Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 11 (1913)
- Issue
- Heft 9 (28.2.1913)
- Date
- 1913-02-28
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8. Frankfurter Israelitisches Familienblatt. Nr. 9. Zur Aufklärung1! Hierdurch bringe ich zur öffentlichen Kenntnis, dass ich unterm 21. c. dem Verein zur FÜrderung ritueller SpeisebSuser ln Hamburg meinen Austritt aus demselben erklärt habe und zwar aus verschiedenen Gründen, wovon der hauptsächlichste folgender ist. .Bis anher erteilte mir S. Ehrw. Herr Rabb. Dr. M. Hoffmann «jetzt in Emden) die Referenz. Infolge seines im vergangenen Herbst erfolgten Wegzuges von Randegg sah sich der Hcmlburger Verein letzte Woche veranlaßt, von mir eine andere Referenz iuu> zwar aus Zürich zu verlangen. Die mir hierzu bezeichnetc Rabbinats-Stelle erteilt aber prinzipiell nur solchen Restaurants Referenz, welche einen durch diese Rabbinats-Stelle selbst gewähllen Schäumer acceptieren und wollte daher auch mir nun vor allen Dingen »Inen Schäumer aufoktroieren. Ich lasse mir aber diese Heruntersetzung und Beleidigung nicht gefallen und frage hiermit bei einem gerecht und vernünftig denkenden p. t. Publikum öffentlich an, ob nach seiner Meinung und nach den bisher von ihm gemachten Erfahrungen ein Teil dieser Schaumrim mehr Garantie für Kaschrus bietet und mehr Zutrauen verdient, als ein Mann, der seit bald 50 Jahren als streng religiöser Chasan und Schauchet bekannt ist, Lesse» Familie eines tadellosen moralischen Rufes genießt und in dessen Haus schon fast 30 Jahre vor der Gründung des Hamburger Vereins die ersten Koryphäen der Judenheit speisten aus Zutrauen zum Besitzen, weil sie wußten, dass seine Fersen Verlass bleien muss und daß einem Betniger hundert Schaumrim auch nicht schlau genug sind. Bei mir darf sich Jedermann Jederzeit überzeugen, daß bezügl. Kaschrus und auch sonst was Reinlichkeit anbelangt, sowohl in Küche und Speisesälen als auch in den Schlastäumen — und Reinlichkit gebärt doch zu den Grundbedingungen von Kaschrus - das alte Renommäe meines Hauses, auf welches ich stolz bin, wohl begründet ist; aber Schäumer lasse Ich keinen Über mich setzen, zumal auch diese, und auch da, wo sie vielleicht angebracht sind, auch nur Menschen sind. Dieser und noch diele andere Gründe, die alle hier aufzuiühren der Raum nicht reichen würde, das ganze System und deffen Handhabung, das oft genug von den tit. Gästen durch Erzählung ihrer Erfahrung--» in ein eigentümliches Licht gerückt wird, veranlaßten mich, dem gen. Verein meinen Austritt zu erklären. Mein Haus feiert kommenden Sommer s. G. w. sein 40 jähriges Bestehen. Damit nun das verehrl. reisende Publikum, welches mir durch vier Jahrzehnte seine Anhänglichkeit bewahrt hat — wofür ich ihm bei dieser Gelegenheit an dieser Stelle verbindlichst danke — darüber orientiert ist, warum ich künftig nicht mehr im Verzeichnis des Hamburger Vereins figuriere, sehe ich mich veranlaßt und gezwungen, -diese Erklärung in die Welt zu senden, begleitet von der Bitte, daß meine — G. Irecht zahlreichen — Freunde und Gönner das Vertrauen, welches sie mir von jeher entgegenbrachten, auch weiterhin schenken und mir durch recht lebhaften Besuch dazu verhelfen mögen, daß mein altes/ gastliches Haus wie bisher in Ehren weiter bestehen kann; damit bilden sie dann unter sich schon im besten Sinne des Wortes einen Verein zur Förderung meines rituelles Speisehauses! Mit Hochachtung und Empfehlung Max Moos Kantor und Schauchat x. Besitzer des Stötel Moos; Iilizern (Schweiz). Gegründet 1873 & Co. K aiserstrasse 4=. Porzellan - Taf elser vice. Kristall-Trinkservice. 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