Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 11 (1913)
- Issue
- Heft 25 (27.6.1913)
- Date
- 1913-06-27
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 25. sichen Beschäftigung heraiigezogeu Iverdeu. Dankbar anznerkeiinen sind die Zuwendungen aus verschiedenen Stiftungen der jüdischen Gemeinde zu Berlin und Dresden, der Emil und Gertrud Masse-Stiftung in Berlin, der Baronin von Cohn-Oppenheiiii-Stiftnng in Dessau und namentlich der zahlreichen Bno Briß - Logen, die zu den schätzenswertesten Gönnern der Anstalt zählen. Crailsheim. 25 jähriges Juvitäum der Chevrv Bi kur Eh v lim. — Scho» am Borabend versammelten sich sämtliche Bereinsangeyvrige zum gemeinsamen Gottesdienste i» der hübsch geschmückten Synagoge. Am Festtage selbst wurden die Begründer des Vereins zur Thora aufgeriifeii und spendeten namhafte Beträge sür die verschiedenen Wohlsahrtscinrichtnngen in der Gemeinde. Eine von Haupllchrcr Straus; tief empsnndene und vortrefflich angelegte Festpredigt, umrahmt von der Feier angepaßte», ausgezeichnet vorgetragenen Gesängen des Synagogen-Chors, gab dem Festtag eine würdige Weihe. Nach Schluß des Gottesdienstes begaben sich die Mitglieder in das Schiur-Lokal, um dort in gewohnter Weise Vorlesungen ans der heiligen Thora entgegenznnchme». Die weltliche Feier fand 'am gleichen Tage, abends von 6 Nhr ab, in dem sinnreich dekorierten Saale des Hotel Faber statt. Eingeleitet wurde diese durch einige Musikstücke. Der Vorstand, H ermann G o l d st e i n. widmete den zahlreich erschienenen Mitgliedern und Fcstgästen herzlichen Willkommengrnß und gab seiner Freude über die stattliche Beteiligung beredten Ausdruck. Rach einigen von der Musikkapelle flott vorgetragenen Piecen folgte die von Bertold Stein in freundschaftlicher Weise übernommene F e st rede. Mit einer Zuriickerinncrnng an die glorreichen Befreiungskriege und Abschüttelnng des französischen Joches vor 100 Jahren sowie mit einer patriotischen Kundgebung zum 25jährigen Regiernngsjubilänm unseres Kaisers Wilhelm II., leitete der Redner seine Ansprache ein, ging ans den Vereinsfesttag über, sprach über die Entstehung, über die Entwicklung und über die. idealen Ziele, die der Verein Bikur Cholim verfolgt. Er berichtete über das viele Gute und Edle, das der Verein seit seinem Bestehen gestiftet und geleistet hat, rühmte das Andenken der im Verlause der Zeit dahingeschiedenen Mitglieder und erkannte warm an die Opferwilligkeit und Diensteifrigkeit der Bereinsangchorigen. In ausführlicher Weise rollte der Redner der zahlreiche» Versammlung ein Bild der Vereinsgeschichte auf, stellte sehr interessante Parallelen des Vereins mit einzelnen Thorastellen an, gedachte der reichen Stiftung an die Gemeinde sowie der namhaften Spenden sür die Bedürstigen und sprach das Gelöbnis ans, daß der Verein seine heiligen Pflichten Gemilns - Chcsed und Bikur - Cholim wie bisher auch weiter als sein höchstes Panier Hochhalten werde. Ein von Julius G o l d s ch m i d t mit feinem Verständnis und tiefem Gefühl vorgetragenes Lied fand den ungeteilten Beifall der Zuhörer. Dem humoristischen Teil trug Max Heckscher mit einem ausgezeichneten Couplet Rechnung, ivelches allseitig lebhaft applaudiert wurde. Jmauuel Rosen selb überbrachte als Vorstand die Gratulation des Brudervereins Geiuilus-Chasodim. L. H. Gold stein sprach im Namen des Kirchenvorsteheramtcs dem Verein für die hochherzige Stiftung, bestehend ans 3 prachtvoll ausgeführten. Thora-Mäntelchen und einer ebensolche,; Schnlchcu,decke, den besten Dank aus,, ebenso Herrn Berthold Stein für die tief zu Herzen gehende 'wahre Begeisterung hervorrnsende Festrede .und für die, die Aufgabe des Vereins so .wirkungsvoll belenchtenden Worte. Privatier E s s i n g e r gedachte in humoristischer Weise der Leiden und Freuden des Vereins, feierte in besonderer Art das älteste Mitglied, Herrn Moses G r ü n sselber, der für den Verein so viel Gutes gewirkt hat und nun 25 Jahre lang die Schriftführer- und Kassiererstelle mit größter Treue »ich/ Pünktlichkeit bekleidet. Den noch lebenden 12 Gründern des Vereins — Ludwig Friedmann, Moses Grünsfelder, Hermann Grünsfelder, Jakob Grünsfelder, Jakob Essinger, Bernhard Goldstein, Jesaias Levi, L. H. Goldstein, Dr: med. Adolf Rosenfeld, Oberanitswnndarzt, Isaak Kohn, Samuel Bär, David Heinsfurter — überreichte der Vorstand mit einer sinnreichen Ansprache Ehren-Urkunden. Mit einem Tanzvergnügen fand das Fest seinen Abschluß. Der Verlaus war ein allgemein fröhlicher, aber auch würdiger zu nennen, ans den der Verein Bikur - Cholim stets mit Stolz znrückblicken kann. Eine schönere, stiimnungsreichere, harmonischere Feier hat bis heute in unserer Gemeinde nicht stattgesunden. A«S -er zionistische« Bewegung. Berlin. Bei der Aktionskomitee-Sitzung fehlten Wolsfsohn, Ussischkin und die Pariser und die Londoner Mitglieder. Die Polemik der „Welt" gegen Rordau, Marmoreck und Cowen wurde verurteilt. Die Gründung einer Agrarbank wurde beschlos-' sen, über das.Programm des Kongresses nsw. beraten und die Frage der Verlegung des Nationalfonds-Direktoriums von Köln nach Berlin gutgeheißen. Dr. Bodenheimer dürfte gleichzeitig nach Berlin . ziehen. ' Dr. Tschlenow soll nach Paris fahre», um Dr. Nordnu zu veranlassen, zum Kongreß zu kommen.*) > Frankfurter Berichte. Verein zur Pflege und Unterstützung Israel. Kranker „Bilkur Cholim." Der Verein (Vors.: Dr. med. W. Hirsch; stellvertr. Bors.: Adolf Stern) verausgabte im vergangenen Jahre: *) Wie bereits aus Paris mitgeteilt wird/ ist die Mission Tschlenows gescheitert. D. Redakt, RranHurtzr ZsraettzW« KamLieMM. Milch 5938 JL, Eier 2619 JL, Mahlzeiten in nichtjüdischen Spitälern 3116 M., Medikamente, Instrumente nsw. 605 Mark, Bäder 109 M. nsw. Der Verein wendet seine Sorge hauptsächlich schwangeren und stillenden Frauen, armen jüdischen Kranken in nichtjüdischen Spitälern zu. Infolge beschränkter Mittel kann er nicht alle» Anforderungen genügen. Der Verein wird in seiner Hilfstätigkeit von den Damen der Jüd. Franenvcreinignng unterstützt. - Mädcheugruppe der AgudaS Jisroel. . Montag, den 9. Juni, abends 8>/» Uhr,, hielt die Mädcheugruppe der Agndas Jisroel ihre erste Versammlnng ab. Da des Jomtow lvegen nur kurz berichtet werde» konnte, kommen wir >>» Interesse der Sache nochmals daraus zurück. Der große Saal der Suppenanstalt war dicht besetzt. So viel frische Jngend! Ernstes, zielbewußtes Strebe», hehre Begeisterung, fester Wille, reger Eifer strahlte aus aller Angen! Es weitete sich unser Herz, ein stummes Flehen, stieg auf zum Allmächtigen, daß Er dem redlichen Bemühen Seinen Segen verleihe! In der heiligen Sprache unserer Väter begrüßte die Vorsitzende, Fräulein Jentilla Jeidel, die Versanunlung. Stets habe der jüdischen Frau das Geschick der Nation am Herzen gelegen, immer habe sie die Fordcrnngcn ihrer Zeit verstanden. So hat auch heute, wenn sich die »leibliche Jugend eint, um mitzuwirkcn an der großen Aufgabe der Ägndah, sie nur die Pflicht erkannt, welche die Zeit ihr gebieterisch anserlegt. Kau aumar lelveis Jaakauw, so sollst Du dem Hause Jakobs sagen. Damit sind auch Frauen gemeint, denn sie sind" zu Hüterinnen und Schirmerinncn des Gesetzes anfgefordert, sie, mit deren Einfluß das jüdische Haus steht und fällt. Aufgabe der Agndah sei, die Jugend auf ihr hohes Ziel hinzuweisen, sie dazu zu kräftigen, zu befähigen. Hierauf ergriff Fräulein C l e m e n t i » c Gvkdsch INidt das Wort, NI» auf obiger Grundlage die Ziele n n d Aufgaben de r M ä d ch e n g r n p p e zu entlvickeln. Durchdrungen von edelster Begeisterung und dadurch selbst begeisternd, verstand es die jugendliche Rednerin, uns klar und sachlich die Wege zn zeigen, die zur Erreichung des erstrebten Zieles leiten. Nicht ein Verein mehr ist gegründet, geeinigt haben sich aus allen Kreisen zu einer einzig eigenartigen Verbrüderung alle jüdisch Denkenden und Wirkenden, auf daß 'in der Gesamtheit die Kraft des Einzelnen erstarke, und sich hierdurch wieder die Gesamtheit hebe. Ein Bollwerk gegen die nivellierenden Ideen der Zeitströmung, ein Zeugnis dafür, daß echtes Jndentum wahre Bildung nicht ausschließt, im Gegenteil, ihr erst Vertiefung verleiht. Das hohe Ziel der Agndah schwebt auch deren Mädchengrnppe vor. „Auch unsere erste Aufgabe ist es," so führt die Rednerin ans, „einzudringen in den Geist unserer Gesetze, ihre durch Jahrtausende nngebrochene Kraft kennen zu lernen, und sie auch in nnjerem Leben zur Oberherrschaft gelangen zu lassen." Lernen wollen die Töchter des „Am Ho Seefer" — und, wenn auch Talmud, Gemorah und Mischnah versagte Gebiete bleiben — so wollen sie sich nm so mehr in die Schönheiten der Bibel vertiefe». Ein T e n a ch k n r s n s soll das Verständnis sür die Wichtigkeit der Pflichten der jüdischen Frau anbahnen, soll Anregung geben, die Forderung hes inodernen Lebens an altjüdischen Forderungen zn messen, um erstere aus ihren wahren Wert zn prüfen. Ein T c s i l l o h k u r s u s soll in die hohen eigenartigen Gedanken unserer Gebete einführen. Damit das jüdische Bolksbewnßtsein in den Herzen unserer jiingen Mädchen ungetrübt bleibe, bieten ein Kursus über D a u r a u s H o r i s ch a n n i m von Halevy und systematische G e s ch i ch t s v o r t r ä g e Gelegenheit, sich in die jüdische Geschichte zn vertiefen. Das Bolksbewnßtsein in uns fordert gebieterisch die Kenntnis unserer Sprache, der Sprache, die ein festes Band um die Inden der Diaspora schlingt. Damit sie wieder unser Eigentum werde, sind Sprachkurse eingerichtet, einer f ü r A n.s ü n g e r i u n e n, der zweite f ü r Fortgeschrittene. Auch zur Pflege der Geselligkeit, zur gegenseitigen Annäherung all der so verschiedenartigen Elemente soll die Mädcheugruppe zusammenrommen. In den schönen Räunien der Jugendgruppe wird ein Zimmer den Mädchen überlassen bleiben. Mehr als den jungen Männern, welche schon die Pflicht des Tages einander näher bringt, tut Zusan inenschluß den jungen Mädchen not, die gerade die Arbeit des Tages trennt. Um mit den anderen Mädchengruppen in Fühlung zn kommen, sollen Handarbeiten verschiedenster Art, die im Laufe des Jahres, ob zu Hanse, ob in gemeinsamen Zusammenkünften gefertigt werden, ani Ende des Jahres aus den einzelnen Gruppen gesammelt, in einer noch zn bestimmenden Stadt verkauft und der Erlös nach Erez Jisroel gesandt werden. Neben der Schulung des Geistes soll auch der Körper geschult werden. Die Mädchengruppe will zn diesem Zwecke einen T u r n k u r s n s einrichten. Die Rednerin fordert nun alle Anwesenden ans zu gemeinsamem, freudigem, andauerndem Schaffen. Ein harmonisches Zusammenklingen soll es sein aller Elemente, ein geschlossenes Zusammengehen der Haustochter, der von der Familie Gehüteten und Geschützten, mit der, die in ernster, oft schwerer Tagesarbeit selbständig im Leben dasteht, — alle sollen sich verbinden in dem einen Gedanken, in dem höchsten, idealsten Streben — im Leben und Wirken für unsere Thora/ Andauernder Beifall dankte diesen Ausführungen. Seite. 11. Dem anregenden Vortrag folgte lebhafte Diskussion über die einzelnen Punkte desselben. Frau B e st h o s f übermittelte der Mädchengrnppe ein herzlich „Glück auf!" der Jüd. Frauenvereinigung. Hierauf dankt Frl. Jeidel der Rednerin, äußert ihre Befriedigung über das Einverständnis der Versammlung mit den Zielen der Mädcheugruppe und schließt mit folgenden Worten der Pirkei OwciciiiS: Wandere nach einem Orte aus. wo die Thora eine Stätte hat: Ans der fremden Kulturwelt, die Dich umgibt, komme an den Ort, wo Dich der veredelnde Hauch echter Jüdifchkcit umweht, in viel kräftigerer Weise als das Elternhaus allein ihn zn spenden vermag. Sage auch nicht, sie, die Tauro, möge Dir Nachkommen, sich nach Dir richten, erziehe Dich empor zu ihr und ihren Forderungen. Und sage nicht, daß Deine Freunde sie Dir erhalten, also ans Dich käme eS nicht an, nein, nur gemeinsam können unsere idealen Güter gefördert werden. Auf Deine Einsicht, d. h. wie Du die Dinge cinzusehen vermagst, darauf verlasse Dich nicht, sondern komme in den glaubensfrohei^ jüdischen Kreis Gleichstrebender! .... Schließen -sie sich uns an, daß durch Sie unser Verein sich hebe, und Sie durch unsere Agndah erstarken zn vollen jüdischen Persönlichkeiten! Erholungsheim für isr. Frauen Baden-Baden. Am 22. Juni erfolgte in Baden-Baden in kurzer und schlichter Feier die offizielle Eröffnung des Erhol n n g s h e i m s für i s r. Frauen B a d e n - B a - d e n. Das Heim wird von einem in Frankfurt a. M. konstituierten Verein geleitet und geführt und bietet sür nahezu 20 Jnsassiiiiien Platz. Freifrau Mathilde von Rothschild zn Frankfurt a. M. hat die 'Anregung zur Errichtung dieses Heims und die Möglichkeit zum Erwerb des herrlich gelegenen Hauses gegeben, jedoch die fortdauernde- Unterhaltung dem neu gegründeten Verein übertragen. In einem weitreichenden und künstlerisch angelegten Garten liegt das Haus, das mit seinen schlichten und schönen Räunien sicherlich jeden Insassen und Besucher entzücken wird. Zn der Erössiliing lvaren die Behörden, zahlreiche Mitglieder der Bürgerschaft von Baden-Baden und der israelitischen Gemeinde und eine Reihe von Kurgästen erschienen. Außer dem Großherzvglichcn Amtsvorstand, Freiherr v. Reck, waren der Oberbürgermeister der Stadt Baden-Baden und die Vertreteriiinen der am Platz befindlichen Franeuvereiiie erschienen. Der Großherzogliche Oberrat der Israeliten war. durch Geheimen Oberregiernngsrat Dr. M e y e r und der Synagogenrat der Geineinde Badeii-Lichtenthal durch Rechtsanwalt Dr. Herrmann vertreten. GroßherzoginLuisevon ' Baden hatte durch den Amtsvorstand sowie durch die Präsidentin des Badischen Frauenvereins ans eigener Initiative ihr Interesse und ihre Glückwünsche ausgesprochen. Die Feier wurde durch den ssimmungsvollen Vortrag des Liedes „Die Himmel rühmen des Ewige» Ehre" seitens Kantor G r n n f e l d eröffnet. Darauf ergriff Herr Rechtsanwalt Horovitz -Frankfurt a. M., als Vorsitzender des Vereins, das Wort. Er begrüßte die Erschienenen lind dankte der edlen Spenderin, indem er ausführte, sie habe den Gedanken wahr gemacht: „Daß es in diesem herrlichen Tale, wo die Lüste milder wehen, wo lebensstärkende Quellen sprudeln, wo die Schönheit der Gottcsnatnr unvermittelt zu unserem Herzen spricht, nicht an einer Stätte fehlen darf, wo einer der Grundpseiler der sittlichen Weltordiiliug nach jüdischer 'Auffassung, Geinilus - Chassodim, werktätige Nächstenliebe zur äußeren Erscheinung kommt". Der Redner besprach dann in kurzen Worten die Geschichte des Vereins und seine bisherige Entwicklnng, äußerte sich znm Zwecke des Heims und sprach die Hossnung aus, daß aus den Räumen des Heimes Vielen Erholung und Gesundung ersprießen werde. Er schloß mit den Worten: „In unserer aller Bibel steht das Wort „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst". Einer der größten Lehrer Israels hat es festgelegt und verkündet, daß in diesem Spruche unserer Bibel das ganze Judentum mit all seinen Gesetzen und Vorschriften begriffen ist, daß dieses Wort die Grundlage unseres Glaubens ist und daß alles andere an Gesetzen und Gebräuchen nur Aus-stthrnng und Erläuterung zu diesem Grundwort der Religion darstellt. So wollen . wir es versuchen, mit diesem" Heime und mit dieser 'Anstalt von neuem das Grundwort des Glaubens zn künden und auszuführen in der Hoffnniig, daß die Mitarbeit und die Anteilnahme der Erschienenen uiid weiter Kreise uns die Möglichkeit gibt, diese Anstatt immer weiter anszubanen znm Heile der Menschheit und zn ihrer eigenen Ehre. Das walte Gott!" Der zweite .Vorsitzende, Hoflieferant I n l. M ayer- Baden-Baden, sprach gleichfalls den Dank an Freifrau' v. Rothschild ans. Er rühmte im weitere» Verlauf seiner ausgezeichneten Ansprache insbesondere die Verdienste des Ehrenmitglieds des Vorstands, Michael M. Mainz-Frankfurt a. M., um den 'Ankauf und die Einrichtung des Heims, dankte den Ehrendamen Frau Mainz und Frau Dr. Stern- Baden-Baden siir die mühereiche 'Arbeit, mit der sie für das Wohl der Insassinnen und für die Einrichtnng der einzelnen Räume gesorgt haben. Nachdeni Rechtsanwalt Dr. Hermann noch die 'Anerkennung der Synagogengemeinde Baden-Lichtenthal und das Gelöbnis der Unterstützung des Heims abgelegt hatte, ergriff das Mitglied des Verwaltungsausschusses Rabbiner Dr. iln na-Mannheim das Wort zn einer kurzen Weiherede. Rundgang und Imbiß schlossen die Feier. Es ist zu hoffen, daß die Anteilnahme weiter Kreise der Anstalt die Möglichkeit geben wird, ihre Tätigkeit nicht nur ini Sommer, sondern auch im Winter "anszuüben. Anmeldungen zur Mitgliedschaft und Spenden können an die Verwaltung (Rechrsanwalt Horovitz-Frank-' fnrt a. M., Hoflieferant Jntius Mayer-Baden-Baden und Schatzmeister Bankier Willy Dreysiis-Franksnrt a. M., Alte Rothofstraße oder das' Heim selbst (Baden-Baden, Werderstraße 24) übermittelt werden.