Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 11 (1913)
- Issue
- Heft 34 (29.8.1913)
- Date
- 1913-08-29
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite lö. Frankfurter Israelitisches Familkenölükt. ia 34 Die Einnahmen und Ausgaben balanzierten im vergangenen Jahre mit 31161 Von den Ausgaben erwähnen wir: Haushalt 11231 AL, Bekleidung 3333 AL und Gehälter 5368 JL Der Bericht gedenkt in warmen Worten Kommerzienrats Louis Feist s. A., der 1891 nach dem Tode seines Onkels M. T. Sondheimer s. A. in die Verwaltung eintrat und seitdem mit Rat und Tat darin wirrte. „AgudaS Jisroel"-Jugendgruppe. Infolge der großen Beteiligung bei dem am Sonntag veranstalteten Ausflug wird die A. J.-Jugendgruppc Sonntag, den 7. September, wieder eine Tour machen. Oberursel — Feldberg — Saalburg — Homburg. Näheres wird noch bekanntgegeben werden. Kleine Notizen. Kapellmeister MaxBertuch vom Fürstlichen Schauspielhaus in Kottbns, Sohn des Herrn Martin Bertuch, hier und Schüler des Dr. Hochschen Konservatoriums, ist an das Stadttheater in Hanau berufen worden. Herr Bertuch wird überall von der Kritik aufs günstigste beurteilt. Es dürfte ihm noch eine große Zukunft bcvorsrehen. Kantor MosesIasgor aus Rußland wird Samstag vorm. (Beginn: 7h» Uhr) im Bcis-Hamidrasch (Hinter der schönen Aussicht 11) vorbeten. Rotoert Gerlaob. ■ Frankfurt um Main, Mainzerlandstrasse 166 H Telephon-Ami I, 5375. ■ Konstn. Banschlosserei, Eisen-Konstruktionen, Schau- ■ fenster-Anlagen, Werkstatt für kunstgewerbliche Metall- H arbeiten in Eisen, Bronce. Messing, Beparatnrarbeiten. ■ Surrst rrrrd LUeramr. Buch prob e aus: Herford „D äspharisäische In den. tum": „Einen Zaun um die Thora machen" ist ein berühmter Satz, der viel mißverstanden worden ist. Ganz gewiß schließt er nicht die Wsicht in sichein starres System von Vorschriften aufzustellen, in welchem alle geistige Freiheit, welche die erleuchtete Seele in Gemeinschaft mit Gott genießt, verloren gegangen wäre. Die talmudischen Rabbinen, welche diesen Satz sich ganz zu «gen machten, lasen niemals eine solche Absicht aus ihm heraus, noch glaubten sie, dadurch irgend eine derartige Einbuße an ihrer geistigen Freiheit zu erleiden. Und in der Tat erlitten sie keine. Die Meinung, daß sie einen solchen Verlust dadurch erlitten, existiert lediglich im Kopse von Christen, die hier eine Erfahrung mißverstanden, die sie als Christen nie gekannt haben. Was unter dem „Zaun um die Lehre" immer verstanden wurde, das waren die Mittel, die gebraucht wurden, um die göttliche Offenbarung vor Schaden zu bewahren, so daß der geheiligte Bezirk so zu sagen immcr für -die Menschheit frei und offen bleibe, um die Gottheit zu betrachten und mit ihr zu verkehren. Und so weit die Thora positive und negative Vorschriften enthält, bestand der Zaun seinem Wesen nach aus Warnungen, die den Menschen vor Uebertrciungcn bewahren sollten, bevor es zu spät wäre. Die bis ins kleinste gehende Masse von Vorschriften, die im Lause von Jahrhunderten unter der Bezeichnung Halacha oder Regel für rechtes Verhalten ausgearbeitet und schließlich dem Talmud cinverlcibt wurden, war ein Teil der Thora selbst in genauerer Ausführung und enthielt die göttliche Lehre, so weit sie sich auf bestimmte Seiten der Lebensführung bezog. Und wenn selbst die Halacha das starre und drückende System gewesen wäre, als welches sic oft hingcstcllt wurde, welches aber diejenigen, die es erdachten und die unter ihm lebten, nicht als solches empfanden, war es doch nicht dieses System, welches den „Zaun um die Thora" bildete. Die religiösen Führer des jüdischen Volkes von den ältesten Schriftgelehrten bis zum spätesten Rabbiner, dejsen Worte dem Talmud einverlcibt sind, waren es, welche den „Zaun um die Thora" machte» und diese ihre Arbeit so gut verrichtete», daß, was auch sonst im Laufe der grausamen Jahrhunderte Israel entrissen wurde, die Thora ihm blieb und noch bleibt, der eigenste Schatz des auscrwählten Volkes. Das pharisäische I n d c n t n m in seinen Wegen und Zielen, gestellt von R. Travers Herf o r d, B. A, Autorisierte Uebcrsctznng aus dem Englischen von Rosalie Perles. Mit einer Einleitung von,Fclix Perles. 275 Seiten. 3,50 AL, geb. 4,50 AL Leipzig, Gustav Engel. Felix Perles hat dem Renzcnsenten die Arbeit leicht gemacht, denn er braucht nur das zu wiederhole», was Perles in seiner Einleitung sagt. Es heißt da: . . Es ist R. Travers Herford B. A., dessen im vorigen Jahre erschienenes Werk über den Pharisäismus nicht nur bi ne wissenschaftlich wertvolle Leistung, sondern geradezu eine sittliche Tat bedeutet. Aus Hibbert-Vorlesnngcn am Manchester College in Oxford hervorgegangen, bietet sie in engem Rahmen eine auf selbständiger Quellenforschung beruhende, doch gemeinverständliche Darstellung vom Werdegang des pharisäischen Judentums, die er st« völlig vorurteilslose Behandlung des Problems, zugleich wohl auch die erste Schrift eines christlichen Theologen über das- Judentum, die keine andere Tendenz hat, als Gerechtigkeit im höchsten Sinne des Wortes." Und weiter: „Als Haupteigenschaft Herford's ist seine tiefe Religiosität hervorzuheben, die aus jeder Zeile seines Buches hervorleuchtet und seinem Stil häufig etwas feierlichweihevolles gibt. Diese tiefe Religiosität befähigt ihn auch, in die Tiefen einer fremden Religion einzudringen und sich in die Seele ihrer Bekenner ganz hincinzudenken und hineinzufühlen. Er belauscht ihre geheimsten Regungen und unscheinbarsten Äeußerungcn, um zu ergründen, >vas sie denen bedeuteten, die unter ihr lebten. Dazu gehört eine nicht geringe Selbstentäußerung, eine Fähigkeit, seine eigenen Anschauungen und Neigungen völlig zu vergessen und den Gegenstand nur sub spccie acterni zu betrachten." Hickl's Jüdischer Bolkskalender. XU. Jahrgang. Jüdischer Buch- und Kunstverlag, Brünn. Preis: Kr. 1.—. Aus dem Inhalte: Prof. Dr. Ad. Kurrcin: Mordechqi und Haman. — M. Saherlag: Jossel, der Totschläger. — Dr. H. Bergmann: David Schimonowitz. — David Rothblum: Lose Blätter. — Adolf Stand: Alfred Rassig. — Dr. M. Steif: Die Probe aus die Messiaszeit. — Lorenz Scherlag: Mein Vater. — Moriz Antscherl: Josef Weiße. — Dr. I. Rabbinowicz: Die Fichtenhaine und der Steinhaufen auf der Waldwiese. — Dr. I. B. Sapir: Der Zionismus in der jüd. Geschichte. Mirjams Siegesgesang. — Prof. Dr. I. Rabbinowics: Einige rabbiuische Witze. — Dr. I. Günzig: Kalendarium für das Jahr 5674 der Wcltschöpfnng. — Synagogcn- Ritual. — Illustrationen. Mitteilungen zn r jüd. Volkskunde: Herausgcgebcn von Dr. M. .G r » n w a l d, Rabbiner der isr. Kultnsgemcindc in Wie»._ 16. Jahrgang, 3. Heft. Inhalt: Bert Brodcr (N. M. Gelber) — Bemerkungen zur „Fürthcr Megilla" (Löwenstein) — Zur jüd. Kulturgeschichte im österr. Vormärz (Grunwald) — Büchcrschau. Die Frei st a t t. Alljüdische Revue. Augnst-Heft. Einzelnummer 50 Pfg. Verlag der Freistatt, Eschweiler. Das vorliegende, sehr stattliche Heft ist hauptsächlich dem Zionistenkongreß gewidmet. Besonders 'Davis T r i e t s ch in seinem Artikel „Oppositionen" und L. C h a s a n o w i t s ch in seinem Artikel „Die hebräische Universität" sprechen Worte, von denen wir wünschen, daß jeder Kongreßdelegierte sie hören und durchdenken möge. „D er O r i e n t", die von der „A l lg c m e i n c ii I n dische » K v l o n i s a t i o n s - O r g an i s a t i v hcrausgegcbene Zeitschrift, veröffentlicht in der eben ^erschienenen Doppelnunimcr pro Juli-August genaue Angaben über die neue Kolonie Kiriath Mosche und eingehendes Material über ' die Palästina-Bodenerwerbs-Gcnossenschaften. Hervorzuheben ist ein Bericht über de» Anteil der orthodoxen Juden an der Palästina-Kolonisations-Bewegung sowie ein Auszug ans dem neuen türkischen Katastergesetz. Der in Charlotteuburg verstorbene Rentier Max Krain hat der A. I. Ä.-O. ein Vermächtnis von 20000 AL hinterlasscn. Jüdischer Humor des Osteus. Inden läßt man in Kiew nicht sitzen, — weil sie Juden sind. 'Beilis läßt man dort sitzen, — weil er Jude ist. Wo ist da die Logik? Ob das Konsilium von 7000 Acrzten, das jetzt in London tagt, ein Heilinittel für die jüdischen Zoraus ausfindig machen könnte? Es ist ein Unglück mit dem schlechten Wetter auf der Sommerfrische! — Was geht es dich an, du bist doch in der Stadt? — Aber meine Frau ist in der Sommerfrische und kommt nun zurück., „Moment." Allgemeine Mitteilungen. Herr Wilhelm Zellner, der in Leipzig eine große Fleischerei und eigene Geflügelmastanstalt betreibt, hat im Hause N ikolaistr. 36, einige Minuten vom Hauptbahnhof, ein erstklassiges koscheres Speise- und Bierrestaurant eröffnet. Jederzeit kann man nach Original-Wiener Art Diners und ä la carte speise», auch ist ein Hamburger kaltes Büffet aufgestellt. Die direkte Aufsicht führt das Leipziger Rabbinat, und liegt die Leitung in den Händen eines bewährten Fachmannes. Vereins-Kalender. Samstag. „Montefiore^-Verein, 11 Vi Uhr, Bleichste. 70: Schiur (Dr. May); Wh Uhr: Schrifterklärung, Geschichte der Frankfurter Juden. — Verein „Mekor Chaj im", 4 Uhr, Langestr. 18:-Mikrovortrag (Max Meyer). — A. I.-Jugendgruppe, Hanauerlandstraße 17, 10 Uhr: Doroth Korischaunim; 11, 12, 4i/i Uhr: Talmud; 11 Uhr: Mädchengruppe gemütliche Zusammenkunft; 51/4 Uhr: gemütliche Zusammenkunft der Jugendgruppe in der Suppenanstalt. — Verein „Tisercs Bach ur im", 43/4 Uhr, Bleichste. 70: Talmud-Vortrag (Rabb. Dr. Horovitz). Sonntag. „M 0 n t c f i 0 r c" -Verein, 8% Uhr morgens: Führung durch die Ausstellung Franks. Kunstschätze (Prof. Dr. Hülsen); 8>/» Uhr abends, Bleichstr. 70: Soinmerfest (musikalisch-deklamatorische Vorträge, Tanz). — Ä. I.-Jugendgruppe, vorm. Vh Uhr: Talmud. - Montag. Zion. Vereinigung n. Zion Inge n d g r u p p e, S3/i Uhr, blauer Saal Kanfm. Bereinshaus: Kongreßtag. — Verein selb st st. isr. Handwerker u. Gewerbetreibender, 9 Uhr, Cass Goldschmidt, 'Parterre: Versammlung. Dienstag. Jüd. Turnverein, 8}/s Uhr, Hasselsches Institut: Turnen. Mittwoch. Zion. Jugcndgruppc, 9 Uhr, Hermcsweg 25/27: Hebräischer Sprachkursus. — „M ontcsiore"- Verein, 9 Uhr: Jud Süß (David Sulzbacher). Donnerstag. Jüd. Turnverein (Damenriege), 8ys Uhr, Hasselsches Institut: Turnen. A. I.-Jugendgruppe: Montag — Donnerstag Abend verschiedene Kurse. Wenn Öle MliWActie Augen Iwocu, wenn Ihre Augen beim beben w der Ferne oder beim Lesen und Arbeiten ermüden, oier wenn Ihre eiten Glaser nicht mehr za passen scheinen, ein Versuch mit unseren modernen-. O. Z.-Aagenglilseni wird in den meisten Feilen Abhilfe schaffen. Diese Gläser werden in eilen Nammem und Starken den individuellen Bedürfnissen entsprechend geschliffen. 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