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Neue jüdische Presse · 1913-08-08 · Heft 31 (8.8.1913) · p. Seite 10

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
11 (1913)
Issue
Heft 31 (8.8.1913)
Date
1913-08-08
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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Seite 10. Ar. 31. Frankfurter Israelitisches Famigen-latt. VndapeK. Der Pester Israel, Frauenderein verausgabte in seinem, abgelaufenen Rechnungsjahre 30301 Kronen an Barunterstützungen, Mietbeiträgen und Heiratsaus stattnngen, 111631 Kr. für seine Abteilung Waisen, 18623 Kr. für seine Volksküche und 42 364 Kr. für sein WSchnerinnenheim. Frankfurter Berichte. Kleine Notizen. Bernhard Kahn, Inhaber der Baukfirma Kahn u. Co., erhielt-voni Großherzog von Hessen das Ritterkreuz 1. Ktzasse des hBerdienstordens Philipps des Großmütigen. Am 13. August > blickt -Herr Hermann KlibanLky auf.eine 25 jährige Tätigkeit im Hause M. A. Wolfs dahier zurück. Herr Klibansty, der seit 25 Jahren das Ausland bereist, ist einer der wenigen, die trotz aller Beschwerden, die Las Reisen im Auslande bietet, stets als «Wr, übcrzeugungstreuer Jehudi lebt. In Paris, das Ihm zur zweiten Heimat geworden, bildet er mit den wenigen, anderen deutschen Familien die feste Stütze der dortigen -Orthodoxie. R. Die Wandergruppe des „M o n t e f i o r c"- .Bereins hat mit Rücksicht auf die Trauerzeit ihre für Sonntag, den 10. August, geplante große Rheiutour auf Anfang September verlegt. Es findet dafür eine Nachmittagswanderung in den Stadtwald statt, die, .wie die früher mit so viel Erfolg veranstalteten, unter der Leitung des Herrn Dr. Ettlinger steht., Reichstagsabgrordnetcr Dr. Ludwig Haas-.Karlsruhe übernimmt eine leitende Stelle in der Redaktion der Frankfurter Zeitung. Srmst rmd Literatur. Geschichte der Juden in Stadt und Land Salzburg von den frühesten Zeiten bis « auf die Gegenwart. Nach handschriftlichen und gedruckten Quellen bearbeitet und dargestellt von Dr. Adolf Altmaun, Rabbiner in Salzburg. Mit 14 Abbildungen und 1 Faksimile. (Erster Band: Bis zur Vertreibung der Juden ans Salzburg, 1198.) Berlin, Merlag von Louis' Lamm, 1313. — ' Die. Geschichte der Juden in Salzburg mar bisher im allgemeinen eine terra incvgnita. Weder die alten noch die neuern Geschichtsforscher, die sich mit der Geschichte der Juden in den einzelnen Ländern beschäftigten,' haben der Geschichte der Juden in Stadt und Land Salzburg die geringste Aufmerksamkeit geschenkt oder auch nur vorübergehend Erwähnung getan. So erwähnt, z. B. Graetz die Juden in Salzburg mit keinem Worte. Auch der bekannte Josef Hakohen aus Avignon, der Verfasser des wichtigsten Quellenbuches „Emek habachah", der die Leiden Und die Verfolgungen der Juden in den verschiedenen Länder» Europas erzählt und so auch von den übrige» Alpenländern, zum Beispiel Steiermark und Tirol, manches Interessante berichtet, schweigt über die Salzburger Juden, obgleich ihr Martyrium viel größer war. als dasjenige der Juden in Steiermark und den andern Alpenländern. Desgleichen schweigen sich Baumgarten und Tänzer in ihren. Beitrage» zur Geschichte der Juden in Steiermark, Tirol und.. Voralberg über die Juden in Salzburg gründlich aus, wiewohl sich so manche Berührungspunkte zwischen Salzburg (und den genannten Ländern auf Schritt und. Tritt ergeben. Selbst das in neuester Zeit erschienene, ursprünglich von Hecht und Kaiserling .bearbeitete „Lehrbuch der jüdischen Geschichte und Literatur" erwähnt nur ganz kurz bloß die grausame Verbrennung der Juden in Salzburg zur Zeit des „schwarzen Todes" rm Jahre 1343 und ihre letzte Vertreibung von dort im Jahre 1138. Bon der ersten, zwischen diesen beiden Zeiträumen liegenden , grausamen Plünderung und Ausrottung der Juden oaselbst und den sonstigen erwähnenswerten, höchst denkwürdigen Tatsache» weiß auch dieses Buch nichts zu berichten. Diesem seit lange sich fühlbar gemachten Mangel will der geehrte Verfasser »nt seiner Schrift abhelfen. Sie soll eine Lücke in der allgemeinen Geschichte der Juden ausfüllen. Und man muß sagen, es ist eine überaus verdienstvolle und gelungene Arbeit, mit der hier der gelehrte Verfasser unsere Geschichtslitcratur bereichert hat. Mit einem außerordentlichen Fleiß und mit einer bewundernswerten Sachkenntnis sind hier die einzelnen, in verschiedenen gedruckten und ungedruckte»' Quellen zerstreut umherlicgendcn historischen Daten gesammelt und zusammengetragcn, ist hier der Anfang und die Entwicklung der Geschichte der Juden in Stadt und Land Salzburg dargcstellt und erzählt. Dr. A l t m a n n weist nach, daß schon zur Zeit der Römer, wenn auch nicht in Salzburg selbst, so. doch jedenfalls auf. späterem salzburgischcn Boden, in Juvavum, Juden vorhanden waren, wobei er wohl keinen. Anspruch auf streng historische Exaktheit macht — die dürfte bei den wenigen Quellen, die über Salzburgs fernste Vergangenheit vorhanden sind, auch nicht möglich sein: Die eigentliche, urkundlich belegte Geschichte der In- . den in Salzburg beginnt erst im letzten Viertel des 13. Jahrhunderts. Die Quellen fließen aber um diese Zeit noch ziemlich spärlichreichlicher erst um die Mitte des 11. Jahrhunderts, zur Zeit des 31. Erzbischofs Ortholf von Weißencck. Sie umfassen das ausgehende 14. und das ganze 15. Jahrhundert, das die eigentliche Hauptperiode der Untersuchung dieses Buches bildet. Es ist unmöglich, den reichen Inhalt dieses Buches, das drei große Abschnitte umfaßt, in einer kurzen Besprechung wiederzugeben. Hier mag nur aus die wichtigen und sehr interessanten Mitteilungen über die verschiedenen Plünderungen und Verfolgungen der Juden in Salzburg bis zu ihrer.endgiltigen und vollständigen Vertreibung daraus um das Jahre 1438 hingewicsen werden. Sehr interessant sind die' Berichte über die Aiisiedelungsverhältnisse der Juden in Salzburg unter den Erzbischöfen des 15. Jahrhunderts und ihre Stellung zur Zeit Kaiser Friedrichs des Dritten. Nicht minder ivichtig sind die Mitteilungen über die schlechten Geldverhältnisse der dach maligen Bischöse in Salzburg und über die verschiedenen Verbindungen des dortige» Domkapitels mit auswärtigen reichen Juden während und nach der endgiltigen Ber-;■ bannung der Juden aus Salzburg. Es ist keine Glanzzeit, welche in diese» Kapiteln vor-; getragen wird, sondern eine im ganzen recht düstere und -! traurige Zeit, aber der jüdische Geschichtsschreiber hat häufig 'genug von solchen Epochen zu berichten; es wäre sehr zu wünschen,, wenn dieser Bericht immer in der Weise geschähe, wie er an dem ipvrliegendcN Buche zu rühmen ist. Denn . cs ist krineswegslbkoß die Gediegenheit der äußeren Ausstattung,. die uns ersxeutch sondern die Schlichtheit und - her Ernst der Darstelipiig. Niemals öde Deklamation choher^ gar gehässige Angriffe gegen Andersgläubige, sondern ernste und sachliche Darstellungen; nicht nur Bernfeilen bei den äußeren Schicksalen, sondern tiefes Eindringen in die Kultur- und Bildungsvcrhältnissc der damaligen Zeit. Wir können dem geehrten Verfasser für diese seine erste und bis jetzt einzige zusammenhängende Darstellung - der Geschichte der Juden in Salzburg von Herzen dankbar sein und dürfen mit Recht dem zweiten ängckündigten Bande dieses ausgezeichneten und überaus interessanten Werkes freudig entgegensehen. Loschitz. Rabb. Dr. I. Günzig. Vereins-Kalender. Samstag. „M o nt e si orc"-Bere i», 1U/4 Uhr, Bleichstr. 70: Schiur (Dr. May); 5(4 Uhr: Schrifterklärung, Geschichte der Frankfurter Juden. —Verein „Mekor Chajim", 4(4 Uhr, Langestraße 18: Mikro- . Bortrag (Roscnzwcig). — A. J.-Jug'endgruppe, Hanauerlandstr. 17, 11 Uhr: Talmudkurs. , ' , Sonntag. -,,M 0 n t e f i o r c" - B e r e i n: 2-- Uhr, Ecke Mörfeldrr- und Darmstädterlandstr. nach Wildhof, Grasen-: bruch. .— A. I. - Jug e it dgruppe, vorin. 7(4 Uhr: Talmud-Kurs. Dienstag. Jüd. Turnverein. Das Turnen, fällt diesmal aus. Mittwoch. „Mo n te f io r c"-Ve r ein, 3 Uhr: Chc- 'misches in der Bibel (L. Alt). Donnerstag. Jüd. Turnverein (Damenriege), 8>/° Uhr, Hasselsches Institut: Turnen. — Franks. Zion. Bereinigung, S3U Uhr, Blaues Zimmer Kaufniänn. Vcrcinshaus: Delcgiertenwahl. Carl Grebenap, "ZLA? MNMDM Telephon I, 6069. Auswahlsendungen gerne zu Diensten. .>■ ■ Wäscherei aut dem Lande. Färberei nnd ehern. Waschanstalt 10. Seihet, Löruigkeim a. Main empfiehlt sich in Herrsoliaftswäsolie unter Zusicherung .guter Bedienung. Garantiert frei von Chlor. Rasenbleiche. Rasenbleiche. 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