Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 11 (1913)
- Issue
- Heft 11 (14.3.1913)
- Date
- 1913-03-14
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 11. Leite 1t. snchens die Herausgabe äbgelehnt hat, und auf die Mitwisserschaft des antizionistischen Komitees deutet nicht nur das Interesse, das dieses an unserer Bekämpfung überhaupt hat — zu ähnlichen Zwecken ist es ja gegründet worden —, sondern vor allem auch die Art der Verbreitung und Verwendung in Cöln. Wir haben uns nur sehr schwer zu dem Schritt an die staatlichen Behörden entschlossen. Erst als andere Mittel auch intensive Nachforschung in unseren, eigenen Reihen und gütliche Verhandlungen mit dem K. C. erschöpft waren, mußten wir ihn tun. Das Verfahren unserer Gegner ist nicht nur geeignet, unsere Korporationen zu schädigen, sondern es zeigt sich hier eine derartig niederträchtige Kampfesweise und eine so unanständige Gesinnung, daß eine Züchtigung mit den schärfsten Mittel» gerade im Interesse der Reinigung des jüdisch-politischen Lebens notwendig ist. Nach diesen Informationen wird Herr Justizrat Breslauer zweifellos anders darüber urteilen, auf welcher Seite ein Verfahren benutzt wird, „daß einem der Widerwillen bis an die Kehle steigt". Da wir in ihm einen ehrenhaften Gegner erblicken, erwarten wir nunmehr den Widerruf der schweren Bcleidignng, wir hätten durch unser Vorgehen „jüdische Dinge in den Schmutz getreten". Das Präsidium des B u »des Jüdischer Corporationen. Sr. Rosenkranz. Kunst und Literatur. Lau bechajil w e l a n be kau ach. Rede über die Richtlinien von Rabb. Dr. I- Horovitz. Der ob .der Richtlinien eingesetzte Kampf dauert fort. Den Protesten .folgt nunmehr eine Preßfehde. So hat Dr. Wohlgemuth, Dozent an dem Rabbinerscminar in Berlin, eine 73 Seiten starke BBroschüre gegen die Richtlinien veröffentlicht. Mit dieser Schrist besaßt sich sodann eingehend Rabbiner Dr. C. Seligmann hier, in der Monatsschrift „Liberales Judentum", Heft 2 dieses Jahres. Bor uns liegt eine Schrist gegen die Richtlinien unter dem Namen „Lau bechajil welau bekauach" von Rabbiner Dr. I. Horovitz, heransgegeben vom Vorstand der Unterlindan-Synagogc. Es ist eine treffliche Schrist, die verdient, Verbreitung zu finden. Es würde uns zu weit führen, wollten >vir all die tiefgründigen Ausführungen dieser wertvollen Schrift, die sich nicht nur mit ihrer bezwingenden Logik durchsetzen, sondern auch mit vielfachen Belege,, aus dem Talmud sowie Rischaunim und Achraunim begründen, würdige». Es sei hier nur einiges wiedergegeben. Einer der Hanptargumente der Männer der Richtlinien ist die große Indifferenz der großen jüdischen Masse, deren Rückgewinnung für das Judentum die Richtlinien ermöglichen solle» und zwar dadurch, daß die Nichtlinien ihnen ein festumrissenes, ein positives Judentum beibringen. Dem hält Rabbiner Dr. Horovitz entgegen: „Selbst wenn man füglich bezweifelte, o b u n d w i e l a n g e die Jünger der neuen Thora dieser die Treue hielten, man könnte immerhin die Schöpfer jener Richtlinien nach dieser Seite von ihrem Standpunkte ans begreifen. Aber auch, wer aus der Geschichte des Judentums im neunzehnten Jahrhundert, aus der Geschichte der Synoden und Rabbinerversammlnngen nichts zu lernen versteht, braucht nur die Sprache der vor unseren, Auge sich vollziehenden Tatsache zu hören und zu beherzigen. Diejenigen, für die die Richtlinien bestimmt und die am eifr i g ste n m i t g eh o lf e n haben, sic zu bauen, haben sie gar schnell preisgegeben und betont, daß das eben die Eigenart des liberalen Juden sei, daß er be - stimmte bindende Vorschriften für sich und sein Leben nicht anerkenne. Ausdrücklich wurde erklärt: Die Stellungnahme und das religiöse Leben des einzelnen betresfende» Forderungen müsse die Vereinigung für das Liberale Judentum getreu den Grundsätzen des Liberalismus der gewissenhaften Prüfung und der persönlichen Ucberzeugung ihrer Mitglieder überlassen." Demnach meint Rabbiner Dr. Horovitz richtig: „Nur das Negative ist übrig geblieben." „Ihr habt," sagt Dr. Horovitz ferner, „denjenigen einen religiöse» Juden genannt, der sich auf eure Forderungen verpflichtet. Ihr wollet ihm, wie ihr euch ausdrückt, „den Stachel des Sündengesühls nehmen, du bist kein religiöser Jude mehr." Wir fragen euch heute nicht nur, wer hat euch das Recht gegeben, denjenigen als | einen religiösen Inden zu bezeichnen, der bindende Vorickiristen des Religionsgesctzes verletzt, die ihr übergeht, und von denen ihr schweigt, oder die tzhr dem Belieben des Einzelnen überlasset, sondern auch, was habet ihr erreicht, was wollt ihr erreichen! Wer ist nun in euren Augen der religiöse Jude, nachdem die Vereinigung für das liberale Judentum alles und jedes den, Belieben des Einzelnen überlassen hat! Wohin seid ihr geraten? Wir wollen, wir können es nicht glauben, daß uns die Antwort wird: wir sind „hinweggegangen", wir haben den Boden der Schrift und der Ueberliefcrung verlassen, wir haben den Parteigeist höher gestellt als die Liebe zu Gesamtheit." Weiter meint er: „Man hat vergessen, daß der die Treue nicht fördern kann, der der Untreue auch nur in irgend einem Punkte, und sei s:ine Absicht, welche sie wolle, Konzessionen, weitgehende Zugeständnisse macht, zu denen ihn. der göttliche Geist des Glaubens nicht befugt. Man hat die Axt angelegt an die heilige Oelbäume und glaubte, daß das Licht des Judentums auch weiter leuchten lverde, wenn jene verdorren und verkümmern. Man glaubte, daß das Wunder des Chanukkalichtes sich erneuern werde, und daß ein wenig Oel ausreichen könne. Aber man vergaß, daß das Oelkrüglei» nicht das Siegel des Hohenpriesters trägt, daß man es nicht im Tcmpel des Judentums fand, und daß das Oel selber verändert und entartet i st durch fremden B e i s a tz." Raabe-Gedächtnisschrift. Herausgegeben von x Prof. Dr. Heinrich Goebel. Fünf Abbildungen- 208 Seiten. Preis 2 jL Leipzig, Xenien-Verlag. In dem vorliegenden Buche, das dem Menschen Raabe und seinen Schöpfungen geweiht ist, interessiert uns hier besonders die Abhandlung „Die jüdischen Gestalten bei Raabe", geschrieben von Josef Baß. Raabe. der seinhörige, treue Schildere! der Menschenseele, sucht auch den Juden gerecht zu werden. Ein Satz aus seinem „Höxter und Corvey" genügt, das zu beweisen. Dieser Satz lautet: „Sie war eben auch ein Sprößling jenes tapfersten aller Völker, das sich aus jedem Brandschutte seines Glückes schier noch hartnäckiger als das deutsche Volk mit seinen Wurzelfasern wieder anzusetzen nutzte." Baß saßt das Ergebnis seiner Untersuchung wie folgt zusammen: „Ueberall wird die unauslöschliche Liebe zum eigenen Volk und dem längst verlorenen Stammlande, Liebe und Anhänglichkeit der Familienglieüer untereinander (mit Ausnahme des Moses), strenge Kinderzucht, Dankbarkeit für die geringste Freundlichkeit, Mitleid gegen alle Mitmenschen, klarer und scharfer Blick für alle Verhältnisse, stete Hilfsbereitschaft, Tatkraft und frisches Eingreifen, Ausdauer und Unermüdlichkeit im Kampfe gegen Widrigkeiten und Schicksalsschläge jeder Art hervorgehoben . . ." Die wichtige Frage, welche jüdischen Beziehungen Raabe hatte, weiß Baß nicht zu beantworten. Es scheinen nur einige wenige jüdische Familien gewesen zu sein, die so in seinen Gesichtskreis traten, daß er mit ihren Gepflogenheiten und init ihrem Denken vertraut werden konnte. Spende«. Bei denr Franks. Jsr. Fmblgingen ein: Saly u. Emma Geis 5 Oelbänme ans den Rainen Kommerzienrat Louis Feist s. A. 30,— -tz Saly u. Emma Geis statt Depesche zu den Hochzeiten Meyer/Reichenberg, Nußbaum/May, Rosenheimer/Rosenstiel 1,50 ,» Frau B. K. stiftet einen Oelbaum 6,— ,; Bei Dr. Siegfried Schwarzschild gingen rin: Rechtsanwalt Dr. Schönberg anläßlich der Geburt eines Sohnes 10,— Jsaac Heimann anläßlich seines 23jährigen Grschäftsjnbilänms 30,—. It Vereins-Kalender. Freitag. Verein „Mekor Chajim", 8Ve Uhr, Langestr. 18: Gemütliche Zusammenkunst.'— „Montef i o r e" - B e r e i n, 0 Uhr, Bleichstraße 70: Gemütlich? Zusammenkunft. Samstag. „Montefiore"-Bcrein, lU/i Uhr. Bleichstr. 70: Schjur-Vortrag (Dr. B. May). — Verein „Mekor Chajim", 3*'i Uhr: Langestraße 18: Mikro- Schiur (Frankenthal). Sonntag. Verein „Mekor Chajim", S3/i Uhr abends, Langestr. 18: Ein Jaakanw (Schachnowitz). Montag. Verein selbständiger isr. Handwerker und Gewerbetreibender, 0 Uhr, Cafe Goldschnridt, Allerheiligenstr. 83 I: Mitgliederversammlung. Dienstag. Zion. Bereinigung u. Zion. Jugendgruppe, 83/i Uhr, Kursaal Milani, Friedberger Anlage: Der Einfluß des Zionismus auf die galizifche Judenheit (Juda Bernstein). — I n b. Frauenver - einignng, S3A Uhr, Hotel Drexel: Rachexilische Geschichte (Rabb. Dr. I. Böndi). Hof- und Kammerphotograph Me & Mer - von Bosch Atelier: 34 Äaiserstrasse 34, I. Etage. Telephon 814. Ehe Sie sich photographieren lassen, betrachten Sie die umfangreiche Ausstellung der künstlerischen Ausführungen meiner Aufnahmen. Grosse Portraitur (keLTmlSL^Äte) billige Preise. Inh.: Hofphotogr. Ernst Franke. Spezialgeschäft photogr. Apparate und Bedarfsartikel. Entwicklungsu. Copiranstalt für samt! Amateurarbeiten unter fachmännischer Leitung. Kaiserstrasse 34, fjaden. Tel. I 814. Bärberei Kramer Chemische Waschanstalt Kaiserlich rassischer and Grossherzoglich hessischer Hoflieferant. Erstklassige Färberei und ehemisehe Reinigung, PJIssöe-Brennerel, Teppiebnnd Möbel-Rtinlgong eie. Frankfurt a. Main 6r. Boekenhelnerstr.28—Kalserstr. 84— OedervevSt Tel. 1. 3731. Tel. 1.4018. TeLL 11627. ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ l ♦ ♦ ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ ♦ ♦ ♦. (Stiftung zur Unterstützung hilfsbedürftiger jüdischer junger Leute beiderlei Geschlechts nach ihrer Schulzeit, behufs ihrer wettere« Ausbildung). Dampfwaschanstalt GEBR. VOGEL FRANKFURT a. M., Rödelheimer Landsttasse 21 Telephon Amt II, 2067. Telephon Amt II, 2067» HaixsUaltrungswäsolie jedLer Art 0 (weiss und bunt). Berechnung nach dem Trockengewicht (pfandweise). Nassw&soho. — Trockonwäscha, — MangelwSsohOm Sorgfältige Ausführung. Schonendste Behandlung. Lieferzeit: 2—8.Tage, — Garantiert ohne Chlor. — Lieferzeit: 2—8 Tage. 8 Das Kuratorium wird Mitte Mai Stipendien vergeben. Gesuche von Ettern bezw. Bormündern find beizufügen und zwar im Original oder in beglaubigter Abschrift: 1. Geburtsschein, 2. Abgangszeugnis aus der Schule. 3. Gesundheitsattest, 4. Leumundszeugnis, 5. Nähere Angaben über den Beruf, 6. Aufgabe von Referenzen. Gesuche find bßS zu« 26. Nprll an das Kuratorium zu Händen des Schriftführers Herrn Fritz Sondtzeimer, Frankfurt a. M.. Zell 114. zu richten. Frankfurt a.M., 8. März 1913. Das Knratorin« der Arthur Sondheimer-Stistnng. Statt«« Soubhehuer» Borfitzender.