Mannheim
Compact Memory

Neue jüdische Presse · 1912-11-22 · Heft 46 (22.11.1912) · p. Seite 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Neue jüdische Presse
Volume
10 (1912)
Issue
Heft 46 (22.11.1912)
Date
1912-11-22
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2692297-2692768-2692814--07320-2702386
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Seite 10. Frankfurter Israelitisches Familienblati. Nr. 46. ftreBungen, bk viel« Gemeinden»itglkdrr aus edelste» Ueberzeuguug unterstützen, herabzusetzen. Wir sind der Ansicht, daß von der Kanzel .herab wahre. Religiosität, Erbauung, Belehrung und Versöhnung gepredigt wiro, ober nicht die Bekämpfung politischer Gegner. Wenn Herr Rabbiner Dr. Freudenthal die ziouistische Bewegung zu bekämpfen als seine Pflicht ansieht, so möge dies in öffentlicher Aussprache geschehen, aber nicht von der Kanzel herab und nicht an einer Stelle, die eine Diskussion ausschlictzt. Politik gehört nicht auf die Kanzel, das ist eine liberale Forderung." Wien. Die „Neue Natirnal-Ztg." ist mit Recht darüber entrüstet, daß Adolf Bö hm, Obmann der zion. Organifchion, an seinem Sohn nicht die Bcschu eidun g vollziehen ließ, da für einen nationalen Juden die religiöse Beschneidung nicht in Frage komine. Nehmen wir einmal an, Herr Böhm sei Atheist und Nationaljude; — auch in diesem Falle müßte er die Beschneidung beobachten, denn jeder Nationaljude — er mag denken wie er will — hat die Traditionen, die Sitten und Bräuche des jüdischen Volkes zn respektieren. Es scheint eben, daß mancher Zionist noch selber gar zu sehr in der von ihm so geschmähten Assimilantcnhaut steckt; nur so wird das Verhältnis mancher Zionisten zur jüdischen Tradition verständlich. Wien. Jnko'ge Vereinbarung mit dem osfiz eklen Wabl° komitce sind diesmal auch zivei Zionisten — Oberingenieur Robert Stricker und Hof- und Gcrichtsadvokat Dr. Jakob Ehrlich — auf die Wahlliste für den Vorstand der i srae l. K u lt n s g e in ei n de gesetzt worden. — - In Belz, der Residenz des Belzer Wundcrrabbi. wurden zwei Zionisten — IsakHam m e r und Nachi in Schaffet — in den Ge in ei n d er a t gewählt. _ Ans der Lehrerwelt. Mestvltz- Der Verband der Rabbiner Ober» schlesie n s hielt hier eine Tagung ab. Es lag seitens einer Gemeinde die Anfrage vor. ob bei Bchiattung von Mitgliedern der Krieger- und Landwehrvereine Musik zulässig sei. Nach längerer Debatte^ wurde beschlossen, der Gemeinde folgendes zu erwidern: ,Mir erachten es nicht für angemesscin, daß der Rabbiner-Verband als solcher in diese zwischen Rabbiner und Gemeinde schwebende Meinungsverschiedenheit eingreift." Sodann brachte der Vorsitzende die Schließung einer Ehe Mischen einer. Witwe, die ein Kind hat, und dem Bruder ihres Mannes zur Sprache; der unerlaubte Ehcschluß war vom Rabb. Dr. Goldmann-Oppeln vollzogen worden. Dr. Goldmann erklärte hierzu, daß der betreff. Eheschluß ein Versehen seinerseits gewesen sei, das er sellst am meisten bedaure. A«S der» Vereine«. Berlin. Der Verein „Mädchenhaus Pankow" (Vorsitzes«: Hedwig Loewc geb. Makower, Uhlandstr. 30) vollendete am 30. September sein 'Geschäftsjahr. . Die Zahl seiner Zöglinge betrug im letzten Geschäftsjahre durchschnittlich 37. In der Art der Ausbildung der Zöglinge ist nichts -geändert Wörden. Die Mädchen wurden in allen Dienstleistungen des Haushaltes unterrichtet, sie mußteii ihre Kleidung selbst anfcrtigcn und in Ordnung halten und — in geringem Umfange — für fremde Haushalte waschen und plätten. Die lausenden Ausgaben betrugen 78 330 JL, mithin für jeden Zögling 495 Die Kosten für Lebensmittel beliefen sich für Kopf und Tag auf 57Vs Pfg. Der Verein leidet sehr an dem- Mangel an Geldmitteln. Eingesandt. Erklärung. Erst verspätet erhalte ich Kenntnis von einem Artikel, der am 9. Juli d. I. in der Staatsbürger-Zeitung unter der Ucberschrift: „Wer macht die Revolutionen?" erschienen ist. Darin heißt es: „Aber einer hat uns gezeigt, worauf wir irnser Augenmerk richten müssen. Es war kein Antisemit, sondern der jüdische Professor Graetz-Breslau, der. die Ergebnisse seines vielbändigen Geschichtswerkes über sein eigenes Volk zusammenfaßt in den» Satze: Die Revolution ist der Stern Judas. Der mußt cs wissen." Dem gegenüber erkläre ich folgendes: Sc't mehr als 40 Jahre» vergeht für mich nahezu kein Tag, an dem ich mich nicht mit der Geschichte »icincs Lehrers und Amisvorgängers beschäftigte. Etwa d!c Hälfte der Bände habe ich selbst im Lause der letzten fünfzehn Jahre in neuer Bearbeitung herausgegebcii. Ich glaube demnach, den Anspruch daraus erheben zu dürfen, daß ich in dem Gesamtwert Bescheid »veiß. 'Auf Grund dieser Tatsache halte ich den Graetz zugcschricbeneii Satz: „Die Rcvolntion ist der Stern Judas", so länge für eine glatte Erfindung, bis nach Baud und Seitenzahl der Fundort angegeben sein wird. Die öffentlichen Blätter bitte ich, von dieser Erklärnng Kenntnis zu nehmen und sie abzudrucken. Brrslan, Ende Oktober 1912. Dr. M. B r a n n. Kunst und Literatur. Isaak Halevis Zitate. Das soeben erschienene Heft der „Monatssthrift snr die Wissenschaft des Judentums" enthält aus der Feder R. .Leszinsky's unter dem Titel „Isaak Halevis Zitate" die erste Hälfte einer Abhandlung, die in jüdischwissenschaftlichen Kreisen Aufsehen erregen wird. Um was,.es sich hier handelt, zeigen die einleitenden Worte: „ . .. Das Halevi'sche Geschichtswcrk Dorot ha-Rischonim wird heutzutage bereits popularisiert. Man redet schon von unumstößlichen Resultaten dieser Forschungen. Man macht sie sogar zur Grundlage weiterer Studien, ohne zil wisse», daß jene Resultate vielfach durch Mittel herbeigeführt sind, die ein jeder ablehnen muß, welcher Partei und Richtung er auch angehöre. Wer geschichtliche Wahrheiten sucht, muß mit - ehrlichen Waffen kämpfen. Irren ist menschliche Msichtliches Jrcksühren ist verwerflich. . . . Die Zitate, die Halcvi nnn in diesem so überaus bedeutsamen Kapitel („Sadduzäer and Boethusäcr") meist aus griechischen Quelle» gibt, schienen mir anfangs nur ungenau zu sein. Es stellte sich, jedoch bei eingehenderem Studium heraus, daß sie zum Teil direkt ge sä licht sind. Nicht, daß sie überhaupt nicht existierten, sondern diejenigen Stellen, die irgendwie den Ansichten des Autors widersprechen, sind entweder ganz oder lritweise »nlerdrnckt oder absichtlich falsch übersetzt. . Halevi dürfte wohl die auf die schwere Beschuldigung Leszinsky's nicht schuldig bleiben. Allgemeine Mitteilungen. M o k k a - K o ch e r. Die hiesige Firma M. Bär & Co. (Porzellanbär), Stiftstraße 8/l0 veranstaltete im Parterre ihres Geschäftslviäls rin Kaffee-Kochen auf der besten Kaffeemaschine der Welt, dein „Mokka-Kocher", und waren viele Interessenten, bcso>ndcrs die Damenwelt stark vertreten. Dies mit Recht, denn die uns vorgeführtc Kaffeemaschine vereinigte Vorzüge in sich, und liefert: ein Getränk von solcher Feinheit, Klarheit und köstlichem Aroma, daß eine Anschaffung des iilpvarates in kürzer Zeit die Aiisgaben dafür wieder einbringen dürfte. Die Handhabung des Mokka-Kochers ist außerordentlich einfach gehler in der Zubereitung sind so gut wie ausgeschlossen. Auch die Reinigung erfordert wenig Zeit imd Umstände. Hervorheben möchten wir noch, daß alle bekömmlichen, wohlschmeckenden Bestandteile restlos, dein Kaffee entzogen werden und so der Gehalt voll ansgcniitzt wird. Die beste Ueberzeugung ist, selbst sehe» niid kosten. Heute Nachmittag von 4—7 Uhr findet eine »vcitcre Borführnng des Apparates statt. Vereins-Kalender. Freitag. „Talmud T h o r a"-V e r c i n, nach Schluß des Gotiesdienst.'s, Synagoge Börneplatz: Vortrag (Dr. May). — Vere in „Me kor Chajiin", nach Schluß des Gottesdienstes, Hörsaal Friedbcrger Anlage: Milro - Vortrag (Eugen Neuberger); 8h» Uhr, Langcstraße 18: Gemütlich: Zusammenkunft. — „M ontes i o r e"-V e r ei » , 9 Uhr, Bleichstr. 70: Gemütlich.: Znsammenkunst. Samstag. ,,M o >i t e f io r e"-Verci n, 11»/» Uhr, Bleichstr. 70: Schinr-Vortrag (Dr. B. May). — Verein „Mekor Chajiin", 12 Uhr, Hörsaal: Vortrag (Prof. Weyl); 3V» Uhr, Langestr. 18: Ein Jaakob (Schachnowitz). Sonntag. Verein „M e k o r C h a j i in, 0 Uhr. Langestr. 18: Vortrag (Dr. Joseph Breuer). — „Talmud T h o r a" - V e r e i n, 0 Uhr, Synagoge Börneplatz Vortrag (Rabb. Dr. Nobel). — Be re i n „Tifercs B a ch u r i in", Bleichstr. 70, 8 Uhr: Talmudvortrag (Rabb. Dr. I. Horovitz); 9 Uhr: Das jüd. Moment bei Edward Stilgcbaüer (Theodor Rosenthäl). — „Mo ntefio re"- Verein, 4 Uhr, Bleichstr. 70: Gemütliches Zusammensein. — Z i o n. O r t s g r u p p e O f f e n b a ch!, 3 Uhr, Hotel Kaiser Friedrich: Vortrag (Parteisekretär Rosenbaum- Berlin). Montag. Verein, selbst. Israel. Handwerker und Gewerbetreibender, 9 Uhr, Cafe Goldschmidt: Versammlung? Dienstag. Jüd. Fr ane n v e r ci ni g u n g, 83/4 Uhr. Hotel Drcxel: Nachcxilische Geschichte (Rabb. Dr. Bonvi- Mainz). — Verein für jüd. Geschichte und Literatur, S3/i Uhr, Frankfurt-Loge: Die Sainaritaner (Dr. Friedmann-Berlin). Mittwoch. „M o n t e f i o r c" - B e r c i n, 9 Uhr, Bleichstr. 70: Die archäologische Erforschung Palästinas (Lichtbildcrvo.rtrag: Dipl.-Jng. Architekt Ernst Hiller). Donnerstag. Verein „Nachlaß Zwi", 9 Uhr, Langestr. 18: Blicke in das Jakobshaus (Leitung: Isaak Sulzbach). Jfenüteet zu SlncMnscben 7eleArsmm-Abiö5U»ASjormukre der Kebratscben mittelscbule focftöemonie in Jaj|a. StDck h Mk. 0.80. Blocks zu 10 Stück k Mk. 5 — in allen behräisclien Hnchhandlnne-n sowie in der Redaktion zu haben. Tel 5736 Juli. Lvrnl». lllmmlvr Tel. 5736 Frankinrt a. BI. Hochstp. 2, am Eschenheimer Turm. — Spezial-Haus für Beleuchtungskörper in Gas Hänge-Gas Elektrisch und kombiniert. Umänderung vorhandener Gas- und Kerxeniüster für elektrisch Licht oder kombinierte Beleuchtungm Accnmnlatoren für elektris-.he Kleinbeleuchtung in grösster —- Auswahl, passender Geschenkartikel. ■■■■■ Installation für Gas-, Wasser-, Elektr. Licht-, : : : Klingel- und Kraft-Anlagen. . : : : Grosses LBger in $ade»annen, ßadeSfen, Keuöfen, Sashetden vsw. Technisches Büro für sanitäre Anlagen. Für die langen Nächte empfehle mein reichhaltiges Lager in aller Art und Preislage in nur guten Fabrikaten. Ernst Hilbing Sohlllerstraeee 4, neben Cafe Bauer. Reichhaltiges Lager in Uhren- und Goldwaren jeder Art Tel. Sozi. Hobnong Hfihenstr. 7.—Frivatsaal Bleichstr. 14. Tel. mi. Empfehle meine Gesellschafts-, Privatnnd Wanderkurse ff. Referenzen. mit stets modernem Lehrsystem. ff. Referenzen. Beginn der Kurae Anfang Oktobarm Unterrlchtssala Neuer Kaiifaannisebsr Verein, Loge und Privatsaal. Uebemahme von Einstudierungen und Dichtungen von Hof-, Phantasie-, Charakter- und Kostüm-Tänzen zur Aufführung bei Festlichkeiten und Hochzeiten. J E. «foliner, Conditorei Goethestrasse 25 ab Januar Goethestrasse 12. Complete Lieferungen für Gesellschaften Spezialitäten: Torten, Hittelstücke, Desserts, Pralines, ■ Marrons glaciert. Ananastorten.: ' Easblrnen ä Pfund 10, 12, 15, 20 und 25 Pfg. — Hollebasch ä Pfand 15 Pfg. — Goldparmain ä Pfand 15 bis 20 Pfg. — Kochäpfel 3 Pfand 20, 3 Pfand 25 nnd Pfand 10 Pfg., sowie alles ändere Obst und Gemüse zu billigen Preisen. Otto Gerling, JUlerheiligeastr. 4. Telepfum 690. Wäscherei Fritz Anthöfer, Neu-Isenburg 94 Offenbacherstrasse 94 nimmt noch künden an. - Postkart« genügt I

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.