Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 11 (1913)
- Issue
- Heft 35 (5.9.1913)
- Date
- 1913-09-05
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 35 Frankfurter Israelitisches Familienblatt. Seite 13 K««st mrd Ltteratur. Proben aus Hickls. jüd. V o l k s k a l e n de^r^): Seite 5G auS einer Würdigung des jungen Dichters David S ch i m o n o w i tz durch Dr. Hugo Bergmann - Prag: „Es heißt einmal: „Wenn einer des Weges geht und lernt und sein Studium unterbricht, um auszurufen: Wie schön ist dieser Baum, wie lieblich dieses Feld! — Dann ist er des Todes wert." . Als sich vor einigen Jahrzehnten das europäische Lcbensgefühl in der hebräischen Literatur Bahn brach, da war dieser Satz die Zielscheibe heftiger Angriffe, und man exemplifizierte gerade an dem Gegensatz, in dein ein solches Wort zur modernen Lebensauffassung steht, die Notwendigkeit einer Umwertung der Werte innerhalb des Judentums. Schimonowitz, dem man wahrlich nicht den Vorwurf einer Naturfeindschaft machen kann, eignet sich nun doch jenes Wort an. („Benafschi ani lo ethchajew".) Und er tut dies mit einer kühnen Wendung des Gedankens: Alle Tchönheit der Natur — so etwa lautet das trockene Argument dieses leidenschaftlichen Gedichtes — ist Gott nur ein Mittel gewesen, um sich seiner Welt zu verbergen. Es ist unmündiges Kinderspiel, tvenn man sich ob der Freude an dieser Schönheit von jenem Wege ablenkcn läßt, der über sie hinaus zur Erkenntnis des Weltengrundes führt..." ' Seite 72 aus einer Würdigung Alfred N o s s i g' s durch Adolf Stand: „Nossig ist ein Problem. Dieser Sohn des Sekretärs der Lemberger Knltusgemeinde, der auf das Pflaster der Welt gesetzt wurde, heute ein Opernlibretto schreibt, morgen Redakteur einer preußischen Junkerzeitung ist, bald als Künstler, bald als Gelehrter . auftritt, der zionistische Agitator und sozialistische Theoretiker, der Unglänbige und dennoch Apologet der Religion, .der Mittellose und Anhänger der Jka-Millionäre, 'der .Naturwissenschaftler und Dichter, der in allen Sprachen schreibt, auf rillen Jnstruincntcn spielt, der gestern zu den Narreich heute zu den Sinnen, niorgen zum Verstände und übermorgen zum Herzen spricht, der auf. allen. Gebieten der Kunst und des menschlichen Gedankens wirkt, der Kosmopolit, der dennoch national ist, — das ist der Mikrokosmos, des Judentums, das Modell all unserer Fähigkeiten und Unzulänglichkeiten. Ucberall sind wir und nirgends, alles - und nichts, bald klein und bedeutend, bald groß und unbedeutend. *) Brünn, Jüdischer Buch- und Kunstverlag. Kr. 1.—. Wir sprechen alle Sprachen und keine ist unsere eigene; wir beherrschen Herren und sind Sklaven; wir führen die öffentliche Meinung, und sie ist uns doch nicht dienstbar; ohne unser Geld gäbe es keine Kriege und keinen Frieden,' iind Millionen unserer Brüder sterben vor Hunger. . ." Die Propheten von Gustav Pfannmüller, Lic. theol. 4. und 5. Band der Sammlung „Die Klassiker der Religion". 312 Seiten. 3 JL, geb. 3,50 M. Berlin- Schöneberg, Protestantischer Schriftenvertrieb, G. m. b. H. Es ist klar, daß auch der positive Christ unsere Bibel nicht so schaut wie ein Jude. Doch sehen wir von so manchen Schattenseiten, die naturgemäß fast jedem Werke von christlicher Seite über die Bibel selbst bei gerechter Würdigung derselben anhasten, ab, so lesen wir das Buch mit Genuß und mit Nutzen. In einem kurzen Ueberblick wird jedesmal die Persönlichkeit. des Propheten gewürdigt, und dann werden nach einer Einführung die wesentlichsten Stellen seiner Reden geordnet und mit Ueberschriften versehen gebracht. Man fühlt geradezu das Bestreben, die Propheten plastisch in ihrer Person und anschaulich im Rahmen ihrer Zeit vor dem Leser erstehen zu lassen. Möchte ein traditionell gesinnter jüdischer Gelehrter mit gutem Stil und. pädagogischem Verständnis etwas Gleiches schassen. Er würde unserer Heranwachsenden Jugend eine wertvolle Gabe bieten. Allgemeine Mitteilungen. Moderne Heiß Wasserbeschaffung. Wie die Verwendung des Gases in der Küche den Aufenthalt in dieser wesentlich angenehmer und gesünder gestaltet hat, wie durch das Gas auch Rauch, Ruß und Staub ans den Wohnungen verbannt wird, so ist das Gas auch in besonderer Weise geeignet, den Bedürfnissen nach heißem Wasser in bester Weise zu entsprechen. Das Ideal der Warmwasserversorgung ist naturgemäß die zentrale Bereitungsstätte. Bei ihrer Anlage kann man an den verschiedensten Stellen der Wohnung in jeder Zeit heißes Wasser in beliebigen Mengen entnehmen. Alls die wirtschaftlichste Art solcher Warniwasserzentralen müssen die mit Gas gefeuerten Automaten bezeichnet werden. Sie sind so eingerichtet, daß bei Oeffnung des Warmwasserhahnes sich der Gasbrenner automatisch öffnet, das automatisch ausströmende Gas entzündet sich an einer Zündslamme und erhitzt das den Automat durchströmende Wasser. Wird kein Wasser mehr benötigt und der Hahn der Zapfstellen zugedreht, so ^schließt sich auch wieder automatisch die Gaszufuhr. Auf diese Weise ist ein wirtschaftlicher Betrieb erreicht, da der Brennstoss nicht unnötig, sondern nur dann verbraucht wird, wenn Warmwasser gebraucht wird. Neuerdings werden.auch sogenannte Warmwassergasherde konstruiert, die vermöge einer besonderen Vorrichtung sofort heißes Wasser geben. Durch jahrelange genaue Messungenin einem gut bürgerlichen Haushalte, der aus den Eltern, aus großen und kleinen Kindern und Dienstboten bestand, wurde ermittelt, daß von dem Gas, welches man in der Küche überhaupt verbraucht, nahezu die Hälfte, nämlich 45<yo zum Bereiten des heißen Wassers, 18»/» zum Ankochen der Speisen, 31»/» zum Fortkochen derselben und 6»/» zum Braten »nd Backen benutzt wird. Jede aufmerksame Hausfrau, die nur den Gasherd benutzt und sich keines anderen Kochherdes bedient, wird diese Ermittlung vermöge ihrer Erfahrungen bestätigen können. Es ist das wohl der beste Beweis für die Notwendigkeit, daß jede Küche mit einem Warmwasserautomaten versehen sein muß. Vereins-Kalender. Samstag. „Montefiore"-Verein, 11»/, Uhr, Bleichstr. 70: Schiur (Dr. May); -V/r Uhr: Schrifterklärung, Geschichte der Frankfurter Juden. — Verein „Mekor Chajim", 4»/, Uhr, Langestraße 18: Mikro- Vortrag (Oberlehrer Kaufmann). — A. I. -Ingen dgruppe, Hanauerlandstr. 17, 10 Uhr: Doroth horischaunim; 11, 12, 4»/, Uhr: Talmud; 11 Uhr: Mädchengruppe gemütliche Zusammenkunft. — Verein „Tiferes Bachuri m", 4% Uhr, Bleichste. 70: Talmud-Vortrag (Rabb. Dr. Horovitz). Sonntag. „M ontefiore"- Verein, ß45 Uhr, Hauptbahnhof: Odenwaldtour. — A. I. - I n g e n dgruppe, vorm. 7 Uhr: Talmud. S20 Uhr, Hauptbahnhof, nach Oberursel (Führer: Hugo Weingarten, I. Hirsch). Dienstag. Jüd. Turnverein, 8»/» Uhr, Hasselsches Institut: Turnen. Mittwoch. Zion. Jugend gruppe,!> Uhr, Hermesweg 25/27: Hebräischer Sprachkursus. — „M ontefiore" - Verein, 8 Uhr: Deutsche Lyrik im 19. Jahrhundert (Bacharach). Donnerstag. Jüd, Turnverein (Damenriege), 8»/» Uhr, Hasselsches Institut: Turnen. A. I.-Jugendgruppe: Montag — Donnerstag Abend verschiedene Kurse. Carl Grabenau, "ÜSSJSL1 Jnwelon.Uhten.GoM-ilsmerwaiei. Atelier qr Neu-u,Umarbeitung Telephon I, 6069. Auswahlsendungen gerne zu Diensten. und für Reparaturen. 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