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Neue jüdische Presse · 1913-02-21 · Heft 8 (21.2.1913) · p. Seite 12

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
11 (1913)
Issue
Heft 8 (21.2.1913)
Date
1913-02-21
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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Eeitr 12 Frankfurter Israelitisches FamMenblaÜ. an Hand zahlreicher Belege «ach, wie die Mischen Vicht« SpmrienS alk Arten der Poesie von der tiefen r^ligionsphilosophischen bis zum leichten Liebes- und Trinklied, meisterhaft beherrschten. *1 8. Die Generalversammlung des e r e i n s „Ai e k o r Chajim" wählte die ausscheidenden Vorstandsmitglieder Hermann Goldschmidt, Nathan Eschwege und David Ansbacher'wieder. Zu Vorstandsdelegierten wurden Bruno Lewi und Erich Hoffmann gewählt. Die O r g a n i s a t,i o n „M o r i a" veranstaltet am Sonntag, den 2. März hier eine öffentliche Versammlung. Referenten sind Rabbiner M. Deutsch- Lemes (Ungarn) und Dr. med. Julius Möller- Altona. Die Moria ist eine Organisation traditionellgc-> setzestreuer Juden mit dem Zweck, Palästina-Arbeit zu leisten. Die Bczalel-Ausstel lung wird voraussichtlich Ende nächster Woche eröffnet. Mugesarrvt. (Ohne Verantwortlichkeit der Redaktion.) In bettt Bericht (Nr. 51 v. 27. Dezbr.) über die seitens der Vereinigung jüdischer Akademiker an der Universität München cinberufene Versammlung heißt es: „Nunmehr ergriff Fräulein Lida Gustava Hcymann das Wort und predigte, sich besonders an die anwesenden Damen wendend: Glaubt nicht der Wissenschaft! Glaubt nicht den Geistlichen, denn sie führen euch mit ihrer Voreingenommenheit irre, glaubtnur dem wahren weiblichen Gefühl!" Sie sprach dir Ansicht aus, daß mit dem Schächten Grausamkeiten verbunden seien und stützte sich auf ein Gutachten, welches im ganzen für die rituelle Methode, jedoch mit zahlreiche» Vorbehaltungen eintrat. .Nachdem Fräulein Heymann dieses Gutachten unter lebhafter Unruhe verlesen hatte, ermahnte sie die jüdischen Damen, alles zu lesen, was gegen das Schächten geschrieben worden wäre, damit sie die Ueberzeugung gewännen, daß. es eine gransamc und tierguälerische Tötungsart sei." Diese Darlegungen entsprechen keineswegs den Tatsache». 1. Ich habe nicht „gepredigt", sondern gesprochen, da der Pastorale Ton meiner Natur zuwider ist. 2. Die in dem Bericht gesperrt gedruckten Worte habe ich nicht gesägt, sondern ich - erklärte, indem ich mich an die anwesenden, Frauen wandte: „Glaubet nicht blindlings der Wissenschaft, denn sie verwirft häufig morgen, was sie heute als unumstößliche Wahrheit hingesteUt hat; glaubt nicht blindlings der Geistlichkeit, sie ist in den meisten Fällen voreingenommen, prüfet alles selbst eingehend, nnd dann erst bildet Euch ein Urteil." Nach weiteren Ausführungen appellierte ich zum Schluß an das weibliche Gefühl. 3. Das Gutachten, welches ich verlas, war de» neuen Gutachten über das jüdisch-rituelle Schlachtverfahren entnommen, welches vom Verband der deutschen Juden hcrausgegeben ist, in der Absicht' es als Verteidigungsmittcl für das Schächten zu verwenden, ich konnte jedoch auf Grund der „zahlreichen Vorbehalte" darauf Hinweisen, daß dieses dem -Schächten vermeintlich. günstige Gutachten als beste Waffe gegen die damit verbinrdcne Grausamkeit gebraucht werden konnte. Daher die Unruhe bei den Zuhörern. 4. Die von Herrn Dr. Feuchtwauger verlangte Erklärung haben Dr. Augspurg und ich. nicht deshalb verweigert, weil wir uns weder belehren noch überzeugen lassen wollen, sondern, weil das Eintreten der von ihm gestellten Voraussetzung ausgeschlossen tvar. Der Schlachthofdirektor Klein ist lein „unbekannter Broschürenschreiber'", sondern ein in weiten Kreisen, speziell auch Herrn Rabbiner Dr. Ehrentreu sehr wohl bekannter Führer der Bewegung. Lida Gustava Heymann. Sehr verehrte Redaktion! In Ihrem gesch. Blatte lese ich über den Bericht des Vereins für jüd. Krankenpflegerinnen. Daß der Verein unendlich! vieles und gutes leistet, ist ja bekannt. Ich möchte mir aber erlauben, darauf hinzuweiscn, daß _ die „Schwestern-Sparkasse" meines Erachtens keine erwähnenswerte soziale Einrichtung ist, wenn die Schwester aus i h r e m Gehalt zn einem Beitrag v e r - pflichtet wird. — Warum sollen die Schwestern, deren segensreiches Wirken gewiß viel Aufopferung erfordert, auch noch selbst Mittel äufbringen, um die Pensionskassc zu entlasten? Man lasse den Schwestern das Verfügungsrecht über das ihnen zustehende Gehalt und sorge für den Ausbau des Pensionsfond damit später die Schwester, wen» ihre Kraft im Dienste derr leidenden Menschheit verbraucht ist, sorgenlos leben kann. Es ist daher herzlichst zu wünschen, daß dem Pensionsfoud reiche Mittel zufließen mögen! x. Vereius-Kaleuder. Freitag. „T a 1 nt u d Thora" - V erein, - nach Schluß des Gottesdienstes, Synagoge Börneplatz': Vortrag fällt aus. —. Verein „Me kor Chajim", nach Schluß des Gottesdienstes, Hörsaal Friedberger Anlage: Mikro-Vortrag (Leopold Löwenthal); 8*/i Uhr, Langestraße 18: Gemütliche Zusammenkunft. —, „M outefiore"-Verein, 9 Uhr, Bleichstr. 70: Gemütliche Zusammenkunft. Samstag. „M v n t e f i o r e" -Verein, Ui/* Uhr, Bleichstr. 70: Schiur-Vortrag (Dr. B. May). — Verein „Mekor Chajim", 12 Uhr, Hörsaal: Sefer Schemuel (Prof Weyl); 3Vr Uhr, Langestraße 1«: Ein Jaakob (Lchachnowitz). Sonntag. „T a l m u d T h o r a" - V e r e i n, 6 Uhr- Synagoge Börneplatz: Vortrag - (Rabb. Dr. Nobel». — Verein „T i f e r e s B a ch u r i m," 8 Uhr, Bleichstr. 70: Talmud-Vortrag (Rabb. Dr. Horovitz); 9 Uhr: Rabbi Meir (M. Posen). — Verein „Mekor Chajim." 6 Uhr, Langcstr. 18: Jirmijohu (Dr. Joseph Breuer). 8Vs Uhr. Montag. I ü d. F r a u e n v c r c i n i g u n g, Hotel Drexel: Gemütlicher Abend. Mittwoch. „Montefiore"-Vercin, 9 Uhr, Bleichstr. 70: Die Juden in der röinischen Kaiserzeit (Oberlehrer Dr. Heinemann). Donnerstag. Verein „Nachlaß Zwi", 83/i Uhr, Langestr. 18: Sturm und Drang des jüdischen Jünglings (Dr. Mi Elias-Leipzig). Allgemeine Mitteilungen. Einen gemütlichen, anregenden Aufenthalt bietet stets das bekannte Caf6 Bristol an der Hauptwache. Nie fehlt cs an einem interessanten Publikum. Die Abendstunden bringen überdies noch ein gutes Konzert. Abonnements auf das Frankfurter Israelit. Familienblatt nehmen sämtliche Postanstalten des In- «nd Auslandes zu 90 Pfennig pro Vierteljahr und Bestellgebühr entgegen. Offen bacher Ornekluftanlaffe O. in. b. H. Taunasstrasse 77 Offenbach am Hain Fernsprecher 123 — UMeriroAene fcppicfaeimgtmg mittelst Druckluft. — Qualität: Smyrna und Pwr . . . kreis pro qm 50 Pfg. 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