Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 11 (1913)
- Issue
- Heft 26 (4.7.1913)
- Date
- 1913-07-04
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Leite 12 Frankfurter UraeWschS FömMeMatt. Nr. 26. stunden schriststellert er. Das Mitgefühl zn seinen Mitrncnschcu findet denschönsten Ausdruck in einer werktätigen Liebe. Darin wirb er von seiner jungen Frau Serena, die vorinals eine bedeutende Klavierkünstlerin war, mit seinem Verständnis unterstützt. Ihr Wesen strahlt eine 'Schönheit aus, die Zeugnis von ihrem Charakter ablegt. Es sind Adclsmcnschc», Heinz und Verena, wie wir sie kaum wieder finden dürften. 'Ans erster Ehe brintzt Heinz seiner jungen Frau einen Knaben mit. Hcino liÄt in knabenhafter, frühreiscr, etwas erotisch gefärbten Liebe seine junge Stiefmutter, die er jedoch für seine rechte hält. In einer maßlosen Verblendung stötzt er seinen Halbbruder Erich, ein „Sonncnkind", voller Liebe für alles Lebende, ins Wasser. Er überwindet sich später, indem er seiner Leidenschaft für seine Halbschwester, die nach Erichs Tod geboren Ivurde, entsagt. Noch einige Personen werden geschildert: Janina, eine russische, sehr exaltierte Studentin; die abenteuerliche Schicksale erlebt hat, der Tater Heinzens, der in die Netze einer Dirne geraten ist. Zwei Söhne, Iwan und Fetja, sind diesem Verhältnis entsprossen, die in ihrem Halbbruder Heinz einen väterlichen Freund gefunden haben. Besonders angenehm berührt werden wir durch die liebevolle Zeichnung zweier Juden, die vor allem unser Interesse für dieses Buch wachrufcn. In Moses Silberstein, einem alten Uhrmacher, tritt uns eine liebenswürdige Persönlichkeit entgegen. Voll tiefem Verständnis für die Eigentümlichkeit im Menschen, ein Philosoph im . kleinen Kreise, lernen wir in Moses kennen. Dem Hause Stürmer und besonders den Kindern in herzlicher Liebe zugetan, nimmt er an allen Ereignissen Lurch Wort und Tat innigen Anteil. Sein Neffe, Ephraim Rosenblüt. ist ein junger Mensch, dessen musikalisches Genie von Verena erkannt wird. Dank ihrer Güte wird cs chm ermöglicht, sich im Gesänge aüsznbilden. 'Qez Schluß des 'Buches ist fragmentarisch. Verena, die Den allen Moses aus seinem Häuschen, das durcki eine verrückte Bettlerin in Brand gesteckt wurde, retten will, stirbt, durch ein thyphöses Fieber dahingerafft. Es ist zu bedauern, daß der Roman so jäh aushört, ohne eigentlich beendet zn sein. Dadurch wird ihm manches von seiner Schönheit genommen. Auch ist zn bedauern, daß die Verfasserin die Charaktere zu ibeal gezeichnet hat. Solche Adelsmcnschcn wie Verena und Heinz' gibt cs wohl kaum. Sehr stimmungsvoll ist die Schilderung der Natur, bisweilen geradezu meisterhaft. Auch die Schreibweise ist ungekünstelt und vornehm gehalten. E. G. Achad-Haam, Am Scheidewege. 1. Bcknd. Aus - dem Hebräischen von Israel Fried!acnder. % Auflage. 272 Seiten. 4 Jk Berlin, Jüdischer Verlag. Herzl legte das Schwergewicht der zionistischen Arbeit auf das polittsche Moment, die gegenwärtige Zionistische Leitung betreibt als erstes die praktische Arbeit in Palästtna, und Achad-Haam bettachtet beides als sekundär, er will vor allen Düngen ein geistiges, nationales Zentrum in Palästina geschaffen - sehen. Denn wen» in Palästina das Judentum wieder kraftvoll in die Erscheinung trete, werde von Palästina ein Fluidum auf die Jndenheit aussttömcn, das erst die Jndenheit vcrjübische und sie befähige, Palästtna wirklich zu. besitzen. Wir glauben: erst in der harmonischen Vereinigung und gleichmäßigen Berücksichtigung des politischen, des prakttschen und des geisttgen Momentes wird die zionistische Organisation ihrer Aufgabe gerecht und erhält die nötige Kraft zu einer fortschreitenden Entwicklung. Achad-Haams Gedanken sind für den Zionismus von außerordentlicher Wichttgkeit. Doch die zionistische Organisation. die erst den Gedanken Achad-Haams Beachtung gegeben hat, ist durch den „Polittker" Herzl geschaffen worden. Achad-Haam, dieser originelle und hervorragende Denker, sollte von jedem denkenden Juden —. einerlei welcher Anschauung — gelesen werden. Jeder wird bei ihm irgend welche Beanstandungen haben, jeder wird aber auch reiche Anregungen von ihm empfangen. Juden als Erfinder und Entdecker. Veröffentlichung der Henriette Bccker-Sttftung. 126 Seiten, 8 Porttättaseln, geb. 3 Jk Berlin - Wilmersdorf, Welt- Verlag. Inhalt: Juden als Erfinder und Entdecker (Dr. Nathan Birnbaum) — Biographien jüdischer Erfinder und Entdecker ^Ernst Heppner) — Alphabetisches Verzeichnis einer größeren Anzahl jüdischer Erfinder und Entdecker. Der Titel des Buches spricht bereits für den Inhalt. Uns Jude» wird immer wieder von gehässiger Seite nachgesagt, daß es uns an Genien mangelt, und daß wir ein Volk des Zweckes seien. Diese Behauptungen zerstört das Buch gründlich. Bei einem solchen Buche sollte man aber als selbstverständlich voraussetzen, daß nicht etwa Nichtjuden als Juden in Anspruch genommen werden. Wir haben zwei derarttge Fehler festgestellt: Der berühmte Physiker Heinrich Hertz und Philipp Reiß, der Erfinder des Telephons, waren Christen und nicht jüdischer Herkunft. Jüdisches Literatur-Blatt. 'Herausgeber: Rabb. Dr. L. A Rvscnthal, Berlin N. 4, Chausseestr. 108 34. Jahrgang, 4. Heft. Inhalt: Der Mischnahttaktat Orlah, sein Zusammenhang und seine Quellen (A. Rosenthal) — Die ältere Mischnah im Sisra (Gandz) — Moses, der Erzieher (Rahmer) — Besprechungen. Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums. Herausgeber: Dr. M. Braun. 57. Jahrgang, 3. und 4. Heft. Breslau, Koebner'sche Verlagsbuchhandlung. Inhalt: Christ!. Talmudforschung (Aptowitzer) — Eine unbekannte jüdische Sekte (Ginzberg) — Die Familie Scheintod in ihren Beziehungen zur Philosophie (Guttmann) — Jakob Polak, der Baal Chillukim in Krakau, und seine Zeit (Balaban) — Die Judcngcsetzgebung Friedrich Wilhelms II. (Lcwiu) — Notiz, Besprechungen nsw. Indische Zentralbibliothek in Jerusalem. Dem Jahresbericht des i l f s v c r c i n d c r D e u t - scheu Juden", der die'Zentralbibliothek mit 2000 Frcs. subventioniert, entnehmen wir folgendes: 'Die Bibliothek hat im Berichtsjahre ihr stilles kultilrellcs Wirken fortgesetzt. Gelehrte und Studierende soivic das Laienpublikum machten von dem großen Bücherschatze nach >rie vor ausgiebigen Gebrauch. In der Zeit vom 1. Oktober 1911 bis 30. September 1912 wurden aus der Bibliothek 7138 Bände ausgeliehen: a) Hebräische Bücher: 4899, und zwar Klassiker und Belletristik 1905 Bände, wissenschaftliche Werke 1101 Bde., Geschichtswerke 624 Bände, bibl. .und rabb. Schriften 1269 Bände; b) Fremdsprachliche Bücher: 2239, und zwar Deutsch 945 Bände, Russisch 708 Bände, Französisch 327 Bände, Englisch 259 Bände. In der Bibliothek wurden 12 206 Bücher benutzt. Die Zahl der Besucher betrug 21206. Die Büchersammlung wurde im verflossenen Jahre durch wertvolle Bücherschenkungen von Herrn Joel Levy in Nottingham und Dr. F r i e d e n w a l d in Baltimore bereichert. Leider reicht der Raum nicht mehr hin, um die vielen Bücher so unterzubringen, daß sie alle der Benutzung seitens des Publikums zugänglich gemacht werden können. Spende«. Für den'Jüd. Nationalfonds gingen ein: Jsaac Heimann, anläßlich Jahrzeit seines Vaters s. A- (29. Siwän) 20,— Jk Karl Rosenheimer dankt Herren cand. med. Meyer und Wolpert für Gefälligkeit 1,— „ Der Vorstand des Jüdischen Turnvereins Frankfurt a. Main dankt Herr Oberlehrer Tachauer für die vorzügliche Leitung seiner Turnkurse und stiftete ans seinen Namen 1 Oclbaum 6 ,— Jk Würzburger - 1,17 Jk Weißer 0,45 „ I. S. Oppenheimer 5,20 „ N. N. 0,30 „ I. Heimann 9,58 ,, Speier 1 77 H. Oppenheinier 4,40 „ Nußbaum 1,60 „ Steigerwald 1 - Wallach 0,93 ,, Leviesohn 5,68 „ N. N- 1.84 „ Simon 2_ Strauß , 2.50 „ Für Ferien und Reise bietet unser -N Aus verkauf h Herren-, Mennri JOngllngs-Sommer-Kleldung 9 h E E A RR pi a S| I Trotz unserer bekannt billigen Preise gewähren SCOI m- S J e V ■ » U I I RS ■ wir auf sämtliche nicht reduzierten Sommerwaren 19 |< Aussergewöhnliches Angebot der Knaben-Abteilung I welche an der Kasse in Ahzug gebracht werden. 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