Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 11 (1913)
- Issue
- Heft 20 (23.5.1913)
- Date
- 1913-05-23
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Manffurter ZsraeMjHÄ Mmmenblatt. Seite 10. «»s der züMftifche» Bewegrms. - Köln. Dem .Israel. Gemeindebl" entnehmen tvir folgendes über die letzte Sitzung der Repräsentanten der israclit. Gemeinde: Snl. Linz gab seiner Befriedigung über das glänzende Bild des Etats Ausdruck und sagte dein Borstand besonderen Dank für die den Wohltätigkeitsanstalten und gemeinnützigen Vereinen gemachten, zmn teil erheblich vermehrten Zuwendungen. (Was dir Vereine anbctrifft, so ist Herrn Linz durch Entziehung der langjährig gewährten Unterstützung des ihm nahestehenden Jüdischen Turnvereins durch die Repräsentanz später eine bittere Enttäuschung bereitet worden.) Womit Herr Linz sich aber nicht einverstanden erklären wollte, sei die Stellungnahme des Synagogeuvorstandes durch seine Erklärung in der Kölnischen Zeitung gegen den Verein I ü d i s ch e r Studenten (V. I. S t.)- Für diese jungen Leute müsse er das gleiche Mast wohlwollender Beurteilung verlangen wie für jeden andern, der sich im Interesse des Judentums betätige. Mit dieser Forderung kain er aber bei dem Vorstandsmitglied Jnstizrat Dr. Callmann schön an. In einer donnernden Philippika gegen alles, was Zionismus heißt, unterstrich er den Standpunkt des Vorstandes als den richtigen. Jeder, der nach nicht dem Zionismus verfallen, ■ werde durch den national jüdischen Tamtam, wie er in diesen Vereinen geschlagen, in seinen deutsch-nationalen Gefühlen aufs tiefste verletzt. Die zionistischen Vereine bildeten sich nachgerade zu einer Gefahr für die deutsche Jndenheit heraus, indem die Antisemiten aus der nationaljüdischen-Gesinnung, die in diesen Kreisen herrsche, wahrheitswidrig eine antideutsche Gesinnung der deutschen Juden inr allgemeinen folgerten. Ihm antwortete Herr Lachs. Auch er könne die zionistischen Tendenzen, die in vielen Studentenvercinen herrschten, nicht billigen. Insbesondere müsse er sein Missfallen über den Antrag im B, I. C. aussprechen; indes könne man doch nicht alle im B. I. C. vereinigten Studenten für das Werk eines einzelnen, verschrobenen Kopfes verantwortlich machen und ihnen samt und sonders jedes deutsch-nationale Empfinden absprechcn, wie es in der Erklärung des Vorstandes in der Kölnischen Zeitung geschehen sei. Dies sei um so weniger gut zu heißen, da eine Anzahl Mitglieder des B. I. C. bereits in Staatsstellungen seien, und viele andere vor der Begründung ihrer staatlichen - Laufbahn ständen. Sei das überlaute politische Auftreten mancher Studentenvereine durchaus zu verurteilen, so vermöge Redner auch nicht in den überaus begeisterten Patriotismus des Herrn Callmann cinzu-- stimmen. Dazu läge doch gar keine Veranlassung vor, zumal wenn man berücksichtige, daß wir als Juden in politischer, sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht überall zurückgesetzt seien. Im übrigen sei er der Ansicht, daß jüdisch Angelegenheiten in der Folge ohne Zuhilfenahme der Tagespresse.zum Austrag gebracht werden sollten. Wiür. Das Büro des XI. Zionistenkongrcsses wird ani 2. Juni eröffnet. Adresse: Wien II, Karmeliterplatz 1. Der Kongreß beginnt am Dienstag, den 2. Sept. abends in der Katharinenhalle in Weigl's Dreherpark (Schönbrunn) mit einer feierlichen Eröffnungssitzung. Der Kongreß selbst tagt in den Räumen der Gesellschaft der Musikfreunde. Lodz (Rußland). Rabbiner Reines-Lida wollte hier in einer Mis rachi-V ersam m lung sprechen. Äntizionistische Heißsporne wollten dies unter alle,! Umstänedn verhindern und fanden es daher mit ihrem Gewissen vereinbar, die „Mizwoh" der Denunziation zu Hegehen. isOie Versammlung wurde von der Polizei gesprengt, und der ehrwürdige Rabbiner sowie die. Veranstalter wurden auf die Wache zitiert. Warschau. Wie dem .Moment" von feinem Pariser Korrespondenten gemeldet wird, will Dr. Max Nord an zum nächsten Zionistenko»greß kein Mandat annrhmcn. New - Kork. Nathan- Strauß, der bekannte Philanthrop,'hat aus einer Versammlung, in der Nah um Sokolow sprach, sein Einverständnis mit dem Baseler Programm erklärt, und die tatkräftige Unterstützung des Zionismus versprochen. Somit sind-beide Strauß — Nathan und sein Bruder Oskar, der frühere Botschafter — Zionisten. Johannesburg. Die South African Zionist Federation hat beschlossen, in Palästina ein größeres ländliches Grund stück anzukaufen und dort eine große Farm einzurichten, auf der durch jüdische Ansiedler insbesondere Oelbaum- und Mandelpflanzungen angelegt werden sollen. Die Kosten der Farm werden sich ungefähr auf 4500 Pfund belaufen, die die zionistischen Vereine in Südafrika im Laufe einiger Jahre anfzubringen hoffen. Es ist mit der Gesellschaft „Agudath Netaim" in Jaffa ein Uebercinkommev. getroffen ivorden, wonach mit den Vorarbeiten für die Anlage der Pflanzungen auf dem erworbenen Terrain bereits in allernächster Zeit begonnen werden soll. Frankfurter Berichte. Wandergruppe des Vereins „Mvntesiore". Die Wandergruppe, die vom Vorstand des Vereins „Montefiore" auf lebhaften Wunsch der Teilnehmer an den Taunuswanderungen des vorigen Jahres ins Leben gerufen wurde, hat nunmehr ihren schon zahlreich angemcldeten Mitgliedern die Satzungen und das Wanderprogramm (bis Juli) zugestellt. . ' Es ist von der Leitung dafür Sorge getragen, daß den Mitgliedern die Teilnahme an den Wanderungen so angenehm und fördernd als nur irgend möglich gestaltet wird. Außer den besonderen Vergünstigungen bei Einkäufen von Wanderausstattungen, steht den Mitglie dein unter 20 Jahren bei einer größeren Zahl von Touren durch einen wohlwollenden Erlaß des Kgl. Ministeriums eine Fahrpreisermäßigung von 50 °/a zur Verfügung. Ein besonderes Interesse für die teilnehmenden Damen und Herren wird auch das Abkochen im Freien erwecken, das auf Wunsch hei den Mittagsrasten unter Leitung erfolgt. Die erste Tour findet am Sonntag, den 25. Mai unter Leitung des Herrn Lehrers A. Albrecht statt und führt durch das idyllische Lorsbachtal. W Hauptbahnhof 8 Uhr morgens und für die Nachzügler 2»» mittags, geht die Tour von Hofheim — Kaisertempel <— Eppstein — Eppenhain — Eppstein. Am 1. Juni führt Herr I. B- Levy ab Ostbahnhof 601 morgens durch den Spessart. Am 8. Juni die Herren Feist und Posen, am 15. Juni Herr Reallehrer Gut, am 22. Juni Herr Dr. I. Heine-- irt a n n. Ein besonderes Interesse dürfte die Fahrt nach Heidelberg in allen Kreisen erwecken. Dieselbe findet unter sehr bewährter Leitung am 6. Juli statt und wird den Teiluehmern Gelegenheit biete», einer der märchenhaften Schloßbeleuchtungcn beizuwohne». Der Fahrpreis für die jüngeren Teilnehmer (bis 20 Jahre) beträgt ca. 2,80 Mark hin und zurück, für die übrigen 3,60 JL 3. Klasse. Anmeldungen haben bis längstens 10 Juni an das Büro des Vereins zu gelangen. Eröffnung der -Lokalitäten der AgudaS-Jisroel- Jugeudgruppe. Sonntag, den 25. Mai a. c., Lag Bcauiucr, nach»,. 7 Uhr, findet die Eröffnung der Agudas Jisrvel- Jugeudgruppe in den Lokalitäten Hanauerlaudstraße 17, Part., statt. Es werden Ansprachen halten: namens der A. I.- Ortsgrnppe Direktor Dr. G. Lange, namens des Prov.-Komitees. Jak. Rosen he im; fcrncr die Vertreter der Jugendgruppe. Am Abend um 9 Uhr, anschließend an das Maariwgebet, werden die Gemoro-Schiurim unter Leitung der Dozenten beginnen. Gäste zu allen Veranstaltungen willkommen. Rr. 20. Eine neue soziale- Einrichtung für junge Mädchen. Die unter der Leitung Fräulein Pappenheim's stehende, unermüdlich tätige Weibliche Fürsorge hat wieder ein neues soziales Werk geschaffen. Sie eröffnet aiit'l. Juli im Hanse Fischerfeldstr. 18 ein Heim f ü r j u n g e M ä d - chen, das diesen für den ungewöhnlich mäßigen Preis von 12 bis 14 JL monatlich (einschließlich Frühstück) ein gemütliches Heim bietet. Gesunde, freundliche Schlafraume, gemütliche Wohnzimmer, geselliger Verkehr sollen den jungen Damen in den Stunden außerhalb ihrer Berufstätigkeit ein angenehnies Leben bieten. Die jüngst im 70. Lebensjahr verstorbene Frau Mathilde Plant verdient es, daß ihrer an dieser Stelle ehrend gedacht wird. Einer frommen Familie des damals haunöverschen Northeim entstanimend, schuf sie ihrem Gatten und ihren Kindern ein echt jüdisches Heim, in dem ein Familienleben vorbildlicher Art gepflegt wurde. Aufs peinlichste gewissenhaft in der Erfüllung der religiösen Pflichten war ihr Leben von Hilfsbereitschaft und aufopfernder Tätigkeit für ihren Kreis erfüllt. Mit ihr schied eine liebenswerte Persönlichkeit von schlichter Frömmigkeit, Güte und innerer Harmonie. Eingesandt. (Ohne Verantwortlichkeit der Redaktion.) Unter höfl. Bezugnahme auf den Artikel des Herrn F., steht der uralte Gebrauch hier so fest, als wie man am „Schemini-Azeres" anfängt, „Maschiw horuach" zu sagen und bedarf keiner Heranziehung der neuzeitlich abgefaßten Statuten. Allgemeiner Grundsatz im Talmud ist übrigens „Kol hameschaneh mimatbei schctowu rischaunim, jodau al hatachtaunoh". Ueberhaupt hat seit einigen Jahren schon von gewisser Seite ein starkes Kesseltreiben in Bezug auf die „Chewraus hakdauschaüs" derart eingesetzt, daß diese. Seite sich jede freiwillige Ehrung seitens der Chewraus ausdrücklich verbeten hat. Kein Rabbiner hat das Recht, neue Richtlinien cinzuschlagen, ohne dieselben zuerst seiner Vorgesetzten Behörde*) zur Genehmigung zu u n t e r b r e i t e n, und diese muß sich vergewissern, ob hierdurch nicht die Rechte dritter oder b esteh ende Eigentümlichkeiten verletzt werden. Hat doch selbst der russische Staat im Einverleibungspatcnt vom 8. Oktober 1866 versprochen, auf solche Rücksicht zu nehmen und solche zu schonen. „Kal wochauiner". bei einem -Volke, das ein „Malchus Kauhanim" repräsentieren sollte. - Spende». Beim Franks. Jsr. Familienbl. gingen ein sür den I n d. N a t i o n a l f o n d s: M. S. stiftet auf den Namen Martin Feist einen Oelbaum als Revanche 6 JL Für das Frankfurter I e me n i teu h a ns: Gesammelt von Dr. Szametz (a. H. Jvria) 6,— JL Dr. Peisakowitsch, Nathan, Tachauer (a. H. Jordania) anläßlich ihres Wiedersehens 1,50 „ Bei I. Wodowski, Offenbach, gingen für Natioualfonds ein: Samnilung bei Hochzeit Steinberger/Klüger 10,— JL Vereins-Kalender. Samstag. „M o n t c si o r e" - Be re i n, 11>/i Uhr, Bleichstr. 70: Schinr (Dr. B. May); 53/i Uhr: Erklärung des Wochenabschnittes (Lehrer H. Schwab). Geschichte der Frankfurter Juden (Rechtsautvalt A. Horovitz). — Verein „Mekor Chajim", 4>/i Uhr, Langestr. 18: Mikrovortrag (Gustav Kaufmann). Sonntag. Verein „Mekor Chajim", 81/» Uhr, Langestr. 18: En Jakauw (Schachnowitz). *) Bei dem gesetzestrcuen Judentum gibt es keine höhere jüdische Behörde als den Rabbiner. D. Rcdakt. Carl Grebrnan, «ALL.» JwhlHiiHapa Telephon I, 6069. Auswahlsendungen gerne zu Diensten. . Echte Wilhelm Flelschmaim’sche Offenbacher Pfeffernüsse 1757 (156 Jahre bestehend) 1913 empfiehlt die ss Erste frankfurter jßratenfabrik — Heinrich Kurtz Hachf. Otto Hahner Nlodenau 50*__Statnwog 4, SS Allerfeinstes Salatöl SS täglich irisch und garantiert rein per % Flasche 0.85, per V> Flasche 1.50 (leere Flasche vergüte mit 20 Pfg.) Tosepll UVEilfUXi, Hoflieferant. Telephon I, 165. Bleldenstrasse 6—8. geräten" sowie Jienliefernng aller Arten Casserollen, Töpfe n. s. w. Wilb. Albacli, Ludwigstr. 17. Femspr. 9786 Amt I. Betraten Sie nicht bevor über znkünft. Person und Familie,üb erm.,Ruf, Torleben etr. genau informiert sind. Diskr. Spezial-Anskflnfte überall. 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