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Neue jüdische Presse · 1913-01-03 · Heft 1 (3.1.1913) · p. Seite 12

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
11 (1913)
Issue
Heft 1 (3.1.1913)
Date
1913-01-03
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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Frankfurter Israelitisches Familienblatk. Seite 12. Judentums, war Ursprünglich in de» Augen-vieler An«' gehöriger seiner Gemeinde nicht fromm »nd orthodox genug und wurde deshalb angeseindct. So wurde es ihm n. a. arg verübelt, daß er, als er das mährische Landesrabbinat in Nikolsburg übernahm, mit seiner jungen- Gattin eingehängt ging. Stark verargt wurde ihm auch, das; er sich vor Antritt des Landesrabbinats in Nikolsburg photographiere» ließ. Es wurde ihm dies direkt als ein Verstoß gegen das Religionsgesetz angercchnet. Als Hirsch in eine kleine Gemeinde kam, richtete der Rabbiner derselben an ihn direkt die Frage: „Herr Landesrabbincr! Wenn man eine» jüdischen Gelehrten z»m crstenmale sieht, mns; man über ihn die Brocho spreche». Wie ist es. aber, wenn man diesen Weisen aus einem Bilde gesehen, muß man da ebenfalls eine Brocho machen? * Es dürste den wenigsten bekannt sei», daß Rabbiner Hirsch einmal direkt am heiligen Bersöhnungstage angegriffen wurde. In Nikolsburg war's Brauch, das; der Rabbiner vor dem Kolnidre-Gebete eine Predigt hielt. Rabb. Hirsch wollte de» Brauch insofern abändern, daß er nach Kolnidre die .Predigt halte» wollte. Darauf erhob sich ein stommes Gcmeindemitglied und schrie dem Landesrabbincr zu: „Nicht genug, daß Sic uns das ganze Jahr nicht als Juden leben lassen, wollen^ Sit ilns auch noch den heiligen Bersöhnungstag entweihen!" Hirsch verließ »och vor Kolnidre das Gotteshaus, das er am ganzen Bersöhnungstage nicht mehr besuchte. Kunst und Literatur. Die deutsche Literatur des 19. Jahrhunderts von Rich. M. Meyer. Volksausgabe: Erstes bis zwölftes Tausend. Berlin, Georg Bondi. <689 Seiten. Preis 4.50 AL, geb. 5.50 AL ' —1 Ein prachtvolles Buch! Literatnrkeuner werden sich daran letzen und erbauen, der großen. Fülle von Literaturliebhabern wird es ein Berater ersten Ranges, ja ein unentbehrlicher und höchst geschätzter Hausfreund werden. Meyer schürft in der Tiefe und läßt in wenigen Strichen Lästig und deutlich die geistige Struktur eines Autors entstehen. Dabei kümmert er sich nicht um landläufig hergebrachte Urteile, geht unbeirrt seine eigenen Wege, scheut unter Umständen vor einer hanebüchenen Grobheit nicht zurück, weiß aber auch zu bewundern und zu rühmen, daß einem das Herz dabei warm wird. Große Zusammenhänge werden äufgedeckt, die Lebensvcrhältnisse von Dichter öfters in ursächliche innere Beziehung zu. ihren 'Werken gebracht. Und, was zu dem'Erquickendsten des köstlichen Buches gehört, cs hat trotz aller Gründlichkeit so gar nichts von Stubengelehrsamkeit an sich, ja feine Charakteristiken wirken mit der Gewalt und Eindringlichkeit ttesflicher Apercus, geistreicher Bonmots. Es ist> mit einem Wort gesagt, die fesselndste und umfassendste Literaturgeschichte des 19. Jahrhunderts, die wir besitzen, und es muß dem rühmlichst bekannten Berlag lebhafte Anerkennung gezollt nterden, daß cs dieses bedeutende^ Werk jetzt in einer so billigen Ausgabe heransgebracht hat. Bon, Kriegsschauplätze der i s ra c l i t. Religio n sw i s s e nf cha f t. -Eine gemeinverständliche Schilderung der Kämpfe auf dem Gebiete der modernen Bibelwisseiischaft von Dr. S i g i» n n d I a m P e l. Frankfurt a. M., I. Kaufsmami- Teil 1: 52 Seite» (Die extremradikalen Schulen. — Der Panbabylonismiis. — Der Vermittlungsversuch. — Die positive Richtung). Teil 2: 56 Seiten (Die neuesten Ausstellniigc» über Moses und sein Werk. — Neueste exegetische Methoden. — Die neue» Papyrussunde in Elephantine). Jampel ist einer unserer fleißigsten und fruchtbarsten jüdischen Gelehrte,: in Deutschland. Seine obigen Schriften stellen ein neues literarisches Unternehmen dar, das den Zweck hat, dein Laien stets klaren Bericht zu erstatten von dem großen Kriegsschauplatz, auf dem die heutige Religionswissenschaft um das Wohl und Wehe der Bibel, also der jüdischen- Religion, kämpft. Er gibt den Inhalt und die Ergebnisse dieser gewaltigen Kämpfe, die in Hunderten von Bücher» und Fachzeitschristen niedergclegt und daher dein Laien sowohl ihrer Quantität als auch ihrer Qualität wegen unzugänglich sind, systematisch, kurz und volkstümlich wieder. Ein solches Unternehmen war bis jetzt noch nicht vorhanden. Daß er es schuf, und wie er. es schuf, — dafür köniiei, wir Jampel nicht dankbar genug sein. Das zweite Heft enthält bereits den neuesten Jnschriftenfund von Elcphantinc. Es ist dies die einzige ausführliche Abhandlung jüdischcrseits und gleichsam auch die einzige Untersuchung, die aus diesem u n s ch ä tzbaren Funde kostbare Resultate folgert. Die Behandlung dieses Stoffes christlicherseits will nur zu einer Verzerrung, ja Vernichtung des ganzen israelitischen Altertums führen. Möchte kein gebildeter Jude — und besonders kein Rabbiner und Lehrer — es versäume», sich die Jampelschen Hefte anzuschafscn. Spende«. Bei der Geschäftsstelle des Frkf. Israelit. Familicubl. gingen ein: Für Tachkemonischulc: Saly Geis u. Frau, Familie Apelt, Obermainstr. 10, gratulieren zur Hochzeit Bamberger-Selka a 50 Pfg. 1,— JL " Für Ratio nalfonds: Von einem netten Gesellschaftsabend im Hause Felix Schleßinger 5,— AL Für Frankfurter I e m e n i te n h a u s: Herr n. Frau B. Bamberger gratulieren zur Hochzeit Bella Easscl-Cöln mit Iwan Möller, Verlobung Rosa Cassel- Cöln mit Wetzlar 1,— AL Nr. 1. L.' Pilichowski-Päris, z. Zt. Fränkftwt 10,—> „ Walter Cohn (X>. j. St.) Dank Fani., Goldman» 1,— „ . Familie Goldman,, gratuliert zur Hochzeit Haas- Brumlük . J,— Fidele Gesellschaft inf Hause Felix Schleßinger 5,— David Dachauer, Familie Joseph Fromm gratulieren zur Hochzeit Bamberger-Selka ä. 0,50 JL 1,— I. L. Goitcin gratuliert. Ttadtverord». Braunschwcig n. Fra» in .Homburg zur Verlobung ihres Sohnes 0,50' ,, I ü d. N a t i o n a l f o n d s: Ttnniol und Silberpapier: Trude Israel, Sontheim; Trude Karlsruher, Heilbronn; Berthold Schercschewsky,> Grctel 'und Erna Landsberger, Heilbronn; Frl. Rosel Löweiistei», Frankfurt n. M. Bereivs-Kalender. Freitag. „Talmud Thora" - Verein, „ach Schluß des Gottesdienstes, Synagoge Börnepkatz: Bortrag. (Dr. B. May). — Verein „Mekor Chajim",. „ach Schluß des Gottesdienstes, Hörsaal Friedberger An-' läge: Mikro-Vortrag (Jakob Schnerb); 8>/° Ilhr, Laugestraßc 18: Gemütliche Ziisammenkiinft. — „Monte-- f i o r e" - B e r e i,,, 9 Uhr, Bleichste. 70: Gemütliche Zusammenkunft. Samstag. „M ontefiör e"-B e r e i n, II1/4 Uhr), Bleichstr. 70: Schiur-Vortrag (Dr. B. May). — Verein. „Mekor Chajim", 3»/s Uhr, Langestr. 18: Ein Jaakob' (Schachnowitz). — Zionistische Vereinigung, 88/i Uhr, Cafe Kursaal, Friedbergcr Anlage: Vortrag (Max) Fischer). Sonntag. Frankfurt-Loge, 11 Uhr: Akademische! Feier anläßlich des 25jährigen Bestehens. — I ü d. M ädchenklub, 7 Uhr, Loge Karl, Mozartplatz: lOjährigcsl Stiftungsfest. — Verein „Nachlaß Zwi", 81/2 Uhr,, Langestr. 18: Gedenkfeier für Samson Raphael Hirsch. — . Verein „Tiferes Bachurim", 9 Uhr, Bleichstr. 70: Generalversammlung. — Verein „SOI ekor Chasi nt", 6 Uhr, Langestr. 18: Vorlcsimg ans Jirmxohu (Dr. Joseph Breuer). Montag. Verband j ü d. Frauen für K u l t ü r - arbeit in Palästina, 8U Uhr, Kaufm. Bereinshaus: Eine Knlturaufgabe der jnd. Frau (Frl. sind. Dukas- Freiburg i. Breisgau. ""Mittwoch. „M o „ t e fi0 r e"-Ve rer n, 'O Uhr;.'' Bleichstr. 70: Die Entwicklung der jttd. Bevölkerung in Frankfurt (Dr. Will). Hanauer).— I ü d. Fraue n- Vereinigung, 8»/- Uhr, Hotel Drexel: Gemütlicher:. Abend. 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