter, sodaß die Kolonisten sich genötigt sehen, unter gebührender Vorsicht neue Weinpflaiizungen anznlegcn. * Im einzelnen sei es hervorgehoben, daß Rischon l e Zion außer Frcs. 10 000 aus Pachtungen, Gemüse und Getreidebau 172 000 Frcs. ans ihren Pflanzungen vereinnahmt hatte. Die Unkosten verschlangen jedoch 104 000 Frcs., sodaß den 79 Kolonisten nur etwa 09 000 Francs zur Verfügung standen. Die vor mehreren Jahren erworbenen 3l0 Hektar in Bededjen sind im Berichtsjahre auch formell in jüdischen Besitz übergegangen. Weitere 710 Hektar im benachbarten Sarfend dürsten binnen kurzem gleichfalls von den Inden erworben werden. Das bedeutet 1000 Hektar neues zum Getreidebau geeignetes Land. Die 78 Kolonisteir von Rechowoth hatten im Berichtsjahre 965 Hektar bepflanztes Land und nach Abzug von 174 000 Frcs. Unkosten einen Neberschuß von 110 000 Francs. Sehr gut geht es dem kleinen Waad el Chanin, dessen Bruttoeinnahme» von 64 000 Frcs. im Vorjahre auf Frcs. 100 000 gestiegen sind. Zuzüglich der Einnahmen der Jca selbst wurde in Waad el Chanin, trotzdem die Kolonie nur 162 Hektar bepflanztes Land besitzt, Produkte im Werte von 148 000 Frcs. erzielt. Auch den Koloniste>k*von K a t r a, die mts 255 Hektar Getreideboden 56 000 Frcs. brutto gewonnen haben, konnten mit Befriedigung aus die Ernteergebnisse blicke», zumal ihre Anpflanzungen ihnen einen weiteren Bruttoertrag von 43000 Frcs. brachten. Am glänzendsten ist es aber in diesem Jahre wie auch in den früheren Jahren Pctach-Tikwah ergangen. Diese umfassende, 2654 Einwohner zählende jüdische Ansiedelung mit nicht weniger als 1330 jüdischen Arbeiter», Beamten »nd Kaufleuten, besitzt gegenwärtig Anpflanzungen im Umfange von 1922 Hektar, von denen 920 mit Mandeln und 530 mit zum Teil bereits tragenden Orangen bepflanzt sind. Die- Gesamteinnahmen dieser Kolonie beliefen sich auf 833 000 Frcs. — trotz niedriger Preise infolge der Qrientwirren — von denen 670 000 Frcs. ans den Orangen herstammten. Weniger erfolgreich als die reinen Pslanzerkolonien, hat S i ch r o n nebst seinen Töchterkolonien abgeschnitten. Seine 1091 Hektar Getreidefelder haben infolge ungünstiger klimatischen Verhältnisse nur Frcs. 136000 brutto erbracht, von denen noch über 88 000 Frcs. Unkosten abzugeben waren. Die Pflanzungen erbrachten 86 000 Frcs., von denen etwa 46 000 Frcs. den 74 Kolonisten verblieben. Außer den Kolonisten leben und arbeiten in und um Sichrem im ganzen 19 Pächter. Dieselben haben 480 Hektar bestellt und bei einer Bruttoeiiniahme von 34 465 Francs nur 7225 Frcs. für sich erübrigen können. Aus dein Bericht geht nicht hervor, welchem Grunde dieser Mißerfolg ziizuschreibcu lväre.. Daß der Getreidebau in Palästina, wenn gehörig betrieben, auch unter ungünstigen klimatischen Verhältnissen seinen Mann ernähren kann, haben außer den Kolonisten von Katra auch die 50 Bauern von E k r o n bewiesen. Ihnen brachten 869 Hektar Getreideboden 118 740 (— 138 Francs pro Hektar gegen 121 im Vorjahre). Nicht so gut ist es den Kolonisten von Cheberah ergangen, lvclche infolge ungünstiger Witterung 610 Hektar gegen 669 im Vorjahre bestellen konnten. Ihre Bruttoeinnahmen aus Getreidebau sind deshalb um 39 000 Frcs. und die Nettoeinnahmen um 24 000 geringer als im Vorjahre gewesen. Die 7 jüdischen Ansiedelungen um Tiberias sind im Berichtsjahre um eine kleine Kolonie „Tiberias- Stadt" vermehrt worden. Dieselbe ist auf städtischem Grund und Boden errichtet und beherbergt 3 Familien mit 14 Seelen. Die Kolonisten beschäftigen sich vorzüglich mit Milchwirtschaft und Gemüsebau, aus denen sie 2060 Francs gewonnen haben. 46 Hektar Getreideboden brachten 2672' Frcs., von denen aber 1877 Frcs. Unkosten abgingen. Man sieht daraus, daß die Pächter, deren Zahl gegenwärtig 115 beträgt, kein geeignetes Ansiedlungselement darstellen. Die Jca freilich scheint sie besonders zu bevorzugen und .siedelt sie mit Vorliebe in den Kolonien mn Tiberias an. Aber gerade diese „ausgesuchten Arbeiter" scheinen sehr viele fremde, d. h. arabische Arbeiter zu beschäftigen. Ihnen ist er hauptsächlich zu verdanken, daß die Bruttoeinnahmen dieser 7 Ansiedelungen, welche trotz der ungünstigen Witterungsverhältnisfe die vorjährigen noch übertrosfen haben (279898 Frcs. gegen 263 413) den Kolonisten einen noch kleineren Gewinn als im Vorjahre, nämlich nur 113 530 Frcs. gegen 123230 im Vorjahre übrig ließen. Gleich schlecht habe» die Kolonisten von Rosch- Pinah gewirtschaftet; ihre 1175 Hektar brachten das Hektar 80,7 Frcs. brutto gegen 109,6 des Durchschnitts. Zu den Mindereinnahmen gesellten sich erhöhte Unkosten, welche den kargen Gewinn auf Frcs. 30000 zusammenschrumpfen ließen. Diese Unkosten in Höhe von Frcs. 64 731, zu den noch 7337 Frcs. für Bearbeitung .von 56 Hektar Mandeln hinzukamen, setzte sich zusammen: Steuer 14190 — 13o/o, Saaten 23958 (— 25,25 der gesamten Ernte!!!), Viehfutter 9000, Bewachung 3400, Löhne 18 995 Frcs. Es werden ausschließlich arabische Arbeiter beschäftigt. Da diese auch die Wächter stellten, haben sie zusammen 22 395 Frcs. erhalten, während die Kolonisten für sich selbst etwa 30 000 Frcs. retten konnten. Das gleiche läßt sich von den sleißigen Bewohnern von M i s ch m ar-H aj a r d e n melden, welche infolge ungünstiger Regenverhältnisse nur die 3 fache Anssaat zu ernten vermocht haben. Auch die Bewohner von M e t u l e h haben im Berichtsjahre schlecht abgeschnitten. In dieser Kolonie welche 35 Familien zählt, arbeiten nur 25 Juden. Ihre Felder liegen infolgedessen zum großen Teil brach (von 1160 Hektar sind nur 483 besteckt worden). Die Ernte war überaus jämmerlich und brachte nur 34 649 Frcs., von denen % für Unkosten darauf gingen. Die Kolonisten, welche von ihren Feldern nur 400 Frcs. pro Familie erzielen konnten, leben vom Ertrag der Viehzucht. Außerdem vermieten sie vielfach Sommerwohnungen, da Metuleh infolge seiner herrlichen Lage am Fuße des Hermon immer mehr als Sommerfrische in Frage kommt. Selbst ans Aegypten kommen reiche Touristen hin, um da die heiße Jahreszeit zu verleben. Personalien «. Kleine MMettnnge». Berlin. Prof.Dr. Robert Kutner.Begründerund Direktor des Kaiserin Friedrich-Hauses für das ärztliche Fortbildungswesen, verschied im 47. Lebensjahre. Berlin. Der 14. ordentl. Dentsch-Jseaelrt Gemeindetag findet am 7. Dezbr. statt. Berlin. Zur Hauptversammlung des Verbandes der Deutschen Inden in Hamburg werden Zuhörer karten im Bureau der Deutsch-Israelitischen Gemeinde in Hamburg, Kaiser Wilhelmstraße 93, vom 26. Oktober an, vormittags 10—1 Uhr, ausgegeben. Im Bureau des!Verbandes in Berlin, Potsdamerstraße 45, werden Karten bereits vom 19. d. M. an (aber nur bis zum 1. November) zu haben sein. Berlin. Exzellenz Geh. Rat Wilhelm Herz wird wegen seines hohen Alters sein Amt als Präsident der Handelskammer am 1. Januar niederlegen. Breslau. Die Gerichtsassessoren Schics in ger-Beuthen und Heidcnheim-Oppeln wurden zu Landrichtern befördert. Breslau. Vorfitzender der neu begonnenen Schwurgerichtsperiode ist Landgerichtsrat Goldfeld. Unter den" Geschworenen befinden sich Bankdirektor Emil Hanke, Architekt Leo Schlesinger und Prof. Dr. Artur Sachs. Nürnberg. Kommerzienrat Wilhelm Gerugroß, Mitglied dxs Reichskomitees zur Bekämpfung der Tuberkulose, früher langjähriger Handelsrichter, erhielt anläßlich seines 70. Geburtstages den Ritterorden der Krone Bayern, mit dem der persönliche Adel verbunden ist. Nürnberg. Philipp Zucker erhielt wegen seiner Verdienste um das deutsche Museum den Titel ^omntci> 5 i e n r a t. Dritter Staatsanwalt Julius Weinschenk in Ansbach ist zum Amtsrichter in Frankenthal ernannt worden. Hamburg. Jonas Bing, Gründer und Borfitzender des Vereins zur Förderung ritueller Speisehäuser, Vorsitzender der Ortsgruppe Hamburg der Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums, ist nach langem Leiden verschieden. Rastatt. Dr. Heinrich Heidenheimer, Stadtbibliothekar in Mainz, stiftete zum Andenken an Moses und Frau Rosenthal und deren Tochter Henriette Heidenheimer geb. Rosenthal der hiesigen Gemeinde ein prachtvolles weißseidener P o r o ch e s nebst Schnlchan und Kanzeldecke. Stratzburg. Prof. Dr. Paul Asch ist zum Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Wto« logie gewählt worden. Wien. Das Hofburgtheater hat einen zweiten „Schalom Asch" entdeckt, einen russischen Inden , namens Girtesmann, der, als er vor wenigen Jahren als Buchhandlungsgehilfe nach Wien kam, noch kein deutsches Werk kannte. Sein Drama, das sich nach dem berühmten Dostos jewskifchen Roman „Raskolnikow" betitelt, ist von Direktor Schleiither ausgenommen worden und wird während der Wintersaison im Hofbnrgtheater zur Aufführung gelangen. Wien. Die amtliche „Wiener Zeitung" publiziert die die Ernennung des Dr. pbil. Harry Torczyner — bisher Lehrer am hebräischen Gymnasium in Jerusalem — zum Privatdozcnten an der philosophischen Fakultät der Wiener Universität für semitische Sprachf ä ch e r. Diese Ernennung ist umso bedeutsamer, als bereits seit Jahren ein Jude an der philosophischen Fakultät weder habilitiert Noch ernannt wurde. Es zeigt sich dies insbesondere darin, daß seit dem Tode des Hoftates Müller der Posten nicht besetzt wurde, weil man eben einen Inden nicht ernennen will. Es war allgemein bekannt^ daß Hoftat Müller eine ganze Reihe arischer Hörer förderte und anderen Universitäten zusührte» da er etz bei der

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