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Neue jüdische Presse · 1913-05-16 · Heft 19 (16.5.1913) · p. Seite 12

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
11 (1913)
Issue
Heft 19 (16.5.1913)
Date
1913-05-16
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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fette 12 kundlich belegte Geschichte, und auch hier gibt es Jahrzehnte, wo die Quellen sehr spärlich fließe», und es gehört eine ganz besondere Belesenheit, ei» ganz besonderer Fleiß dazu, aus diesen oft kümmerlichen Quellen lebendig fließende Geschichte zu konstruieren. Was ganz besonders hervorgehoben zu werden verdient, ist die gewissenhafte Benützung der jüdischen Quellen. Ich verweise hier ans die geistreiche Hypothese, die den unerklärlichen Umschwung der judcnsrenndlichen Gesinnung Erzbischof Eberhards in eine judenfeindliche zu erklären sucht, mit der in den .Minhagim" des „Maharil" erhaltenen Antwort Maharils an Salomo» Salzburg (d i. wahrscheinlich aus Salzburg). Salvmon Salzburg hatte Maharil angefragt, ob er dem Regenten seiner Stadt, der von ihm eine Mesusa verlangt habe, um sie an der Burg anzubriugen, zu Gefallen sein dürfe, besonders, da er von dem hohen Herren im Falle der Verweigerung große Unannehmlichkeiten erivarten müsse. Maharil verbot die Uebergabe der Mesusa, und damit ließe sich nach, Altmann wohl die plötzliche Judenfeindschaft des Bischofs erklären. ' Das Buch Altmanns bringt dem Fachmanne wertvolle Urkundentexte im Anhänge, dem gebildeten Laien, der cs mit Interesse lesen wird, eine .Reihe interessanter Abbildungen. ' S. H, L. Prag. Der Talmud und sein Recht von Dr. M o r d ch c W. Rapaport. Mit einem Geleitwort von Geh. Justizrat Dr. Josef Köhler, .0. ö. Professor in Berlin. 2. Auflage. Berlin, Louis Lamm. Preis brochiert 6 JL; gründen 7 lä. Eine grundgelehrte Schrift, ein rein wissenschaftliches Werk, noch dazu aus dem Wissensgebiete des Judentums, das in kurzer Zeit eine zweite Auflage erlebt, bedarf keiner Empfehlung. Die Notwendigkeit der zweiten Auflage empfiehlt es besser, als alle Lobpreisung, und darum sei hier nur kurz Ziel und Zweck des vorliegenden Werkes gekennzeichnet. Es soll darin das jüdische Recht, das bisher nur zum geringsten Teile der nicht jüdischen Gclehrtenwelt zugänglich ist, der gelehrten Forschung zugänglich und somit zum Objekte der vergleichenden Rechtswissenschaft gemacht werden. In diesem Sinne wirkt der LZerfasser an der Erfüllung des Verses: „Denn sie ist euere Weisheft in den Augen der Völker." Hoffentlich bleibt sein Wirken nicht erfolglos und bringt. unserem jüdischen Gesetze auch die Anerkennung der Mchtjude». S. 'H. L. Prag. Geschichte der Juden in Schönlanke von Dr. M. L- Bamberg er, Rabbiner in Schönlanke. Berlin, Louis Lamm, 1912. Preis 1,50 JL In jüngster Zeit wird immer mehr Fleiß und Arbeit an historische Einzeldarstellungen gewendet, weft sich immer mehr die Erkenntnis Bahn bricht, daß eine mnfassende Geschichte der Juden erst durch solche Untersuchungen über einzelne Personen und Gemeinden ermöglicht wird? Auch das vorliegende Buch ^ist einwertvoller Baustein 'zu der Geschichte der Juden in Deutschland. Es bietet wertvolles Material über eine Gemeinde, die weniger durch ihr Alter frankfurter israelitisches Fainnlienölaü. als durch ihre gute jüdische Führung hervorragt und ist mit viel Liebe und Sachkenntnis geschrieben. S. H. L. Prag. - „B i l d e r a t l a s der So in in e r - u u d Herbstb l u in e n", 40 Tafeln init 162 naturgetreuen 'Abbildungen von H. Schuhmacher. Preis gcb. M. 3;—. Verlag von Otto Maier, Ravensburg. Ein. freundlicher, belehrender Begleiter aus unseren Ausflügen und Wanderungen, ein hübsches Taschenbuch für Naturfreunde, ein prächtiges Hilfsmittel zur leichten Orientierung in der Blumenpracht des Sommers und Herbstes ist dieser Atlas. Er verdient wirklich die Empfehlung, denn er erlaubt jedem Laie», ja jedem Kinde ohne die geringsten botanischen Vorkenntnisse, jede Pflanze, deren Blume einem ausfällt und deren Namen man wissen möchte, augenblicklich und mit völliger Sicherheit zu bestimmen. Das jüdische V 0 l k s l ie d von S. K i s s e l h 0 f f. (Aus der Sammlung: Die jüdische Geinciiischast.) Preis 50 Pfg. Jüdischer Verlag, Berlin. Inhalt: Aufschwung des nationalen Kulturlebens bei den Juden — Musik als Rationalkunst — Herkunft der Musik und älteste Musik bei den Juden — Synagogalc Lieder und „Tropen" — Der Charakter des jüd. Volksliedes im allgemeinen — Das moderne weltliche Lied — Gruppen und Arten der weltlichen Lieder — Verschiedene Arten der Lieder mit Worten — Chassidische Lieder — Das Hochzeitslied — Arbeite» zur Erforschung des jüd. Volksliedes. Die Entjudaisierung, die im 19. Jahrhundert die Geschichte des jüdischen Volkes in West-Europa beherrschte, hat im Verein mit dem nivellierenden Einfluß der Großstadt fast alle Reste einer jüdischen Eigenkultur vernichtet. Wer ahnt noch etwas von unserer jüdischen Volksmusik? Und doch existiert ein reicher Schatz an Wiegen-, Hochzeits¬ und Klageliedern, die das erwachende Nationalbewnßtscin zu saumieln und vor der Vergessenheit zu retten sucht. Die Schrift von Kisselhoff gibt eine Darstellung von Art und Wert des jüdischen Volksliedes. Allgemeine Mitteilungen. Den Lesern unseres Blattes ist es ja nicht unbekannt, daß das Aktionskomitee der zionistiischeu Organisation Ende 1911 mit der „Basler Lebensversicherung s -Ge s e l l s ch a f t" ein Abkommen getroffen hat, das den Versicherung suchenden Zionisten sowohl, als auch dem Aktionskomitee erhebliche einmalige und lausende Vergünstigungen einräumt. Es wird uns jetzt der Rechenschaftsbericht für das abgelaufenc Geschästsjahr in Vorlage gebracht und aus denselben entnehmen wir folgende Ziffern: In der Lebens- (inkl. Volks-) Versicherung belief sich, der Ncuzugang auf 21017 Anträge über 47 565 230 Fr. Versicherungssumme und 293 630 Fr. jährliche Rente, während in der Unfall-Abteilung neu versichert wurden 4249 Personen mit 111403719 Fr. Versicherungssumme auf den Todes- und Jnvaliditätsfall und 29 967 Fr. Tagesrcnte. ' , •.;.. ' Är: 15 Was dje jüdische Abteilung" der „Basler" speziell anbclängt, so hat das Abkommen schon -ganz erfreuliche Früchte gezeitigt, svdaß an das Aktionskomitee in 19l2 eine Vergütung von Fr. 4236,19 geleistet werden konnte. Auch im laufenden Jahre zeigt die „Jüdische Abteilung" eine weitere günstige Entwicklung, und nachdem inzwischen die „Basler" für Palästina und Syrien eine besondere Generalrcpräsentanz errichtet hat, steht zu erwarten, daß die Abteilung Ende- 1913 auf einen erheblich gestiegenen Versichcrnngsbestand zurückzublicken vermag, namentlich auch dann, wenn sich alle nnsere Anhänger bewußt sind, daß sie durch eine Versicherungsnahme bei der „Basler" nicht allein sich wesentliche Vorteile sichern, sondern auch unseren Bestrebungen gute Dienste leisten. ■ Spende«. Bei Dr. Schwarzschild, Zeit 124, gingen aus. atronalfonds-Buchsnt cut: Freimark 2,07 Ji. N. N. 0,50 .. Katz 9,44 „ Goldmann 5,50 „ Bamberger 3,24 „ N. N. 0.86 „ Dr. Braun 1,80 „ Becker 2,75 „ N. N. 0,12 „ Aronsohn 1,01 „ Dr. Grüubaum 2,37 „ N. N. 0,80 „ Löbenbcrg 1,10 „ Bauer 1,50 „ N. N. 3,56 ,, Feldmann 3,62 „ Bei Dr. Siegfr. Schivarzschild gingen fit c den Nationalfonds ein: Moritz Plaut zum 27. Nissan 10,—.M. Herr S. St. spendete anläßlich der Geburt seines Sohnes für den I. N. - F. 20,— „ Durch Herrn I. L. Goiteiu: W. St. stiftet anläßlich des Jahrzeitstagcs seines sel. Vaters einen Oelbaum 6 M. Bei der Geschäftsstelle des Frankfurter Israelitischen Familienblattes gingen für Iem in itenhäuser in Palästina ein: , Hauptlehrer I. Brader, Jchenhauscn von einem Sühneversuch 10,—: Jf. Verei«s-Kale«der. Samstag. Montefiore-Verein, 1H/, llhr, Bleichstraße 70: Schinr (Dr. May); 5% Uhr: Besprechung des Wochenabschnittes. (Rabb. Dr. Horovitz); die erste Nachricht über „Die Geschichte der Frankfurter Juden" (Rechtsanwalt Horovitz). — Verein „Tiferes Bachurim", i3U Uhr, Bleichstraße 70: Talmud-Vortrag (Rabb. Dr. Horovitz). — Verein „Mekor Chajim", 4(4 Uhr, Langestraßc 18: Mikro-Vortrag. Mittwoch. „Montesiore"-Berein, 9 Uhr, Bleichstr. 70: Alfred Rethel (Lichtbildervortrag I. Kormiß). Abonnements auf das Frankfurter Israelit. Familieublatt nehmen sämtliche Postanstaltc» des In- und Auslandes zu 90 Pfennig pro Vierteljahr und Bestellgebühr entgegen. Wir bitten nnsere Leser, ihren Bedarf unter Bezugnahme auf unser Blatt bei nufere» Inserenten zu decken. Frankfurter Israel. Familteuvlatt. Carl Grelienan, "USSSüiL1 Telephon I, 6069. Jawelei, uiiid, Goldn. Siuerworen. Auswahlsendungen gerne zu Diensten. Aiener mr neuu. umaroenungai und für Reparaturen — Hof- und Kammerphotograph Atelier: 34 Kaiseratrasse 34, I. Etage. Telephon 814. Ehe Sie sich photographieren lassen, betrachten Sie die umfangreicheAusstellung der künstlerischen Ausführungen meiner Aufnahmen. lim» Mir billige Preise. Photo-Centrale Inh.: Hofphotogr. Ernst Franke. Entwicklnngsu. 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